Aus der Amazon.de-Redaktion
Sie gehörten in unseren Breitengraden zu den Pionieren der Weltmusik-Bewegung. Schon zu Beginn der 80er-Jahre reisten die Dissidenten in fremde Länder, um dort mit einheimischen Musikern einen fesselnden Dialog der Kulturen zu führen. Zuerst hielten sich Friedo Josch (Flöte, Saxofon), Uve Müllrich (Bass, Oud) und Marlon Klein (Percussion, Electronics), die den Nukleus der Gruppe bilden, lange auf dem indischen Subkontinent und im marokkanischen Tanger auf, später besuchten sie auch Kanada und Spanien. Und überall lernten sie neue ethno-folkloristische Musikformen kennen, die dann auf Platten wie Sahara Electric, Instinctive Traveler und The Jungle Book verarbeitet wurden.Mit 2001: A Worldbeat Odyssey veröffentlichen Deutschlands führende Botschafter in Sachen interkontinentaler Klangverständigung nun eine famose Remix-CD. Befreundete DJs, Musiker und Klangtüftler wurden gebeten, hierfür ihren Lieblingstrack aus dem Dissidenten-Backkatalog auszuwählen und an der Mixerkonsole zeitgemäß aufzubereiten. Zehn Stücke aus 20 Jahren wurden auf diese Weise auf den Sound-Stand unserer Tage gebracht.
DJ Badmarsh etwa, bekannt als Vertreter des so genannten Asian Underground, entwickelt in seiner Version von "Love Supreme" die Gattung Drum'n'Bass erfinderisch weiter. Slop Shop alias J. Peter Schwalm aus Frankfurt, dessen Zusammenarbeit mit Brian Eno (Drawn From Life) Schlagzeilen machte, versieht "All India Radio" mit einem beschaulichen Ambient-Arrangement, das eine hypnotische Sogwirkung entfaltet und einen unwiderstehlich in seinen Bann zieht. Andreas Leifeld (aka Triebwerk) bastelt aus einem kurzen Sample des Titels "Broken Moon" eine vollständig neue Komposition zwischen TripHop und Electronic Listening. Marlon Klein trimmt die bislang unveröffentlichte Dissidenten-Nummer "Open Up Your Eyes" auf Deep House. Und Simbad (= P. L. Stanislas-Renouf) bestückt "The Jungle Book" raffiniert mit abgrundtiefen Bässen und Beats in Infraschallnähe, die angenehm im Bauch kribbeln.
Neben den genannten Remix-Rastellis zeigen noch Lelonek, Shantel (Stefan Hantel), Kulisch & Vana, Lemongrass (Roland Voss) sowie Thomas Kessler ihre Künste an den Drehknöpfen und Schiebereglern des Studiomischpults. Und auch sie helfen den Dissidenten, ein spannendes neues Kapitel ihrer Bandhistorie aufzuschlagen. Global Grooves vom Feinsten! --Harald Kepler


