Aus der Amazon.de-Redaktion
"Kein Tribut, sondern eine uneingeschränkte Liebeserklärung" -- als solche bezeichnet die brasilianische Jazzsängerin ihr Album Flora Purim Sings Milton Nascimento völlig zu Recht. Purim hat es sich hier gewissermaßen zur Aufgabe gemacht, ein nie veröffentlichtes Songbook des großen Sängers und Komponisten zu interpretieren.Nachdem die beiden 1964 zum ersten Mal zusammentrafen, geriet Milton Nascimento für Purim zu einem höchst inspirierenden Vorbild. Schaut man heute auf die Karriere beider Stars zurück, so liegen die musikalischen Gemeinsamkeiten auf der Hand. Sie schöpfen aus der folklorischen Tradition Brasiliens, entwickeln jedoch eine ganz eigene Sprache, in der Bossa Nova, Jazz und Rock miteinander verschmelzen.
Damit sind sowohl Purim als auch Nascimento über die Grenzen ihrer brasilianischen Heimat hinausgewachsen. Er arbeitete mit Quincy Jones, Paul Simon und Wayne Shorter zusammen. Sie ging bereits vor über 30 Jahren in die USA, wo sie mit Dizzy Gillespie und Gil Evans spielte. Zusammen mit Chick Corea und ihrem Mann, dem von Miles Davis so geschätzten Perkussionisten Airto Moreira, gründete Purim 1970 die Fusion-Band Return To Forever. Zwar ist Nascimento kein Jazzmusiker, seine geheimnisvolle, ausgefeilte Rhythmik sowie die anspruchsvollen Akkorde werden jedoch besonders von Jazzfans bewundert. Mit ihm aber teilt Purim vor allem den vokalistischen Einfallsreichtum.
Nascimentos Register reichen von einer tiefen Männerstimme bis zu einem hohen weiblichen Falsett. Und Purims Stimme umfasst sechs Oktaven. Wer sonst also sollte seine musikalische Liebe zu Nascimento auf derart hohem Niveau bezeugen können? Purim wird dabei von einer Band begleitet, die zum Besten gehört, was Latin Jazz derzeit zu bieten hat. Mit dabei: Airto Moreira, Giovanni Hidalgo an den Congas und, als Gastmusiker, der Pianist George Duke.
Ob die Lieder sich nun in einem mächtigen Groove oder treibenden Samba entladen, stets bleibt die Musik wunderbar entspannt. Und das letzte Stück "Cais" dürfte sogar als eine der geschmeidigsten Balladen in die Jazzgeschichte eingehen. Eine Liebesaffäre, die es in sich hat! --Roman Rhode




