Aus der Amazon.de-Redaktion
Zwei Jahre nach seinem '99er-Klassiker Brand New Second Hand legt Roots Manuva, der eigentlich Rodney Smith heißt, mit Run Come Save Me ein Album nach, das seinen Status nicht nur festigt, sondern ausbaut. Auch unter Gleichen, wie The Herbaliser oder Saul Williams bleibt er es, der die Standards setzt im aufrechten, künstlerisch-politischen HipHop.Blubbernd hallende Drum'n'Bassments, spartanisch gesetzte, beharrliche Beats, längs gespaltene Breakbeats, eine verirrte Harfe vom Planeten Dub, Querflöten aus dem 70er-Jazz-Funk, ein Gitarrenfeedback-Loop, Reggae im Blut zum Abfedern -- nur das Exzellente aus den rhythmisch bestimmten Musiken findet Eingang in Roots' Welt. Seine Auswahl scheint unfehlbar und ist weit entfernt vom gegenwärtigen Mainstream-Geschmeiß der Spielart. Praktisch jeder gut beleumundete jüngere Rapper sieht vergleichsweise alt aus neben Roots Manuva. Konzentriert gibt er wieder, was er eingeatmet hat von Chuck D.'s Stärke, der Ausdruckskraft von Old-School-Meister Rakim, Run DMCs verspielter Strictness, Q-Tips erzählerischem Flow. Die Texte sind reine Poesie: Alltagspoesie von einem Farbigen und folglich nicht sehr erbaulich, geht sie pittoresk in der Nacht brennenden Olfässern konsequent aus dem Weg. Der unverdrossene Umgang, den Roots mit seinen Themen pflegt, und seine Haltung, die nie zur Pose verkommt, vermitteln mehr Hoffnung, Lebenswillen und Licht als jede pseudo-betroffene R'n'B-Schnulze, die derzeit aus dem Radio schwappt. Beeindruckend. --Rolf Jäger






