Aus der Amazon.de-Redaktion
Scofield -- jetzt dreht er völlig durch: Bereits das bunt-buddhistische Cover mit einem nackigen, vierarmigen Gitarristen im Schneidersitz erregt Aufsehen, und dann der erste Track -- gestrichener Bordun, asiatischer Singsang und eine meditative Improvisation, klingt irgendwie nach Sitar. Der Blick auf die Besetzung verrät alsdann: alles nur ein Trick -- der vermeintliche Inder kommt aus John Medeskis Soundarchiv, und die Sitar war ja doch John Scofields Halbakustische! Die Überraschung gelingt ganz ohne Frage, nach dieser unerwarteten Einleitung ist das Ohr weit offen und hochgespannt auf alles was da kommen mag.Das Thema Asien ist mit der ersten Nummer zwar gegessen, das Ensemble experimentiert jedoch munter weiter. Ein zart verfremdeter Folk-Jazz-Shuffle, ein unerklärliches, kontrapunktisches Uptempo-Exponat, ein fröhlich morbides Crossover zwischen altmütterlichem Funk, Rap und Avantgarde, ein vermeintlicher Techno- und Elektrotrack, der kurioserweise rein akustisch gespielt wird. Die Basis für das fantastische Abenteuer sind vor allem drei Dinge: John Medeskis Orgelwirrwarr und Avi Bortnicks Sampletechnik, John Scofields ausgesprochen vielfältige Klangtiraden von Akustik bis Midi sowie seine feinen Miniaturkompositionen, mehrteilig aber kompakt, mit kurzen Leitmotiven rhythmischer oder melodischer Natur. Dazu ein bombig fetter Bass (Jesse Murphy) und ein zupackender Drummer (Adam Deitch), der alle rhythmischen Kanten kann: Die Chose läuft perfekt.
John Scofield, Gitarrenkönig des Modern Jazz, wird von Jahr zu Jahr verspielter und turnt nunmehr beharrlich am jugendlichen Puls der Zeit. Überjam ist spritzig, abwechslungsreich und groovy: Scofield at his best! --Katharina Lohmann
Kundenrezensionen zu 'Überjam'
Sco rocks the mike. (17. Januar 2004)
Eine wirklich fantastische Platte hat Scofield & Band rausgebracht. Avi Bortnick (g) und Adam Deitch (dr) harmonieren einfach Perfekt miteinander und legen Beats hin, da kann Sco noch so schräg spielen, es swingt und groovet bishin zum letzten Stück.Top Songs sind für mich "Tomorow Land," "Offspring," und "Polo Towers."
einfallsreicher, eher modern gestalteter jazz! (14. April 2003)
john scofield besticht auf "überjam" von verve mit einer palette an für akustik-jazz eher ungewöhnlichen sounds, die er mal langsam durch wunderbares fingerpicking dahingleiten lässt ("Tomorrow Land") oder mit funkigen gitarrenriffs stücke wie "animal farm" aufpeppt. dass dabei bass, schlagzeug und synthesizer nicht zu kurz kommen versteht sich von selbst. sie geben liedern wie "überjam" oder auch "jungle fiction", das etwas an drum'n'bass (bzw. Jungle) erinnert, einen leichten hauch an elektronischer musik und gestalten das ganze etwas zeitgenössischer. durch die perfekt zusammengefügten elemente, bestehend aus funk, jazz, swing, vereinzelt sogar indische einflüsse (wie das cover der cd schon vermuten lässt), entsteht ein soundgewaltiges gesamtwerk in dessen vordergrund immer eins steht: der groove! und diese einfallsreiche kombination ist es, die letztlich schuld ist daran dir ab und dann ein lächeln auf die lippen zu zaubern. wunderbar!Das groooooooooooooooooooovvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvtttttt (29. Dezember 2002)
Wem das endlose Sologedudel einiger Jazzgitarristenalben auf den Wecker geht, sollte vor dieser Platte keineswegs zurückschrecken!Sie besticht vielmehr durch Schlagzeug-, Bass- und Wah-Wah-Rhythmusgitarrengrooves, wobei auch die manchmal etwas seltsam anmutenden Synthesizerklänge und Samples durchaus ihren Reiz haben und dem ganzen einen etwas experimentellen Touch geben. So erinnert diese CD, wie Scofields selbsbewußtes Zitat auf dem Cover vermuten lässt, etwas an die neuen Miles Davis Platten, ist jedoch sehr viel einfacher zu konsumieren und lässt darüberhinaus sämtliche Körperteile zucken....das ggggrrrrroooooooovvvvvvvttttt!






