Aus der Amazon.de-Redaktion
Die Gothic-Finnen orientieren sich immer noch überdeutlich an den Sisters Of Mercy, haben in puncto Songwriting und Arrangements aber zulegen können. Blessed Be klang noch wie eine reichlich überflüssige Anlehnung an die Sisters, gepaart mit mehr als einem sehnsüchtigen Blick auf den Erfolg der Kumpels von HIM. Paris Kills klingt da schon etwas eigenständiger und hat einige gutklassige, atmosphärische Goth-Rock-Nummern zu bieten.Mit Vocals zwischen den Sisters und Type 0 Negative, soliden Midtempo-Riffs, diversen gelungenen Grusel-Pop-Einschüben und gut abgehangenen Gänsehaut-Arrangements schaffen sich die 69 Eyes eine Nische, die irgendwann vielleicht mal ihnen ganz allein gehören könnte. Härte und Eingängigkeit halten sich die Waage, weshalb Sisters-Fans oder HIM-Anhänger, die die Wartezeit bis zum nächsten Album von Ville Valo & Co. nicht überstehen, hier bedenkenlos zugreifen können. --Michael Rensen
Kundenrezensionen zu 'Paris Kills'
Mehr Rock als Goth? Warum nicht... (3. Mai 2005)
Nachdem das Vorgängeralbum „Blessed Be..." mich vollends überzeugen konnte, stehe ich diesem Album dementsprechend kritisch gegenüber. Der Grund liegt auf der Hand, denn The 69 Eyes klingen anders, leider im negativen Sinne. „Paris Kills" versprüht einen edlen Glanz, der mit schwarzer Musik nicht mehr allzu viel am Hut hat.Bereits der Opener „Crashing High" lässt die Stirn des alteingesessenen 69 Eyes- Liebhabers runzeln: Frische, fröhliche Melodien, welche man nach kurzer Zeit mitsummen und bald auch -singen kann. Das wird den einen oder anderen vermutlich stark verunsichern, da man bisweilen melancholische, traurig-schöne, man könnte meinen typisch finnische Musik zu hören bekam. Wer das auch von diesem Album erwartet, sollte sich warm anziehen, denn allzu viel ist von der ehemals gotisch anmutenden Atmosphäre nicht geblieben. „Paris Kills" bietet seiner Hörerschaft vielmehr einen Mix aus düsterer Heiterkeit und leicht verdaulichem Gothic-Pop-Rock, was nicht zuletzt an die finnischen Kollegen von HIM erinnert.
Was sich jetzt vielleicht wie ein vernichtendes Urteil anhört, sollte eigentlich nur andeuten, dass The 69 Eyes ihren Schwerpunkt hier deutlicher auf Eingängigkeit, keinesfalls aber auf Eintönigkeit gesetzt haben. Prinzipiell sind sie sich treu geblieben, zumindest was den Aspekt der Abwechslung anbelangt. Neben simpel gestrickten Tracks wie „Dance D'Amour" oder „Betty Blue" findet man natürlich auch die altbewährte Tränendrüsen-Ballade und zwar „Radical". Der Schwerpunkt des 10 Titel umfassenden Albums liegt auch hier wieder bei den Midtempo-Nummern wie zum Beispiel das optimistische „Don't Turn Your Back On Fear" oder das ohrwurmtaugliche „Forever More". Bei manchen Liedern hat man sich besonders experimentell gezeigt; so tauchen bei „Grey" zu Beginn fast orientalisch klingende Laute auf, „Stigmata" hingegen wird von einem flotten Stakkatoriff angetrieben und der letzte, knapp sechs Minuten lange Titel, „Dawn's Highway", besticht durch nachdenkliche, fast schon zerbrechlich wirkende Melodien.
The 69 Eyes haben sich mit dieser Platte die größte Mühe gemacht, ein möglichst breites Spektrum an Menschen zu begeistern, was unwiederbringlich zu der Annahme führt, dass kommerziell ausgerichtete Beweggründe dahinter stecken. Wer keine ausgereifte Komplexität, keine weltbewegenden Texte und keine revolutionäre Musik erwartet, dürfte sich mit „Paris Kills" anfreunden können. Junge Goth-Mädchen werden ihren Lieblingssänger Jyrki auch weiterhin anschmachten, ein Großteil der HIM'schen Fangemeinde wird spätestens durch dieses Album auch zum The 69 Eyes- Groupie mutieren und bei allen anderen wird sich zeigen, inwiefern sie mit der leicht veränderten Musik der Finnen auskommen können. Hätte ich nie „Blessed Be..." gehört, so käme vielleicht etwas besseres heraus, da sie aber einen derart tollen Vorgänger abgeliefert haben, reicht es ‚nur' für vier kleine, aber feine Sterne.
Anspieltipps: "Dance D'Amour" , "Radical" , "Still Waters Run Deep"
Jeder Song ein Treffer (17. Mai 2003)
Ich war erstmal erschrocken, als die neueste Collage der finnischen Schwarzkittel das erste mal durch meine Anlage flutete. Goth-Pop mit vereinzelten Gitarrenriffs? Das musste ein schlechter Scherz sein. Nein! Gleich nochmal durch die Klangreibe drehen! Und so nach und nach verwarf sich dann auch mein erster Eindruck vom neuerlichen Popappeal der Herren Augen. Einige reminiszente Gassenhauer wie "Betty Blue", das schwer tanzbare "Dance D'Amour" oder die zart bis orchestralisch angehauchten Keyboardfermaten auf "Don't Turn Your Back On Fear" und "Still Waters Run Deep" entblößten sich nach genauerem Hinhören, und schon hatte sie mich wieder in ihren Bann gezogen: die infektiöse Musik der Eyes! Großes Kino! Zwar versucht man sich mit dem urbanen Intro "Crashing High" noch ein wenig an die alten Tage des Sleaze-Rocks anzukoppeln, was der eingängige Gute-Laune-Chorus aber schnell wieder wettmacht. Einzig bei "Stigmata" weiß ich nicht so ganz, was die Herren von mir wollen. Plötzliche Industrial-Experimente bei den selbsternannten Prinzen des Goth'N'Roll? Naja, dafür hab ich gerade leider nur ein paar Groschen und ein bissiges "Kein Anschluss unter dieser Nummer" übrig. Trotzdem nicht weiter tragisch.Fazit: die Eyes dreschen wieder so eingängig auf den Hooklines rum, dass man schnell um die Einzigartigkeit der Melodien fürchten muss, aber der Melancholiepegel wird dennoch wieder mit atmosphärischen Eckschlägern hochgehalten. Die Balance stimmt!
Ergo: Licht aus, Kerzen an und im Soundurwald des neu Eyes'schen Paris verirren.
"Dance with me into the night, to the serious moonlight..."
Mein Reden, Jyrki!
einfach genial! (23. Februar 2003)
Da ich ein riesen Fan von den Eyes bin ist diese wundervolle CD natürlich schon länger in meinem Besitz, aber ich höre sie mir auch jetzt immer wieder gerne an!"Paris Kills" ist ein hervorragendes Album und keinesfalls schlechter als seine Vorgänger. Natürlich kann man einen ziemlichen unterschied zu "Wasting the Dawn" oder zu "Blessed Be" eindeutig erkennen, aber genau das macht das Album ja so gut, es ist eben mal was anderes!
Zugegeben, als ich mir das Album zum ersten mal angehört hab war ich doch etwas "erstaunt", da manche der Songs fast gar nicht mehr "düster" sind, als ich es mir dann aber noch mal angehört hab sah das schon ganz anders aus, denn "Paris Kills" bietet für jeden etwas und jeder Song schafft es einen in seinen Bann zu ziehen, was wohl nicht zuletzt an Jyrkis genialer Stimme liegt :)
Ich kann euch nur raten dieses Album zu kaufen, es ist echt super! Nach dieser Scheibe dürfte jetzt wohl endlich jedem klar sein, dass die Eyes nicht nur eine billige Kopie von HIM sind!
Rezension von Paris kills (29. November 2002)
The 69 eyes ist die bisher einzige Gothic Band, die mir gefällt. Mit ihren tiefen und harten Gitarren, dem klaren Keyboard und Jyrkis einmalig tiefer Stimme schaffen die fünf Finnen einen wirklich atemberaubenden Sound. Bester Song ist eindeutig "Dance d`amour", ein traurig und melancholisch klingender Song, der einen in tiefe Liebesdepressionen versetzen kann. Überhaupt ist jeder dieser Songs fähig einen in eine völlig andere Stimmung zu versetzen als man derzeit ist."Stigmata" ist einer der kräftigsten Songs mit besonders gutem Bass. Lediglich "Grey" ist ein wenig ungewohnt und schwach ausgefallen, der Rest des Albums ist verdammt gute Musik. Und entgegen dem, was viele sagen, finde ich, dass the 69 eyes die Band "Him" schon längst überflügelt hat.
Es verdient Anerkennung! (16. November 2002)
Ja, es verdient Anerkennung, dieses Album von The Sixty-Nine Eyes, da es eine, von Album zu Album stattgefundene, Weiterentwicklung dokumentiert. War "Wasting the Dawn" noch ein hauptsächlich primitiv, auf harte Gitarren und Sound, reduziertes Album (obwohl der Song Wasting the Dawn genial ist), so war "Blessed Be" schon qualitativ hochwertiger. Damals begann auch die Zusammenarbeit mit einem Produzenten und dieser dürfte anscheinend wirklich gute, poppige Inputs gegeben haben. Dadurch erschien "Blessed Be" bereits weitaus melodiöser und es verdeutlichte den Gothic Sound von The Sixty-Nine Eyes. Mit "Paris Kills" zeigen sie sich noch eine Spur harmloser und poppiger. Es bedarf zwar einer Anlaufphase, sprich einiger Male Album hören, bis die Songs ins Ohr gehen, dennoch stellt man letztendlich fest, dass es genial ist. Auch in diesem Fall stehen die Gothic Elemente weiterhin im Vordergrund. Und das ist auch gut so. Denn anders kann ich mir The Sixty-Nine Eyes auch gar nicht vorstellen. Und in ihrem Bereich haben sie sich auch nun endgültig einen Namen gemacht.Laut Jyrki ist nun die Trilogie abgeschlossen. Was kommt jetzt?






