Aus der Amazon.de-Redaktion
Wenn dieser Mann nicht mit ganzer Seele Musiker ist, dann ist es niemand. Auch auf Moffou -- der elften Platte -- und gut nach 30 Jahren im Geschäft, scheint Salif Keitas Musik, die schon Jahrzehnte vor dem Terminus Crossover war, nichts von ihrer Einzigartigkeit eingebüßt zu haben. Popmusik, kann man heute lapidar sagen, für die Keita seinerzeit einiges aufgeben musste. Als sein Vater, kein Geringerer als ein direkter Nachfahre von Soundjata Keita, Begründer des Königreiches Mali im Jahr 1240, von den Plänen seines Sohnes Salef erfuhr, Musiker zu werden, enterbte und ächtete er ihn. In den späten 60er-Jahren tingelte Keita mit seinem Bruder durch die Nachtclubs von Bamako und mit verschiedenen Rail Bands bis in die umliegenden Staaten.Erst 1984 in Paris startete er seine Solokarriere und sorgte gleich mit seinem Debütalbum Soro (1987) für Aufsehen. Nicht nur seine hohe und bemerkenswert klare Stimme und die Art der Phrasierung hatten bis dahin nur wenige außerhalb des schwarzen Kontinents gehört. Auch seine Musik, eine Fusion aus Einflüssen von Zentralafrika bis Südamerika und dem Orient, von Kuba und Zaire bis Mali, war etwas Neues, das aus dem Alten geboren wurde. Tradition und Moderne, nach wie vor. Moffou ist warm und weich, bittersüß, voller Licht, also auch Schatten, und auch, wenn Keita meist nachdenklich gestimmt scheint, dann doch immer mit dem Wissen um die Möglichkeit, Fünfe auch mal gerade sein zu lassen. --Rolf Jäger
Kundenrezensionen zu 'Moffou'
sensationell gut (30. Dezember 2003)
wer den artist kennt, wird die scheibe sowieso schon haben - wer nicht - kaufen. es ist fantastisch gute musik - sehr gut produziert.Zu Hause angelangt (30. Januar 2003)
Salif Keita steht zu seinen Wurzeln, Mali mit seiner traditionellen Musik. Er hatte nicht das „Glück", von Ry Cooder entdeckt und gecoacht zu werden wie Ali Farka Toure, nein, der Abkömmling des Begründers des ehemaligen Königreichs Mali machte seinen eingenen, eigenwilligen Weg.Nun ist er zu Hause angelangt. Unglaublich ehrliche, entspannte afrikanische Bluesmusik hört man auf seinem neusten Album, seinem elften! Ein wahres Meisterwerk.
Sehr viel Afrikanisches hört man, wenn man genau zuhört, hört man auch mit unseren Ohren einen unglaublichen Reichtum. Salif Kaita ist wirklich ein hervorragender Komponist, alle Stücke auf dieser CD wurden mit seiner Feder geschreiben. Reichtum an Melodien, aber auch bei der Instrumentierung setzt dieses Album Massstäbe.
Auf dem ersten Stück dieser CD hilft Cesaria Evoria mit, dem malischen Blues capverdische Melancholie einzuverleiben.
Anspieltipps zu geben ist schwierig, weil schlicht alle 10 Stücke überzeugen.
Mein Klassiker (28. November 2002)
Salif Keita ist ein aus Mali stammender afrikanischer Künstler, der in Frankreich seine zweite Heimat gefunden hat. Keite entpuppt sich aber als ein Bewahrer westafrikanischer Tradition. Jedenfalls ist "Moffou" das bodenständigste Album in Keitas Karriere: eine radikale Absage an den gegenwärtigen Trend zur Computerfrickelei. Stattdessen gibt es akustische Instrumente satt und echte Emotionen.In Balladen wie "Iniagige" bringt Keitas vibrierendes Organ tiefe Emotionen zum Ausdruck. Und im beschwingten "Madan" reißen uns jene die Seele beflügelnden Mandingo-Frauenchöre vom Hocker, die schon auf seinem Debüt begeisterten.
Zurück in die Zukunft (17. April 2002)
Einmal mehr serviert uns Salif Keita mit "Moffou" große Kunst. Was sich auf den ersten Blick als Rückbesinnung auf traditionelle afrikanische Kläne darstellt, ist aber auch genauso ein aufregender Flirt mit aktuellen Einflüssen: Latin- und Lusitanische Klänge (Yamore, Koukou, Here), französischer Chanson (Katolon) und Dance/Dub-Anleihen (Madan) - das Klangbild bleibt aber dennoch stets akustisch geprägt, bezaubernd leicht und warm.Also keine klischeehafte Folklore sondern aufgeklärte Roots-Musik für das neue Jahrtausend. "Moffou" ist somit eine von Keitas besten Platten, die in einer Reihe steht mit den Afro-Highlights der letzten Monate von Gigi und Angelique Kidjo.
Wirklich grosse Musik (4. April 2002)
Traumhaft schön und besonders ruhig ist Salif Keita neue CD.Gegenüber "Papa" hat Keita fast alle Elektronik "abgestellt". Dadurch tritt die Qualität seiner Kompositionen und seines Gitarrenspiels ganz besonders stark hervor und demonstriert seine ausserordentlichen Fähigkeiten als Komponist. Es entsteht eine sehr warme und ruhige Atmosphäre. Gegenüber seinen bisherigen CDs tritt deutlicher als zuvor der Einfluss der Musik seines Heimatlandes Mali hervor.
So findet man in dieser Musik eine grosse Breite an Einflüssen der Musik der Region. In zwei Stücken höre ich auch kubanische Einflüsse (Yamore, Baba). In "Iniagige" und "Ana Na Ming" hört man ihn zur akustischen Gitarre: atemberaubende Versionen von zwei seiner schönsten Stücke. So kann ich mich für das schönste Stück nicht entscheiden, Moussoulou gehört auf jeden Fall zu den Anspieltipps. Generell mutet die perfekte Spielweise fast klassisch an, wie immer bei Keita ist das Album perfekt aufgenommen und produziert. Auch die Band ist nicht genug zu loben.
So schön hat man seine Musik noch nie hören können - Salif Keita`s neue und vielleicht beste CD gibt hoffentlich für viele Anlass, einen der wirklich grossen Komponisten und Musiker unserer Zeit kennen zu lernen. Mich berührt die Tiefe seiner Musik wie vielleicht nur noch die von Schumann, Bartok und Young.






