Kundenrezensionen zu 'Jane Doe'
Lärmgewordene Katharsis (29. März 2008)
Nur zu gerne hätte ich meinen Gesichtsausdruck gesehen, als ich zum ersten mal ein Stück von Converge hörte ("The Broken Vow" war das, glaube ich). Ich hatte damals weder Kenntnisse über extremen Metal/Hardcore noch Interesse daran, welche zu erlangen (jetzt habe ich zumindest Interesse :D). Doch Jane Doe war anders als alles andere, was ich bis dato gehört habe. Nicht bloß Krieg, sondern atomarer Endsturm, nicht bloß Zerstörung, sondern unbändiger Wahnsinn. Lecker Gebräu aus Wut, Verzweiflung, Katharsis, Schmerz, Naturkatastrophe und einem Teelöffel Säure. Die Riffs, noch halbwegs als solche erkennbar, wirken entstellt, die Songs zersplittern, explodieren sind aber durchaus strukturiert, liegen gerade noch so an der Grenze zum nicht mehr Nachvollziehbarem. Die natürlich gehaltene und lärmbetonte Produktion setzt dieses erfrischenden Blutregen perfekt in Szene. Bannon kreischt die poetischen und ambitionierten Texte so hysterisch und geisteskrank heraus, als stünde er in Flammen, an den Instrumenten wird ebenfalls Großes geleistet. Verschnaufpausen werden einem nicht gegönnt, auch in den Dampfwalzen-Teilen steht Jane Doe ständig unter Strom. Keine Zeit zu atmen, einen Weltuntergang erlebt man nicht alle Tage. Dennoch strahlt der unglaubliche Titelsong zwischen all den Scherben und Gliedmaßen fast schon so etwas wie Schönheit aus. Wie Phoenix aus der Asche entsteht aus diesem Trümmerhaufen ein kleines Stückchen Hoffnung, ein nicht totzukriegender Glaube an die Schönheit der Welt (ja, ich bin mir durchaus bewusst, wie unerträglich geschwollen das hier klingt), eine Melodie, die dem Hörer entgültig den Todesstoß gibt und in Sachen Epik jede Band, die von sich behauptet, epische Musik zu machen, reduziert und bescheiden wirken lässt. "Jane Doe" hat mein musikalisches Weltbild kaputtgemacht.Wahnsinn!!! (6. März 2008)
Manchmal kann man kaum glauben,wie Converge mich immer dran Kriegen!Man hört sich 5 Minuten diese CD an,und man vergisst alles um sich herum,auch die Nachbarn!Wer schon Petitioning the Empty Sky und When Forever Comes Crashing gut fand,muss Jane Doe Lieben
hier ist eine Liste der Songs mit bewertung(1 ist das schlechteste,10 das beste):
concubine: 10
fault and fracture:10
distance and meaning:8
hell to pay:5
homewrecker:10
the broken vow:10
bitter and then some:8
heaven in her arms:7
phoenix in flight:9
phoenix in flames:20(sehr athmosphärischer Song)
thaw:9(besser auf deeper the wound(split mit hellchild))
jane doe:11
Mehr als die Summe seiner Teile.... (11. Juni 2007)
Jawohl!!! Wenn die Jungs hier mal nicht alles richtig gemacht haben! Geiler Sound, Geile Songs, sogar ein Geiles Artwork (Damn!!) Hier ist das, was Converge mit jedem Werk celebrieren, ein Gesamtkunstwerk (Für Ohren, Augen, Kopf...) abzuliefern am besten gelungen!Für mich stellt "Jane Doe" eindeutig (bis jetzt...) den Höhepunkt der Schaffensphase der Krachbrüder dar.
Meiner Meinung nach das Abwechslungsreichste Album, auch wenn die anderen Alben ("You Fail Me", "No Heroes", "When Forever...",...) auch echt geil sind!
Selbst der "Gesang" von J.Bannon, der ja von Album zu Album stets etwas anders klingt, und mir in der Vergangenheit fast schon zu durchgefreakt war, gefällt mir hier am Besten!
Mitunter ist Jane Doe das eigängigste Album (alleine schon der Titeltrack!) von Converge was auch daher kommt, das es vom Sound her wesentlich verträglicher ist als seine Vorgänger oder auch You Fail Me Beispielsweise, das im Vergleich um einiges verstörender daherkommt. Für Einsteiger in die Musik von Converge ist Jane Doe daher sicherlich bestens geeignet.
Zudem befinden sich einige echte Klassiker auf dem Album, z.B.:
- Concubine/Fault and Fracture
- Thaw (ich liebe diesen Song)
- Heaven in Her Arms
- The Broken Vow
- Homewrecker
Für mich einfach ein Meilenstein!
Pflichtkauf also für alle Krachliebhaber!!!
Krach für Musikliebhaber (5. April 2007)
Ja, die Überschrift is von Napalm Death geklaut ich gebs zu...Aber zur CD: den Namen Converge in einem Musikmagazin glesen, Interesse bekommen, Videoclip zu "Concubine/Fault & Fracture" im Internet angesehen, neue Lieblingsband gefunden. Als dann endlich die CD da war stand ich mit offenen Mund eine dreiviertel Stunde in meinem Zimmer und lauschte. So etwas krankes und zugleich schönes hatte ich noch nie gehört. Mit "Hell To Pay" folgt ein ruhiger song, den aber wahrscheinlich auch nur ein kleiner Teil von Höhrern als schön empfinden würde. Ansonsten gehts immer so weiter wie in den ersten drei Songs. Bei Napalm Death ist es ja schon schwer die Texte zu verstehen, aber bei dem was Jacob Bannon aus seinen Lungenflügeön presst, braucht es selbst mit vorliegenden Text viel Fantasie um die worte die da nidergeschriben stehen auch zu hören (und das ist natürlich nicht negativ gemeint). Doch die Texte sind genial, ich würde sie sogar als kunstvoll beziechnen. Lest euch den Text zu "Heaven In Her Arms" durch!!!!!
Wer also wirklich harte Musik hören will, die aber auch Anspruch besitzt und von den meisten Leuten nur als kranker Krach abgestempelt wird muss einmal Converge probieren.
Brachialgymnastik und Brechstangenmetaphorik (29. Oktober 2006)
Irgendwo zwischen Chaoscore, Mathgefrickel, Grindgebolze und Screamo haben Converge ihr Reich errichtet, indem sie wüten wie kein Herrscher ihrer Art zuvor. Schon Concubine walzt mit einer Härte und Brutalität nach vorne, dass einem der Atem stockt. Kanalisierter Hass, geformt zu einer gigantischen Feuerwalze. Wer muss schon atmen um zu leiden?Wer muss schon sehen, um zu verstehen? Jacob Bannon, Frontmann und Schreihals des Boston 5ers, schert sich nicht um Kompromisse. Gnade ist Schwäche, Vergebung eine Sünde. Fault and Fracture setzt dort an, wo Concubine aufhörte, der Orkan bewegt sich unaufhörlich nach vorne, Richtung Hirnrinde des Hörers. Es gibt keine Barrieren, die sie nicht durchbrechen könnten. "You were my last great war, You were my heaven ablaze, Riddled with faults and fractures" keift der verlorene Bannon. Distance and Meaning nimmt ein wenig das urgewaltige Tempo raus, verlagert sich dafür in die Breite und zieht den Strick zu, den sie um dich gewickelt haben. Numehr hilflos ausgeliefert knallt auch der Rest von Jane Doe über dich. Achterbahnfahrt. Tempo, Noise und phobisches Geschrei. Converge polarisieren wohl wie kaum eine Band. Entweder man lehnt ihren bombenartigen Krachteppich ab oder ist fasziniert von der Zerrissenheit und dem vertonten Schmerz, den die existenzialistischen Fragen in die Leiber der Suchenden bohren. Converge sind Suchende, Verirrte und doch Kontrollierende. Sie ziehen unsagbar viel Energie aus der Hilflosigkeit und der ziellosen Existenz ihres Menschseins. Vertonte Angst, aus Klangwelten geformte Verzweiflung. Katharsis. Reinigung, die nur durch den steinigsten aller Pfade erreicht werden kann. Die unentwegte Auseinadersetzung mit den ständig unterbewusst präsenten Urängsten. Converge und ihre Jünger folgen diesem Pfad. Offenbahrung. Doch allzuviele wenden sich ab. So wird es Converge wohl so ergehen, wie den meisten großen Herrschern. Sie bleiben unverstanden. Doch genau das verleiht ihnen einen Teil ihrer Größe.






