Verkaufsrang: 17711 (DVD)
Actor: James Nachtwey
Actor: Christiane Amanpour
Actor: Hans-Hermann Klare
AspectRatio: 1.85:1
AudienceRating: Freigegeben ab 16 Jahren
Binding: DVD
Director: Christian Frei
EAN: 7321921939624
Format: Dolby
Format: PAL
Format: Surround Sound
Label: Warner Home Video - DVD
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Warner Home Video - DVD
Verlag: Warner Home Video - DVD
RegionCode: 2
Erscheinungsdatum: 20. März 2003
Spielzeit: 96
Studio: Warner Home Video - DVD
TheatricalReleaseDate: 2001
von: James Nachtwey (Hauptdarsteller), Christiane Amanpour (Hauptdarsteller), Eleni Karaindrou (Komponist), Arvo Pärt (Komponist), David Darling (Komponist), Manfred Eicher (Komponist)
Kundenrezensionen zu 'War Photographer'
Harter Stoff (18. Januar 2007)
Eine wirklich geniale Doku über einen extrem beeindruckenden Typen: James NachtweyNachtwey ist ein berühmter Kriegs-Fotograf, der u.a. viele bekannte Aufnahmen aus dem Kosovo-Krieg gemacht hat. Er ist ein absoluter Einzelgänger, der diese Doku auch nur genutzt hat, um den ganzen Trash auf diesem Planeten einen noch grösseren Publikum aufzuzeigen...dieses schildert er mE auch absolut glaubhaft. Am Anfang dachte ich, das ist nur ein Spinner, der scharf auf fette Bilder ist und den die Leute zT egal sind. Aber je länger man ihn zuhört und die Bilder dazu sieht, desto sympathischer & glaubhafter wird er. Der Regisseur hat zB eine kleine Kamera auf seine Fotokamera montiert, mit der man dann eigentlich genau das sieht, was James beim fotografieren auch sieht. Und seltsamerweise sieht man die Leute, obwohl total niedergeschlagen oder voller Hass sind, nie angry auf James...im Gegenteil. Sie vertrauen ihm und bemerken ihn fast gar nicht, wenn er neben Ihnen steht und Fotos macht.
Letztendlich ist mir bei der Doku auch das eine oder andere mal fast schlecht geworden, weil solche Fotos nun mal die Realität zeigen. Harter Stoff.
Zeuge des Grauens (22. November 2006)
James Nachtwey ist Kriegsfotograf. Diese Berufswahl war eine bewußt getroffene Entscheidung, untrennbar verbunden mit einer moralischen Verpflichtung. Kriegsfotograf zu sein bedeutet, das Grauen einzufangen, es abzubilden, um es öffentlich sichtbar machen zu können. Ziel ist letztlich nicht, gute - oder wie bei Nachtwey brillante - Fotos zu schießen, sondern die Wirkung, die diese Bilder beim Betrachter erzeugen sollen.Um eine entsprechende Wirkung bei einem möglichst breiten Publikum erzeugen zu können, müssen die Bilder vermarktet werden. Der Marktwert eines solchen Fotos hängt natürlich von der vermuteten Wirkung ab. Insofern ist die Vermarktung des Grauens sicherlich ein problematischer, aber leider in unserer modernen Mediengesellschaft unvermeidbarer Vorgang, dem sich auch Nachtwey stellen muss.
Ergreifend finde ich an dieser äußerst bewegenden Dokumentation aber auch die persönliche Problematik und gewissermaßen Schizophrenie, in der sich der Fotograf befindet. Nämlich seine berufliche Leidenschaft, seine Faszination für die Ausübung der Fotografie, aber auch seine künstlerische Begabung einzusetzen, um festzuhalten, welches Leid sich Menschen zufügen können, und welches Leid Menschen ertragen müssen.
Leider läßt der Film den Zuschauer nur erahnen, wie Nachtwey selbst diese außerordentliche psychologische Belastung kompensiert. Beeindruckend fand ich die Unscheinbarkeit, mit der Nachtwey auftritt, ebenso wie die Aura der Unberührbarkeit, die ihn zu umgeben scheint. Nachtwey bezeichnet sich als Zeuge. Der Zeuge wird vor Gericht geladen, macht seine Aussage und verschwindet dann wieder von der Bühne. Anzuklagen, Urteile zu fällen, ist seine Aufgabe nicht, sondern die anderer. In diesem Sinne macht Nachtwey für mich einen ausgezeichneten Job.
Über die Problematik einer "Ästhetik" der künstlerischen Umsetzung ethisch brisanter Inhalte ließe sich endlos debattieren. Ein anderer Fotograf, der einen Preis für sein Foto eines kleinen, verhungernden afrikanischen Jungen erhalten hatte, nahm sich kurze Zeit später aus Gewissensgründen das Leben, weil er den Jungen fotografiert, ihm aber nicht geholfen hatte.
Nachtwey bezeichnet sich übrigens mittlerweile nicht mehr als "Kriegs-", sondern als "Antikriegsfotograf". Wieviele Bilder hat er in seinem Gedächtnis behalten, die nicht veröffentlicht wurden? Und welche Spuren hinterlassen die Bilder in seiner Seele?
Zeitdokumente oder Pronografie der Gewalt? (17. Oktober 2006)
Gleich vorneweg, der Film ist absolut sehenswert, auch wenn Christian Frei Nachtwey idealsierend und unkritisch darstellt.Was den Film einzigartig macht, ist dass man einen Fotografen quasi aus seiner eigenen Sicht beim Fotografieren zuschauen kann, in dem eine kleine Kamera das erfasst was Nachtwey sieht. Erhellend sind auch die Dialoge auf der Stern Bildredaktion. Hier offenbar sich, dass es den Redaktoren mehr um die Sensation als um Sensiblisierung oder gar politisches Statement geht. Ebenso spannend ist es ja, dass die Kriegsfotografie, welche ja z.B. bei Capra oder Smith mit einer politische oder humanistischen Botschaft verknüft war, zum sammelbaren, teueren Kunstobjekt geworden ist. Als quasi eine Kapitalanlage geschaffen im Angesicht des Leidens Anderer.
Weniger gelungen finde ich die Dokusoap im Fotolabor bei der Herstellung der Ausstellungsbilder. Wer je in einer (professionellen) Dunkelkammer gearbeitet hat, weiss, dass das was man hier sieht, für den Film gespielt wurde. Da es Nachtwey ja um Authentizität geht, sind solche Dokusoap einlagen fragwürdig, ebenso, dass man sehr wenig über die Hintergründe der Bilder erfährt. Ein Beispiel gefällig: Bei den Bildern im Kosovo bei den man weinende Frauen bei der Exhumierung von Angehörigen sieht, ist Nachtwey Anwesensheit sehr erwünscht. Es werden die Greueltaten der Serben im Kosovo festgehalten. Was ja auch wichtig ist, wenn auch etwas Inszenierung dabei ist. Auf dem Film ist ja sichtbar, wie Menschen die vor den weinenden Frauen stehen zurückgedrängt werden, damit sie Nachtwey nicht vor der Linse stehen! Nur wer weiss, wenn er/sie den Film sieht, dass die brennenden Häuser die man eingangs der Kosovo-Sequenz sieht, die verlassenen Häuser von Serben sind, die nach den Krieg von Kosovaren angezündet wurden?
Auch hätte der Filmer durchaus etwas kritischer an den grossgewachsenen, amerikanischen Fotografen herangehen können, der immer gutgekleidet und wohl frisiert durch die Slums vom Jakarta geht. Und den Menschen die Hände schüttelt - was man ja in Südostasien nicht unbedingt tut.
Trotz alle dem der Film ist sehenswert.
Wenn der Tag zur Nacht wird (30. September 2006)
Unvergleichbar schreckliches Elend und Leid. Hinrichtung von unschuldigen Menschen auf der einen und ignorante, rücksichtslose und gewissenlose Brutalität und Gewalt auf der anderen Seite. Ein schrecklicher Alptraum, der für Menschen aus unseren Breitengraden ein böses Erwachen darstellt. Es gibt zwei Möglichkeiten mit dem Film umzugehen: Entweder man schaltet nach einer Stunde ab, weil man nicht glauben will, dass es keine "heile Welt" gibt, oder man nimmt es tief im Innersten auf und denkt unweigerlich darüber nach, wie dringend es ist etwas zu ändern, sei es im eigenen Verhalten.James Nachtwey selbst ist der Meister der Fotografie. Er kann Momente einfangen wie kein anderer. Den größten Konflikt mit sich selbst sieht er in seinem Job: Geld bekommen für das Leid anderer. Doch stellt er sich dem Konflikt mit seinem Mitgefühl für die Menschen die er fotografiert. Wenn er dieses Mitgefühl und diesen Respekt für die Menschen verlieren würde, hätte er seine Seele verkauft, meint er selbst.
Ein Tribut an die Opfer und ein Denkzettel an den Rest der Welt.
Ein Meisterwerk in sich selbst.
Würde (23. Februar 2006)
Der Vorteil für Tiere im Zoo ist, dass sie zwischen den Gaffern und sich noch die Gitterstäbe haben. Die DVD ist sicher gut, aber wenn ich sehe, wie nah der Fotograf den leidenen Menschen tritt (für Geld?), dann frage ich mich: Wo bleibt die Würde von z.B. einer weinenden Frau im Kosovo?Ich selber fotografiere selber in Asien, z.T. in Krisengebieten. Ich fotografiere nie Menschen, die nicht wollen, dass ich sie fotografiere und ich schon gar nicht "leidende" Menschen. Es muss andere Wege geben, die Menschheit auf das Leiden aufmerksam zu machen.

