Aus der Amazon.de-Redaktion
Das Palastorchester um den Sänger Max Raabe steht vor allem für Interpretationen von Schlagern aus den 20er- und 30er-Jahren. Was dabei herauskommt, wenn sich die Nostalgiker Hits der 80er und 90er vornehmen, ist auf ihrer neuen CD Superhits 2 zu hören.Seit seinem großen Hit aus dem Jahr 1992 "Kein Schwein ruft mich an" haben sich Max Raabe und sein Palastorchester nicht auf ihrem nostalgischen Image ausgeruht, sondern stetig an der musikalischen Entwicklung weitergearbeitet und sich Herausforderungen unterschiedlichster Art gestellt -- wie jüngst bei Dreharbeiten zu Werner Herzogs neuem Film Invincible. Daneben blieb offenbar genügend Zeit, um im Studio das aktuelle Album Superhits 2 aufzunehmen.
Bereits der Vorgänger Superhits war nicht nur im deutschsprachigen Raum ein sensationeller Erfolg, sondern kam kurioserweise in die Top 10 in Russland und errang Platz Nr.1 in der Ukraine sowie Litauen. In der unvergleichlich charmanten und humorvollen Interpretation von Max Raabe ist hier Teil 2 einer höchst gelungenen Hit-Mischung zu hören.
Auf eindrucksvolle Weise demonstrieren Raabe und sein Orchester, wie sich der Soft-Cell-Klassiker "Tainted Love" in der Instrumentierung einer traditionellen Brass-Band ausnimmt, bevor sich das Charleston-Feeling langsam zum Pop-Beat umwandelt. Stücke wie "Uptown Girl", "Let's Talk About Sex" und "You're My Mate" unterzieht er souverän derselben Behandlung und bringt dabei völlig neuartige Fassetten dieser Titel -- und damit ihre eigentlichen Qualitäten -- zum Vorschein.
Das aktuelle Album Superhits 2 gleicht, wie bereits das vorherige, einer faszinierenden Zeitmaschine der jüngeren Popgeschichte, die ohne Weiteres dazu in der Lage ist, den Zuhörer in den Glauben zu versetzen, dass bereits der Urgroßvater ganz selbstverständlich Marc Almond gehört habe. --Andreas Schultz
Kundenrezensionen zu 'Superhits 2'
echt kein muss (13. Juni 2007)
sehr durchwachsen. die meisten songs sind etwas "lächerlich" rübergebracht. ein bis zwei gute lieder sind auch dabei allerdings überwiegt der kitsch. die andere superhits-cd ist genauso...also echt kein muss, schade. es gibt deutlich besseres von max raabe, die eigenen sachen nämlich.Auf Dauer nicht so gut (4. Juli 2003)
Mit ihrem Ohrwurm "Kein Schwein ruft mich an" wurde die Band um den Vokalisten Max Raabe Anfang der 90er bekannt und seit damals versuchen sie, den Erfolg zu wiederholen. Ihrer musikalische Ausrichtung - den Swing und die Cafehaus-Musik der 30er Jahre - sind sie seit damals treu geblieben, doch schon ihrem ersten Versuch, aktuelle Hits in diesem Sound zu präsentieren, war kein ähnlicher Erfolg beschieden. Nichtsdestotrotz gehen sie ein weiteres Mal an den Start, denn was z.B. den "Gregorians" gelingt, nämlich aktuelle Pophits neu zu interpretieren, sollte doch mit ihrer an die "Comedian Harmonists" angelehnten Musik auch gelingen.Musikalisch durchaus ansprechend mit Klarinette, Akkordeon, quäkenden Backgroundchören und der knödelnden Stimme Raabes interpretieren sie u.a. Diana Ross` "Upside Down" mit einem Humptata - Rhythmus, bleiben bei Uncle Kracker`s "Follow Me" nah am Original und versuchen sich an Shaggy`s "Angel". Doch bei aller Liebe zu der Musik aus seligen Zeiten - leider klingt das alles sehr bemüht. Am Beispiel von "Another Day In Paradise" fällt es besonders auf: Im letzten Jahr von Ray-J sowie den Gregorians gecovert können diese englischsprachigen Poptitel in den vorliegenden Version nur verlieren, da sie leider nur den Charme des Aufgewärmten besitzen. Als Gag sind ein paar Stücke ganz erträglich, doch auf Dauer wäre es besser gewesen, wenn sich das Palastorchester wie zuletzt in ähnlicher Form Götz Alsmann verborgenen Schätzen der deutschen Musik aus dieser Zeit zugewandt hätte.
Mein Klassiker (5. Dezember 2002)
Eine wunderbare Zehnsterne-CD, die ich mangels 10 Sternen als nonverbales Bewertungskriterium nur mit 5 Sternen bewerten darf ....Es beginnt schon mit dem allerersten Eindruck ... das Cover ist echt fantasievoll gestaltet mit all den Schattenspielen der Musiker und natürlich die erste bildliche (schaubare) und tonliche (hörbare) Präsenz der damals neuen Soloviolinistin Hanne Berger, die in Bild und Ton schon alleine 10 Sterne verdient. Lieder der modernen Pop und Unterhaltungsmusik interpretiert mit einer Musikalität die ihresgleichen sucht und Ohr und Seele erfreut.
Durch die besonderen Arrangements des Palastorchesters wird den Popsongs ein besonderer Pep verliehen - ein neues Schlagwort ist geboren "Pop mit Pep" - ein Rhythmus wo man einfach mit muss, egal ob man tanzt oder nur mit den Fingern schnippt. Man kann sich der Musikalität des dargebotenen unweigerlich entziehen. Das Palastorchester zeigt auch welches musikalische Potenzial in manchen Stücken gesteckt hätte, wenn man sie gleich so dargeboten hätte wie sie das Palastorchester spielt und Max Raabe singt. Besonders ist mir dabei der Titel Nummer sechs ans Herz gewachsen (Follow me). Während von diesem Lied die Originalversion sich eher schleppend bewegt, so regt das neue Arrangement des Palastorchesters deutlich zum mit dem Finger mitschnippen und mitsingen an. Höhepunkt ist dann meiner Meinung nach ein sanftes Intermezzo von Susaphon und Banjo.
Aber auch die anderen Lieder auf der CD sind mehr als nur durchaus hörenswert.
Also dann ... "Follow me and buy this CD" ... and everything is alright ...






