Aus der Amazon.de-Redaktion
Mit ihrem Debütalbum Kaleidoscope sorgte die 22-jährige Sängerin 2000 für angenehm frischen Wind in der amerikanischen R&B-Szene. Unter der Regie des inzwischen weltweit berühmten Produzententeams The Neptunes (Britney Spears, Janet Jackson, Jay-Z, Busta Rhymes) spielte Kelis 16 neue, extrem vielschichtig instrumentierte und arrangierte Songs ein, mit denen sie erneut ihre Ausnahmestellung in der heutigen Musikszene untermauert.Die Bandbreite reicht von locker swingenden Funk-Tracks wie "Easy Come, Easy Go", bei dem Bassist Fieldy von Korn ein Gastspiel gibt, über unwiderstehliche Groove-Hymnen wie "Young, Fresh N' New", der ersten Single-Auskopplung, bis zu entspannt dahingleitenden Nummern wie "Daddy", bei der Kelis mit ihren ebenso humorvollen wie tief schürfenden Textzeilen unüberhörbare Akzente setzt. Besonders gelungen sind daneben auch Stücke wie die auf einem betörend sanften Beat schwebende Ballade "Shooting Stars" und "Digital World", eine rhythmisch sehr transparent angelegte Nummer, bei der Kelis uns einen sehr intimen Einblick in ihr Leben während der letztjährigen Welttournee gewährt. --Norbert Schiegl
Kundenrezensionen zu 'Wanderland'
Kelis in Wanderland (1. November 2008)
Man könnte es direkt mit der Angst zu tun bekommen, wenn man sich einmal alle aktuellen Neptunes-Produktionen vor Augen führt. Nicht, dass Pharell Williams und Chad Hugo sich mit der musikalischen Verpackung von Babyface und Jay-Z zufrieden geben würden, nein, da müssen es auch noch Pop-Alien Michael Jackson und Lieblingslolita Britney Spears sein. Für Kelis - ebenfalls ein Erzeugnis aus dem Hause Neptunes - wirkte sich deren mediale Hyperpräsenz in beiden Extremen aus.So erscheinen die Ummantelungen vieler Songs auf "Wanderland" wesentlich ausgereifter und vielschichtiger als die rohen Beat-Gebilde des LP-Vorgängers "Kaleidoscope". Einfältiger gestalteten sich im Gegenzug allerdings Teile des Songwritings. Ob dies nun auf die Überlastung des Duos Williams/Hugo zurückzuführen ist? Möglich. Schließlich muss sich ihr ehemaliger Avantgardist angesichts der Konkurrenz oft mit minderwertiger Konfektionsware zufrieden geben. Da bleibt es Britney, dem infantilen Klumpen Ganzkörper-Babyspeck, vorbehalten, "I'm a slave for you" zu hecheln wie ein verdurstender Zwergpudel, mit dem man einfach nur noch Mitleid haben möchte. Bei Kelis hingegen heißt das Ganze als wesentlich banalerer Song "I'm a junkie for your love" und könnte durch seine Intensität dennoch eine ganze Britney-Brigade in Grund und Boden stöhnen.
An anderen Ecken ihres "Wanderland" trällert die R'n'B-Göttin dann über relaxte HipHop-Beats ("Daddy"), propagiert, dass es doch "young, fresh n new" sei, seinem (jugendlichen) Leben durch Veränderungen gewünschte Höhepunkte zu verleihen und stößt bei "Flash Back" unglaublicherweise sogar ein Vivat auf die Männlichkeit aus. "Oooh, you make my body go. You make me come". Na, das hört man(n) auch mal gern. Was übrigens für das gesamte Album gilt.
Eher Wundersam statt Wunderland ... (25. Februar 2004)
Verfahren: Schulnotensystem von 1-6 (inkl. + und -) Ein * kennzeichnet Besonderheiten.01 - Intro: Während ein Dutzend Stimmen durcheinander brabbeln, lädt Kelis zu einer Reise durch ihr eigenes "Wanderland" ein, was nach wenigen Sekunden in einen kurz gehalteten Track übergeht, in dem die Sängerin sich wiederum in neptunestypischer, instrumentaler Manier vorstellt und desgleichen präzise definiert. Alles in allem ganz okay. (2)
02 - Young, fresh 'n new: Das musikalische Highlight der Platte folgt dann auch schon mit dem zweiten Track, der anfangs zwar abschreckend und übel erregend wirken mag, jedoch Kelis' eigenen Sound bestens wiederspiegelt und somit auch ein gelungenes Vorzeigeprodukt für "Wanderland" ist. Die Mischung aus brummenden, harten Beats und surrenden, quietschenden (oder was auch immer) Backgroundgeräuschen zieht schnell in ihren Bann und begeistert vor allem während der melodischen Bridge. (1)*
03 - Flashback: Schon nach wenigen Sekunden stillen Lauschens wird auch hier wieder bewusst, dass hier die Neptunes ihre Hände im Spiel hatten, da abermals die für sie typischen Streicher-Sounds vertreten sind (diesmal allerdings in Kombination mit einer Art Glockenläuten). Allein dies verspricht natürlich hohe Qualität, denn die einprägsamen Beats und freudige Gesänge Kelis' meistern hier einen wahrhaftigen Anspieltipp. (1)*
04 - Popular thug: Wesentlicher mysteriöser und tiefer kommt da schon dieser Track herbei, welcher erneut sehr beatlastig ist und von einem sehr eigenartigen Mix aus Orgelklängen und trompetenähnlichen Getute dominiert wird. Untermalen soll das Ganze Pusha T von Clipse, der allerdings ziemlich überflüssig ist und angesichts des sonst sehr melodischen und warmen Gesangs von Seiten Kelis' recht fehl am Platz erscheint - allein hätte sie's doch auch geschafft! (1-)
05 - Daddy: Obwohl auch hier erneut ein Clipse-Mitglied, hier in Form von Malice, an diesem Song beteiligt ist, kann dieser sich schon wesentlich erschwinglicher an "Daddy" anfügen und überlässt Kelis die Führung - ebenso wie Pharrell Williams, der sich an dieser Stelle während der Bridge erstmals auf "Wanderland" zu Wort meldet. Markant für "Daddy" sind außerdem eine Reihe sehr rhythmischer Instrumente, der nur bedingt nach Neptunes klingen, sowie die Tatsache, dass Kelis selbst mehr rappt als singt. (2-)
06 - Scared money: Nach viereinhalb tanzbaren, schnellen Liedern wird das Tempo erstmals gezügelt, weshalb sich "Scared money" durchaus als Mid-Tempo-Ballade bezeichnen lässt. Natürlich kann man von Kelis folglich keine operettenähnliche Arie erwarten - in ihrer Stimme steckt ja auch keine extravagante Sangesgewalt und so beschränkt sie sich lieber auf widerhallende Gesänge mit pochenden, aber raren Beats, die sehr hypnotisch wirken und einen gelungenen Track formen. (2)
07 - Shooting stars: Es bleibt weiterhin sehr balladesk - diesmal jedoch noch weitaus verträumter und gefühlvoller als zuvor, da das Tempo noch einmal gedrosselt wurde und auf herausragende Beats verzichtet wurde. Abermals beschränkt sich die instrumentale Untermalung auf (freundliche) Orgelklänge und innovatives Wasserrauschen, was "Shooting star" ein sehr tiefgängiges und zugleich nächtliches Flair bescherrt. Alles in allem ein herausragender Track, der abermals durch Pharrells Gesang bereichert wird. (2+)
08 - Digital world: Drei Mid-Tempo-Balladen hintereinander? Nein! - Also wird's nun wieder deutlich tanzbarer. Sehr stockende Mecha-Beats und leicht einprägsame Passagen machen "Digital world" zu einem gelungenen, aber nicht sehr stark herausragenden Track, der gesangstechnisch nicht sehr viel Abwechsung bietet, aber endlich einmal positiv durch einen Rap Dank Roscoe (Wer auch immer das ist!?) bereichert. (3+)
09 - Perfect day: Nach "Young, fresh 'n new" folgt nun ein weiterer Track, der sich nur schwer dem Album anfügt und von einem äußerst rocklastigen Unterton dominiert wird. Dies liegt an der instrumentalen Unterstützung von E-Gitarre und Schlagzeug als auch der lyrischen und (background-)gesanglichen Beteiligung von Gwen Stefani. Naja, ob "Perfect day" wirklich gefällt, ist eine Frage des musikalischen Geschmacks - ich persönlich kann nichts damit auf diesem Album anfangen. (3-)
10 - Easy come, esay go: Obwohl Pharell Williams und Chad Hugo grundsätzlich immer viel Mut zu andersartigen, funky Beats nachweisen, überlappt "Easy come, easy go" geradezu von einer Welle unterschiedlichster Klänge, die von Passage zu Passage Veränderung vornehmen. Dennoch ist der Melodie gut zu folgen, welche wiederum aber ein wenig zu wünschen übrig lässt und sehr farblos und eintönig scheint. (3-)
11 - Junkie: Lyrische Vielfalt weist Kelis mit diesem Track nach, in dem sie sich als Opfer in einer Selbsthilfegruppe besingt und somit selbst auf die Schippe nimmt. Ähnlich wie bei "Easy come, easy go" bleiben aber auch hier die Beats sehr kühl und eintönig, was den einseitigen Chorus mit den ständig wiederholten Worten "I'm a junkie for your love" nicht gerade hilfreich unterstützt. Naja, es gibt besseres - aber auch schlechteres ... (2-)
12 - Get even: Auch dieser Song zählt nicht gerade zu den musikalisch vielfältigsten Erzeugnissen der CD und klingt von Anfang bis Ende beinahe durchweg gleich - lediglich während der Hook ändern sich die Beats leicht und klingen ein wenig freundlicher. In alter "Caught out there"-Manier wird auch hier wieder gern auf gereizt klingendes Geschrei zurückgegriffen, dass sich mit düsterem Syrenengesang mischt - hier aber weitaus weniger erschwinglich ... Gähn! (4+)
13 - Mr U.F.O. Man: Gen Ende wir's natürlich noch einmal merklich gesangs- als beatlastiger. Die Geschwindigkeit des Tracks geht wieder deutlich mehr in Richtung "Scared money" beispielsweise und überzeugt durch eine sehr entspanntes Flair, das nach zwei Minuten allerdings eher einschläfernd einwirkt und auch durch John Ostby nicht aus dem Ruder gerissen werden kann. (3)
14 - Little Suzie: Schwer zu sagen, warum man hier drei unterschiedliche, normal lange Songs von einer Gesamtlänge von fast 12 Minuten unter einen Titel zusammengefasst hat, wo sich doch nur das erste Drittel thematisch auf den Titel beschränkt ...? Gut, lassen wir das mal außen vor und beschränken wir uns auf den ersten Song selbst, der von einem sehr freudigen, aber nicht übertrieben Friede-Freude-Feeling angeführt wird und zu der Vielzahl an Kompiostionen zu zählen ist, die in der B-Seiten-Ware schwinden und nicht schlecht, aber auch nicht weltbewegend sind ... Mit den zweiten Drittel wird's instrumental gesehen wieder deutlich melancholischer und beatlastiger aber auch seltsamer und absurder, was sich nämlich in dem gelegentlichen Gejaule Kelis' widerspiegelt. Wer zudem dem Intro genaustens gelauscht hat, wird feststellen, dass der zweite Track eine einfache Weiterführung dessen ist ... Das dritte und letzte Drittel mit Namen "I don'r care anymore" scheint hingegen der Tropfen auf dem heißen Stein, der das Ende der Platte noch einmal ordentlich in Bewegeung setzt und auf tiefe, verschachtelte Beats zurückgreift und ebenfalls Gebrüll beinhaltet. Schwer verdauliche Kost ... (2) / (4+) / (3)
Fazit: Entgegen aller bisherigen Rezensionen kann ich mir von Kelis' zweiten Studioalbum weitaus weniger abgewinnen als von ihren beiden anderen CD's "Kaleidoscope" und dem neueren Modell "Tasty". Lediglich drei verschiedene Sorten von Tracks tummeln sich auf "Wanderland": 2 bis 3 rare aber hochgradig produzierte Hits wie "Young, fresh 'n new" oder "Flashback"; eine Vielzahl überwiegenden B-Seiten-Einheitsbreis, an dem leider die Neptunes Schuld sind, welche gute Melodien mit meist sehr eintönigen Beats untermalt haben; und anhörliche Up-Tempo-Balladen, die jedoch nur für Kelis Verhältnisse akzeptabel erscheinen ... Sehr Schade, denn obwohl "Wanderland" herrlich abwechslungsreich erscheinen soll, klingt das meiste ziemlich gleich und braucht seine Zeit, bis es im Ohr hängen bleibt. Vieles klingt einfach überproduziert und zu unterschiedlich, ganz so als ob Pharell und Hugo die Ideen ausgegangen seinen und man aus vielen verschiedenen Schnipseln schnell versucht habe, ein sehr individuelles Ganzes produzieren zu wollen. Individuell "Ja", aber heißt das auch gleich gut? "Zumindest teils" würde ich sagen und verbleibe mit den Worten:
Kauft euch lieber "Tasty", denn das gefällt einem Blachmusic-Fan wirklich.
Berechnete Durchschnittswertung: 2,36 ~ eine 2-
Super (14. März 2003)
Diese Platte ist fuer jeden Neptunes, Hip Hop und RnB Fan genau das Richtige! Kelis ist eine super Kuenstlerin!Unterschätzt (3. Februar 2003)
Ein oft unterschätztes Album der R&B-Prinzessin. Mit Wanderland hat Kelis einen Spagat zwischen den unterschiedlichsten Musikstilen gewagt und ist nicht auf's Gesicht gefallen dabei. Das ganze klingt seit Kaleidoscope doch stark verändert, was aber nichts über die Qualität aussagen soll. Sehr einfallsreiche Sounds, interessante Klangwelten und fetzige Beats - natürlich von den Neptunes. Diese congeniale Verbindung der Macher hinter Kelis wunderbar kraftvollen Stimme hat sich wiedermal bewährt. Rausgekommen ist ein innovatives, kreatives und dennoch tanzbares Album voller Überraschungen. Kauftipp!KELIS � I love you so much right now! (4. Dezember 2001)
Mit ihrem zweiten Album "Wanderland" kann Kelis die Erwartungen, die sich nach dem tollen Debutalbum angesammelt hatten mehr als gerecht werden. Durch den Wahnsinnserfolg ihrer Single „Caught out There" (mit dem Refrain „...I hate you so much right now!") wurde sie berühmt, aber Kelis hat schon auf ihrem Erstling bewiesen, dass sie weit mehr ist als eine Eintagsfliege, die nur durch eine einzige Single zu Bekanntheit gelangt.Auf ihrem neuen Album hat sich Stilmäßig eigentlich nicht viel geändert vielleicht bewegt sie sich nun nur noch sicherer durch die, von dem Produzententeam „The Neptunes" mit den unvergleichlichen Beats ausgelegten Songs. Diese scheinen ihr allesamt auf den Leib geschneidert zu sein.
Obwohl bei der ersten Single des neuen Albums „Young, Fresh n' New" vielleicht am besten klar wird, womit man es hier zu tun hat ist dies keineswegs das beste Lied des Albums.
Die besten Lieder sind meiner Meinung nach das rockige „Perfect Day", das funkige „Junkie" und ....eigentlich sollte man gar nicht erst anfangen irgendwelche Songs auszuwählen, weil hier wirklich alle von einer Qualität sind, die sonst eher unüblich ist. Kelis versteht es einfach ihre schöne Stimme mit den innovativen Beats der „Neptunes" zu einer wunderbaren Synthese werden zu lassen.
Man kann nur hoffen, dass man von dieser jungen Dame (sie ist erst 21) noch viel hören wird!




