Kundenrezensionen zu 'Electronic Meditation'
Assoziativer Rock aus der elektronischen Ursuppe (10. Juli 2006)
Das Debüt der Tangs von 1970, damals in der Besetzung der Elektronik-Urväter Edgar Froese, Conrad Schnitzler (später Kluster und danach solo) und Klaus Schulze (später Ash Ra Tempel und danach solo). Mit anderen zeitgleich erschienen Alben (z.B. Popol Vuhs Affenstunde", Kraftwerks Erster, oder Monster Movie" von Can) half diese LP mit bei der Geburt der elektronischen Musik.Allerdings war das Elektronische auf diesen ersten Alben zumeist die Art der Produktion und das Ausnutzen der technischen Möglichkeiten des Studioequpiments (Filter, Vary Speed, Reverse, usw.), da die Synthesizer erst noch zu teuer und wenig verbreitet waren.
Auf Electronic Meditation" wurde daher herkömmliches Instrumentarium (Gitarren, Orgel, Cello, Drums) verwendet. Die Kompositionen der 5 Songs sind noch stark geprägt vom improvisierenden und experimentellen Charakter der Rockmusik, wie sie z.B. auch Amon Düül machten. Freie, ungezügelte, spontane Rhythmen und Geräusche erklingen, mal disharmonisch und eruptiv, mal meditativ und schwebend. Beim meinen ersten Annäherungen an diese Platte war ich vor den Kopf gestoßen, denn es benötigt doch einiger Durchläufe, um die Originalität und durchaus vorhandene Schönheit der Musik zu verstehen.
Ansonsten gilt hier, was Stefan Wekler in seiner Rezension sagt. :-)
Wovon ich weniger begeistert bin, ist das 1995 vorgenommene Digital Remastering, das im Gegensatz zur älteren CD-Version die Aufnahmen zu dumpf und undifferenziert klingen lässt.
Radikales Erstlingswerk (14. April 2004)
Electronic Meditation ist Tangerine Dreams Erstlingswerk. Nicht elektronisch, nicht meditativ, dafür radikal in seiner Mischung aus Free Rock und zeitgenössischer Musik. Keine Musik für Elektronikfans, das ist sicher, aber interessant für alle, die wissen wollen, wie der Tangerine Dream begann.Vorsicht - der Titel täuscht (19. Juli 2003)
Das soll Tangerine Dream sein??Das Werk ist schräg und schwer genießbar. Vor allem fehlt der typisch ausufernde Keyboard und Synth.--Sound, der die Gruppe ein Jahr später in Europa zu avandgardistischen Ehren kommen lies, und bis heute ihr Markenzeichen blieb.
- Die tollen kosmisch-ausufernden Sounds gab es erst mit den Folgewerken "Alpha Centauri"! und "Atem", die wie eine geheime Reise durch die Schöpfungsgeschichte der Erde zu Urzeiten klingen. Auch "Zeit" (etwas dumpfer und freudloser) geht weiter als sich Pink Floyd mit "Echoes" jemals wagte.
- Doch "Electronic Medidation" empfehle ich Liebhabern solcher Klänge nicht, es ist zu schräg, nicht einmal spacig (außer evtl "Reise durch ein brennendes Gehirn"). Der Apfelsinen-Traum war wohl noch in seiner frühen Orientierungsphase, da kann man (ähnlich "Monster Movie" oder "Psychedelic Underground") so eine LP verstehen - aber nicht unbedingt kaufen.






