Benefit [REMASTERED]

Verkaufsrang: 26300 (Musik)
Artist: Jethro Tull
Audio CD
EAN: 0724353545727
Format: Original Recording Remastered
ListPrice:
Anzahl Medien: 1
Verlag: Chrysalis (EMI)
UPC: 724353545727
Preis: EUR 5,60

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Product Description

Benefit

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Das 70er Jethro Tull-Album Benefit geht in der Discographie der Briten zwischen dem revolutionären Stand Up und dem Meilenstein Aqualung ein wenig unter, muß sich bei näherer Betrachtung aber in keiner Weise hinter diesen beiden Scheiben verstecken. Im direkten Vergleich mit Stand Up fällt sofort die deutlich bessere, klarere Produktion auf, und der Gesang hat endlich den Stellenwert, der Andersons phantastischer, immer ein wenig spröder Stimme angemessen ist. Dazu kommen noch exzellente Kompositionen wie "With You There To Help Me", "To Cry You A Song" und "Sossity: You´re A Woman", die sehr geschickt abgefahrene Songkonstruktionen mit eingängigen Melodien verbinden und eine bei fast jedem Track durchschimmernde, wunderbare Leichtigkeit, die Jethro Tull später nur sehr selten wieder erreichten. Die Songs haben nichts Bombastisches oder Verquastes an sich, sondern präsentieren sich ausgesprochen schlüssig und homogen. Wer den Artrock der frühen 70er mal von seiner ganz luftigen Seite erleben will, sollte sich dieses Album in die heimische Sammlung stellen. Und Tull-Fans müssen Benefit -- genau wie alle anderen Outputs bis zur 82er Scheibe Broadsword And The Beast -- ohnehin besitzen. --Michael Rensen

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Kundenrezensionen zu 'Benefit [REMASTERED]'

Benefit war damals hoch in den Charts. Heute unterbewertet (26. November 2007)

Benefit kam nach "Stand Up" und vor "Aqualung". Obwohl es seinerzeit hoch in die Charts kam steht es heute zu Unrecht etwas im Schatten von anderen LPs.

Benefit wurde in einer ereignisreichen Zeit von Jethro Tull vom November 1969 bis Februar 1970 in den Morgen Studios in London aufgenommen. Die Songs sind z.T. etwas länger und mit experimentellerer Studiotechnik produziert. Obwohl sie meist recht ansprechende Melodien haben, erschließen sich einige erst bei mehrfachem Hören. Gerade hatte Jethro Tull eine sehr erfolgreiche Übersee-Tournee abgeschlossen, die in der New Yorker Carnegie Hall endete. In weniger als zwei Jahren war die Gruppe 1970 zu großen Stars der ersten Musikliga geworden.

Titel:

'With You There To Help me:
Startet seltsam mit rückwärts aufgenommenen Flötentönen. Weiterhin spielt Ian Anderson Piano. Der Text handelt von dem Büro der Plattenfirma Crysalics, wo eine Dame namens Jenny arbeitet. Ian und Jenny hatten sich dort kennengelernt und während den Aufnahmesessions zu Benefit im Februar 1970 geheiratet. An dem Song gefällt mir die (ziemlich ausgeflippt klingende) Flöte und die von den Akustikgitarren getragenen Stimmungswechsel. Der Gesang wurde auf zwei Tonspuren doppelt abgemischt.
'Nothing To Say'
vom Piano getragen. Unaufdringlich umrandet Martin Barres schneidende E-Gitarre das Stück. Ian Andersons Gesang klang besser als auf früheren Platten. Er kannte seine stimmlichen Einschränkungen und stimmte fortan seine Kompositionen darauf ab. Der Text handelt von der Underground-Presse, die ihn häufig interviewen wollte. "What do you have to say, man ?" Er meinte, daß er manchmal am gar nichts zu sagen habe, er sei ja auch ein Musiker und kein Politiker oder Journalist.

'Alive And Well And Living In'
ist auch ein Song über das neue Paar Jenny & Ian. Dieser recht freundliche Track ist vom Gesang ( wieder vom Gesang auf 2 Spuren zu hören), den Gitarren und Evans Klavier getragen.
'Son'
kommt da schon etwas bissiger. Es ist ein Zwiegespräch mit Ian und seinem Vater, welche schon längere Zeit ein gespanntes Verhältnis hatten. Ein Kontrast zu Cat Stevens rührigem "Father and Son". Da Ian 1970 wohl die weltweit längsten Haare (eines bekannten Stars) hatte, wollte sein Vater nur ungern mit ihm gesehen werden. Die Gitarren klingen hier etwas härter als in den Stücken vorher.. Erstmals hört sich Andersons Stimme etwas sarkastisch an, was ja beim Nachfolger "Aqualung" (leider) auf fast allen Tracks der Fall ist.
Mir gefällt Son (als einziger Track hier) nicht so sehr. Der typische Hippie-Generationskonflikt dauerte allerdings nicht ewig. Bald vertrug sich die Familie wieder und Ian kaufte seinen Eltern vom Erlös des "Living in the Past" Albums eine Eigentumswohnung. Sie hatten auch endlich gecheckt, daß ihr Sohn es scheinbar "zu etwas gebracht" hatte.

'For Michael Collins, Jeffrey And Me'
wieder der typische Album-Gruss an Freund Jeffrey. Eine schöne Melodie, getragen vom der (double-tracked) Stimme , Piano und den Akustikgitarren, klingt recht traditionell. Die gelungenen Melodie- und Tempowechsel sind eine Stärke von der ganzen Benefit, auch hier. Der Text ist eine zeitgemäße Collage mit dem Astronauten Michael Collins und Jeffreys Vogel "Bananas". Die erste Mondlandung war um jene Zeit das Gesprächsthema schlechthin. Auch der kritische Ian A. kann seine Faszination während der Fernsehübertragung (sah er in Amerika) nicht verhehlen.
'To Cry You A Song'
gefällt mir am besten. Ein bisschen erinnert es an die Cream und Blind Faith "Had to cry today". Hier ist der 21-jährige Michael Barre der Star. Sein vielschichtiges Riff steht der Gitarrenkunst eines Clapton oder Jeff Beck wenig nach. Ian Anderson hatte die Arbeitsbedingungen für ihn (etwas unzufrieden auf "Stand Up") verbessert. Ian schrieb den Song und bediente selbst Akustikgitarre und Flöte, die anderen durften ihre Beiträge auf diesem Gerüst selbst ausarbeiten. Was ganz im Sinne von Michael Barree war, der ja auf Stand Up jede komponierte Note Andersons verstehen und nachspielen musste.
Das Riff ist wirklich klasse, Andersons zeitlupenartiger Gesang (der auf 2 Stereokanälen wieder abgemischt war) kommt sehr gut zu Barrees Licks.
Auch Glenn Cornicks Bass und Clive Bakers Drums helfen gekonnt, einen der ersten (progressiven) Hard-Rock Song der Geschichte in die Rillen zu pressen. Der Text handelt von einem Flug nach London und wurde missverstanden. Jethro Tull hatten zwar ein wildes zotteliges Image aber mit Alkohol und Drogen hatten sie nie was am Hut.

'A Time For Everything'
Hier ist die Flöte das tragende Element. Ian A. komponierte den Song auf der Mandoline. Handelt vom Honeymoon mit seiner gerade geheirateten Jenny. Die beiden hatten ein Jahr lang die Beziehung geheimgehalten. Niemand aus der Band und der Plattenfirma Crysalics ( wo die 19-jährige beschäftigt war) wusste davon. Überraschung. . Ein weiterer Teil des Songs erzählt von der Natur, in der allerding Ian Anderson nach kurzer Zeit von 14-jährigen Autogrammjägern entdeckt wurde.
'Inside'
war der damals bekannteste Song von Benefit. Er wurde als Single veröffentlicht und im Radio gerne gespielt (# 18). Der kurze folkartige Track hat ein schönes Flötenmotiv und rasches Tempo. Im Gegensatz zum vorherigen Titel klingt die Abmischung von Ians Vocals recht ansprechend. In Interviews äußerte die Gruppe, daß sie sich jetzt ganz auf die LPs konzentrieren würden, da ihre Singles eh auch von den LP-Käufern gekauft würden und nicht von einem zusätzlichen Kreis. Der Text ist recht optimistisch und zeigt die Bereitschaft, auch trotz vieler Verpflichtungen dem Leben kleine Positiva abzugewinnen. Andere Texte des Albums haben da schon mehr "darker undertunes". Einprägsame Melodie.

I'm sitting in the corner feeling glad.
Got no money coming in but I can't be sad.
That was the best cup of coffee I ever had.

'Play In Time'
ist ein harter und schneller ziemlich verrückter Track. Er besticht durch das Riff (Flöte & E-Gitarre synchron) und John Evans fiebriger Orgel. Dürfte zu jener Zeit (neben Communcation Breakdown von Led Zeppelin) einer jener ersten Heavy-Tracks gewesen sein, mit denen man Leute aus dem Zimmer verjagen konnte. Der Text wendet sich an das jenes Publikum, das eher die bluesorientierten Sachen von 1968 hören wollte, was die Gruppe nicht mehr spielen wollte.

'Sossity: You're A Woman'
in einem Interview sagte die Gruppe, dies sei der beste Track neben To Cry you a Song. Sehr ruhig, eine art balladenhafter Komposition zwischen der attraktiven Instrumentierung Simon and Garfunkels und dem textlichen Anspruch eines Bob Dylan. Zwei akustische Gitarren und nicht zuletzt wieder die Flöte. Der Text ist ein weiterer Gedankenkreis um die Gesellschaft. So sehr die Gruppe auch damals schon ihr Methusalem-Image pflegte, man merkt an den Zeilen, daß die Leute noch jung (um die 22) waren, was z.B. auch auf Aqualung (mit seinen fast wörtlich zitierten Thesen Feuerbachs vom 19. Jh) durchscheint. Junge Menschen machen sich hier Gedanken, aber legen sich nicht fest. Diesmal wurde die (konforme) Gesellschaft mit einer Frau verglichen. ? Good God, now wants Ian Anderson us to think ? (War eine Schlagzeile als das Aqualung-Album herauskam). Schöner letzter Track, wegen der Melodie und den Instrumenten, komponiert in einem Hotelzimmer während der erfolgreichen Amerika-Tournee.
Die Boni sind so gut, daß sie fast die reguläre Benefit ausstechen. 2 Singles und 2 unveröffentlichte Songs, allerdings schon von Zusammenstellungen wie Living in the Past bekannt.

"Teacher,"
war eine (besonders in Amerika) erfolgreiche Single. Früher Hard-Rock, getragen von Barrees E-Gitarren-Riff und einem einpräsamen "harten" Flötenmotiv. Es gab eine Version ohne Flöte, diese ist zum Glück jene mit. Die Gruppe schien dem Song wenig Qualität abzugewinnen, a throw-away-song. Ich denke nicht. Der Text bezieht sich auf alte Schultage, wo Lehrer als autoritär angesehen wurden und man gerne mal fehlte.
"The witches Promise"
wurde ebenfalls ein paar Wochen vor Benefit aufgenommen und war auch recht erfolgreich. Ein eher ruhiger Track mit einem vertrackten wie ansprechenden Flötenmotiv. Es gibt auch eine DVD (oder mehrere), wo dieses Lied im Zuge eines Auftrittes für den Beat-Club live gespielt wurde. Ein folkorientierter akustischer Titel und ein feines Einläuten Jethro Tulls der Siebziger Jahre im Januar. Ich bilde mir ein, daß diese Version leichte Unterschiede zu jener auf "Living in the past" hat.

"Singing all day"
ist ein harmloser tagtraumartiger Titel, leicht jazzig erinnert er an die Zeit von This Was. Nicht der Überhammer , aber wegdrücken braucht man ihn nicht.
"Just trying to be"
dagegen ist wieder rein akustisch mit Gitarre und Glockenspiel. Der kurze Track wurde offenbar nur mit 2 Musikern aufgenommen. Hübsche Melodie.

Fazit: Eine der besten Tull-Platten.

Ungeschliffener Diamant (27. Juli 2007)

"Benefit" ist eines dieser Alben. die gemein hin als ungeschliffener Diamant bezeichnet werden.
Im Vergelich zu den Meisterwerken der folgenden Jahre wirkt dieses Album etwas roh und ruppig, beinhaltet aber bereits alles, was die Liebhaber der Band an Ian Andersons Musik schätzen.
Intelligentes Songwriting ist darauf ebenso selbstverständlich wie dessen extravagentes Flötenspiel und die unnachahmlichen Riffs seines Unteroffiziers Martin Barree.

Jethro Tull 1970 (21. Februar 2007)

"Benefit" ist das 3. Album der Gruppe um Ian Anderson und ist im Jahr 1970 erschienen. Man merkt der Gruppe an, dass sie vor den Aufnahmen u.a. mit Led Zeppelin und Grand Funk Railroad auf Tour war, ist das Album doch recht hart für JT-Verhältnisse ausgefallen. Ian Anderson bestreitet allerdings, dass es etwas damit zu tun hat. Auffällig ist auf dem Album die Orgel, die einige Stücke sehr gelungen untermalt. In den folgenden Jahren sollten die Keyboards zum festen Bestandteil der Musik von Tull werden.

Besonders gut gefallen wir die Songs `With you there to help me`, `Nothing to say`, `For Michael Collins, Jeffrey and me`, `To cry you a song` und `Sossity: You`re a woman`. Immer wieder eine gesunde Härte, der schon genannte Orgelsound sowie natürlich der sehr variable Gesang von Ian und seine Flöte, die bei Tull nicht wegzudenken ist.
Auch die Bonussongs sind klasse. Hier möchte ich besonders `Teacher` und `Witches promise` hervorheben.

Unbedingt 5 Sterne für dieses tolle Album, welches vielleicht nicht das bekannteste, aber sicher eines der besten der Gruppe ist. Das `remastern` hat sich übrigens sehr gelohnt, der Sound ist wirklich gut.

Eine Wolke (3. Januar 2007)

Das ist eine wirklich wunderbare Platte, die ich ca. 1974 zum ersten Mal gehört habe. Eine Art Initialzündung, die mich seither gezwungen hat, allen neuen Jethro/Anderson-Produktionen mein Gehör zu leihen. Die Zeile "Driving through London town to cry you a song" wird für immer in meiner zerebralen Zentraleinheit gespeichert bleiben. Dazu noch dieses wahnwitzige (LP-)Cover...
Ian, den ich Rahmen eines Hörfunk-Interviews persönlich kennen lernen durfte, ist einer der intelligentesten, witzigsten Teilnehmer am großen Pop/Rock-Rennen. Und ein grandioser Instrumentalist, der jedem Sinfonie-Orchester zur Ehre gereichen würde.
"Benefit" rangiert in meiner persönlichen Wertung definitiv vor - zweifellos ebenso starken Werken - wie "Stand Up", "Aqualung" usf.
Kaufen und immer wieder Anhören!

Folk beeinflusster Prog-Rock (4. September 2006)

Verglichen mit den anderen Jethro Tull Alben aus der gleichen Ära wird Jethro Tulls drittes Album "Benefit" oft als kleine Enttäuschung gesehen. Das liegt daran, dass es zwischen "Stand Up" und "Aqualung" erschienen ist. Aber dieses ungewöhnliche Album hat Qualitäten, die man auf den anderen beiden genannten Alben vergeblich sucht.

Der erste Titel ist ein ungewöhnliches Stück, das man sich ein paar Male anhören muss, bis es einen richtig erreicht. Es beginnt mit Ian Andersons Flöte und netten kleinen Klavierakkorden. Fans von Martin Barre werden diesen ersten Titel auf dem Album wahrscheinlich besonders mögen, da es eines seiner besten Soli enthält. Das Stück erzeugt eine sehr angenehme Atmosphäre und lässt noch keine Rückschlüsse auf den Rest des Albums zu.

Es gibt noch weitere herausragende Titel auf dem Album. "Inside" ist ein schönes, leichtes Rockstück, mit viel Flöte, schnellem Tempo und Andersons etwas sarkastischem Gesang. Martin Barre spielt eine feine, aber effektive Rhythmuslinie und Glen Cornick eine schöne treibende Basslinie. "For Michael Collins, Jeffrey and Me" ist ein bewegendes Lied über Ausgeschlossenheit. Michael Collins war der Astronaut von der Apollo XI Mission, der den Mond nicht betrat und Jeffrey war ein Schulfreund von Anderson, der nicht zu Jethro Tull gehörte. Die Stimmung ist traurig mit einem leicht fröhlichen Refrain.

"To Cry You A Song" zeigt am Besten die Frische und neue Formel, der sie zukünftig in ihrer langen, erfolgreichen Kariere folgen und weiter ausbauen werden.

Aber auch "Sossity; You're A Woman" zeigt die zunehmende Gewandtheit der Band mit lauterem Material. Die Ergänzung von Pianist John Evan hilft die softeren Passagen zu füllen und der Band ihre Titel zusammen zu setzen. Das Album zeichnet sich in der künstlerischen Vereinigung von Hard Rock und Folk Einflüssen aus.

Es ist ein interessantes Album in der Karriere von Jethro Tull mit sehr guten Teilen. Das Beste sollte aber später erst kommen. Trotzdem ist es keine Geldverschwendung sich diese CD zuzulegen, weil jeder Titel erstklassig ist.

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