Aus der Amazon.de-Redaktion
Aufgrund ihrer Eigenständigkeit und Kompromisslosigkeit wird eine Band wie Lacrimosa von vielen Leuten gerne belächelt. Tilo Wolff und seinen Mitstreitern kann's egal sein, denn die Gothic-Szene steht nach wie vor wie ein Mann hinter der Band. Auf dem neuen Album Fassade haben Lacrimosa die Metal-Anteile im Vergleich zu den letzten Scheiben deutlich zurückgeschraubt und konzentrieren sich bei Tracks wie "Der Morgen Danach", "Warum So Tief" oder "Liebesspiel" auf anspruchsvolle Musik und Lyrik, die zwischen Melancholie und leiser Hoffnung hin und her pendelt. Singen im herkömmlichen Sinne des Wortes kann Tilo zwar immer noch nicht, dafür intoniert er die Lieder mit seiner einzigartigen Stimme aber erneut mit einer Hingabe, die man nur selten findet. Fazit: Lacrimosa dürften ihre Anhängerschaft erneut zu Tränen rühren. Neue Fans werden sie mit Fassade aber wohl kaum gewinnen können. --Boris KaiserKundenrezensionen zu 'Fassade'
Alles nur Fassade (30. September 2007)
LACRIMOSAFassade
Fangen wir bei null an:
Nach Elodia kommt Fassade, ein außer der Reihe stehendes Album...
Umrahmt wird Fassade mit den Sätzen 1-3
Inmitten dieser Sätze findet man einzelne Spuren die von Stück zu Stück die Fäden ziehen...so beschliesst "der Morgen danach" die Liebesgeschichte die in "Elodia" begonnen und beendet wurde....dieses Album ist zugleich ein Erwachen wie auch ein Blick hinter die Kulissen...Fassade 1 brüllt heraus was in Fassade 2 ruhig aber bestimmt beschlossen wird. Fassade 3 zieht ein Resümé dessen, was vorausgegangen ist...
Fassade ist schwieriger als Alben wie Elodia oder Lichtgestalt
Fassade ist kälter und unaufgeschlossener...
Wobei inmitten des Albums durchaus Hoffnung aufsteigt...
Im Konzept des Albums können die 3 Sätze ebenso für sich stehen, wie sie auch im Kontex der anderen Stücke stehen können
Im Hinblick auf die Entwicklung Lacrimosas kann gesagt werden das Fassade ein kleiner Zwischenstop zu seien scheint...eine Art " Denkphase" , ein Blick ins Innere...eine Metamorphose...
Diesem Album obliegt keine Bewertung....es wird einfach in den Rauzm gestellt...ohne Fragen und Antworten...einfach nur der Blick auf das was uns umgibt...was wir sehen...oder zu sehen glauben...
In WolffŽs Augen gibt es hinsichtlich der heutigen Gesellschaft einiges zu bemängeln...
"Vielleicht bin ich ein Gewitter, dessen Regen manches Samensdurst nach Wachstum leise stillt..."
Bin ich als Mensch in der Lage dieser Gesellschaft beizuwohnen?
Wie weit werden unsere Persönlichkleit und unsere Induvidualität beschnitten?
Bin ich noch Mensch, oder bin ich schon in der Maschinerie des Systems so fest verankert das mein Wille, meine Einzigartigkeit dermaßen untergraben werden, das wir nur noch funktionieren (müssen)
Diese und andere Fragen wirft dieses durchaus spezielle Album auf...
Fassade sticht heraus...
Mit seiner Emotionalen härte erinnert es ein klein wenig an alte Platten LacrimosaŽs...
Vielleicht ist Fassade aber auch das härteste Album überhaupt...
Zum Coverartwork sei gesagt, das der Harlekin diesmal ohne Wertung auf die Szenerie blickt und diese über sich ergehen lässt...er steht im Hintergrund des Ablaufes...also auch ein eher "draufblickendes" Album als eines, womit man sich vielleicht gleich identifiziert...
Nicht er spielt die Hauptrolle...diesmal sind es die Menschen die in den Fokus des Geschehens gerückt werden...verkabelt miteinander sitzen sie da und beobachten die hiesigen Modelle, deren Abgrund vor Ihnen liegt...eine Metapher...die gut deutlich wird in den Bebilderungen des Albums...
Wenn man von "Steigerungen" bei Lacrimosa sprechen kann, so ist dieses Album sicher eine...Fassade ist schwieriger aber direkter als Elodia.
Fassade ist musikalisch gut gelungen und würde nach Stille genauso passen, wie es hinter Elodia passt...Fassade bildet einen umsich bestehenden Kreis.
Wenn man Stücke wie "die Strasse der Zeit" betrachtet, so wurde diese Thematik der Gesellschaft schon angedeutet...jedoch wurde diese Wut nie so deutlich zum Ausdruck gebracht...
Lacrimosa überzeugen in diesem Kapitel Ihres Schaffens mit intelligenten Texten und guter Instrumentierung...
4 Sterne! (weil nichts auf der Welt perfekt ist...)
Ein Hoch auf die Gesellschaft!
Metallastiger Zwiespalt (17. August 2006)
"Elodia" war ein Climax in jeder Beziehung. Lacrimosa bereits seit den ersten Alben ein Mythos, aber mit "Elodia" endgültig fernab jeder Konkurrenz. Kann man die Messlatte eigentlich noch höher legen oder soll man neue Wege gehen? Getreu nach dem Thema: Stillstand oder Tod wählte Tilo zweiteres.Was beim ersten auffällt ist das diese Album in zwei Sparten unterteilt ist. Fassade 1 bis 3 bildet das Grundkonzept, wo man sich ganz dem Menschsein widmet. Verdammt metallastig und ziemlich heftig für Lacrimosa, aber angesichts der Thematik mehr als nur passend.
Die anderen Songs gliedern sich aus dem Konzept aus und bilden den Lacrimosa typischen Part. Wer allerdings etwas in der Qualität von "Stille" oder "Elodia" erwartet wird enttäuscht werden. So bombastisch und episch ist "Fassade" nicht. Klar wechselt sich klassische Musik mit Rockelementen gekonnt ab, trotzdem fährt Tilo eher Sparflamme. Was dem Album aber in meinen Augen keinen Abbruch tut, es tat dem Album sogar sehr gut.
Textlich bewegt sich Tilo diesmal bei der 1. Sparte auf einem ungewöhnlich hohen und offenen Niveau. Er meidet Kitschfallen und bringt alles in seinem eigenen Stil deutlich merkbar rüber.
In der 2. Sparte schrammt Tilo des öfteren die Kitsch und Klischee Ecke. Er vermeidet es allerdings zu tief darin abzusinken. Die Lieder sind eingängig, aber regen einen doch zum Grübeln an. Tilo balanciert zwischen Licht und Schatten. Es gelingt ihm auf dem Album aber nur bedingt. "Der Morgen danach", "Liebesspiel" und "Stumme Worte" sind absolute Highlights.
Aber "Senses" und "Warum so tief" sind eher Mittelmaß. Tilo schafft hier den sonst so gekonnten Spagatt nicht. Er verliert sich irgendwo zwischen Selbstzweifel und Depression (bei "Warum so tief").
"Fassade" ist sicherlich ein interessantes Album, aber etwas zu Metallastig. Nicht so stark wie damals das geniale "Inferno", aber man merkt deutlich das Lacrimosa hier die härtere Tour fährt.
Fans schlagen eh zu, Neueinsteiger fangen am besten mit "Stille" oder "Elodia" an.
Die reine Wahrheit - und nichts als die Wahrheit über uns... (1. März 2006)
Das Album Fassade rechnet ab mit der Menschheit. Mit ihrer Gier nach Macht, ihrer Kriegslust und mit der Dummheit der Menschen die glauben, sie wären alle Induvidien - doch in Wirklichkeit marschieren Sie an der langen Leine des Systems."Fassade Satz 1 bis 3" befasst sich ganz speziell mit dem o.g. Thema und wirft die Frage auf, wozu wir überhaupt existieren, wenn wir uns doch alle selbst zerstören. Der wichtigste Satz im 1. Satz: "Nicht die anderen sind Täter und vergiften diese Welt, nein ein jeder kämpft und streitet und gestaltet dieses Leben."
"Der Morgen danach" erzählt von nicht erwiederter Liebe, Sehnsucht und Isolation. In unsere heutige Gesellschaft exportiert würde man sagen: "Heiß gemacht und fallen gelassen."
"Warum so tief?" ist ein Hilfeschrei an die eigene Seele, die uns doch immer wieder im Griff zu haben scheint. Die all unsere Ängste und Sorgen kennt und uns immer wieder vor Augen führt, dass nichts, aber auch wirklich gar nichts für die Ewigkeit gemacht ist.
"Liebsspiel" ist ein stürmisches Stück, das, wie der Name schon verrät, von Liebenden erzählt, die sich ganz und gar voreinander offenbaren und hingeben.
"Stumme Worte" ist ein sehr leises und schwermütiges Stück und sollte von Menschen mit Depressionen gemieden werden. Im Text erfährt man von einem Liebesbrief - der aber ganz offensichtlich nicht - oder noch nicht - beantwortet wird.
Das gesamte Album ist ein Meisterwerk und der Titel passt genau. Mehr Wahrheit über uns selbst bekommt man einfach nicht auf 1 CD.
Mein Favorit! (5. März 2005)
Lacrimosas 2001er Album "Fassade" ruht auf 3 Pfeilern - den drei Sätzen des für den Albumtitel verantwortlichen Stücks "Fassade". Mit wuchtigen Orchesterklängen, zu denen sich alsbald E-Gitarre und Co. gesellen setzt das erste Stück ein, die Single Auskopplung "Der Morgen danch", die als zweiter Track folgt, besticht vor allem durch den wunderschönen Text. Das Mittelstück "Fassade - 2. Satz" wird von zwei Frauenstimmen im Duett eingeleitet, der vorletzte Song ist sehr reizvoll für Klavier und Streichquartett instrumentiert, und das Schlussstück "Fassade - 3. Satz" greift die Stimmung des Anfangs wieder auf - der Kreis schließt sich...gewohntes bombast-album und wieder etwas härter (4. November 2003)
nach mehr als 2 nach der elodia gab erst wieder ein neues lebenszeichen hieß es - nämlich die neue maxi 'der morgen danach', die mit dem gleichnamigen stück und vorallem mit dem geilen stück 'nichts bewegt sich' mehr als überzeugen konnte. die vorfreude auf 'fassade' war übergroß, auf seinem kalender kreuzte man jeden tag ab. und dann war es soweit...'fassade' beginnt beeindruckend mit einem orchester, und schnell wird dieser unbeschreibliche bombast klar. nie war die stimme von tilo wolff so genial, er geht hier erstmalig an seine grenzen... 'fassade - 1. satz' ist ein bombast-intro wie es besser nicht sein könnte. die vorab-single 'der morgen danach' kommt, hier kann man ersteinmal wieder entspannen. zärtlich mit der flöte beginnt dieses stück, der text ist einfach wunderbar, ein schöner song zum entspannen. nun kommt 'senses'. hier singt anne nurmi so, wie es der liedname schon sagt. wirklich mit engelhafter stimme trägt sie den ganzen song vor, ich bin schlichtweg begeistert. es folgt mein absolutes lieblingslied von 'fassade': 'warum so tief'. emotional ist der song auf höchstem niveau. hier harmonieren klavier und die trompete (!) besonders gut mit einander. bemerkenswert ist auch, wie 'warum so tief' sich immer mehr steigert, bis an einem brachialen höhepunkt angekommen ist und nach einem weiteren trompetensolo leise ausklingt. nun folgt 'fassade - 2. satz'. war der erste teil bisher eines der brachialsten lieder bisher, ist der 2. teil ein ruhiges stück mit viel gefühl, orchester und chorgesang. am anfang wollte mir dieses lied nicht gefallen, aber mitlerweile habe ich mich hineingehört und finde dieses stück ebenfalls hochgenial. 'liebesspiel' fängt an, und wieder wird das gefühl des ganzen album umgekrempelt, eben von emotionalem chorgesang mit orchester wird man hier mit rauem gesang und metal/rockmusik verwöhnt. aber dieser song hält eine weitere überraschung auf lager: die oboe, die man besser nicht hätte einbauen können und die dem lied einen ganz besonderen stellenwert auf dem album gibt. lediglich der gitarrensound nervt hier ein wenig. und jetzt wieder ein absoluter höhepunkt: 'stumme worte' ist ein klassisches lied, von tilo stimmlich und pianistsch vorgetragen, nur ein streichquintett begleitet ihn. das lied birgt soviele emotionen in sich... unbeschreiblich, eines meiner absoluten lieblinge von lacrimosa. 'fassade - 3. satz' knüpft nahtlos an den ersten satz an. hier herrscht wieder die gewohnte brachialität vom ersten satz, aus der es kein entrinnen gibt. auch dieses lied schmeißt den hörer regelrecht an die wand, da der bombastsound vom ersten satz der gleiche ist. gekonnt schließt 'fassade - 3. satz' das album ab, und zwar so, wie das album auch angefangen hat.
fassade ist in sich geschlossen, man kann es in der entlosschleife hören und sich bei jedem mal neu verzaubern lassen. desweiteren empfehle ich die japan-edition, die zusätzlich noch die beiden bonustracks 'vankina' (auf 'der morgen danach' mit drauf) und 'promised land' (welches sonst nirgendwo drauf ist) und ich empfehle auch alle anderen lacrimosawerke, aber die 'fassade' ist schon das bombast-album nummer 1 und bis jetzt das beste, was die emotionale wandlung innerhalb der songs angeht. für alle fans sowieso ein muss!




