Aus der Amazon.de-Redaktion
In einem früheren Leben hat Guy Garvey gesoffen, gehurt und sich selbst wie auch seine Umwelt in Situationen gebracht, die mit antrainiertem Sicherheitsbewusstsein und puren Überlebensinstinkten kaum zu bewältigen waren. Garvey marodierte als Agent Provocateur durch die tristen Straßen der Industriestadt Manchester. Er jagte einem Gefühl von hemmungsloser Romantik hinterher, nur um im nächsten Moment einer weiteren "größten Liebe" das Herz zu brechen. Und all das tat der Sänger, Poet und Selbstdarsteller nach eigener Aussage nur, um neue Geschichten zu finden, denen er wieder einen Song für seine Band Elbow abringen konnte.Mit Erfolg, wie man Asleep In The Back, dem ersten Longplayer von Elbow, anhören kann, die zuvor mit zwei EPs ihren künstlerischen Horizont absteckten: War New Born noch die Einführung in das turbulent-dramatische Gefühlsleben der Band, so charakterisierte Any Day Now ihren biografischen Weg: Das von Frustration und gesellschaftlicher Beschränkung geprägte Aufwachsen in einer Kleinstadt, der Umzug nach Manchester, die kreative Explosion. Asleep In The Back fasst diese Positionen zusammen und treibt das eigentümliche, von Melancholie, Wut und präzisen gesellschaftlichen Beobachtungen geprägte Universum der Band in unbekanntes Territorium.
Musik, die so ruhig, so dunkelblau und so tief ist wie ein Bergsee um Mitternacht und die sich doch immer wieder in einem Wasserfall der Emotionen bricht. "Prog-Rock ohne Solos" nennt Guy Garvey dieses klangliche Monster, das Songs von einer epischen Größe hervorbringt, während die von Garvey besungenen Geschichten zugleich von kleinen, von alltäglichen Dingen handeln.
Oft hat man das dringende Bedürfnis, den Songs hinterher zu kriechen -- mitten hinein in die Lautsprecherboxen -- so ruhig, so fragil, so bedacht gehen Elbow mit ihrem Klangbild um, das in Songs wie "Don't Mix Your Drinks" fast ausschließlich von Akustikgitarre, Kontrabass und dezenten Paukenschlägen dominiert wird. Würden sich Tortoise, The Sea And Cake, King Crimson und Morrissey jemals vornehmen, gemeinsam ein Charts-Album produzieren zu wollen, dann könnte das in etwa so klingen wie diese wunderbare Platte. --Björn Döring
Kundenrezensionen zu 'Asleep in the Back'
als hätte Gabriel eine Session mit Floyd gemacht und Massive Attack die Sache remixed... (7. Dezember 2008)
Ich hab schon anonym geschwärmt, wohl zu wortkarg.Jetzt gehe ich (spät genug!!) ins Detail...
Any day now
Als hätte Peter Gabriel anno 1969 eine Session mit Floyd gemacht und Massive Attack das Stück behutsam remixed. Eine mystische Orgel blendet sich ein und ein langsamer aber seltsam treibender Beat. Und ein schläfriges Mantra, was man später bei Elbow öfters finden wird...
Red
Erinnert einwenig an "Breaking the Girl" von den Chili Peppers. Genial einfache Klaviermelodie und Guy Garvey singt wie ein Engel. Ein Lied über eine Freundin, die drogensüchtig war und erst begriff, was Sache ist als der Sänger sie resignierend fallen ließ.
Little Beast
Wieder etwas Triphophaft. Wie ich finde einer der unterbewertetsten Elbow-Titel, schön angeschrägt. Handelt über die Klippen beim Anbaggern.
Powderblue
Mir persönlich einen Tick zu kitschig, aber es ist unter den Fans ein "All time Favorite" und der lange Gesangston am Ende sucht seines Gleichen...Thema, ein ehemaliges Junkiepaar heiratet...
Bitten By the Tailfly
Uriger Afrobeat, erinnert an Peter Gabriel. Es fängt relativ ruhig an und wird dann vielstimmig wild. Live besonders beeindruckend, wenn man merkt dass Garvey nicht nur hauchen sondern auch BRÜLLEN kann.
Asleep in the Back (Bonus track)
Wieder ein Walzer und recht sanftmütig. Aber der Teil wo die Bläser ein Solo spielen ist gut zum Bassbox testen!
Newborn
DER Klassiker. Es fängt fast Seal-verdächtig an (nur der Text ist schon recht schräg "ich werde die Leiche in deiner Badewanne sein"), dann steigert es sich über ein Orgelsolo in die volle Lärmextase
Don't mix your drinks
sehr sanft, größtenteils akkustisch
Presuming Ed (Rest easy)
wieder Floyd-verdächtig mit schönen inbrünstigen Chorgesängen
Coming Second
Einwenig als würde Peter Gabriels Intruder durch Neil Youngs Alabama stampfen. Das Lied handelt darüber, wenn deine Ex einen neuen Freund hat und du magst ihn nicht. Endet auch wieder krachig.
Can't stop (Vorsicht! Auch dieser Titel ist nicht auf jeder CD)
ein Blues mit einem atemberaubenden Gesangston.
Scattered Black and Whites
erinnert etwas an Carpet Crawl von Genesis und handelt über Guys Familie.
Zusammenfassung: Eine CD wie ein mystischer Traum. Man schreckt gelegentlich auf, bleibt aber meist in einem gemütlichen Schwebezustand, wie ich es eigentlich nur noch bei Pink Floyds "Wish you were here" wiederfinde oder bei der "Lamb" von Genesis.Ist auch nach wie vor meine Lieblingsplatte von Elbow. Manche könnten sie etwas langweilig finden, aber gerade diesen schläfrigen roten Faden finde ich so schön. Das Album heißt nicht umsonst "schlafend auf dem Rücksitz"
Der Schatz im CD Regal! (28. September 2008)
Das erste und beste Album von Elbow.Dies ist das einzigste Album was ich mir immer wieder gerne anhören kann und was ich nie leid werde zu hören.
Man legt sich hin und lässt sich von der Musik entführen. Sie ist gradlinig und schwungvoll und wird dadurch niemals anstrengend.Die vielen kleinen Einzelheiten fügen sich gut zusammen und es gibt immer wieder was zu entdecken.
Man träumt vor sich hin und spürt die Leichtigkeit des Seins. Alles erscheint auf einmal wundervoll.
Newborn ist das Highlight auf dieser CD. Der Song fängt ganz unscheinbar an, aber steigert sich in ein großes Finale.
Diese CD muss jeder besitzen, denn sie vermittelt einfach ein gutes Gefühl!




