Aus der Amazon.de-Redaktion
Wyclef Jean setzt auch auf seinem dritten Soloalbum konsequent auf eine möglichst breite stilistische Basis. Ähnlich wie auf The Carnival (1997) und The Ecleftic (2000) kombiniert er nach Herzenslust unterschiedlichste Elemente, von Pop über Soul, Jazz, Funk, Rock bis hin zu Reggae, R&B und HipHop. Und auch diesmal gehen ihm die Ideen nicht aus. War es das letzte Mal "Wish You Were here" von Pink Floyd, so unterzieht Wyclef diesmal "Knockin On Heaven's Door" von Bob Dylan -- das er allen verstorbenen Rappern der letzten Jahre widmet, von Freaky Tah (Lost Boyz) über Biggi bis hin zu 2 Pac --, einer gelungenen Frischzellenkur. Doch dieser Klassiker ist nicht das einzige Stück aus der Vergangenheit, mit dem er sich diesmal beschäftigt. Mit "Pussycat" liefert er zudem seine äußerst unterhaltsame Version des Burt Bacharach/Tom Jones-Klassikers "What's New, Pussycat?" ab.Daneben gibt es allerdings auch wieder ein paar Originale wie "You Say Keep It Gangster" oder das zusammen mit M.O.P. und Bumpy Knuckles eingespielte Titelstück "Masquerade" zu hören, die höchsten Ansprüchen genügen. Die mit Abstand beste Nummer ist allerdings "War No More", eine melancholisch eingefärbte Reggae-Nummer, in der Wyclef Jean auf unnachahmliche Weise seine Beobachtungen rund um den 11. September verarbeitet. --Norbert Schiegl
Kundenrezensionen zu 'Masquerade'
Wyclef Jean kann es (14. Juli 2003)
Das mit Abstand erfolgreichste Drittel der Fugees (ob es zu einer Reunion kommt, steht immer noch in den Sternen) sorgt auch mit seinem dritten Solo-Album nach "The Carnival" (1997) und "The Ecleftic" (2000) für weitere Überraschungen.Er scheut vor keiner noch so unmöglichen erscheinenden musikalischen Kombination zurück - war es zuletzt Pink Floyd, so werden auf diesem Album Tom Jones "What`s New, Pussycat", Frankie Valli`s "Oh What A Night" und der Bob Dylan - Klassiker "Knockin` On Heavens Door" (als Reminiszenz an viele verstorbene HipHopper der letzten Jahre) von ihm in seiner typischen Art incl. seiner Stimme, die Bob Marley ähnlich wird, auseinander genommen und neu interpretiert. Doch nicht nur bei den Coverversionen ist Wyclef groß, denn seine eigenen Songs wie das mit der City High-Sängerin Claudette Ortiz eingespielte "Two Wrongs", sein Kommentar zum 11.O9. "War No More" mit elegischem Reggae-Rhythmus oder das tieftraurige "Daddy" sind eine Klasse für sich. Wobei er auch richtig harten HipHop in seinem Repertoire hat. "You Say Keep It Gangster" oder das zusammen mit M.O.P. und Bumpy Knuckles eingespielte Titelstück "Masquerade" zeigen eine weitere Facette des Multi-Talents aus Haiti.
Neben seinem schon obligatorischen Stilmix aus Pop (nachgespieltes "Leaving On A Jet Plane" von John Denver, gesamplete Gitarre aus "Apache" von den Shadows), Funk, Jazz, Reggae, Rock u.v.m. ist das vorletzte Stück "MVP Kompa" ein perfekter Afro-Song (feat. Melky). Unglaublich, woher der erfolgreiche Produzent (Carlos Santana, Whitney Houston) die musikalischen Ideen hernimmt bzw. sie so genial umsetzen kann. Selten, dass ein Künstler drei hervorragende Alben am Stück aufnimmt - Wyclef Jean kann es!
Nicht so gut wie gewohnt (18. November 2002)
Ich habe mir Masqurade gleich in der ersten VÖ Woche zugelegt, nur verlohr ich nach anfänglicher Euphorie nach ein paar Wochen schnell die Lust. Diese LP kann die Standarts von The Carnival, The Ecleftic, geschweige denn von The Score nicht halten. Die ersten 4 Hip Hop Songs fezen zwar richtig, der Rest bis zu "Two wrongs" ist jedoch eher durschnittlich, gewollt innovativ, aber auch gelungen?Ab "Two wrongs" steigt die Qualitätskurve wie gesagt wieder sprungartig und so erreicht das Album mit "War no more" zweifelsohne seinen Höhepunkt. Eine leicht ironische Betrachtung zu den Geschehnissen der 11.September 2001. Abschließend bleibt zu sagen, das die Raggae Sachen mir eindeutig am besten gefallen haben und somit hoffe ich auf ein komplettes Raggae Album vom Meister Jean.
The Masqurade ist nicht Wyclef's Beste, jedoch immer noch besser als der Durchschnitt.





