Nichts Bleibt Wie Es War & Glasgarten

Verkaufsrang: 47547 (Musik)
Artist: Goethes Erben
Audio CD
EAN: 4015698079227
Format: Doppel-CD
ListPrice:
Anzahl Medien: 2
Verlag: Zeitbombe (Indigo)
Preis: EUR 11,94

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Product Description

NICHTS BLEIBT WIE ES WAR & GLA

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Aus der Amazon.de-Redaktion

"Nur wer schweigt, wird überhört", ist ein Satz aus dem Inneren dieser unheilvoll dräuenden Welt, in der Schönheit stets mit dem blutig-eisernen Geschmack des Schmerzes verbunden, gefühlt und gelebt wird. "Wir proklamieren die Schreiheit und das Menschsein als Fazit unserer persönlichen Suche nach Identität", postulieren Oswald Henke und Mindy Kumbalek im einführenden Text des neuen Albums (oder sollte man es "philosophisch-lebensweltliche Positionsbestimmung mit Musik" nennen?) -- nur um im übernächsten Satz die Bombe zu zünden: "Und hier endet vorerst die Geschichte von Goethes Erben, denn "Nichts bleibt, wie es war" kann man als Frage an die Zukunft oder als abschließende Feststellung betrachten.

Sollte es das also gewesen sein? Sollte zwölf Jahre nach der Gründung der Band durch Oswald Henke und Peter Seipt im deutschen Schicksalsjahr 1989 dieser zweifellos einzigartige und kontroverse künstlerische Weg zu Ende sein? Die Zukunft allein wird es zeigen, in der Gegenwart kann man nur über das Werk reden, das am bisherigen Ende des düster poetischen, mit einer Vision von Musiktheater und Performancekunst verwobenen Projektes steht.

Nichts bleibt, wie es war macht noch einmal deutlich, von wem all die verhinderten Vertreter der "neuen deutschen Härte" abgekupfert haben und das Album zeigt zugleich, was den meisten dabei gefehlt hat: Die inhaltliche Auseinandersetzung mit Worten, Begriffen, Sprache und den Folgen ihrer Verwendung. Natürlich holen auch die 16 Stücke von Nichts bleibt, wie es war zur großen, zur pathetischen, gar zur schwülstigen Geste aus, natürlich ist die Musik in ihrer dramatischen Wucht mit sonorer Stimmdarbietung, schwer lastender Rockgitarre und barockem Gestus statisch und unsexy -- aber wer sich daran nicht stört, erlebt eine Standortbestimmung zwischen romantischem Märchengefühl ("Glashaus" ist ein Duett mit Wolfheims Peter Heppner), Kindesmissbrauch und zornigen Utopien. Harter Stoff, der sich an Menschen richtet, die Musik bevorzugt in abgedunkelten Räumen genießen und dabei gern Heideggers Werkausgabe in Griffnähe wissen. --Björn Döring

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Kundenrezensionen zu 'Nichts Bleibt Wie Es War & Glasgarten'

Wunderbar (27. November 2006)

Ein Herrliches Album. Selten so schöne deutsche Texte gehört. Sie sind klar und intensiv. Lieder Fleischschuld und Zimmer 34 sind daher etwas unheimlich, aber wunderbar packend - wie das ganze Album.

Es kommen viel Geigen, Klavier, Gitarren zum Einsatz, welche schöne Melodien bilden und sich gut an den Gesang schmieden. Trotzdem fehlt es nicht an Druck. Es ist im Gegenteil teilweise sehr stark und interessant. Ganz wie der Text: Vielseitig und klar, intensiv kalt wie Eiswasser.
Wunderbar eben ;)

Ein wahrlich gutes Album! (17. Oktober 2004)

Mit "Nichts bleibt wie es war", legen Goethes Erben wohl ihr musikalisch Abwechslungsreichstes Album vor.

Unterteilt ist das Album in drei Akte:

"Zeit nachzudenken"

- stellt hierbei gleich meinen persönlichen Lieblingsakt dar. Die Lieder regen zum träumen, aber auch zum Nachdenken an. Oswalds wunderschöner Erzählgesang, hüllt und führt den geneigten Zuhörer in wunderschöne Traumwelten, welche aber auch einige Wiedersehen mit lang vergessenen (und/oder verdrängten) Schmerzen herbeiführt... alle 5 Songs sind hierbei durchweg zu empfehlen und ich kann sie nicht oft genug hören, fühlen und erleben. Wunderschön!!
(Auch ist an dieser Stelle lobend das Duett von Oswald Henke und Peter Heppner ("Wolfsheim") zu erwähnen... nie wurden Glaskristalle, Schnee und Eis (verschmolzen zu einem wunderschönen "Wintermärchen") so plastisch und geschmeidig vor das innere Auge das Zuhörers errichtet!)

"Zornige Utopien"

- ist für mich persönlich der Schwachpunkt des Album: Ungewohnt die z.T. ziemlich harte E-Gitarre im Hintergrund bei einigen Songs und auch textlich lässt dieser Akt etwas nach... der richtige "Zorn" oder gar "Wut" mag bei mir nicht aufkommen bzw. wahrgenommen werden, beim hören und lesen der Liedtexte.
Revolte im Himmel, Aufruhr enden in einer ziemlich zynischen, harten und menschenverachtenden Zukunft... die doch nicht so weit entfernt scheint und gerade dadurch zu so beängstigend wirkt (gemeint ist in diesem Falle "Fleischschuld" (bei welchem der Einsatz der E-Gitarre auch als einzigster Song passt!) und "Zimmer 34"). Aber dennoch... Oswald kann es besser, wie er es ja schon im Akt zuvor eindrucksvoll bewiessen hat.

"Resümee"

- läutet das Ende ein. Die härte in Song und Text nehmen sich wieder etwas zurück... es ist Zeit, über das getane und erlebte Nachzudenken, zu Resümieren, evtl. auch nachzuhaken. Eingebettet in ein abwechslungsreiches Soundgerüst aus abwechselnden E-Gitarrenspiel, ruhigen und melancholischen Tönen & Texten und (ebenfalls ganz neu für Goethes Erben!) elektrolastigen Klängen
mit welchen am Ende hin doch wieder ein versöhnliches Ende aufweissen kann... und zwar: das Mensch sein... und das Frei sein!!

Nun denn... wie gesagt, ein wunderschönes Album mit leider einigen textlichen und musikalischen Schwachstellen (deswegen "nur" 4 Sterne), aber dennoch wirklich sehr, sehr zu empfehlen, den als ein Gesamtkonzept (völlig "neutral" vernommen) funktioniert das Album sehr gut und stellt eben auch mal ein Experiment/Wagnis dar... oder ja, endlich mal was innovatives und Neues. Herzlichen Glückwunsch! :)

Tja, bleibt am Ende nur zu sagen, das man hoffen kann bald wieder etwas neues von den Erben hören zu dürfen... schade wäre es auf alle Fälle, wenn sich die Multitalente Oswald Henke und Co. zu Ruhe setzen würden.

Anspieltipps:

"Vermisster Traum", "Ganz still", "Paradoxe Stille", "Glasgarten", "Fleischschlund", "Zimmer 34", "Nur ein Narr", "Was war bleibt" und "Mensch sein".

Goethes Erben: So gut wie noch nie! (22. Mai 2003)

Für mich als sehr großer Erben-Fan ist "Nichts Bleibt Wie Es War" das Beste Album von Goethes Erben! Wunderbare Musik, wunderbare Stimme, wunderbarer Text, alles ist vereint in diesem Album! Oswalds unglaubliche schöner Stil Texte zu schreiben und seine schöne Stimme bleibt unverändert!
In dem Teil "Zeit nachzudenken" wird eine (musikalisch) wunderbare Traumwelt erschaffen, die vor allem in "Glasgarten" zu tragen kommt, wo Peter Heppners Stimme genau hineinpasst. Besonders "Vermisster Traum" gefällt mir, weil die Gitarre hier sehr, sehr schön zu hören ist. "Paradoxe Stille" ist ein weiterer Höhepunkt, ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll - einfach wunderbar.
Diese vorhin beschriebene musikalische Traumwelt wird mit "Zornige Utopien" zerschmettert. Dass soll nicht heißen das die Lieder im folgendem Teil schlecht sind, im Gegenteil! Besonders auergewöhnlich finde ich "Himelgrau" in dem es auch einmal härter zu geht, übrigens mein Lieblingstitel im diesem Teil, aber auch "Ganz Sanft" und "Fleischschuld" sind schön. Fleischschuld & Zimmer 34 bilden wohl die textlich gesehen aggressivsten Stücke auf der Platte. Die Geschichten die in diesen beiden Stücken erzählt werden sind erschreckend, aber man hört diese Titel auch immer wieder gerne :-)
Der Teil "Resümee" fährt die musikalische & textliche Aggressivität wieder etwas runter und mit "Nur ein Narr" wird dieser Teil mit dem sanftesten Stück auf der Platte eröffnet. Das Coverstück "Was war bleibt" von Erblast ist auch einfach wunderschön. Wie es Oswald nur schafft, drei Minuten lang den Vers "Was war bleibt - Was ist scheint - Nie erreicht" immer wieder zu sprechen, ohne, dass es auch nur eine Sekunde langweilig wird - atemberaubend. "Schreiheit" zeigt Elektro-Ansätze, was mir persönlich nicht so gefällt, aber zum Glück wird es nicht so sehr in den Mittelpunkt gestellt, den textlich ist das Stück sehr schön! Das Album wird mit einem Kracher beendet. In "Mensch sein" ist besonders das Geigen-Solo sehr schön.
Mein Resümee für dieses Album:
Besser denje - Atemberaubend schön!
Ein Höhepunkt jagt den nächsten!
Man muss sich schon zurückhalten, nicht zurück zu drücken und den Titel nochmal zu hören :-)

Album des Jahres (3. Januar 2002)

Goethes Erben, der Name verspricht es ja schon, sind textlich das Beste, was der Deutsche Markt zu bieten hat. Soweit nichts Überraschendes, doch das neue Album "Nichts bleibt wie es war" kann auch musikalisch hohen Ansprüchen genügen, Vergleiche mit dem sehr gelungen Album "No more shall we part" von Nick Cave oder "Psychometry" von Anne Clark sind durchaus berechtigt. Man muss kein eingefleischter Erben-Fan sein, um in diesem Album versinken zu können. Zu Glasgarten, dem Stück mit Heppner kann man stehen wie man will, jedoch legt man die CD nur ein und ist sofort begeistert. "Vermisster Traum" kommt weinerlich daher, ist aber ein erster Höhepunkt und das herausragende Stück des ersten Teiles "Zeit nachzudenken". Bitter wird es im zweiten Teil, den mancheiner als geschmacklos ansehen wird, sofern er sich selbst gern in die Tasche lügt und nicht wahr haben will, was die Zukunft bringen wird. Fleischschuld fällt am meisten auf und man mag es sich wohl selbst nicht eingestehen, dass man Zeilen wie "Eine kleine Hand, ein zartes Bein, so schneidet Stahl das Fleisch entzwei" nicht mehr aus dem Kopf bekommt, wie ein Ohrwurm, ein Sommerhit. Jedes Stück dieses Albums kann durch eine gute Melodie beeindrucken, die manchmal melancholisch ruhig, manchmal brutal hart umgesetzt ist, jedoch immer gefallen kann. Sicher ist das Album nichts für Fans rosaner Lutschbonbons, doch man muss nicht der Gothic-Szene zugehörig sein, um an schönen Geigenläufen gefallen zu finden.

unglaublich harmonisch und dennoch verstört (27. November 2001)

dieses album ist wieder ein hervorragender beweis, dass es noch "musik" im herkömmlichen sinne gibt. hier hat die aussagekraft der stücke weit mehr zu bieten als typische floskeln. und das liegt auch an der eindringlichen stimme von henke sowie dessen hervorragend vorgetragenen texte. musikalisch ein hörgenuss in jeder hinsicht - auch wenn der aufbau der cd (3 kapitel) zunächst schwer im magen liegt ... aber er macht sinn. es sind die guten alten goethes erben - und das sollen sie auch bleiben.

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