Aus der Amazon.de-Redaktion
Pop wurde von ihm schon immer in Großbuchstaben gedacht, gespielt und komponiert, obwohl sich der Sänger und Pianist Ben Folds mit dem Trio das denkbar kleinste Format der nicht-digitalen Herstellung und Interpretation gewählt hatte. Doch die Konzerte der Band, die irritierenderweise Ben Folds Five hieß, gerieten stets zu einer beeindruckenden Lektion in emotionaler Dichte und fantasievollen Arrangements.Dass diese Qualitäten vor allem dem genialisch veranlagten Bandleader zuzuschreiben sind, beweist erneut dessen Solo-Album Rockin' The Suburbs. Dieses plustert sich nach einem Piano-Pianissimo-Intro schnell zu jener orchestralen Größe auf, die Ben Folds in solch unprätentiöse Songs und alltägliche Geschichten kleidet, dass nie die Gefahr droht, auf der Supertramp-Seite des Pop zu landen. Stattdessen: Randy Newman in der Beobachtungsgabe, Brian Wilson in der Harmonieseligkeit, Joe Jackson in der latenten Distanz zum Erzählten, Van Dyke Parks im Hang zur epischen Größe und -- ja, man muss tatsächlich so weit greifen -- die Beatles in der Vielfalt der Kompositionen.
Piano und Gesang stehen in allen Songs dieser Platte wie selbstverständlich im Vordergrund -- lässige Referenz an die alte, goldene Regel des Pop, dass ein Song auch ohne jeglichen tontechnischen Bombast nur Kraft seiner Melodie funktionieren muss. Und doch trägt Ben Folds gern so streicherdick auf wie im Song "Carrying Cathy", dessen leicht melancholischer Geigenhimmel so typisch amerikanisch ist wie ein Musical mit Samy Davis Jr., eine Klamotte mit Jerry Lewis oder ein Tanzfilm mit Ginger Rodgers und Fred Astaire. Wunderbar altmodischer Pop in Großbuchstaben. --Björn Döring
Kundenrezensionen zu 'Rockin' the Suburbs'
Solo noch besser (7. Oktober 2007)
Drei der Alben des Trios Ben Folds Five kannte ich bereits, doch Rockin the Suburbs übertrifft sie für mich: Im ersten Soloalbum landet Ben Folds endgültig und durchgehend im grossen Songwriter-Pop im besten Sinn des Wortes - nämlich grosse Pop-Songs. Gitarren gibt es nur mehr ganz selten und die Indie-Wurzeln sind angesichts der neuen, farbenprächtigen Blüten kaum noch sichtbar (bzw. hörbar).Das Klavier prägt den Sound noch stärker als früher und er findet hier auch den Zugang zum grossen Orchester-Arrangement ohne jedoch jemals schwülstig oder kitschig zu werden. Es ist eines dieser Alben, auf die sich meine Frau, die mittlerweile hauptsächlich Klassik hört, und ich, dem auch Sonic Youth oder AC/DC gerne aus den Boxen kommen, mühelos verständigen können.
Die Basis dafür sind einfach grosse Songs, die Folds hier schrieb - für mich mit die besten seiner ganzen bisherigen Karriere und das bedeutet einiges. Dass sie auch noch entsprechend arrangiert wurden machen RockinŽthe Suburbs zu einem Meisterwerk.
wunderbar (23. Mai 2006)
tolle cd,die man ewig von vorne bis hinten durchhören kann.
reinste ohrwürmer
und für alle, die im auto z.b. auch mal gerne ein bisschen singen: die cd eignet sich besonders dafür! :-)
Fast Genial (12. Januar 2006)
Diese CD übertrifft meine Erwartungen. Als Fan von The Wallflowers, Eels habe ich aufgrund der musikalischen Verwandtschaft zwar schon den einen oder anderen Titel von Ben Folds bzw. Ben Folds Five gehört (zu meinen Lieblingsstücken - von anderen BFF CD's - gehören: One Angry Dwarf and 200 Faces, Battle of Who Could Care Less, Bricks); aber die vorliegende CD ist "in der heutigen Zeit" - wo alles was sich irgendwie wie ein Song anhört und als Füllmaterial zu einem einzigen HIT zugibt - etwas besonderes, jedes Stück ist nicht nur anhörbar, sondern reißt mit bzw. zieht einen in eine rockig, melancholische Stimmung, ohne einen Hinunterzuziehen.Einige Stücke verstehen es die Stimmung durch Ihre perfekte Harmonik und Melodieführung zu begeistern (z.B.: Annie Waits). Rythmisch sind alle Songs in Ordnung: kleiner Wehrmutstropfen: eine rythmisch geniale Idee vermisse ich auf der CD. Am ehesten ist noch "The assent of Stan" eine angenehme rythmische Überraschung, dieser Song ist aber leider weder harmonisch noch melodisch genial gelöst. Die mangelnde Genialität in der Rythmik sollte aber bei zumeist balladenartigen Songs aber nicht allzusehr stören. Nachdem Alles in Allem jeder Song weit über Durchschnitt ist gibt es selbstverständlich 5 Sterne nur einen (gedachten) sechsten eben nicht ;).
Der einzige Grund (8. Oktober 2005)
Ben Folds wäre der einzige Grund mit 30 noch seit der Kindheitnoch einmal das Piano spielen erlernen zu versuchen. Diese Meisterwerke am Flügel nachzuspielen wäre das Grösste! Danke für diese Songs, Ben!
Poesie für die Ohren! (29. März 2005)
Ben Folds Musik ist schwer zu beschreiben, für denjenigen, der noch nie etwas von ihm gehört hat. Sagt man, dass er ein großartiger Songschreiber ist, denken viele Leute an Songs in Singer/Songerwritermanier wie bei Dylan, Stevens und Co...Passt nicht! Sagt man, er sei ein begnadeter Pianist (wobei er fasst sämtliche Instrumente auf diesem Album selbst spielt!), denken viele an Klassik (oder noch schlimmer: Udo Jürgens ;) ). Passt auch nicht!Nein, in Wirklichkeit hat dieser Musiker es vollbracht, wie z.B. Björk und Beck sich seinen eigenen, kleinen Mikrokosmos zu erschaffen. Allerdings mit Musik, die wohl jedermann berühren kann und außnahmsweise KEINE Geschmackssache ist.
Wer dieses Album hört, wird wenigstens eine Song finden, der ihn bewegt. Die Texte sind jeder für sich ein erstklassiges poetisches Kleinod mit viel Sinn für Timing und Humor in einer Welt von zuviel dummen Pipi-I-love-you-do-you-love-me-?-Geschwafel.
Fließende Melodien, ob schnell oder langsam, handwerklich perfekt und gespickt mit ein paar gut integrierten Instrumentierungsexperiementen, lassen dieses Album zu einem Evergreen werden, fernab vom Mainstream, nur in dem Herzen musikverliebter Optimisten.
Lieblingssongs (wenn es auch nur einen gibt, der schlechter ist als der andere):
-The Ascent of Stan
-Zak and Sara
-Annie waits
-Gone
-The Luckiest
Kaufen, Einlegen, Hören, Begeistern und ungeduldig warten aufs neue Prachtwerk "Songs for Silverman" (ab April)...
Viel Spaß damit!






