Kundenrezensionen zu 'Fire & Water'
Bluesrockklassiker im Doppelpack. (28. März 2008)
Mit dem dritten und besten Free-Album liegt nun einer der grössten britischen Bluesrockklassiker in definitiver Edition vor. Fire & Water (1970) hat nicht nur fast alle grossen Hits der Band - das Titelllied, Mr. Big" und natürlich auch All Right Now" - es ist auch das in sich stimmigste und trotzdem abwechslungsreichste Album der Band, das von Bluesballaden bis zu den genannten Nummern mit den Monsterriffs alles umfasst. Was Fire & Water heute noch so hörenswert macht ist nicht nur Paul Rodgers grossartige Rock/Soul/Blues-Stimme und Kossoffs glühendes Gitarrenspiel sondern auch das erstaunliche Understatement, mit dem die Band sich ihrem Material nähert - hier gibt's kaum selbstgefällige instrumentale Exkursionen, die Spielfähigkeit wird ganz den Songs untergeordnet und wenn mal ein Solo kommt, passt's dafür wie die Faust auf's Auge. Ergänzt wird das Originalalbum um BBC-Sessions, Liveaufnahmen, alternative Mixes und (das muss auch gesagt werden) mehr Versionen von All Right Now" als irgendjemand auf der Welt jemals brauchen könnte.Immer noch Bluesrock vom Allerfeinsten, trotz "Hitsingle". Genial!!! (27. April 2006)
Mit Fire and Water erfuhren Free den endgültigen Durchbruch, was natürlich an einer der unsterblichsten Rockhymnen überhaupt - Allright now - lag. Das Free mit Ihren anderen Songs noch viel mehr in die Tiefe gingen, ist den meisten nicht so geläufig. Ihre ersten beiden Alben sind absolute Meilensteine der emotionalen, handgemachten Musik und diese Tugenden gehen auch hier nicht verloren, sie werden eher perfektioniert.Ausgereifte Rockstampfer gehen hier mit ganz großen Slowmotion- Balladen Hand in Hand, das es einfach nur gut tut, die Platte zu hören. Ich würde sogar sagen, daß man kein bestimmter Fan einer bestimmten Musikrichtung sein muß um diese Scheibe ins Herz zu schließen, außer vielleicht Authenzität und großes Feeling, das sollte man schon mögen, dann wirds allerdings göttlich.
Zugreifen und glücklich werden!
Gruß und all the best!
Klassiker des schweren Blue-Rock von 1970 (9. Juli 2002)
"Fire and Water" ist meiner Ansicht das Werk von Free, das die zugänglichsten und melodischsten Kompositionen in einem Guß beinhaltet. Der sparsame bluesige wie harte Gitarrenstil von Paul Kosoff erinnert an Jeff Beck, Mick Ronson und Martin Barré."All Right Now" mit seinem vibrierenden Riff ist der bekannteste Song der Gruppe und inspirierte sogar Soul Man Wilson Pickett zu einer Cover-Version. "Mr. Big" hat einen bezwingenden wiederkehrenden Refrain, Bass und Gitarre sind effektiv und sparsam. Die Lyriken sind ziemlich traurig. Auch "Don`t say you love me" handelt von einem ungeliebten Mann, der am Ende fast weint. "Oh I wept" Der Erfolg von Free dürfte hauptsächlich damals auf Paul Rodgers zurückzuführen sein, einer der besten Sänger, den England bis heute hatte. Sein Stil hat Soul- wie Bluesfacetten. "Fire and Water" hat ein lyrisches Intro und ein einprägsames Riff.
Free waren nicht nur ein Vorgänger zu den wesentlich erfolgreicheren Bad Company, sie waren stilistisch verschieden. Paul Kosoffs Gitarrenstil war subtiler und hatte mehr emotionale Tupfer im Vergleich zu Mick Ralphs, der einige unsterbliche Riffs erfand (z.B. "Can't get enough", "Good lovin gone bad"). Selbst Eric Clapton hatte eine gute Meinung von Kosoff, der zu Lebzeiten nicht seine gebührende Anerkennung bekam.
Liebhaber der ersten Bad Company-Scheibe, denen die ruhigeren Songs wie "Seagull" gefielen, werden sicher auch an den melancholischeren Kompositionen von "Fire and Water" ihre Freude haben.
Ein wichtiges historisches Album aus dem Jahr von "Deep Purple in Rock" "Led Zeppelin III" und "Salisbury".
Beste Songs "Fire and Water" und "Mr. Big"
All right, then! (1. April 2002)
Free zählen ohne Zweifel zum Besten, was aus der englischen Rockmusik der 60er Jahre hervorgegangen ist. Wie so viele ihrer zeitgenössischen Branchenkollegen ließen sich auch Free vom unerschöpflichen Reichtum des Blues inspirieren, entwickelten aber gleichzeitig einen gänzlich eigenständigen und unverkennbaren Stil. Im Gegensatz etwa zu Led Zeppelin, welche in erster Linie das härtere, aggressive Potential des Blues ausloteten und damit zu Wegbereitern des Hardrock und Heavy Metal wurden, kultivierten Free stärker die sanfteren, einfühlsamen Seiten dieser Musikrichtung (wenn man einmal vom schweren Rock ihres Debutalbums absieht). Als stilprägend erwiesen sich hierbei die beiden Ausnahmemusiker an der Spitze von Free, Paul Rodgers und Paul Kossoff. Die unangestrengte, brüchig anmutende Stimme Rodgers unterscheidet sich deutlich vom einpeitschenden Gesangstil vieler Rocksänger und erinnert eher an den Soul; Kossoffs unaufdringliche, feinfühlige Gitarrenarbeit erschließt sich nur dem aufmerksamen Zuhörer. Effekthascherei ist dieser Band gänzlich fremd. Sie vertraut vielmehr auf die Stärke ihres Songmaterials sowie ihre instrumentellen Interpretations- und differenzierten Ausdrucksfähigkeiten. Spannung beziehen die Songs von Free aus dem Gegensatz der meist federleichten Melodieführung Rodgers und Kossoffs zu der druckvollen, dynamischen Rhythmusarbeit Frasers und Kirkes, atmosphärisch bewegen sie sich zwischen den Extremen fröhlicher Unbeschwertheit und tiefer Traurigkeit."Fire and Water" nun präsentiert sich mit einem deutlichen Übergewicht zugunsten der schwermütigen, stark am Blues orientierten Songs, die von seelischem Schmerz und Enttäuschung erzählen. Herausragend unter diesen sicherlich die phantastische Ballade "Don't say you love me", die durch den spärlichen, akzentuierten Einsatz der Instrumente und den großartigen Gesang Rodgers' glänzt. Doch auch das Titelstück mit seinem einprägsamen Gitarrenriff, das soulgefärbte "Oh I wept", das klavierbestimmte "Heavy Load" oder das mit einem ungewöhnlich langen Bass-Solo ausgestattete "Mr. Big" bieten erstklassige Qualität und vermitteln eine hohe atmosphärische Dichte. Den stimmungstechnischen Kontrapunkt setzt - neben dem positiv verklärten "Remember" - der damalige Chartbreaker "All right now" mit seiner simplen aber wirkungsvollen Akkordstruktur und leichtherzigen Boy-meets-Girl-Thematik. Alles in allem also kein Partyalbum, sondern eine Scheibe, der man gebührende Aufmerksamkeit schenken sollte.
Diese digital überarbeitete Version von "Fire and Water" bietet neben den genannten sieben Originalen noch zusätzliche Alternativversionen als Bonustracks. Diese stellen, gerade auch angesichts der im Original bedauerlich kurzen Spielzeit, eine willkommene Ergänzung dar, belegen sie doch die musikalische Fertigkeit einer Band, die über ihre Kompositionen souverän verfügt und sie nicht sklavisch nach Schema F herunterspielt. Erstaunlich ist allerdings die Tatsache, daß nicht weniger als drei Alternativversionen von "All right now" integriert wurden, leistet ein solches Vorgehen doch einer weitgehenden Identifizierung von Free mit diesem Titel, gegen die in den sleeve notes explizit argumentiert wird, ungewollt Vorschub. Ist dies nicht weiter tragisch, so bleibt doch ein Wermutstropfen zum Schluß: Weshalb war es nicht möglich, die Songtexte in dieser ansonsten fein gestalteten Edition mit abzudrucken? Rechtliche Probleme können es kaum gewesen sein, waren sie doch in der ebenfalls von Island Records herausgegebenen nicht remasterten Version noch dabei. Ärgern wird man sich über diesen Lapsus angesichts der exquisiten Musik nicht lange, schade ist es aber doch, daß es für die ultimative Edition von "Fire and Water" wieder nicht gereicht hat.






