Kundenrezensionen zu 'Best of'
Klassiker auf der Mitte der Strasse (11. Oktober 2007)
1983 bekamen wir mal mit viel Glück eine Lizenz-Schallplatte aus Bulgarien mit Liedern einer Gruppe namens "Middle of the Road". Damals, ich war gerade mal 10 Jahre alt, kannte ich diese Band mit dem etwas merkwürdigen Namen noch nicht und verstand auch kein einziges Wort Englisch. Aber die Musik hatte es mir sofort angetan und ich nudelte die Platte so oft es ging auf meinem Plattenspieler rauf und runter. Bis 1989 dann die Wende kam und wieder Deutschland vereinigt wurde und allmählich die CD ihren Siegeszug antrat. Mein alter DDR-Plattenspieler hatte längst seinen Geist aufgegeben und meine gesamt Plattensammlung verschenkte (!) ich damals an einen guten Bekannten. (Ich könnte mich noch heute dafür ohrfeigen)So geriet auch allmählich die Musik, die ich damals so oft gehört hatte (darunter zählten auch Platten von Herb Albert, Benny Goodman und unzählig andere Raritäten) immer weiter in die Vergessenheit.
Bis ich auf einem regionalen Oldiesender kürzlich wieder einen Song hörte, welcher mir sofort bekannt vorkam und ich musste augenblicklich an die alte bulgarische Schallplatte denken. Nun schaute ich mich gezielt nach einer CD von Middle of the Road um und wurde mit der "The Best Of" auch relativ schnell fündig. Welche Lieder nun genau auf der bulgarischen Lizenz-Pressung waren, vermag ich nicht mehr zu sagen, aber schon beim erstmaligen hören der "The Best Of" kamen viele Lieder sehr vertraut vor und ich lehnte mich mit einem zufriedenen Grienen auf den Lippen auf meinem Sofa zurück und lies die Musik auf mich einwirken.
Auch wenn Middle of the Road seit ewigen Zeiten keine neuen Alben mehr veröffentlichen haben, so tingeln sie auch heute noch quer durch die Welt und absolvieren unzählige Auftritte im Jahr. Denn ihre Lieder werden immer unsterbliche Klassiker bleiben!
Die großen Erfolge 1971 und 72 plus weniger bekannte ... (12. Dezember 2003)
... Tracks aus ihren ersten beiden Langspielplatten. Keine schlechte Idee, sich als Schnappschuß auf diese kurze Zeitspanne von etwas mehr als einem Jahr zu beschränken. Ältere Hörer können sich ganz den Erinnerungen hingeben, besonders dem langen warmen Sommer (man konnte 71 bis Oktober zum Schwimmen gehen), der mit "Chirpy Chirpy ..." und "Co Co" von Sweet in die Nostalgie-Geschichte einging.- Schule und Kindheit kommt auch bei "Tweedle Dee Tweedle Dum", "Love Sweet Love" und "The Talk of all the USA", "Yellow River" wieder. Was auch für die gut produzierten 45-er B-Seiten "To Remind Me" "Rainin Painin" dieser Smash-Hits gilt.
- Das Jahr ging mit dem Charterfolg einer spanisch angehauchten Ballade "Soley Soley" würdig zu Ende. Die attraktive Schottin (die manchmal gerne ein Glas Sekt zuviel trank) spannte hier stimmlich einen breiten Bogen von traurig bis temperamentvoll, wieder mit einem mitreißenden Refrain. Sally Carr war - textilsparsam wie auf dem CD-Cover - auf vielen Bravo / Stafette / Pop und Popfoto-Seiten und Postern abgebildet.
- Im Zeitlupentempo (durch wöchentlichen Tonbandmitschnitt der "Schlager der Woche") verging damals die Zeit bis zur Jahreswende.
- 1972 hatte etwas andere Hits: "Samson And Delilah" und "Sacramento" waren rhytmusorientierte, gut tanzbare Erfolge, wieder mit einem kräftigen südamerikanischen Touch bei der Rhytmusgitarre und den Percussions.
- Toll, daß einige gute LP-Titel von "Middle of the Road" und "Acceleration" zu hören sind: "Queen Bee", "On this Land", "Give it time", "Try a little understanding" und "Louise". Schade, daß diese LPs noch nicht auf CD wiederveröffentlicht wurden, wer sie mal als Original auf dem Flohmarkt findet kann sich von der Song-Qualität überzeugen. Wenn "Take the Heat of Me" oder "Love for Sale" wieder aufgelegt wurden, warum nicht die Originale von Middle of The Road. Ohne Übertreibung waren die Single-Erfolge in Europa (nicht zuletzt in Deutschland) in den ersten Jahren der Siebziger so groß als die von Boney M. der ausgehenden Jahre.
- Teenies von heute empfehle ich diese Band kennenzulernen, evtl. mal im Sommer diese CD zur Beach-Party mitnehmen und die Reaktionen der Freunde/Freundinnen testen.
- Eine CD-Fortsetzung wären ihre Schlager 1973 bis 76, z.b. "Bottums up", die hier nicht reingepaßt hätten. Der Unterschied von "Soley Soley" zu "Kailakee Kailako" ist ähnlich groß und spannend wie der von "Waterloo" zu "Dancing Queen". In beiden Fällen lohnt sich eine Entdeckungs-Spritztour mit der Zeitmaschine, in die auch Personen einsteigen dürfen, die damals noch in Abrahams Wurstkessel ...






