Der Stellvertreter

Verkaufsrang: 7033 (DVD)
Actor: Ulrich Tukur
Actor: Mathieu Kassovitz
Actor: Ulrich Mühe
AspectRatio: 1.85:1
AudienceRating: Freigegeben ab 12 Jahren
Autor: Rolf Hochhuth
Binding: DVD
Brand: Concorde
Director: Constantin Costa-Gavras
EAN: 4010324021076
Technische Details: FSK 12
Format: Dolby
Format: DTS
Format: PAL
Format: Surround Sound
Label: Concorde Video
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Concorde Video
Verlag: Concorde Video
RegionCode: 2
Erscheinungsdatum: 2. April 2003
Spielzeit: 126
Studio: Concorde Video
TheatricalReleaseDate: 2002
von: Ulrich Tukur (Hauptdarsteller), Mathieu Kassovitz (Hauptdarsteller), Armand Amar (Komponist)
Preis: EUR 5,49

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Product Description

Concorde Der Stellvertreter, USK/FSK: 12+

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Die Zeiten, in denen Rolf Hochhuths "christliches Trauerspiel" Der Stellvertreter noch -- wie damals, 1962, bei seiner Uraufführung -- einen Skandal und große Diskussionen ausgelöst hat, sind lange vorbei. Wir wissen vom Schweigen des Papstes und der hohen Kurie angesichts des Holocausts. Die Wut und die Entrüstung, die vor 40 Jahren Christen auf der ganzen Welt empfunden haben, sind anderen, gedämpfteren Gefühlen gewichen, vielleicht sogar einer gewissen resignativen Gleichgültigkeit. Gerade deshalb kommt Costa-Gavras' Filmadaption des Stückes nun genau zur rechten Zeit. Sie wirkt dem Vergessen und der Verdrängung entgegen und profitiert zugleich von der nicht mehr ganz so erhitzten Sicht auf die von Hochhuth akribisch genau dargestellten Ereignisse.

Rolf Hochhuth war in der Wahl seiner Mittel nicht gerade sehr subtil, nichts sollte die Botschaft seines Trauerspiels verdecken. Und so setzt auch Costa-Gavras auf deutliche Zeichen. Immer wieder zeigt er die Züge, die Hunderte von Menschen in die Todesfabriken von Auschwitz bringen und dann wieder leer zurückfahren, um die nächsten zu holen. Vor dem Hintergrund dieser nicht abreißenden Transporte bekommen die Bemühungen des deutschen Chemikers und Offiziers der Waffen-SS Kurt Gerstein (Ulrich Tukur) und des italienischen Jesuitenpaters Riccardo Fontana (Mathieu Kassovitz) um eine Intervention des Vatikans, nicht nur eine ungeheuere Dringlichkeit. Sie sind einfach selbstverständlich, und man kann kaum begreifen, wie Papst Pius XII. (Marcel Iures) und seine Berater aus diplomatischen Erwägungen heraus die Augen verschließen konnten.

Aber bei aller politischen und historischen Eindringlichkeit ist Der Stellvertreter doch viel mehr als nur eine filmische Geschichtslektion. Die konkreten Ereignisse sind der Hintergrund, vor dem Costa-Gavras die zu jeder Zeit gültigen Dramen und Tragödien von Kurt Gerstein, Riccardo Fontana und dem namenlos bleibenden Doktor (Ulrich Mühe), der die Todesmaschinerie im Osten überwacht, ausbreitet. Der Christ Gerstein, der die Qualität des Zyklon B kontrolliert, kämpft gleich auf mehreren Ebenen gegen die Vernichtung der Juden an. Dafür bleibt ihm nur ein Weg: Er muss in seiner Position bei der Waffen-SS verharren und so selbst Tag für Tag schuldig werden. Die Schuld, die er auf sich lädt, zerreißt Gerstein innerlich fast, und man spürt, die auf ihm liegende Last in jedem Blick, in jeder Geste Ulrich Tukurs. Sein Porträt des Widerständlers, der doch Teil des Systems ist, wird man so schnell nicht wieder vergessen. Und auch Mathieu Kassovitz und Ulrich Mühe überzeugen durch ihre eindringliche Darstellung des idealistischen Geistlichen und des zynischen Opportunisten. In Hochhuths Tragödie ist der "Doktor" eine Figur, die man verabscheut. Ulrich Mühe verwandelt ihn in einen vielschichtigen Charakter, den man letztlich nicht einmal hassen kann. --Sascha Westphal

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Kundenrezensionen zu 'Der Stellvertreter'

Geschichtsfälschung wird durch Medium Film nicht besser! (23. September 2008)

Hochhuts leichtfertiger Umgang mit der Wahrheit und des Ignorierens historischer Tatsachen erreicht durch einen Film eine breite Masse, fällt bei einem gewissen Klientel auf fruchtbaren Boden und wird schließlich zu politisch korrekter Geschichte. Enzykliken wie "Mit brennender Sorge" (Pius XI.) oder Summi Pontificatus (Pius XII.) werden ohnehin schlichtweg ignoriert. Aber auch Äußerungen und Ehrungen von Juden, die den "umstrittenen Papst" für die Rettung von 850.000 Juden ausdrücklich dankten und ehrten, werden aus ideologischen Gründen nicht benannt. Daher braucht man gar nicht erst darüber zu diskutieren, ob ein ähnlicher Hirtenbrief, wie er an die holländischen Gläubigen gerichtet war, in Deutschland eine andere Reaktion hervorgerufen hätte (in den Niederlanden führte der Hirtenbrief schließlich auch zur Verfolgung der zum Christentum konvertierten Juden). Noch ein Zitat eines weiteren, prominenten Juden: "Nur die katholische Kirche protestierte gegen den Angriff Hitlers auf die Freiheit. Bis dahin war ich nicht an der Kirche interessiert, doch heute empfinde ich große Bewunderung für die Kirche, die als einzige den Mut hatte, für geistige Wahrheit (...) zu kämpfen (Albert Einstein). Eine weitere Geste: Die Schweigeminute Leonard Bernsteins zum Tode des Papstes Pius XII. Aber wie stand es richtigerweise am 21.02.08 in der Wiener Tageszeitung "Die Presse": "Das deutsche Feuilleton, sonst so debattenfreudig, griff die Frage nicht auf."
Hochhuts Geschichtsignoranz wird durch ein reißerisches Drehbuch nicht besser.

Costa-Gavras hat schon spannenderes gemacht (6. Juli 2008)

Schade dass Costa-Gavras, sonst einer meiner Lieblingsregisseure, das ganze nicht anders aufgezogen hat. Herausgekommen ist ein gerade noch erträglicher Film voller Plattitüden. Wie weit darüber steht doch Schindlers Liste, das ist ein wirklich bewegender Film!

Die Industrialisierung des Bösen. (16. August 2007)

Der deutsche Chemiker Kurt Gerstein war im Zweiten Weltkrieg als Offizier der Waffen-SS mit der Qualitätskontrolle des Giftes Zyklon B betraut. Vor Ort erlebt er die grausamen Auswirkungen dieses Giftes. In seiner eigenen Familie unverstanden, sucht er den Kontakt zur Diplomatie und zur Kirche, um auf die Geschehnisse im Osten aufmerksam zu machen. In dem italienischen Jesuitenpater Riccardo Fontana findet er einen Mitstreiter mit guten Kontakten zum Vatikan. Fontana reist nach Rom und stößt in seiner Familie auf die gleichen Vorbehalte wie Gerstein. Gegen alle Interventionen konfrontiert Fontana den Papst in einer Privataudienz und fordert eine Stellungnahme. Damit verstößt er nicht nur gegen das Protokoll. Die von ihm genannten Zahlen liegen so unvorstellbar hoch, das man seine Glaubwürdigkeit anzweifelt. Die diplomatischen Berater des Papstes sind angesichts dieser Fakten überfordert. Die Züge rollen weiter.

Der Film setzt Rolf Hochhuths christliches Trauerspiel anspruchsvoll in Szene. Es ist dennoch kein Film der Handlungen, sondern einer der Dialoge.

widerstand zwecklos...; erschütternde wahrheit (10. Februar 2007)

wer auch immer diesen film gesehen und verstanden`hat,wird die meinung teilen,dass das handeln der kath.kirche,die reaktion des damaligen papstes den holocaust betreffend,in keinster weise vertretbar war.moralisch gesehen sogar ein verbrechen an der menschlichkeit,am christentum war. es scheint gerade so; als habe man "im namen gottes" die massenmorde in den konzentrationslagern nicht nur ignoriert sondern
andernfalls gebilligt,zumal; indirekt daran profitiert wurde.es handelt sich um tatsachen,um den mord an millionen unschuldiger menschen,nicht etwa um eine fiktion mit unterhaltungswert!die ignoranz,die angebliche unfähigkeit-die geschehnisse zu vermeiden ist nicht zu entschuldigen.
diese verfilmung,welche den versuch einzelner personen zur verhinderung der verbrechen im nationalsozialismus darstellt, hat einen aufklärungswert im hohen maße und sollte nicht bagatellisiert werden.man ist es allein schon den opfern schuldig!
die darsteller im film sind sensibel ausgewählt und haben meinen persönlichen respekt....

Die dunkle Seite der Macht (29. Oktober 2006)

Der Film ist eindrucksvoll und bringt eine wichtige - wenn nicht die wichtigste Erkenntnis - zum Holocaust ans Licht: Die katholische Kirche wußte nicht nur vom Massenmord an den Juden, sondern sie hat ihn billigend hingenommen letztlich durch das Reichskonkordat sogar noch erhebliche Vorteile für sich daraus gezogen.
Dafür gibt es keine Entschuldigung. Wenn Papst Benedikt kürzlich in Ausschwitz fragt: "Warum hat Gott hier geschwiegen?" so kommt dies einer Geschichtsfälschung gleich: Die Frage: "Warum hat der Papst hier geschwiegen?" wäre korrekt gewesen.
Von Gottes "Stellvertreter" auf Erden hätte man deutliche Worte im 3. Reich erwarten dürfen - der Märtyrertod für einen Papst, der sich auf Petrus beruft wäre eine Ehre gewesen. Diesen sind viele kleine Priester gestorben, die sich von der Kanzel getrauten, die Wahrheit zu sprechen, der heilige Mann in Rom jedoch hat geschwiegen.
Nach Hochhuths Werk, das bis auf wenige Details, die nicht korrekt sind, im wesentlichen belegt ist, warte ich seit ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe (1995) auf eine Entschuldigung der Amtskirche, eine postume Exkommunizierung von Papst Pius XII. und ein Aufkündigung des Reichskonkordats durch die Kirche - dem einzigen Außenvertrag des 3. Reiches, der heute noch gilt.
Dazu wird es aber wohl nicht kommen - die katholische Kirche arbeitet im Gegenteil seit Jahrzehnten eifrig an einem Seeligsprechungsverfahren für Pius XII. Im Namen des (Harken)Kreuzes ist viel Unheil geschehen und es bleibt nur, aus der Geschichte zu lernen.
Aus meiner Sicht kann sich "Der Stellvertreter" mit "Sophie Scholl" oder "Schindlers Liste" durchaus messen. Die Besetzung ist hervorragend - zu gefallen weiß vor allem Ulrich Tukur als Gerstein.

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