Aus der Amazon.de-Redaktion
Paul Simon tat nach dem Ende von Simon & Garfunkel gut daran, die Erinnerung nicht mit Reunion-Projekten zu verwässern, sondern überraschte nach 1970 immer wieder mit hervorragenden Soloalben.Die erste CD dieser Collection liefert Paul Simons beste Songs in bestechender und bisher nicht da gewesener Klangqualität. Mehr als die Hälfte aller Stücke der ersten CD sind digital überarbeitet worden, und auch die Album-Aufnahmen klingen besser als auf jedem anderen Sampler. Außerdem liefert die Compilation einen (weiteren) Querschnitt von Simons Werk. Kritiker werden fragen, warum Stücke wie "50 Ways To Leave Your Lover" wieder mal um ihr 30-sekündiges Intro des Elite-Schlagtechnikers Steve Gatts beraubt wurden oder das gerade Oscar-nominierte Neuwerk "Father & Daughter" aus dem Kinofilm Wild Thornberries fehlt. Doch dies ist eine "Collection" im besten Sinne, kein "Best-Of" -- und eben das macht dieses Album erfrischend abwechslungsreich, farbig und abendfüllend hörbar.
Auf der zweiten CD liefert Simon (teilweise bisher unveröffentlichte) Konzertmitschnitte, die trotz hervorragender Qualität und Auswahl wohl nur als Appetitanreger fungieren können. Wer jemals eine Konzertkarte ergattern konnte weiß, dass man ein Livekonzert Paul Simons nicht auf eine CD bekommt -- aber die Stimmung und musikalische Brillanz hat man hier sehr gut eingefangen. --Jan Peters
Kundenrezensionen zu 'The Collection'
Rohdiamanten (14. April 2008)
Nachdem das erste mit Art Garfunkel aufgenommene Album "Wednesday Morning, 3 A.M." gnadenlos gefloppt war, war Paul Simon 1964/65 nach England geflohen, weil er die damalige Londoner Folk-Szene um einiges interessanter als die Heimische fand. Zwischen gar nicht mal so erfolglosen Club-Auftritten hat Paul dann mit "The Paul Simon Songbook" sein erstes Soloalbum aufgenommen, das mit Ausnahme von "A Church Is Burning" und "The Side Of A Hill" aus Songs bestand, die Paul später auch nochmal zusammen mit Art Garfunkel aufgenommen hat. Wem die Textzeilen von "The Side Of A Hill" bekannt vorkommen sollten, der höre mal bei "Scarborough Fair" genau auf die darin verwobenen Zeilen!Die Songs aus dem "Paul Simon Songbook" klingen etwas rauher und ungeschliffener als die späteren Neuaufnahmen mit Garfunkel, bewiesen aber schon damals, dass nicht nur Garfunkel über eine außergewöhnliche Stimme verfügt!
Paul Simons Solokarriere war nach diesem Album erst einmal zu Ende, weil "The Sound Of Silence", mit E-Gitarre, Bass und Drums aufgepeppt, im Herbst 1965 plötzlich anfing, die amerikanischen Charts zu stürmen.
Das offizielle Solo-Debüt (22. Oktober 2004)
Das "Paul Simon Songbook" ist auch in Deutschland endlich regulär erhältlich. Das lediglich aus solistisch mit der Gitarre vorgetragenen Folk-Songs bestehende Album aus dem Jahre 1965, welches Paul Simon in seiner Zeit in England nach der Veröffentlichung des Simon & Garfunkel-Debüts "Wednesday morning 3 a.m." aufnahm,besteht aus 12 Songs, von denen einer bereits auf dem eben genannten Erstlingswerk und 9 andere auf späteren Simon & Garfunkel-Alben veröffentlicht wurden.
Daher sind die unbekanntesten Tracks wohl 2 Protestsongs, die es als reguläre Studioaufnahmen wohl nur auf dem "Songbook" zu hören gibt. Der erste, "A church is burning" ist ein packendes, mitreißendes Stück erster Güteklasse; der zweite, das Anti-Kriegs-Lied "The side of a hill" ist meiner Meinung nach musikalisch und textlich als platt und vordergründing zu bewerten und somit der einzige misslungene Song auf der gesamten CD.
So eine "Rarität" wie das "Paul Simon Songbook" ist ja für gewöhnlich etwas für Fans. Natürlich will jeder das offizielle Solo-Debüt des Meisters in seinem Plattenschrank haben.
Da kann man von einem hohen emotionalen Wert sprechen und den Kauf bedenkenlos empfehlen.
Andererseits kann man sich als Paul Simon-Fan auch kritisch mit der Sache auseinandersetzen und den anderen durchaus vom Kauf abraten, denn bis auf die beiden eben genannten Songs hat man alle schon auf den regulären Studioalben mit Garfunkel, und auf diesen sind die Songs nicht nur ausgefeilter arrangiert und professioneller produziert, sondern natürlich auch noch besser gesungen (Props to Artie). Da muss dann jeder selbst entscheiden, ob der Sammlerdrang oder die Rationalität überwiegt.
Interessant ist es allemal, sich Paulchen alleine mit seiner Gitarre in einem kalten englischen Studio vorzustellen.
Gutes Album, interessante Einsichten (24. Mai 2004)
Als langjähriger S&G und Simon-Fan kann vielleicht meine eigene Meinung durchaus voreingenommen sein; meine Freundin meinte allerdings beim ersten Hören spontan, die Aufnahme gefalle ihr besser als die Aufnahmen mit Garfunkel.Tatsächlich sind (bis vielleicht auf "A Simple Desultory Phillipic") alle Titel deutlich intensiver und von der Botschaft her klarer interpretiert als die späteren Aufnahmen. Diese gewinnen einerseits durch die Harmonien, die Garfunkel um die Melodie webt, musikalisch durchaus an Reiz, anderseits merkt man einfach, dass eine zweite Person dazu kommt, die die geradlinigen Gedanken von Simon noch einmal mit einem Fragezeichen versieht.
Zu den eindrucksvollsten Titeln auf dieser CD gehören für mich "The side of a hill" und (natürlich) die Solo-Version von "Sound of Silence". Beide sind meisterhaft interpretiert und zeigen neue Facetten, die ich in dieser Form im Frühwerk von Simon noch nicht wahrgenommen hatte.
Ein Traum wird wahr (17. April 2004)
Ein Mythos, dieses Album. Wie oft habe ich - als unsterblicher S&G Fan - von diesen Aufahmen geträumt...Nun, was man hier hört ist erstaunlch; Paul Simon singt seine frühen Songs sehr eindringlich und teilweise besser als auf den späteren S&G Aufnahmen. Sein Gitarrenspiel ist natürlich ohnehin aufregend. Schwach nur die beiden Songs (He was my brother u.The side of a hill) wo er nicht wie er selbst, sondern eher wie der frühe Bob Dylan klingt...
Die Klangqualität ist gut und dies alles ist nicht nur für Fans interessant.
Pauls aller erste Solo-LP (1. April 2004)
The Paul Simon Songbook war Pauls aller erste Solo-LP, die in England aufgenommen wurde, als er, etwas frustriert über das schlechte Abschneiden der Simon and Garfunkel LP "Wedensday morning, 3 a. m.", nach London ging. Dort spielte er in Clubs und nahm schließlich jene LP auf, die es nun (endlich) auch auf CD gibt.Von den ersten zwölf Songs sind zehn auch als Simon and Garfunkel Versionen erschienen, doch es ist ein einmaliges Erlebnis diese Paul Simon Songs in ihrem Original zu hören. "A church is burning" und "A side of a hill" sind nie als Studioaufnahmen von Simon and Garfunkel erschienen und doch sind es die besten Songs auf der CD. Das eine ein Anti-Rassismus-Song (A church is burning) und das andere ein Anti-Kriegs-Song (A side of a hill).
Aber auch die anderen zehn Songs sind weltklasse. Ein mitreissendes "I am a rock" , spitzenmäßig "Kathy's Song". "A simple desultory philippic" ist hier sogar besser als die Version vom "Parsley, sage, rosemary and thyme"-Album von SaG.
Wer sehr guten Folk der sechziger hören möchte kann mit dieser CD absolut nichts falsch machen. Für Paul Simon Fans ist sie sowieso ein muß.






