Verkaufsrang: 3714 (DVD)
Actor: Daniel Day-Lewis
Actor: Michelle Pfeiffer
Actor: Winona Ryder
AspectRatio: 16:9
AudienceRating: Freigegeben ab 6 Jahren
Binding: DVD
Brand: Sony
Director: Martin Scorsese
EAN: 4030521146266
Technische Details: FSK 6
Format: Dolby
Format: PAL
Format: Surround Sound
Label: Sony Pictures Home Entertainment
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Sony Pictures Home Entertainment
Verlag: Sony Pictures Home Entertainment
RegionCode: 2
Erscheinungsdatum: 9. Oktober 2001
Spielzeit: 133
Studio: Sony Pictures Home Entertainment
TheatricalReleaseDate: 1. Oktober 1993
von: Daniel Day-Lewis (Hauptdarsteller), Michelle Pfeiffer (Hauptdarsteller), Elmer Bernstein (Komponist)
Preis: EUR 6,95
Aus der Amazon.de-Redaktion
Martin Scorsese würde einem nicht unbedingt als erster einfallen, um bei Zeit der Unschuld, einer Adaption von Edith Whartons Roman über Anstand und Moral im New York der 1870er-Jahre, die Regie zu übernehmen. Aber auch hier geht es um den Hexenkessel der Großstadt, und die psychische Gewalt, die sich diese Charaktere gegenseitig antun, wirkt sich mindestens genauso schädigend aus wie die physische, die von Scorseses sonstigen Gangstern ausgeübt wird.Die Handlung dreht sich um Newland Archer (Daniel Day-Lewis), einen sehr zurückhaltenden jungen Mann, der mit der höchst ehrbaren May Welland (Winona Ryder) verlobt ist. Archer wird jedoch durch die Anwesenheit von Mays Cousine, der Gräfin Olenska (eine strahlende Michelle Pfeiffer), aus der Ruhe gebracht, die kürzlich aus Europa zurückgekehrt ist. Als verheiratete Dame, die die Scheidung anstrebt, ist die Gräfin der gesamten New Yorker Gesellschaft jedoch ein peinlicher Dorn im Auge. Archer dagegen ist fasziniert von ihrer aufgeweckten Intelligenz und ihrer weltlichen Art.
Scorsese beobachtet die winzigen Details dieser Welt und dieser unmöglichen Situation mit scharfem Blick; in diesem Film kann eine Augenbewegung genauso bedeutsam sein wie der Schuss aus einer Pistole. Scorseses Sinn für Farben war noch nie so stark, seine Arbeit mit den Schauspielern noch nie so subtil. Die Erzählerstimme gehört im Original Joanne Woodward, die uns nur so viel erzählt, wie wir unbedingt wissen müssen -- was einer der Gründe ist, warum der Höhepunkt schließlich so überraschend kommt. --Robert Horton
Kundenrezensionen zu 'Zeit der Unschuld'
immer wieder... (12. November 2007)
Zeit der Unschuld = Eine Zeit des absoluten Genusses für den Zuschauer. Formal und inhaltlich - ein Film den ich schon ca. 25X gesehen habe.- Das Buch habe ich einmal gelesen. Es ist erstaunlich wie romanhaft der Film ist. Das ist gut.
- Ein Film - so lehrreich wie ein ganzes Studium an einer Filmhochschule
- Danke, Martin Scorsese!
Was für eine Liebesgeschichte (18. August 2007)
Für mich gehört Age of innocence zu den überwältigendsten Filmen aller Zeiten, weil er alle Mittel des Films für seine zärtliche, aber auch deprimierende Liebesgeschichte gebraucht. Als erstes sind das die Kamerafahrten und Einstellungen von Michael Ballhaus: die Eingangssequenz zu dem Ball ist eine unglaubliche Kamerabewegung, wir lernen die Gegebenheiten aus der Besuchersicht alle kennen. Für Portraits von Gästen wird das Bild verlangsamt, um sich diesen besser zuwenden zu können. Die Erzählerinnen-Stimme berichtet alles notwendige mit der Henry Jamesschen Ironie. Bei einer Flüsterei in einem Opernbalkon wird eine ringartige Blende eingesetzt, so dass wir das von Michelle Pfeiffer Gesprochene genau mitbekommen. Die Musik ist ergreifend und zart. Die Idee, eine sanfte erotische Phantasie von Newland Archer aus einer realen Szene herauslaufen zu lassen, um sie mit der dann tatsächlichen Realität zu brechen, finde ich großartig. Romantischen Menschen muss ich eine Szene ans Herz legen, in der Newland Archer seine Entscheidung, auf Michelle Pfeiffer, in die er sich rauschhaft verliebt hat, zuzugehen, davon abhängig macht, ob sie sich, am Ufer stehend zu ihm umdreht, bevor ein vorbeiziehendes Schiff den Leuchtturm erreicht. Sie tut es nicht, er wendet sich ab und wir Zuschauer leiden so (später erzählt sie ihm, dass sie auf eine Geste von ihm gewartet habe). Daniel Day-Lewis ist so ein umwerfender Schauspieler, ich kann so leiden mit ihm zwischen der lieben und blassen Winona Ryder und der offenherzigen zwischen Kühle und Erregung hin- und hergerissenen Michelle Pfeiffer (schreckliche Frisur, aber was für eine wunderschöne Frau!). Es gibt so viele Originalitäten in diesem Film! Der Gegenstand des Films war bei seinem Erscheinen für diesen Regisseur vielleicht ein bißchen ungewöhnlich, aber letztlich erzählen die Filme von Scorsese immer Geschichten aus einer Gesellschaft(-schicht), in der das Gefühle-Zeigen restringiert ist, Gesten zurückgehalten werden müssen und irgendwann emotionale Unbeherrschtheiten die Handlung zu einem unguten Ende bringen. Hier nur vordergründig etwas sanfter als in den Mafia-Filmen von Scorsese.So „unschuldig“ war die Upper Class... (10. Februar 2006)
... nun doch wieder nicht. Dies ist die Erkenntnis, nach diesem filmischen Augenschmaus.Der Plot ist schnell erzählt.
Junger Mann, streng verlobt mit reichem, unschuldigen Mädchen, verliebt sich in die Cousine seiner bisher Angebeteten.
Die Cousine strebt ihre eigene Scheidung an, für die damalige Zeit eine schier rebellische Idee.
Seine Zuneigung wird auch von ihr erwidert, aber beide scheitern letztendlich an den strengen Konventionen der Gesellschaft.
Für einen Regisseur wie Scorsese ist die Adaption eines Gesellschaftsromans von
Edith Wharton eher ungewöhnlich. Es blieb auch sein einziger Kostümfilm, der jedoch hervorragend von ihm in Szene gesetzt wurde.
Der Meister selbst fand die Thematik für sich nicht artfremd und sagte: “Unterdrückte Sehnsucht hat mich schon immer fasziniert. – Liebe, die sich nicht erfüllt, Liebe, die zur Besessenheit wird. Dieses Thema zieht sich durch viele meiner Filme.“
Tatsächlich geht es auch in „Zeit der Unschuld“ um Gewalt. Allerdings äußert sich Brutalität hier auf andere Art. Man schießt seinen Zeitgenossen keine Pistolenkugel ins Herz, sondern man killt ganze Seelen auf subtile Art und drängt sie ins gesellschaftliche Abseits.
Viel Augenmerk wurde auf Details und Szenenbilder gelegt, eine Kunstgeschichtsexpertin stand Scorsese als Beraterin zur Seite. Der Zuschauer spürt die Authentizität und kann sich in das Gefühlsleben der einzelnen Charaktere hineinversetzen.
Hinzu kommt eine ausgezeichnete Starbesetzung, die eine absolute Glanzleistung bietet.
Insgesamt ist der Film ein Genuss, den man sich durchaus öfter gönnen kann. Je häufiger man ihn sieht, um so intensiver wird man ihn empfinden.
Love, Loneliness and the Strictures of Society. (8. Juni 2004)
Imagine living in a world where life is governed by intricate rituals; a world "balanced so precariously that its harmony [can] be shattered by a whisper" (Wharton); a world ruled by self-declared experts on form, propriety and family history - read: scandal -; where everything is labeled and yet, people are not; where in order not to disturb society's smooth surface nothing is ever expressed or even thought of directly, and where communication occurs almost exclusively by way of symbols, which are unknown to the outsider and, like any secret code, by their very encryption guarantee his or her permanent exclusion.Such, in faithful imitation of Victorian England, was the society of late 19th century upper class New York. Into this society returns, after having grown up and lived all her adult life in Europe, American-born Countess Ellen Olenska (Michelle Pfeiffer), after leaving a cruel and uncaring husband. She already causes scandal by the mere manner of her return; but not knowing the secret rituals of the society she has entered, she quickly brings herself further into disrepute by receiving an unmarried man, by being seen in the company of a man only tolerated by virtue of his financial success and his marriage to the daughter of one of this society's most respected families, by arriving late to a dinner in which she has expressly been included to rectify a prior general snub, by leaving a drawing room conversation to instead join a gentleman sitting by himself - and worst of all, by openly contemplating divorce, which will most certainly open up a whole Pandora's box of "oddities" and "unpleasantness": the strongest terms ever used to express moral disapproval in this particular social context. Soon Ellen, who hasn't seen such facades even in her husband's household, finds herself isolated and, wondering whether noone is ever interested in the truth, complains bitterly that "[t]he real loneliness here is living among all these kind people who only ask you to pretend."
Ellen finds a kindred soul in attorney Newland Archer (Daniel Day-Lewis), her cousin May Welland's (Winona Ryder's) fiance, who secretly toys with a more liberal stance, while outwardly endorsing the value system of the society he lives in. Newland and Ellen fall in love - although not before he has advised her, on his employer's and May and Ellen's family's mandate, not to pursue her plans of divorce. As a result, Ellen becomes unreachable to him, and he flees into accelerating his wedding plans with May, who before he met Ellen in his eyes stood for everything that was good and noble about their society, whereas now he begins to see her as a shell whose interior he is reluctant to explore for fear of finding merely a kind of serene emptiness there; a woman whose seemingly dull, passive innocence grinds down every bit of roughness he wants to maintain about himself and who, as he realizes even before marrying her, will likely bury him alive under his own future. Then his passion for Ellen is rekindled by a meeting a year and a half after his wedding, and an emotional conflict they could hardly bear when he was not yet married escalates even further. And only when it is too late for all three of them he finds out that his wife had far more insight (and almost ruthless cleverness) than he had ever credited her with.
Winner of the 1921 Pulitzer Prize and the first work of fiction written by a woman to be awarded that distinction, "The Age of Innocence" is one of Edith Wharton's most enduringly popular novels; the crown jewel among her subtly satirical descriptions of New York upper class society. Martin Scorsese reportedly lobbied hard to bring the novel to the screen under his direction; and what at first looks like an odd match for the director of "Goodfellas," "Mean Streets" and "Taxi Driver" turns out to be a masterpiece of understanding of the intricate workings of this world; a visual feast splendidly realized by cinematographer Michael Ballhaus and production and costume designers Dante Ferretti and (Oscar-winning) Gabriella Pescucci; reminiscent of a period tableau, where a dinner table's immaculate symmetry expresses society's outwardly perfect facade, a person's character is mirrored in the paintings they own, their house's interior decoration, the way they dress and the flowers they receive, and where, like in the novel, the protagonists' relationships are choreographed to coincide with the pivotal moments of the stage performances they attend, such as Charles Gounod's opera "Faust" and Dion Boucicault's play "The Shaughraun;" a rare feat of psychological insight into the novel's every character, from the three flawlessly portrayed principals (of whom only Winona Ryder won a Golden Globe and a National Board of Review Award, although all three of them would have been equally deserving) to the just as critical supporting roles, played by an all-star cast including Miriam Margolyes, who earned a BAFTA Award for her portrayal of unconventional society matriarch (nay, dowager-empress) Mrs. Manson Mingott, Richard E. Grant ("form" expert Larry Lefferts), Alec McCowen (scandalmonger Sillerton Jackson), Stuart Wilson and Mary Beth Hurt (disreputable financier Julius Beaufort and his wife Regina), Geraldine Chaplin (May's mother), Sian Phillips (Newland's mother), Michael Gough and Alexis Smith (society doyens Henry and Louisa van der Luyden), Robert Sean Leonard (Newland and May's son Ted), Jonathan Pryce (Olenski's secretary Riviere) and Norman Lloyd (Newland's senior law partner Letterblair).
Scorsese's movie is sometimes criticized for its use of a narrator (Joanne Woodward). But Woodward's voiceovers not only capture Wharton's subtly ironic tone to absolute perfection; her narration also provides a gentle frame to a story which could easily become fractured otherwise; or in the alternative, would have to include countless scenes merely to establish a certain atmosphere and social context without significantly advancing the storyline. On the whole, this is an all-around exceptional production, remarkably faithful to the literary original, and absolutely on par with the best of Scorsese's other works.
Meisterhaft (1. August 2003)
Welch eine Geschichte, welch eine Umsetzung! Selten hatte ich bei Scorsese das Gefühl, daß er sein formales Genie derart in den Dienst des Stoffes gestellt hat wie in diesem Meisterwerk (neben "Howards End" vielleicht die beste Literaturverfilmung der 90er). Bei den Kritikern nicht so gut angekommen, lautete der Hauptvorwurf wohl, die Schauspieler hätten die Gefühle nicht "rübergebracht". Tatsächlich sind die Figuren perfekte Abbilder ihrer Zeit, unfähig, einfache Wahrheiten auszusprechen, selbstbeherrscht bis zum Masochismus. Die Tragik wird uns vom Regisseur auf andere Weise vermittelt: durch Kameraperspektiven, kurze Traumsequenzen (quasi Gefühlssprünge), farblich verfremdete Überblendungen, und nicht zuletzt durch die wohldosierte Musikuntermalung (in die zumeist zeitgenössische Auswahl fügt sich das einzige moderne Stück von Enya nahtlos ein). Die besten Augenblicke aber kommen ohne Musik, ja manchmal fast ohne Ton aus. Wenn die Kamera im Opernhaus plötzlich auf Daniel Day-Lewis und Michelle Pfeiffer fokussiert, entsteht ein Moment von seltener Magie, und keine erklärenden Worte sind nötig. Dann wieder setzt die ironische Erzählstimme ein und erklärt uns eine vergangene Welt, die keine Verherrlichung lohnt und der doch eine gewisse Nostalgie anhaftet.Ein weiteres Mal ist hier Michelle Pfeiffer bei den Oscar-Nominierungen übergangen worden. Ihre erstaunliche Leistung weiß man noch mehr zu würdigen, wenn man sich ihre vollkommen anders gelagerte und doch ebenso perfekt ausgeführte Rolle in jenem Wunderwerk der 80er, "Dangerous Liaisons" ("Gefährliche Liebschaften"), vergegenwärtigt. Daniel Day-Lewis war ihr ein würdiger Widerpart, und die damals 21jährige Winona Ryder hervorragend, wie übrigens alle weiteren Nebendarsteller. Gute Schauspielerei heißt halt mehr als exaltiert in Tränen ausbrechen zu können oder sich in Wutanfällen zu ergehen. Hier waren kleine Gesten gefragt, und die hat Scorsese zuhauf eingefangen (10/10).
Die DVD bietet sehr ansprechendes Bild und Originalton in 5.1, allerdings keine nennenswerten Extras. Dafür ist der hohe Preis eigentlich unverständlich (daher die Abwertung auf vier Sterne).



