Aus der Amazon.de-Redaktion
Der Kanadier Mychael Danna hat ein Ohr für exotische Themen, wie er beispielsweise mit seinen zahlreichen Scores für die Filme von Atom Egoyan oder Ang Lees Der Eissturm gezeigt hat. Für Mira Nair hatte er bereits für ihren Film Kama Sutra (1996) die Musik geschrieben und ähnlich wie jetzt bei Monsoon Wedding eine Fusion von traditionellen indischen Klängen mit westlicher orchestraler Filmmusik angestrebt. Seine persönliche Beziehung zum Film Monsoon Wedding, der 2001 den Goldenen Löwen des Filmfestivals von Venedig erhalten hatte, war jedoch größer, da Danna im selben Jahr seine aus Indien stammende Frau Aparna (der die Musik gewidmet ist) nach traditionellem nordindischem Ritual geheiratet hat.Der Soundtrack zu Monsoon Wedding besteht aus dem Originalscore von Mychael Danna und sieben Stücken anderer Künstler sowie zwei Remixes von "Fuse Box", das aus Dannas Score stammt. Letztere stellen mit ihrem Nu-Asian-Clubsound eine andere Art von Fusion aus westlicher und östlicher Musik dar, als es der Score selbst ist. Danna arbeitet mit Musikern beider Kulturkreise, wobei sich die westlichen Instrumente den östlichen eher unterzuordenen scheinen. Das Klangbild mag exotisch erscheinen, die Struktur der Stücke folgt aber im Grunde westlichen Konventionen der (Filmmusik-)Komposition. An der herausragenden Qualität der Stücke ändert dies nichts.
Die in Punjabi gesungenen Lieder wie "Aaj Mera Jee Kardaa" machen den Soundtrack zu einer lebhafteren Angelegenheit als der Score für sich alleine genommen wäre. Bemerkenswert ist vor allem das von Madan Bala Sindhu gesungene "Mehndi/Madhorama Pencha", ein nur von Perkussionsinstrumenten und Händeklatschen begleiteter lebhafter Hochzeitsgesang, der das Zusammentreffen von modernen und traditionellen Elementen in der Punjabi-Kultur wohl am eindrucksvollsten verkörpert. Das Popduett "Chunari Chunari" von Ahijeet und Anuradha Shriram ist nicht jedermanns Sache, wenngleich es zeitgemäßer indischer Popmusik wohl wesentlich näher kommt, als man sich in Europa oft träumen lässt. Ähnlich verhält es sich mit "Aaja Nachle", ein in Indien sehr populärer Dancehit, der aber -- wie so vieles im Dancefloor-Bereich -- im Grunde in jeder Sprache gesungen gleich klänge.
Insgesamt ist der Soundtrack zu Monsoon Wedding eine heterogene, aber durchaus interessante Mischung. Er gewinnt, ähnlich wie der Film auch, besonders für westliche Hörer durch seine Exotik noch dazu. --Albrecht Volk
Kundenrezensionen zu 'Monsoon Wedding'
Indische Vermählung (27. Dezember 2007)
Eine Mixtur aus eher mittelmäßigem Indien-Pop, traditionellen Liedern, einem hervorragend gemachten Score des kanadischen Weltmusik-Spezialisten Mychael Danna und indischer Hochzeitsmusik, auch von Danna komponiert (der dritte Track) sowie ein ebenfalls von ihm produzierter Song (der zweite Track), der für kurze Zeit süchtig machen kann. Bei entsprechender Programmierung unter Auslassung der faden Stücke bleibt immer noch eine halbe Stunde blendende Unterhaltung. Indische Klänge sind hier nicht das Gewürz, sondern die Suppe. Aber Danna hat die Fähigkeit, Westen und Osten so zu verschmelzen, dass sich beides nicht gegenseitig aufhebt. Dass Danna gerade in Hochzeitsvorbereitungen in Indien steckt, als der Kompositionauftrag kam, ist eine witzige Anekdote am Rande. Nicht jeder Cue zündet, aber das gilt für 99 Prozent aller Filmscores auf CD. Wer jedoch nur eine einzige Indien-Erfahrung machen will, sollte auf "Water" zurück greifen und möglichst nicht auf "Kamasutra", eine eher durchwachsene Arbeit von Danna mit indischem Bezug.Toller Soundtrack (28. August 2005)
Ich bin ein erklärter Fan von Soundtracks an sich.Dieser hier,von "Monsoon Wedding" hat mir ausnehmend gut gefallen.
Eine gelungene Mischung aus "Filmmusik" und indischer Musik.
Herauszuheben wären da z. B.:
"Feels like rain" der Song ist mitreissend und ursprünglich,man reist förmlich beim Hören nach Indien.
"Chunari Chunari" ist wundervoll gesungen
und "Aaj Mera Jee Kardaa" authentisch und ursprünglich.
Sehr abwechslungsreicher und hörenswerter Soundtrack.





