Aus der Amazon.de-Redaktion
Der Name Peter Thomas ist seit den 90er-Jahren wieder in aller Munde, und auch wenn der arbeitswütige Komponist für mehr als 600 Produktionen Filmmusik geschrieben hat, so wird man ihn doch immer mit einem Projekt in Verbindung bringen -- der Raumpatrouille Orion.Die 1966 gestartete Science-Fiction-Serie war für Thomas keineswegs Karrierestart, konnte er doch bereits mit dem Soundtrack für den Edgar Wallace Film Die seltsame Gräfin (1961) erste nationale Erfolge verbuchen. Für die Musik zur ersten deutschen Science-Fiction-TV-Serie (die USS Enterprise flog kurze Zeit später über amerikanische Bildschirme) bedurfte es eines Komponisten mit Weitblick und Mut zur Verrücktheit, denn schließlich spielte die Serie im Jahr 3000!
Thomas tat wie verlangt und noch mehr: Statt eines klassischen Orchestersoundtracks, schuf er mit herkömmlichen, analogen Instrumenten eine wilde Sinfonie aus Jazz, Bossa Nova und Zwölfton-Musik, die eigenwilliger nicht sein könnte und ihr Scherflein zum Erfolg der Serie beitrug. Belohnt wurde der Berliner Innovator mit der Veröffentlichung einer vollständigen Soundtrack-LP -- einem für damalige Verhältnisse absoluten Novum, da üblicherweise lediglich eine Single der Titelmelodie ausgekoppelt wurde. Neue und alte Fans der Patrouille haben nun Grund zur Freude, denn Raumpatrouille. The Complete Music enthält erstmals die kompletten Aufnahmen aus den Bavaria Tonstudios und verfügt über sage und schreibe zehn Bonusstücke, die es aus Platzmangel nicht mehr auf das reguläre Album geschafft hatten und sich hören lassen können.
Mit Fug und Recht darf die Musik der Raumpatrouille Orion zu einem wichtigen Stück deutscher Populärkultur gezählt werden, welches sich auf The Complete Music (nach wie vor im "New Astronautic Sound") frischer denn je je präsentiert und nicht nur für Nostalgiker interessant sein dürfte! --Daniel Hofmann
Kundenrezensionen zu 'Raumpatrouille - The Complete Music'
"Raumpatrouille Orion"-Soundtrack - Eine sinfonische Dichtung aus Jazz, Bossa Nova und Zwölfton-Musik (22. April 2007)
Avantgarde - dieser Soundtrack spiegelt sowohl die 60-er Jahre als auch eine Vision der Zukunft wieder. Verbreitet wird vor allem eine heitere Gelassenheit, an Bord des Raumschiffs Orion, wenn für die Crew gerade - außer zu Scherzen aufgelegt zu sein - nichts zu tun ist, oder im Starlight-Casino auf dem Grund des Meeres, in dem es gewohnt locker zugeht. Die CD spendiert zwar kein Booklet, aber noch einige Informationen zum Komponisten Peter Thomas auf der Rückseite des Titelcovers. Eine lichtgefüllte Kuppel unter dem Meer (das Starlight-Casino mit dem Ballett der Fische vor den Fenstern), mit komfortablen großen Sesseln in der Kommandokanzel bestückte Raumkreuzer in der Schwärze des Weltraums, Schwerelosigkeit, mit solchen Assoziationen lassen sich die meist rein instrumentalen Klangwelten von Peter Thomas füllen, die auf dieser Soundtrack-CD der 7-teiligen Serie "Raumpatrouille Orion" hintereinander abgespielt eine gute Stunde ergeben. Je mehr die Jahre verstreichen, umso mehr hebt sich der künstlerische Wert der Orion-Serie aus dem Einerlei heraus. Ist die Serie an sich mit ihrer hervorragenden Schwarzweiß-Optik und Ausstattung (Aufbauten, Kostüme, Frisuren, Effekte) schon visuell ein Erlebnis, wird dies durch diesen Soundtrack noch unterstrichen.Rücksturz in die Sechziger (9. Juni 2003)
Im Alter von 41 Jahren erhielt 1966 Peter Thomas den Auftrag für die Musik zur ersten (und bislang letzten) deutschen Science-Fiction-TV-Serie. Zu diesem Zeitpunkt gehörte er bereits zu den avantgardistischen Soundtrack-Komponisten in Deutschland. Gute Leute gab es nicht wenige, aber niemand wagte derartige Klangexperimente wie Thomas - die zudem auch kommerziell durchaus erfolgreich waren!62 Minuten dauert der akustische Overkill dieser CD und damit gut 20 Minuten länger als auf allen bisherigen Soundtrack-Editionen zur Raumpatrouille. Vergleicht man jene mit dieser Neuausgabe, so fallen klangliche Verbesserungen auf. Vor allem das Grundrauschen wurde deutlich verringert, ohne den Sound irgendwie zu kastrieren: frisch und knackig kommt er aus den Lautsprechern. Ja, auch die Bonustitel überzeugen durch geradezu erschreckende Brillanz. Nicht selten sind solche Zugaben angestaubte Mauerblümchen, die man aus verkaufstechnischen Motiven heraus dazugibt. Diesen Eindruck hat man hier nicht. Zwar gehören sie nicht unbedingt zu den melodiösesten Stücken der gesamten Platte, aber sie runden den Hörgenuß wirklich ab und erheben diese CD zum Nonplusultra in Sachen "Raumschiff Orion".
Die Kunststoffhülle befindet sich in einem Pappschuber. Ich hätte ein Digipack zwar vorgezogen, aber zu einer Science-Fiction-Platte gehört nun einmal viel Plastik. Das Begleitheft ist relativ ausführlich und würdigt die Verdienste von Peter Thomas für deutsche Film-, TV-, Hörspiel- und Theaterproduktionen.
Die Titel selbst bedürfen keiner Rezension. Wie so oft gilt auch hier: Man mag sie oder man mag sie nicht. Wer die (inzwischen längst auch auf DVD erhältlichen) sieben TV-Episoden kennt und schätzt, wird an dieser Scheibe zwangsläufig seine Freude haben. Der Preis ist absolut okay.




