Pictures at An Exhibition

Verkaufsrang: 5360 (Musik)
Artist: Evgeny Kissin
Audio CD
EAN: 0090266388424
ListPrice:
Anzahl Medien: 1
Verlag: Rca Red Se (Sony BMG)
Spielzeit: 57
UPC: 090266388424
von: Various (Komponist)
Preis: EUR 8,10

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Jede Aufnahme von Busonis Transkription von Bachs mächtiger Toccata für Orgel, Adagio und Fuge in C wird unweigerlich mit der Interpretation von Vladimir Horowitz verglichen werden, mit der dieser sein "Comeback"-Konzert 1965 eröffnete, und der Version aus der Zeit der Schallplatten mit 78 Umdrehungen von Arthur Rubinstein (die in Volume 8 der BMG-Rubinstein Sammlung wieder auftauchte). Kissin vermittelt uns die Eleganz von Horowitz, aber ohne dessen nervöse Affektiertheit und ohne die verpatzten Noten. Ebenso präsentiert er Rubinsteins kraftvolles Spiel und dessen Würde, aber ohne dessen gelegentliche Unaufmerksamkeit gegenüber Details.

Mit einer solchen Interpretation überzeugt uns Kissin, dass er gleichzeitig der Horowitz und der Rubinstein unserer Epoche ist -- und vielleicht jedem dieser beiden überlegen ist. In Mussorgskys Pictures At An Exhibition gerät Kissin fast nie ins Stocken, wenn es darum geht, den diesem Werk innewohnenden russischen Charakter der Bilder darzustellen: den Kummer unerwiderter Leidenschaft bei "Old Castle", das taumelnde Hin und Her von "Bydlo", das Possenspiel von "Tuileries", das chaotische Geschehen von "Limoges" und die gespenstischen Tiefen von "Catacombs" und "Con mortuis in lingua mortua". Vielleicht sind "Hut on Fowl's Legs" und "The Great Gate of Kiev" in Live-Auftritten nur von Kissin selbst übertroffen worden und selbstverständlich auch von Swjatoslaw Richter, dessen beste Live-Interpretation, die bei einem Konzert 1958 in Sofia aufgezeichnet wurde, immer noch auf einer Philips-Platte erhältlich ist. Kissins Zugabe, Balakirevs Transkription von Glinkas "The Lark" beweist, dass unter den heutigen Pianisten ihm keiner ebenbürtig ist, wenn es darum geht, eine gesangsähnliche Passage mit gefühlvoller Phrasierung und mit exquisiten Strukturen zu schaffen. --Stephen Wigler

dkb.de

Kundenrezensionen zu 'Pictures at An Exhibition'

Unglaublich gut! (14. September 2005)

Um es kurz zu fassen, denn der ausführlichen Bewertungen gibt es für diese CDs ja genug: Diese Aufnahme ist meiner Meinung nach die mit Abstand beste der "Bilder einer Ausstellung".
Ich hatte schon länger eine Aufnahme von Horowitz. Obwohl mir die "Bilder" gut gefallen, habe ich diese CD nur selten gehört. Sie hat mich nie wirklich mitgerissen. Dann sah ich im Fernsehen die Interpretation Kissins und konnte nur staunen. Es ist einfach beeindruckend, wieviel in diesem Stück Musik drinsteckt, wenn man es so spielt, wie Kissin das tut! Ich habe seitdem immer wieder andere Interpretationen angehört - sie scheinen mir nun plötzlich alle Belanglos, Gefühllos und uninspiriert...
Ein schöner Zusatz ist das kurze Stück "The Lark" von Glinka!

Mein Klassiker (19. Dezember 2002)

Obwohl praktisch alle Kissin-Einspielungen uneingeschränkt empfehlenswert sind, vor allem die letzten, für RCA und Sony aufgenommenen, hebt sich diese CD besonders hervor. Sie unterstreicht, wie farbig Kissins Spiel geworden ist, wie variantenreich sein Anschlag.
Im Bach-Busoni besticht sein enorm transparentes Spiel und ein orchestrales Klangvolumen, vor allem in der Fuge versteht es Kissin, dem Steinway wahrhaft Orgelklänge zu entlocken. Durch das makellose, transparente Spiel und den farbigen Anschlag ist diese Aufnahme des Bach-Busoni-Werkes sogar noch besser als die legendäre Horowitz-Aufnahme.
Im kleinen Zwischenspiel mit Glinkas Lerche beweist Kissin wieder einmal, wie wunderschön kantabel er spielen kann, wegen seines makellosen Anschlages und der höchsten Konzentration bis in die kleinste Verzierung klingt selbst dieses Stück unter seinen Händen nie kitschig.
Mussorgskys Bilder einer Ausstellung sind schon von vielen grossen Pianisten grandios eingespielt worden, mit am überzeugendsten von Horowitz und Richter. Trotzdem gelingt es Kissin wieder einmal, dank seines technisch präzisen Spiels, der unglaublichen Transparenz (die sicher teilweise auch dem Instrument und der Aufnahmetechnik zu verdanken ist) und seinem nuancenreichen Spiel neue Massstäbe zu setzen. Bereits im "Gnomus" zeigt Kissin magische Klangfarbenspiele, das Metrum nimmt er gelassen, er versenkt sich richtiggehend in die Musik und zieht den Zuhörer mit sich. Im "alten Schloss" befindet man sich bereits in einer anderen Welt. In den Promenaden leitet Kissin meisterhaft über, mal nachdenklich, mal zögernd, mal beschwingt. Im "Bydlo" erreicht er nicht ganz Horowitz' hypnostisierendes Momentum, aber er spart nicht, wie viele andere Pianisten, am Klangvolumen. Der Dialog von "Goldenberg und Schmuyle" ist wieder ein Muster an Transparenz, von den verschiedenen Klangfarben in beiden Stimmen entgeht dem Zuhörer auch beim Zusammenspiel beider nicht die kleinste Nuance. Die turbulente Interpretation des Marktes in Limoges ist zweifellos einer der Höhepunkte der Aufnahme. Wiederum meisterhaft versenkt sich Kissin anschließend erneut in den "Katakomben" und in "con mortuis in lingua mortua" in andere Klangwelten, um dann über eine mitreissende Interpretation von "Baba Yagas Hütte", die man förmlich auf den Hühnerfüßen sich im Kreis drehend vor Augen hat, ins Finale überzugehen. Hier ist man als Kissin-Fan wieder glücklich, dass der Meister auch vor dem fff-fortissimo nicht zurückschreckt, dabei aber das "Große Tor von Kiew" nicht seelenlos herunterdonnert, sondern es dramaturgisch zum echten Finale ausbaut.
Insgesamt sind Kissins "Bilder einer Ausstellung" eine mehr als empfehlenswerte Aufnahme. Müsste ich von den Kissin-Einspielungen meiner Sammlung alle bis auf eine hergeben, würde ich diese behalten.

zu viel des Guten (28. Mai 2002)

Mal wieder eine neue CD des wohl überragenden Pianisten seiner Generation. Während andere in diesem Alter (er vollendete kürzlich sein 30.Lebensjahr) noch von einer Karriere träumen, hat Kissin in der Klassikszene bereits alles erreicht, was man als Pianist erreichen kann.
Hier folgt wieder einmal eine Aufnahme des Pianisten, welches ihm entgegenkommt. Bach-Busonis Toccata nimmt er voller Elan und mit großem Schwung und versucht eine orchestrale Deutung dieses Werkes vorzunehmen. Leider muß man hier Abstriche machen, wenn man sich vor Augen hält, daß dieses Werk einst für Orgel geschrieben worden ist und Kissin hiervon doch wesentlich abweicht. gerade im Adagio schafft er es nicht zur Ruhe zu kommen, sondern muß auch hier seine Kraft und seine technische Überlegenheit ausspielen. Ganz anders beispielsweise Horowitz in seiner legendären Aufnahme aus der Carnegie-Hall aus dem Jahre 1965 schafft Kissin es nämlich nicht, dem Hörer ein fast transzendentales Gefühl zu vermitteln. Ebenfalls in der technisch höchst schwierigen Fuge beweist er, daß er das Instrument beherrscht wie nur wenige andere Pianisten. Doch auch hier ist es des Guten zuviel, auch hier muß man Horowitz den Vorzug geben, auch wenn dieser wesentlich unsauberer spielt als der junge Russe. Ob Bach so eine Virtuose Deutung dieser Toccata gewollt haben mag, wage ich zu bezweifeln.
Anschließend als kurzes "Intermezzo" die Lerche von Glinka in der Bearbeitung von Balakirew. Hier konzentriert sich Kissin auf die Führung der einfachen Melodiestimme, vergißt alles um sich herum und brilliert mit einer Anschlagskunst, wie sie in diesem Stück bisher nie erreicht worden ist (z.B. Magaloff). Atemberaubend!
Schließlich das Hauptwerk der CD, Mussorgskys fast zu oft gespielte "Bilder einer Ausstellung", Kissins Lieblingswerk. Hier ist er voll in seinem Element. Besonders überzeugt Kissin ab dem Bild "Markt von Limoges". Dieses wohl schwerste Stück aus diesem Zyklus gelingt ihm meisterhaft, Baba Yaga wird zu einem wahren Hexenritt (vgl. Mussorgskys "Ritt auf dem kahlen Berg") und das Tor von Kiew erschien noch nie so prunkvoll wie in dieser Aufnahme!
Alles in allem hat auch diese CD wieder Referenzcharakter, wäre da nicht dieser Bach....

Gelungene "Bilder einer Ausstellung",exzellenter Bach/Busoni (12. April 2002)

Nach einer Zeit der (jedenfalls aufnahmemäßigen) Abstinenz legt der junge russische Pianist Evgeny Kissin nun wieder eine neue Solo-CD vor, deren Herzstück die "Bilder einer Ausstellung" von Mussorgsky darstellen. Dieses sowohl in der Klavier- wie auch der Orchesterfassung äußerst beliebte Stück zählte zum Repertoire solch illustrer Pianisten wie Richter oder Horowitz und wird auch heute noch von nahezu jedem Konzertpianisten aufgeführt. Kissin läßt dabei von den ersten Takten der einleitenden "Promenade" an erkennen, daß er zügige Tempi bevorzugt. Dies bekommt im Verein mit seiner beeindruckenden Fähigkeit, auch bei höchster Beanspruchung noch äußerst klar zu artikulieren, insbesondere den von vorneherein schneller angelegten Stücken wie dem "Ballett der Küken" oder der "Marktszene in Limoges" sehr gut. Die die einzelnen Stücke verbindenden "Promenaden" wirken dagegen manchmal etwas gehetzt - durch eine Kunstausstellung läuft man schließlich auch nicht. Auf der anderen Seite vermag Kissin auch kontrastreiche Stücke wie "Samuel Goldenberg und Schmuyle" exzellent darzustellen, und überzeugt ebenso mit einer auch im unteren dynamischen Spektrum nuancierten Spielweise bei "Il vecchio castello". Der gespenstische Charakter der "Katakomben" und die furchterregend dargestellte "Baba Yaga" sowie das grandios gesteigerte "Tor von Kiev" bilden einen exzellenten Abschluß. Trotz dieser Qualitäten ist die Referenzeinspielung dieses Werks nach wie vor die Deutung Ivo Pogorelichs (DG), der den einzelnen Stücken mit der für ihn charakteristischen Detailversessenheit noch mehr Lebendigkeit, Farbigkeit gibt.

Die Bach/Busoni-Transkription ist - wie schon die Chaconne, die Kissin vor einiger Zeit eingespielt hat - auf allerhöchstem Niveau. Zwar beeindruckt zunächst die absolute manuelle Kontrolle, die eine gleichzeitige mehrfache Stimmführung etwa in der Fuge mit einer unerreichten Brillanz und Klarheit ermöglicht; was Kissins Spiel aber insgesamt auszeichnet und auch hier wieder zum Tragen kommt, ist sein Gespür für musikalische Spannungsbögen, die er mit wohldosiertem Rubato und enormer dynamischer Spannweite artikuliert. Dies hält auch das trauermarsch-ähnliche Adagio sehr gut zusammen und läßt es berückend weltfern wirken. - Die zwischen diesen beiden zentralen Werken stehende "Lerche" ist eine charmante, russisch-melancholische Zugabe, die eine gute Ergänzung des restlichen Programms darstellt. - Die Klangqualität ist, wie von RCA gewohnt, exzellent; das Beiheft könnte ausführlicher sein.

Wo die Liebe hin fällt... (10. April 2002)

Ich liebe Klavier, daher gefällt mir diese Version von Mussorgskys Bilder einer Ausstellung wohl am besten. Die Klahrheit ist bestechend.

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