Mein liebster Feind - Klaus Kinski

Verkaufsrang: 4073 (DVD)
AspectRatio: 1.66:1
AudienceRating: Freigegeben ab 12 Jahren
Binding: DVD
EAN: 4042907100311
Format: Dolby
Format: HiFi Sound
Format: PAL
Languages:
ListPrice:
RegionCode: 2
Erscheinungsdatum: 6. Dezember 2004
Spielzeit: 95
TheatricalReleaseDate: 26. August 2002
von: Klaus Kinski (Künstler)
Preis: EUR 7,96

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Der liebste Feind von Filmemacher Werner Herzog war Klaus Kinski, der Muse und Freund sein konnte, durch seine Manie aber auch Feind. Zusammen mit dem exzentrischen Schauspieler, der als markante Figur in Edgar-Wallace-Krimis auffiel und später François-Villon-Gedichten ("Ich bin so wild auf deinen Erdbeermund") seine eindringliche Stimme lieh, realisierte Herzog seine bekanntesten Filme: Aguirre, der Zorn Gottes (1972), Nosferatu - Phantom der Nacht (1978) und Fitzcarraldo (1981).

Mit ihm hatte er seine schlimmsten Auseinandersetzungen, die sich vom lauthalsen Anbrüllen zu gegenseitigen Morddrohungen steigern konnten. Sie küssten und sie schlugen sich und das dokumentiert in den spannendsten und eindringlichsten Passagen des Dokumentarfilms die Kamera von Thomas Mauch, der sie auch außerhalb der Klappe bei Aguirre und Fitzcarraldo hat mitlaufen lassen. Das belegen auch die Erzählungen von Herzog selbst, der mit seinem Team zu den Locations seiner Spielfilmdrehs und wegen der abenteuerlichen Bedingungen häufig auf Survivaltours zurückgekehrt ist.

Werner Herzog, einer der im Ausland am meisten geschätzten deutschen Filmemacher, lässt auch Kinskis Kolleginnen Eva Mattes, Marie in Woyzeck (1979), und Claudia Cardinale (Fitzcarraldo) zu Wort kommen und schildert die warmen, freundschaftlichen Momente zwischen ihm und seinem ehemaligen Nachbarn aus der Kindheit in Schwabing. Nicht nur ein außergewöhnliches Künstlerporträt, beweist der Film, der auf internationalen Festivals vom Publikum begeistert aufgenommen wurde, dass eine Doku über das Filmedrehen mindestens genauso viel Spannung, Spaß, Drama und Exzess bieten kann wie ein Fictionfilm. --Heike Angermaier

dkb.de

Kundenrezensionen zu 'Mein liebster Feind - Klaus Kinski'

Dieser Mann polarisiert (22. September 2008)

Kinski.. war mir vorher nie ein richtiger Begriff.. dann entdeckte ich einen Clip auf "youtube" .. den Ausraster beim FITZCARRALDO Dreh.. daraufhin wurde er interessant.. ich fand mehr Infos über ihn und dann auch diesen Film den ich so gut finde das ich ihn mir heute noch ab und zu anschaue. Man kann Kinski hassen oder wie ich bewundern.. Schlagkräftig in allen Situationen. Schade nur das Aufnahmen die auf "youtube" sind auf diesem Film fehlen. Dann könnte man sich ein besseres Bild über ihn machen.. so blieben mir nur die recherschen. Dennoch ein Meisterwerk über einen Unikat der Schauspielerei!

Treffen zweier Kraftpole (26. Juni 2008)

Fünf Filme drehten Regisseur Werner Herzog und das manische Schauspielergenie Klaus Kinski zusammen - jedesmal unter schwierigsten zwischenmenschlichen Bedingungen, die dennoch beide Akteure zu Höchstleistungen beflügelten. Über diese künstlerisch wohl fruchtbarste Zeit im Schaffen Herzogs handelt "Mein liebster Feind".

Die Dokumentation fesselt den Zuschauer von der ersten Sekunde an. Zu sehen sind Momente aus der legendären "Jesus Christus, Erlöser"- Veranstaltung in der Berliner Deutschlandhalle vom 20. November 1971. Kinski, bis zur Weißglut gereizt von diskutierwütigen Störern, schreit, brüllt, tobt, pöbelt und verläßt schlußendlich wutschnaubend die Bühne. In den akustischen Tumult wird ganz sacht das Bild eines Münchener Wohnhauses eingeblendet, in dem die gemeinsame Geschichte von Kinski und Werner Herzog beginnt - meisterhaft!

Der Regisseur bereist in chronologischer Reihenfolge einige Drehorte von "Aguirre, der Zorn Gottes" (1972), "Nosferatu - Phantom der Nacht" (1979), "Woyzeck" (1979), "Fitzcarraldo" (1982) und "Cobra Verde" (1987), spricht mit Beteiligten der Dreharbeiten wie den Schauspielerinnen Eva Mattes und Claudia Cardinale, dem Schweizer Set-Fotografen Beat Presser oder peruanischen Komparsen. Dies wird immer wieder begleitet von Filmausschnitten, von denen mich die Szenen aus "Woyzeck" am meisten beeindruckt haben. Ganz große Schauspielkunst!

Interessant sind aber vor allem die während der Dreharbeiten entstandenen Aufnahmen der Filmarbeit. So tobt ein völlig entfesselter Kinski am Set von "Fitzcarraldo" vor betreten dreinblickenden Indios herum und beschimpft auf unflätigste Art und Weise den Aufnahmeleiter Walter Saxer. Herzog, der diesen Streit eher halbherzig zu schlichten suchte, bekam von den - Konflikte völlig anders lösenden - Eingeborenen das Angebot, Kinski zu töten.

Unabhängig vom oftmals als Hassliebe kolportierten Verhältnis Kinski-Herzog schienen sich beide auf ideale Weise zu ergänzen und Aufnahmen, die beide in trauter Umarmung zeigen, scheinen dies auch zu belegen. Inwieweit Herzog mit der Aussage, er und Kinski hätten sich die Beleidigungen für ihn in Kinskis Autobiografie gemeinsam ausgedacht, die Wahrheit erzählt, soll einmal dahingestellt bleiben.

Sehr berührend auch der Ausklang dieses Dokumentarfilms. Der sonst so laute und verbal gewalttätige Kinski spielt auf behutsam-zärtliche Weise mit einem anhänglichen Schmetterling, der ihm immer wieder über das Gesicht krabbelt. Für mich wird er immer der Größte bleiben!
Sicherlich stellt sich Herzog in "Mein liebster Feind" als der sachlich-rationale Gegenpol zum cholerischen Kinski dar. Dies sei ob der Qualität dieses grandiosen Zeitdokuments jedoch verziehen. Volle Punktzahl!

I am Klaus Kinski! (31. März 2007)

Habe mir den Film im Anschluss an mein Deutsch Referat über die Beziehung von Kinski und Herzog in Zusammenhang mit Fitzcarraldo gesehen.

Ich depp hätte das lieber vorher machen sollen, egal, zum film:

wer an der person / dem mythos kinski halbwegs interessiert ist, wird dieser film sicherlich fesseln. allein die anfangssequenz aus seiner jesustour gibt im grunde genommen die eine seite kinskis wieder. die andere wird zum schluss des filmes deutlich, die sentimentale, emotionale.

während des filmes habe ich mir allerdings die frage gestellt, wer wirklich irrer ist:

kinski ode herzog? die meisten sagen sofort KINKSI! ehm, leute, habt ihr mal hingehört? herzog wollte ihn tatsächlich am ende von aguirre über den haufen schießen. ich bin überzeugt er meinte das ernst, genau so wie herzog kinskis haus anzünden wollte.

der film gibt womöglich die beste gelegenheit kinskis charakter zu verstehen. zum einen empfindet man immer wieder sympathie, zum anderen denkt man "junge, so kannst du nicht handeln". dass er sein ads durchdrücken muss, als sich ein set-mitarbeiter das bein absägt damit das gift von der schlange, die ihn kurz davor gebissen hatte, sich nicht zu schnell ausbreitet, ist einfach unangebracht.

in dem film ist wirklich alles gesagt was man wissen muss wenn man das duo kinski herzog verstehen will. schade dass die beiden am schluss getrennte wege gegangen sind. herzog hat ein gutes gespür für gute drehbücher und kinski die perfekte interpretation in seiner mimik.

Die beste Dokumentation aller Zeiten (14. März 2007)

Die vielleicht beste Dokumentation schildert die filmtechnische und (un)menschliche Beziehung Kinski - Herzog.
Es werden einige Ausschnitte aus den Filmen "Aguirre, der Zorn Gottes" (1972), "Nosferatu" (1978), "Woyzeck" (1978), "Fitzcarraldo" (1981) und "Cobra Verde" (1987) gezeigt um das Bild abzurunden.

Herzog erzählt wie oben angedeutet von seiner Zusammenarbeit mit Klaus Kinski, des weiteren kommen auch Eva Mattes und Claudia Cardinale zu Wort die beide eine andere Seite an Kinski erkannt haben und von dieser angetan waren.

Während der Dreharbeiten zu „Fitzcarraldo", welche hier schwerpunktmäßig nahegelegt werden, bat einer der Eingeborenen an den tobsüchtigen Klaus Kinski zu töten - Herzog lehnte allerdings ab. Später sprach Herzog allerdings selber eine Morddrohung gegen Kinski aus um diesen an dem Abbruch der Dreharbeiten zu hindern. Kinski schrie sofort nach der Polizei - mitten im Urwald - aber er blieb und arbeitete fortan diszipliniert weiter.

Die Doku schildert das Leben und die Beziehung zweier geisteskranker Perfektionisten oder besser gesagt zweier Genies.
Für Freude des anspruchsvollen Kinos ein unverzichtbares Zeitdokument.

kinski - herzog - collage (10. Januar 2007)

Werner Herzog montiert in seinem Dokumentarfilm über seine Zusammenarbeit mit Klaus Kinski Bilder, Filmausschnitte und Zeitzeugenberichte als großartige, kurzweilige Collage aneinander. Mit ruhiger Stimmer kommentiert es es; so wie man das von all seinen anderen Dokumentarfilmen kennt. Am Anfang steht Kinskis katastrophaler Auftritt als "Jesus Christus Erlöser" in der Berliner Deutschlandhalle 1971, der zwar jetzt nichts mit Werner Herzog zu tun hatte, aber dannach kam Kinski direkt zum Dreh von Aguirre. In den wenigen Ausschnitten als "Jesus Christus Erlöser" nimmt man das ganze Spektrum Kinski war. Herzog läßt im gesamten Film die Bilder dominieren; der einzige Weg Kinski vorzustellen. Beschreiben kann man ihn ohnehin nicht. Nach 90 Minuten ist man enttäuscht, dass der Dokumentarfilm schon aus ist.

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