Kundenrezensionen zu 'Do You Know Squarepusher'
schizoid brilliance (26. September 2003)
Es ist der Wahnsinn. Squarepushers (Live-)Set produziert mit die wildesten Töne, die mir bis dahin in die Ohren gekommen sind.Hart an der Grenze, Musik zum abdrehen. Ich möchte mal wissen, was die Japaner da auf dem Live-event denken. Einfach nicht auszuhalten, wie gut der Typ abgeht.
Preis/Leistung gering, aber Track 1 ist es wert :-) (3. August 2003)
Zugegeben: Das erste, was ich von diesem Künstler hörte, war dieses "Minialbum". Und wieder zugegeben -auch wenn mir das sicherlich nicht gerade zum Vorteil gereicht-: Ich komme in diesen Mischmasch von Autechre-Verwandtem, zumindest scheinbaren Jazz-Kombinationen (ich mag keinen Jazz) und abstrakten Soundwelten nicht so recht "rein". Das erstaunt mich, nachdem ich den allermeisten Werken von Richard D. James aka Aphex Twin und Autechre etwas abgewinnen kann -- und das zeugt bekanntlich von überdurchschnittlicher Hirnflexibilität :-)Hier aber gelange ich an den Rand meiner Hör- und Musikverständniskompetenz.
Aber: Track 1 ist endlich mal wieder ein Stück, welches irgendwie schon immer in meinem Gehirn war, ohne es je vorher gehört zu haben. "Do you know Squarepusher?" (Track 1 meine ich) ist umwerfend. Allein dieses Kunstwerk ist den Kauf der CD wert. Es scheint, als müsste es genau so sein, wie es ist, Millisekunde für Millisekunde. Jede Veränderung wäre fatal. Natürlich (?) ist dies nur ein Eindruck und wahrscheinlich eine Täuschung der Sinne, aber genau das ist es, was praktisch perfekte Stücke auszeichnet.
Highly recommended, schon allein des Titeltracks wegen. Vermutlich ist mein Unverständnis für die anderen Tracks eher ein Mangel auf meiner Seite als auf der Seite des Künstlers -- ernsthaft!
pushing some squares again... (21. November 2002)
der titel will also mit Squares unklassifizierbarer vielseitigkeit necken, die hier auf 7 tracks in 32 minuten konzentriert wurde. unvorhersehbarkeit und hohe informationsdichte zwischen drill'n'bass, collagen und freaky freestyle jazz. legt mit dem titeltrack auch gleich wieder einen eingängigen frickelhit vor und krönt die achterbahnfahrt mit einer tatsächlich akustischen coverversion von Joy Divisions für-die-ewigkeit-song 'Love will tear us apart'.als dicken bonus gibts eine zweite disc mit über einer stunde Squarepusher live in Tokyo, ein feuerwerk inkl. bekannter knaller wie 'Come on my Selektor' vor asiatisch euphorisiertem publikum. rock'n'roll!
die ansage lautet: zwischen genie und wahnsinn geht alles..
pushing some squares again... (18. November 2002)
der titel will also mit Squares unklassifizierbarer vielseitigkeit necken, die hier auf 7 tracks in 32 minuten konzentriert wurde. unvorhersehbarkeit und hohe informationsdichte zwischen drill'n'bass, collagen und freaky freestyle jazz. legt mit dem titeltrack auch gleich wieder einen eingängigen frickelhit vor und krönt die achterbahnfahrt mit einer tatsächlich akustischen coverversion von Joy Divisions für-die-ewigkeit-song 'Love will tear us apart'.als dicken bonus gibts eine zweite disc mit über einer stunde Squarepusher live in Tokyo, ein feuerwerk inkl. bekannter knaller wie 'Come on my Selektor' vor asiatisch euphorisiertem publikum. rock'n'roll!
die ansage lautet: zwischen genie und wahnsinn geht alles..
Squarepusheristische Methodologie (19. September 2002)
Der Big Daddy des drill'n'bass ist zurück, mit einem DOPPELALBUM - wenn es genehm ist. Während sich die Chemical und/oder Aphex schon wieder schwertun sich nicht zuwiederholen und vom neuen Prodigy Album nichts wesentliches mehr zu erwarten ist, bleibt Tom Jenkinson Meister eines Fachs, das er mit linker Hand erfunden hat und von den meistens mit Referenzen an "ein, die Treppe herunterfallendes, Drum Set" umschrieben wird. Ein Vergleich mit anderen Musikschaffenden hinkt da also, so oder so.Alles zu mischen was die zeitgenössische Musik, wie sie Stockhausen, John Cage und Steve Reich geprägt haben, hergibt ist schlichtweg DIE Stärke von Squarepusher, auf die sogar Tante Björk leicht neidisch rüberschielt. Und dabei kommt auch der Spaß nicht zu kurz, denn ganz und gar ernst sollte man Jenkinson nie nehmen, besonders hörbar, für mich, auf Music Is Rotted One Note, bei der ich echte erheiternde Momente erlebte - zu erkennen (zu glauben) welches oder wessen Konzept er da gerade durch den Kakao zieht ist einfach eine Freude für sich. Nichtsdestotrotz ist sein Konzept wohl konstruiert und virtuos produziert. Balancierend zwischen den mechanischen aspekten heutiger electronischer (Tanz)Musik und der Freiheit des Jazz lenkt er sein Spiel mit akustischer Destruktion wohin er auch immer will und seine Fans werden nur nach mehr fragen - manchmal kann man sich halt auf seine Idole verlassen!!!
Jenkinsons neuer Opus DO YOU KNOW SQUAREPUSHER ist eigentlich ein Minialbum das gerade mal 30 Minuten und sieben Tracks auf die Waage bringt. Hielt der Meister sich bisher stimmlich arg bedeckt so greift er hier kräftig zum Mikrophon und es funktioniert. Die Effekte die er seiner Stimme zufügt lassen mitunter schwer dem Hörfluss folgen aber nach einer hörerseitigen Adaption an die akustischen Geschehnisse wird erkennbar, daß der Textfluss ebenso exakt und qualitativ hochwertig ist wie die musikalische Konstruktion. Um wieder auf die Konzeption zurückzukommen, so spielt Jenkinson bei MUTILATION COLONY mit Sprache, Musique Concrète und erodierenden Dissonanzen und kreiert ein abstractes akustisches Gedicht in drei Teilen, im ersten Exposition, im zweiten oben genannte Erodierung des Klangspektrums zusammen mit dem Einfügen percussiver Dissonanzen und schließlich der Falsifiszierung des gesamten Konzepts im Dritten Teil, sprich: er wirft in den letzten 30 Sekunden alles über den Haufen, - soviel zum Thema Ernsthaftikeit. Das Album schließt mit einer überraschend referenziellen Interpretation von Joy Divisions LOVE WILL TEAR US APART und die Frage lautet: Kennst DU Squarepusher?
Die zweite Disc stammt von einem Livekonzert vom Juli 2001 in Japan. Die meisten Stücke stammen von GO PLASTIC in der einen oder anderen erkennbaren Form konzentriert auf die pure Energie in seiner Musik. Wer Jenkinson für eine Stubenhocker aka Studiomusiker hält, sollte scharf nachdenken und wer denkt Squarepusher zu kenn sollte zweimal scharf nachdenken. Dieses Album ist Squarepusheristische Methodologie erster Güteklasse: konzeptionelle Entfaltung, Zerstörung und Neuerfindung auf engstem Raum.
Wenn es eine Konstante in Jenkinsons chaotischem Universum geben sollte, dann die das "alles immer anders wird". Und die Frage lautet: Kennst DU Squarepusher?






