Kundenrezensionen zu 'The Chronic'
Dres erstes G-Funk-Meisterwerk (19. Dezember 2007)
Dr. Dre, der mit seiner Ex-Crew N.W.A. Ende der 80er-Jahre für Furore gesorgt hat und den Westcoast-Gangsta-Rap etablierte, veröffentlichte nach der Auflösung der Gruppe 1992 sein erstes Solo-Album mit dem Titel "The Chronic", der die Qualität dieser LP klar unterstreichen sollte.In einem Interview sagte Dre, "The Chronic" stellte bis dato sein längstes Projekt dar, für das er über ein Jahr aufgenommen hatte. Übrigens erschien dieses mittlerweile zu den Klassikern des Rap gehörende Album über das erst kürzlich von Dr. Dre und Mario ''Suge'' Knight gegründete Label Death Row. Dieses Label sollte sich zu einem der erfolgreichsten Rap-Label aller Zeiten avancieren.
Für die Texte tat er sich mit Snoop Dogg zusammen, den er durch seinen Halbbruder Warren G kennen lernte. Dieses Duo zeigte schon einen kleinen Vorgeschmack auf Dres Solo-Debüt auf dem "Deep Cover"-Soundtrack (1992). Übrigens hat Snoop den Großteil der Lyrics verfasst und ist auch auf fast allen Tracks vertreten. Weitere Features sind Label-Kollegen von Death Row Records.
Wie es sich für ein Producer-Album gehört, hat Dr. Dre das Album komplett selbst produziert und schaffte eines der einflussreichsten Albums aller Zeiten. Die Beats sind im G-Funk-Stil gehalten und auf einem bis dato noch nie gehörten Niveau. Die Texte sind nicht komplex, sondern eher einfach gehalten und handeln über Drogen, Frauen, Party und enthalten auch Angriffe auf Dres ehemalige Kollegen wie Eazy-E, dessen Ruthless-Label er nach einem Streit verließ. Alles in allem ist dieses Album bahnbrechend gewesen und hat bis heute nichts von seiner Qualität verloren. "The Chronic" ist einer der Meilensteine der Rap-Geschichte und das zurecht.
Die Trackliste dieses tollen Albums:
01. The Chronic (Intro) - Dre heißt alle bei Death Row willkommen und bekommt Unterstützung von Snoop, toll!
02. F*** Wit Dre Day - Erster Kracher; Diss-Track gegen Dres ehemaligen Freund und Kollegen Eazy-E, einfach super
03. Let Me Ride - Klassiker, wundervoller Beat und harte Reime von Dre
04. The Day The N****z Took Over - Sehr guter Track mit Ausschnitten aus Berichten über die Aufstände in Watts (L.A.) von 1992
05. Nuthin' But A "G" Thang - Muss dazu noch etwas gesagt werden? Einer der besten Tracks der Rap-Geschichte und das zurecht
06. Deeez Nuuuts - Super Beat, erstklassig
07. Lil' Ghetto Boy - Wohl der schönste Track des Albums, fantastischer Beat und deepe Lyrics von Dre & Snoop (Nate singt die Hook)
08. A N**** Witta Gun - Hart, aber sehr gut
09. Rat-Tat-Tat-Tat - Langsamere Nummer, wieder ein guter harter Gangster-Track
10. The 20$ Sack Pyramid - Ein sehr gutes / lustiges Interlude
11. Lyrical Gangbang - Ein starker Track mit vielen Features, toll!
12. High Powered - Mehr ein Interlude, aber mit einem erstklassigen Beat
13. The Doctor's Office - Was Doc in seinem Office alles treibt...
14. Stranded On Death Row - Wieder viele Auftritte von Dres Labelmates, exzellent
15. The Roach (The Chronic Outro) - Ein entspannter Track zum Schluss, sehr stark
16. B*****s Ain't S*** - Ein Bonus-Track, der zwar auf der ersten Pressung enthalten war, jedoch keine Credits bekam. Sehr harte Nummer auf den Beat vom Club Mix von "Nuthin' But A "G" Thang", super!
Zum Abschluss kann man nur sagen, dass wer ein einzigartiges Rap-Album sucht, der wird mit "The Chronic" nichts falsch machen. Dieses Meisterwerk von 1992 wird für immer eines der besten Rap-Alben aller Zeiten bleiben und Dr. Dres legendären Ruf bekräftigen. Die musikalische Qualität von diesem Longplayer ist einfach umwerfend hoch und alle Tracks passen wie angegossen zu der Atmosphäre dieses Albums. Es gab zwar auch Tracks, die es nicht auf "The Chronic" geschafft haben ("The Hoe-Hopper", "Tha Next Episode" und das Original zu "Rat-Tat-Tat-Tat") und die dann auf diversen Mixtapes erschienen sind, jedoch lässt sich deren Abwesenheit durch die restliche überzeugende Qualität verschmerzen: Der G-Funk-Sound ist einfach unübertrefflich relaxt und stimmig.
Fazit:
Ein erstklassiges Werk vom Doctor. Westcoast-Rap at its best!
Mit dieser Scheibe hat Dr Dre... (20. September 2006)
...der HipHop Welt und darüberhinaus auch noch MTV gezeigt, wer wohl das wahre Mastermind hinter dem Sound von NWA war (dieser Eindruck bestätigt sich auch, wenn man Ruthless-Records Produktion aus der Zeit unmittelbar nach dem NWA-Split anhört), den er hier insgesamt spielend leicht zu übertreffen scheint.Wenn man von The Chronic spricht, spricht man vor allem von G Funk. The Chronic war nicht die erste Scheibe auf der man den neuen, melodiösen Sound zu hören bekam, aber es war die erste Scheibe die damit richtig vollgeladen war und kann ohne weiteres als der blue print des G Funks angesehen werden. Dre's Sound hat insbesondere den Output von der Westküste in den Folgejahren extrem stark geprägt. Die Chronik gilt heute als eines der einflussreichsten HipHop Alben aller Zeiten und wird manchmal sogar in einem Atemzug mit Public Enemies "It takes a Nation..." genannt (was wohl leicht übertrieben ist).
Hier wird zwar Gangsta geboten (Dre und Snoop prollen durch die Gegend, das sich die Balken biegen), aber Hardcore gibts kaum. Stattdessen winden, dudeln und fiepen sich Keyboard Melodien angereichert mit P Funk Sampeln über satte layd-back beats. Heraus kam dabei ein Sound, der fast ebenso pop- und radiofähig war, wie MC Hammers "Please Hammer don't hurt em" und dabei trotzdem "streetcredebility" hatte. Alte Härte schimmert bei Tracks wie "A Nigga witta Gun" oder "Rat-tat-tat-tat" durch, was die Scheibe einigermaßen abwechslungsreich macht.
Als die Chronic rauskam bin ich zuerst ziemlich drauf abgefahren, aber der neue Sound ging mir schon spätestens bei Snoop Dogs "Doggystyle" gehörig auf die Nerven. Mitte der 90iger hatten Leute wie 2Pac, Warren G und Snoop Dog den richtigen Hardcore Rap bereits ziemlich aus der breiten Öffentlichkeit verdrängt (OK, da war er eigentlich niemals so wirklich angekommen). Wer es lieber melodiös mag, auf den wartet hier wohl ein echter Klassiker. Leute die auf der Suche nach etwas rauheren Produktionen aus der Zeit sind, seien auf Cypress Hill, Ice Cube (zumindest bis Predator), oder, wenn mans richtig derb will, auf das Onyx Debut verwiesen.
Obwohl ich den vor Kitsch triefenden G Funk eigentlich nicht mag, muss ich sagen, dass dies eine der wenigen Scheiben des Subgenres ist, die ich mir sogar heute noch (wenn auch nicht ohne gelegentliches skippen) ab und an reinziehen kann. Zu 5 Sternen kann ich trotzdem nicht durchringen. Dre hat mit seinem Meisterwerk dem HipHop Pop-Gangsta Hedonismus, der die Musik bis heute verseucht, Tür und Tor mehr als jeder andere Protagonist des Genres geöffnet.






