Aus der Amazon.de-Redaktion
Die mit diesem Titel verbundenen Vorstellungen könnten einen zu der Ansicht verleiten, dass es sich hier um das ultimative Zugeständnis an sexuelle Ausbeutung handelt, aber weit gefehlt: The Rough Guide To Bellydance beschwört eher Assoziationen als Provokationen und befasst sich mit einem weiten und alten Bereich der Musik.Unsere in der westlichen Welt üblich gewordene Bezeichnung "bellydance" ("Bauchtanz") kommt wahrscheinlich von einem arabischen Wort, das "country" ("Land") bedeutet. Französische Siedler nannten dies "la danse du ventre" ("Bauchtanz") und Amerikaner zuerst "abdomen dance"("Unterleibs-Tanz"). Es handelt sich um eine seriöse und sogar medizinische Kunstform, die eine lange Tradition hat. Wir wissen alle, dass Tanz eine Heilkunst ist, und diese weibliche Tanzform des Nahen Ostens wird heutzutage wieder im Westen als solche anerkannt -- in jeder kleinen Stadt in Deutschland gibt es ein Studio, das sich hiermit beschäftigt.
Auf dieser faszinierenden CD erhalten wir einen Gesamteindruck von Stilrichtungen, die eine Beziehung schaffen zwischen der Türkei und Armenien einerseits und Chicago und Kalifornien andererseits, wo einige der besten Bauchtanz-Musiker zu finden sind. Die Tabla-Spieler Reda Darwish und Armando El Mafufo gehören hierzu; der Oud-Vrtuose Rabih Abou-Khalil, der hier mit Posaunen und Trompeten im Stil von Miles Davis ein zündendes Stück mit dem Titel "The Happy Sheik" präsentiert, arbeitet in Deutschland. Jeder Track bietet seine ganz spezifische Atmosphäre, die von einer nächtlichen Orgie in Damaskus bis hin zu ungezwungenen Tändeleien am Brunnen reicht. Der nubische Percussionist Mahmoud Fadl steuert zwei ausgezeichnete Stücke bei: Das erste schafft ein heiteres Gebilde mit filigranen Soli an den Trommeln und am Akkordeon, das zweite bietet einen Tango, der vom Geist des Orients verklärt wird. --Michael Church

