Kundenrezensionen zu 'Cookie: The Anthropological Mixtape'
faaaaaad (8. Dezember 2002)
Also wenn du "Plantation Lullabies" und "Peace beyond Passion" magst, dann kann ich diese Platte _nicht_ empfehlen.Diesem Album fehlt das Herzblut und der musikalische Witz. Dafür gibt es umso mehr Drum-Grooves aus dem Computer, die von ein paar Instrumenten begleitet werden. (Oder die Drumloop läuft plötzlich unverändert, aber ohne Instrumente weiter. Ganz ehrlich, das soll ein Break sein?)
Ein wirklicher Geniestreich wäre der Ben Watt Remix von "Earth", der ist aber nur auf der Maxi-CD drauf und nicht auf dieser.
Schade auch.
Vielleicht wird das nächste Album ja wieder "menschlicher"....
Sie ist wieder da! (20. Oktober 2002)
Bei dem etwas unterkühlten Vorgänger "Bitter" hatte die Plattenfirma (und vielleicht Meshell selbst) wohl etwas zu sehr auf den Produzenten Craig Street gesetzt, der seinerzeit den Cassandra Wilson 'Folk'-Sound mit aus der Taufe gehoben hatte, mit dem die ehemalige M-Base-Muse seither gut fährt und wohl auch verdient... doch zu Me'shell paßte die akustisch-verhaltene Herangehensweise nicht so richtig.Cookie klingt wesentlich mehr nach dem fulminanten Debut 'Plantation Lullabies' als alles, was seither von ihr zu hören war: Groove, Funk bis zum Abwinken, aber alles klingt etwas aufgebrochener, fragmentarischer, offener - manchmal scheint sich der Groove mehr in den Pausen als in den gespielten Noten selbst aufzuhalten, aber er richtet dort Ungeheuerliches an. (Mir fiel als Vergleich die Entwicklung D'Angelos von "Brown Sugar" bis "Voodoo" ein, das man ja eigentlich nur noch als Dekonstruktions-Soul bezeichnen kann - Me'Shell spielt auf ihrem neuen Album dekonstruktiven Funk.) Läßt man der Musik Zeit, dann nistet sie sich mit ihrem ironischen Zorn und ihrer fröhlichen Wehmut irgendwo unter der Haut ein und arbeitet dort wie ein Depot-Medikament, also dauerhaft, auch wenn die CD gerade nicht aufliegt. Volltreffer. Me'shell ist definitiv zurück.
Eine Platte der besonderen Art (28. September 2002)
Meshell Ndgegeocello ist eine Interpretin, die ich bis vor kurzen noch nicht kannte. Das lag nicht minder daran, dass mich Musik in der Richtung Soul, R'n B HipHop und Rap eigentlich nie, seit den 5 Jahren in den ich mich intensiver mit Musik beschäftige, interessiert hat.Nun hab ich mich nach 5 jährigen Studium sämtlicher Stile entschlossen auch in diesen Bereich der Musik vorzudringen und ich bin begeistert was diese Frau auffährt. Absolut genial gemachter Soul, Funk R'n B, dazu politisch sehr engagierte Texte. Am besten gefällt mir ihr Hang Live-Schlagzeug einzusetzen. Sie verzichtet somit immer öfter auf den Einsatz von Programmierten Beats, die einen bei zu vielem Einsatz, nerven können. Auch baut sie einfache und klassische Elemente des Jazz ein, was diese Musik zu einem absoluten Hochgenuss macht und auch mich, der sich vorsichtig an den Sprechgesang schleicht, diesen ein ganzes Stück näher bringt. Es ist eine Fusion vieler Stile der „Black Musik" pfiffig umgesetzt zu einer Platte die sowohl zum Denken anregt und auch einfach nur Cool klingen kann.





