Aus der Amazon.de-Redaktion
Das neue Album der Thievery Corporation ist eigentlich keins -- und doch passt diese Compilation stilistisch beinah nahtlos in eine Reihe mit ihren eigenen Alben Sounds From The Thievery Hi-Fi und The Mirror Conspiracy. Dass hier trotzdem die Thievery Corporation als Interpret angegeben wird, geht insoweit in Ordnung, als dass wohl kaum jemand die Sounds From The Verve Hi-Fi hätte kompetenter zusammenstellen können als die Producer und DJs Rob Garza und Eric Hilton.Lounge, die Sorte moderner Tanzmusik also, der man auch einfach in Ruhe lauschen kann, heißt das Schlüsselwort; hier, in den Musiken von Sergio Mendes, Luiz Bonfá, Chico Hamilton oder Astrud Gilberto (mit einer wunderbar beknackten Version des Doors-Klassikers "Light My Fire") findet man ihre Wurzeln. Bossa Nova, Samba, Filmmusik aus den Sechzigern, von Antonio Carlos Jobim bis Lalo Schifrin gehen die Einflüsse des angesehenen englischen Duos, das bei Liveauftritten bezeichnenderweise auch gern mal ein Sofa in die Mitte der Bühne stellt. Denn nicht nur für Stil im musikalischen Sinne sind die vollmundigen Harmonien, die prägnante, aber stets moderate Rhythmik weitab von klischeehaft perkussivem Lebensfrohsinn die Koordinaten. Haltung, Lifestyle, Persönlichkeit und Einfühlsamkeit drücken sich sowohl in den Stücken selbst wie auch ihrer Reihenfolge aus. Und gerade Letzteres ist ja die große Kunst beim Kompilieren. --Rolf Jäger
Kundenrezensionen zu 'Sounds from the Verve Hi-Fi'
Lohnt sich! (10. Juli 2003)
Das Washingtoner DJ-Duo geht zurück zu seinen Wurzeln. Sie sind die Großmeister des seit längerem florierenden Genres des stilübergreifenden Mixes aus NuJazz, Downbeat, Weltmusik usw., welcher allgemein als Lounge bezeichnet werden kann (wobei sie auf ihren Alben immer die Grenzen ausloteten). Beeinflusst wurden sie nach eigenen Angaben hauptsächlich von den Titeln des Verve-Labels, dessen geniale Lässigkeit sie auf ihren Alben immer wieder umsetzen konnten. Dieses Album ist zwar von DJ`s zusammengestellt, aber nicht gemixt wie ihr Album aus der DJ-Kicks-Serie, so dass quasi eine Best Of Verve-Zusammenstellung (aus der Sicht von Rob Garza und Eric Hilton) zu hören ist. Was auch sofort klar wird, wenn man die Originale mit den Soundskulpturen der Thievery Corporation vergleicht. Zeitlose Eleganz mit Sounds aus Brasil, Bossa und Latin Jazz von Interpreten wie Astrud Gilberto ("Light My Fire"), Cal Tjader ("Cuchy Frito Man"), Chico Hamilton ("For Mods Only") oder Elis Regina ("Bala Com Bala") sind allemal den Kauf dieser CD wert. Sowohl für Anhänger des DJ-Duos als auch für Freunde des 60`s Latin-Sound bzw. Rare-Groove-Fetischisten. Denn knapp die Hälfte der Songs auf "Sounds From Verve Hi-Fi" sind bislang nicht auf CD erhältlich gewesen.Mein Klassiker (10. Dezember 2002)
Schon mehrmals durften die beiden Produzenten Rob Garza und Eric Hilton in den Archiven des Verve Labels ihr Unwesen treiben. Diese Compilation sollte jedoch für alle Fans des lateinamerikanischen, insbesondere des leichten Brazil ein Muss sein.Wer den typischen Sound der Thievery Corporation erwartet, ist mit dieser CD wohl nicht gut beraten. Hier haben die beiden Spezialisten nämlich nicht mehr pesönlich Hand angelegt, sondern einige Originale ausgegraben, die dem Hörer andernfalls wahrscheinlich verborgen geblieben wären.
Natürlich kennt "Light my Fire" jeder, aber in einer Version von Astrud Gilberto, die noch dazu - meiner Meinung nach - dem Original durchaus das Wasser reichen kann, haben es sicher noch nicht viele gehört.
Für Brazil - Insider findet sich eine sensationelle Version von Batucada, gespielt von Walter Wanderley auf Hammond - Orgel, sowie das "Blumenmädchen", "Menina Flor" auf der Scheibe.
Diese CD ist von der Kommerz - Brazilektro - Welle weit entfernt. Sie ist eine Schatzkiste für jeden, der gerne einmal zu Antonio Carlos Jobims Rythmen swingt, für den Einsteiger, der das ganz besondere Flair für eine gelungene Party sucht, jedoch genauso zu empfehlen. Diese Musik muss man einfach mögen!
Bossa on people . (12. Juni 2002)
Für Freunde das Jazz und Bossa Nova der 60iger. Mehr in Richtug Jazz als Bossa. Die Compilation ist voller Klassiker dieser Ära des Jazz. Auf jeden Fall sehr interessant. Empfohlen sei hier auch -A trip to brasil -1998 auf Motor die eher Bossa orientiert ist. Diese Compilation ist viel umfangreicher und überraschender.Also schwingt die Hüften und singt, mit mir die Bacutada....
Stilvolle Jazz-Compilation für moderne Lounge-Clubs (16. Mai 2002)
Keine Frage, die Anzug-Träger-DJs Thievery Corporation sind stilbildend für den moderne, sanfte Millenniums-Club-Grooves. So wie ihre vorherigen Sampler "DJ Kicks" mit trendy Trip-Hop-Beats oder "Easy Tempo" mit funky italienischen Easy-Listening-Soundtracks reiht sich auch dieser Sampler nahtlos in die Reihe zeitloser und angesagter Retro-Releases ein.Das renommierte Jazz-Label-Verve lud die beiden Washingtoner ins Archiv ein, um 15 swingende Jazzperlen unter dem Gütesiegel "Thievery Corporation" auszuwählen und zu präsentieren. Dabei sind Chico Hamilton, Astrud Gilberto, Tja Cader, Lalo Schifrin und viele andere, meist dem Cool Jazz, Latin und Easy Listening verschriebenen Musikerlegenden der fünfziger und sechziger Jahre.
Keine Frage, auch traditionellem Jazz und Latin eher abgeneigte Zeitgeister werden durch dieses Gütesiegel die zeitlose Qualität dieser Musik für sich entdecken - und sich vielleicht sogar inspirieren lassen, selber in den Plattenregalen nach alten Blue Note-, Verve-, Creed- oder sonstigen neu aufgelegten Jazzklassikern zu forschen. In diesem Sinne hätte dieser Sampler sogar einen erzieherischen Wert. Unbedingt empfehlenswert!
Verve-HiFi? (14. Mai 2002)
Die Compilation "Sounds from the Verve-HiFi" ist eine Zeitreise in die musikalischen Wurzeln des Produzenten-Duos Garza/Hilton alias Thievery Corporation.Einige Dinge seien gleich klar gestellt:
1. Diese CD ist keine neue Produktion der beiden, sondern eine Auswahl mehr oder weniger bekannter Veröffentlichungen des Jazz-Labels "Verve". Das bedeutet
2. die Zusammenstellung auf dieser CD beinhaltet keine Songs, die mit Serien wie "Cafe del Mar" oder ähnlichen "Chillout" Compilationen vergleichbar wären, sondern hauptsächlich Bossanova, Jazz und Easy Listening der 60/70er Jahre.
Damit ist die CD eher denjenigen zu empfehlen, die oben genannte Genres mögen, oder an dem Background und den Quellen der Inspiration des Duos Thievery Corporation interessiert sind. Wer also mit Namen wie Stan Getz oder Joao Gilberto nichts anzufangen weis, dem sei diese CD als Erweiterung des Horizonts ans Herz gelegt.
Wer sich wundert, dass sich diese CD nun nicht direkt wie eigene Veröffentlichungen der Thievery Corporation anhört, hat offensichtlich ein recht oberflächlichen Bezug zu der Musik des Duos. Bei genauem Hinhören mag einem auffallen, welche Sounds ihren Weg in den Sampler der beiden gefunden haben (das Duo nennt sich nicht ohne Grund Thievery Corporation).
Fazit: Eine gelungene Zusammenstellung klassischer Jazz/Bossanova Veröffentlichungen des Labels Verve. Wer allerdings eine CD auf der nicht zu stoppenden Chillout-Welle sucht, dem sei eher abgeraten. Was nicht heissen soll, dass die CD nicht als entspannende Background-Musik fungieren könnte.





