Kundenrezensionen zu 'Spartacus'
SPARTACUS und keine Ende... ein Meilenstein deutscher Rockgeschichte! (13. Juli 2007)
Es war so gegen ende August 1975. Ich war gerade wieder mal in meinem Lieblingsplattenladen (Musicland/Berlin, Uhlandstr.) zugange, um nach guten Lp's Ausschau zu halten. Im Hintergrund dudelte schon seit geraumer Zeit eine Platte, die in mir gewisse Assoziationen auslöste. Ich dachte noch: "Hey - da haben ELP nach langer Zeit mal wieder mal 'n richtig gutes Album hingelegt". Aber schon bald kamen mir erste Zweifel - der Gesang erinnerte mich in keinester Weise an Grec Lake. Und überhaupt... es klang alles sehr viel melodiöser, als ich es bislang von Emerson&Co gewohnt war. Als ich dann noch auf Anfrage erfahren habe, dass es sich bei diesem Produkt um eine deutsche Band handelt, wuchs meine Begeisterung ins Unermessliche. Innerhalb kürzester Zeit habe ich diese Scheibe tief in mein Herz geschlossen und kaufte mir sogleich auch die beiden vorangegangenen Alben. Aber schon nach Veröffentlichung des mit Bravour angekündigten Nachfogealbums "Old Loves Die Hard"(1976) musste ich leider feststellen, dass der Höhepunkt mit "Spartacus" offensichtlich bereits erreicht war. Dies lag letztendlich sicher auch an dem Weggang von Helmut Köllen, welcher bis dato mit seiner Akkustic-Gitarre und seinem sehr beherztem Gesang dieser Band zusätzliches Leben einhauchte. Zwei Jahre später (1977) hat H.Köllen unter bislang nie geklärten Umständen den Weg in den ewigen Frieden gefunden. Geblieben sind uns in jedem Fall die beiden unvergesslichen Alben "Illusions.."(1973) und "Spartacus"(1975), die ich an dieser Stelle nur wärmstens empfehlen kann. Selbstverständlich ist auch 'Spartacus' digital überarbeitet, was allerdings (fast) nicht nötig gewesen wäre. Schon die Vinyl-Ausgabe aus dem Jahre 1975 war von außerordentlich exellenter Qualität, was wohl auch an der damaligen Unterhaltungindustrie nicht vorüber ging - wurde doch gerade "Spartacus" auf der IFA 1975 in Berlin immer wieder gerne dazu eingesetzt, um Hifi-Anlagen und Lautsprecherboxen zu testen!!!Nicht ELP aber trotzdem gut... (30. September 2006)
Spartacus(1975 - Barthelt, Fritz, Köllen)
Mastermind bei Triumvirat ist der Keyboarder Jürgen Fritz. Und schon nach wenigen Sekunden des Albums weiß man, wen er sich als Vorbild genommen hat: Keith Emerson von ELP.
Triumvirat machen etwas, bei dem man vielleicht zuerst nicht weiß, ob man es gut oder einfach nur plagiatorisch finden soll: sie klingen so sehr nach ELP, daß teilweise kaum ein Unterschied zu den Vorbildern aus England zu hören ist. Jürgen Fritz, zusammen mit seinen Mitstreitern Helmut Köllen am Baß und Hans Bathelt am Schlagzeug, läßt sich ganz offensichtlich von solchen Werken wie "Tarkus", "Trilogy" und "Brain Salad Surgery" inspirieren.
Triumvirat sind also eine echte Cloneband. Wer keine Clonebands mag, weil das Ergebnis vielleicht etwas unoriginell scheinen mag, bekommt bei Triumvirat ein Paradebeispiel einer Cloneband. Doch egal wie man nun dazu steht oder nicht, es ist eine sehr reife Leistung, über weite Strecken so sehr nach ELP zu klingen, daß einzelne Tracks von Spartacus auch ohne jede Umbearbeitung auf so manches ELP-Album passen würden. Fritz' Spielweise ähnelt stellenweise so stark der Emersons, daß es schon beachtlich ist. Aber auch die Instrumentierung (inklusiver diverser Moog-Sounds und Orgelspielereien) ist so stark an ELP angelehnt, daß - auch wenn die Grundidee sicherlich nicht originell ist - das Resultat beeindruckend wirkt auf mich.
Hätten anstelle von Jürgen Fritz und Co. Emerson, Lake and Palmer, sagen wir mal 1978, anstelle von Works 2 ein Album wie "Spartacus" veröffentlicht, hätte man ELP allenfalls eine gewisse Selbstähnlichkeit und etwas geringere Komplexität vorwerfen können, aber ich bin mir sicher, daß sich Spartacus als spätes Meisterwerk der Band im Sturm der Punk-Ära etabliert hätte. Zumindest ist das Werk musikalisch um einiges besser als das, was ELP in den späten 70er Jahren veröffentlichten.
Da es nun aber nicht ELP sind, die hier spielen, sondern die deutsche Band Triumvirat kann man das ganze sicherlich schnell angewidert als Ideenklau abtun. Das würde aber der durchgängig guten Musik nicht gerecht werden. Wer ELP zu schätzen weiß und nicht aus prinzipiellen Gründen Clonebands verabscheut, der bekommt hier von Triumvirat ein schönes Album geboten. Fritz komponiert gefällige Melodien die im ELP-Stil gespielt werden, dabei gibt es - als Unterschied zu ELP - allerdings keine freizügigen Improvisationen oder zeitgemäße Bearbeitungen klassischer Musikstücke. Triumvirat setzen die Thematik ihres Konzeptalbums in den Vordergrund - den Werdegang des Sklaven Spartacus, der sich gegen Rom erhob. Natürlich gibt es diverse instrumentale Soli von Fritz, aber diese Stellen haben ein strikteres Format als der Mitteilteil von "Trilogy" z.B.
Fritz konzentriert sich also mehr auf Melodie gepaart mit Spieltechnik und das alles sehr gekonnt. Er erreicht dabei zwar nicht die Virtuosität oder auch den Wagemut von Emerson, doch sein Spiel ist durchweg gelungen. Triumvirat haben in den 70er Jahren eine ganze Reihe von Alben veröffentlicht, die alle dem ELP-Format mehr oder minder folgen. Es fehlen allein die Balladen im Stile von Greg Lake. Fritz, als dominierender Kopf der Gruppe, orientiert sich allein an Emerson.
Wenn man bedenkt, daß es von ELP in den 70ern nach 1974 kaum noch wirklich gutes zu hören gab, und dort Triumvirat ihre Werke veröffentlichten, kann man die Band als echte Alternative sehen. Natürlich ist das niemals sehr originell, aber einfach so gekonnt in Szene gesetzt, daß Fans von ELP, die nichts prinzipiell gegen Clonebands haben, hier mit Spartacus ein gutes Album präsentiert bekommen, das zwar nicht an die ELP vor 1974 herankommt, aber wirklich gefallen kann.
Kleine Korrektur zur Remastered (24. Oktober 2003)
Nur der 10. Song ist Live, aber unterscheidet sich, vom Beifall abgesehen, nicht von der Studioeinspielung. Der Elfte jedoch ist ein echter Fetzer und macht die CD auch für den Besitzer der Vorversionen kaufenswert.Ein Oldie-Kraftpaket (20. November 2002)
Lange, lange ist es her, dass ich Spartacus bei meinem großen Bruder zum ersten Mal hörte - auf knackendem Vinyl, versteht sich. Wenn man in der Kindheit durch solche Einflüsse geprägt wird, ist man zweifellos voreingenommen. Entsprechend ist es kein Wunder, dass mich die CD nun - quasi Jahrzehnte später - wieder rasant vom Hocker haut.Damals wie heute bewundere ich den satten handgemachten Sound von Schlagzeug, Gitarre und der dominanten Orgel. Die Musik ist heute noch genau so kraftvoll wie damals, der Gesang klar und verständlich, allein das Knacken der Platte fehlt.
Wie aus Titel der CD ersichtlich ist, erzählen die Songs die Geschichte des Sklavenaufstandes im alten Rom, angeführt von Spartacus. Ein rundes Werk, fulminant insziniert.
Triumvirat auf dem Höhepunkt (25. September 2002)
Gestern bekam ich mein Paket mit den T'rat remasters. Als erstes wanderte natürlich "Spartacus" in den CD Player. Nach den Anfangstakten hatte ich nur einen Gedanken: Mensch, tut das gut!Das Triumvirat Konzeptalbum über den allseits bekannten Sklavenaufstand im römischen Reich klingt auch schlappe 28 Jahre nach der Erstveröffentlichung absolut grandios. Bombastische Keyboards, ein knackiger Bass und wuchtige, Energie geladene Drums. T'rat waren wirklich die deutschen ELP: im Vergleich zu ihren großen britischen Vorbildern etwas weniger Material geprägt, etwas Melodie betonter, aber mit genau so viel Power.
Diese Wiederveröffentlichung hat einen exzellenten Sound, das Album enthält ein nettes Beiblatt mit einigen Seiten interessanten Liner Notes und Fotos, es sind zwei super rare live Bonustracks enthalten. Was will man mehr?






