Aus der Amazon.de-Redaktion
Normalerweise führt ein Sommerhit das Leben einer Eintagsfliege. Die Geschichte des Liedes "Sonnendeck" dagegen zieht sich über zwei Sommer hin, mindestens. Es begann alles Mitte 2000, als ein Schwabe namens Meinrad Jungblut mit Wohnsitz Köln auf dem dort ansässigen Mini-Label Betrug eine EP in Kleinauflage mit dem Titel 6 Lieder herausbrachte. Eines davon heißt "Sonnendeck" und findet sich in der Septemberausgabe der Musikzeitschrift SPEX auf der beiliegenden CD # 01 wieder. Nun fängt der Song an, ein Eigenleben zu führen. Er landet auf Platz 2 der Jahrescharts der SPEX-Leser, nur Madonnas "Music" versperrt die Pole-Position. Da die EP natürlich längst vergriffen und schwer erhältlich ist, spielen Radiosender sie von der Gratis-CD. Beim österreichischen Sender FM 4 dagegen rotiert das Vinyl und aufmerksame Ohren des BMG Ariola-Sublabels Modul hören das Stück mit Begeisterung.Winterpause. Im Juni des darauf folgenden Jahres taucht der Song wieder auf. Nun heißt Meinrad Jungblut PeterLicht und "Sonnendeck" erscheint erneut, diesmal bei Modul, und schafft den Einzug in die Singlecharts. Dazu läuft ein superlustiges Video mit einem blauen Schreibtischstuhl als Star auf MTV und Viva. Überall wird das angekündigte Album -- obwohl etliche Songs fehlen -- besprochen, und irgendwie passend verschiebt sich laufend der Veröffentlichungstermin. Das passt, denn PeterLicht, von dem wahrscheinlich nur ein einziges Lichtbild in seinem Ausweis existiert, singt "meide die Popkultur" im gleichnamigen Song. Warum sollte er sich da Marktmechanismen unterwerfen, anstatt zum eigenen Karriere-Bremsklotz zu werden?
So ganz konnte der als menschenscheu geltende Werbetexter (wird erzählt) den Erfolg jedoch nicht verhindern. Der Refrain "Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf dem Sonnendeck... oder im Solarium oder am Radar... oder im Aquarium" setzt sich im Gehirn fest. Doch nicht alle Stücke des Albums sind Pop. PeterLicht polemisiert humorvoll und charmant gegen den Kölner Dom und die Sonne. Er schätzt große Katastrophen und soziale Ungerechtigkeiten, liebt die Hasstiraden seines Schusters und die Beleidigungen seines Pizzabäckers. Er macht sich Sorgen über seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt, weil er sich ja mal etwas gönnen möchte und nie weiß der Zuhörer, ob JungblutLicht ein kleiner Spinner, kluger Denker, ein Weltfremder oder verschrobener Schrat ist.
Bemerkenswert ist auch die musikalische Wandlungsfähigkeit des Musikers. Licht zitiert im Wandel von Low-Fi-Pop und dichter Produktion einerseits hemmungslos NDW-Stars wie Andreas Dorau, andererseits lässt er immer die Nähe zur Kölner Elektronik-Szene durchklingen. Zur nächsten Platte erzählen wir dann, wie PeterLicht mit seinem Dasein als kleiner Star umgeht und was dieser stets präsente blaue Stuhl soll. Ach ja: köstliche Platte! --Sven Niechziol
Kundenrezensionen zu 'Vierzehn Lieder'
unfassbar =) (13. April 2006)
Peter Licht ist unfassbar toll! einer der sich abhebt und auch nicht mehr ganz so klar im kopf ist wie wir alle wahrscheinlich!unglaublich tolle texte die erst beim 10 mal mehr oder weniger sinn ergeben! das ist noch musik*!-ich find guut xD*Feinwäsche (30. Oktober 2005)
Man nehme 1kg Feinstrick, nach Lavendel duftenden Weichspüler,fülle das Ganze in die Maschine und lasse es ohne Schleudern
gute 45 min. orgeln- Fertig !
Für alle die Subtil nicht für ein Waschmittel halten -
SUPER!!!!




