Die 12 Geschworenen

Verkaufsrang: 2085 (DVD)
Actor: Henry Fonda
Actor: Lee J. Cobb
Actor: Ed Begley
AspectRatio: 1.66:1
AudienceRating: Freigegeben ab 12 Jahren
Binding: DVD
Director: Sidney Lumet
EAN: 4045167007161
Format: Dolby
Format: HiFi Sound
Format: PAL
Label: MGM Home Entertainment GmbH (dt.)
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: MGM Home Entertainment GmbH (dt.)
Verlag: MGM Home Entertainment GmbH (dt.)
Erscheinungsdatum: 14. März 2008
Spielzeit: 92
Studio: MGM Home Entertainment GmbH (dt.)
TheatricalReleaseDate: 1957
von: Henry Fonda (Hauptdarsteller), Lee J. Cobb (Hauptdarsteller), Kenyon Hopkins (Komponist)
Preis: EUR 6,88

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Product Description

Im Hinterzimmer eines Gerichts haben sich zwölf Geschworene zurückgezogen, um einen Mordprozeß zu klären. Der Fall scheint eindeutig Ein Todesurteil. Nur der Geschworene Nr. 8 plädiert auf "nicht schuldig". Nach hitzigen Diskussionen ändert sich Stimmverteilung langsam zugunsten des Angeklagten, aber ein Freispruch kann nur einstimmig erfolgen ... Oscarpreisträger Henry Fonda "Am goldenen See" 1981, bester Schauspieler ist der Star in dem umjubelten Erstlingswerk des späteren Starregisseurs Sidney Lumet "Network". Ein hochspannender Klassiker über den leichtfertigen Umgang mit einem Menschenleben, der für drei Oscars nominiert wurde und den Goldenen Bären der Berliner Filmfestspiele erhielt.

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Das Regie-Debüt von Sidney Lumet (Mord im Orient-Express) aus dem Jahr 1957 ist auch heute noch ein dichter und atmosphärischer Gerichts-Thriller, wenn er auch ein klein wenig manipulativ und bühnenhaft wirkt. Hier sieht der Zuschauer niemals die Verhandlung, und die einzigen Geschehnisse sind verbaler Art. Wie auch in seinen späteren Filmen über Korruption, wie etwa Serpico oder Tödliche Fragen, legt Lumet seinen Hauptaugenmerk auf die einsamen Ein-Mann-Kämpfe des Hauptcharakters, dessen Lebensgrundsätze ihn vom Rest der trägen und gleichgültigen Gesellschaft abheben.

Zu Beginn des Filmes ist die Verhandlung eines scheinbar leicht zu den Akten zu legenden Falles -- ein junger Puertoricaner wurde beschuldigt, seinen Vater mit einem Messer ermordet zu haben -- gerade abgeschlossen. Die zwölf Geschworenen haben sich in ihren winzigen, drückend heißen Beratungsraum zurückgezogen, um über den Urteilsspruch zu entscheiden. Als die Stimmen gezählt werden, plädieren 11 Männer für schuldig, nur einer -- gespielt von Henry Fonda (Spiel mir das Leid vom Tod, Der längste Tag), der wieder einmal die Rolle des liberalen, die Wahrheit suchenden Helden verkörpert -- zweifelt am Offensichtlichen. Indem er das Prinzip des angemessenen Zweifels ausreizt, beginnt Fonda langsam, die anderen Geschworenen zu verunsichern. Denn jene repräsentieren einen Mikrokosmos der weißen, männlichen Gesellschaft, und nun werden ihre Vorurteile und ihre vorgefassten Meinungen, die sie zu ihrem schnellen Urteil führten, bloßgestellt.

Das straffe Drehbuch stammt von Reginald Rose (Die Wildgänse kommen), der es nach seinem eigenen Fernsehspiel verfasste. Es stellt jeden der Geschworenen durch die lebendige Verwendung von ausführlichen Selbstgesprächen dar, welche die makellose Besetzung (darunter Lee J. Cobb, Die Faust im Nacken und Martin Balsam, Die Unbestechlichen) gekonnt darstellen. Dennoch ist es Lumets klaustrophobische Regieführung -- schweißtreibende Nahaufnahmen und enger Bildaufbau in einer Kulisse, die allein aus einem Raum besteht -- die diese ausgeklügelte Geschichte zu einen explosiven und zwingenden Film macht, der den Zuschauer vor Spannung an den Nägeln kauen lässt. --Dave McCoy

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Kundenrezensionen zu 'Die 12 Geschworenen'

Erstklassiger alter Justiz-Schinken (3. Juli 2008)

Es ist zwar schon längst ein sehr alter Film, aber ich habe ihn bereits dreimal angesehen! Warum?? Weil es (auch heutzutage) ein echtes Lehrstück über die (amerikanische) Justiz ist! Hier müssen zwölf Geschworenen entscheiden, ob ein 18-jähriger schuldig an dem Mord seines Vaters gesprochen werden muss oder nicht, und zwar einstimmig! Wobei diesem Angeklagten auch noch ohne Ausnahme dann die Todesstrafe droht! Was daher zu langen, aber heftigen Diskussionen bei der Beratung führen kann, kann man bestens in diesem Film erleben! Beratungen über Beweisstücke, Motiv, Zeugenaussagen, es ist alles drin, was man für einen Schuldspruch braucht! Dazu gehört auch insbesondere die Ausräumung der im Prozess bereits gefällten Vorurteile einiger Geschworenen!
Nun, wer glaubt, dieser Film ist bloß für Jura-Studenten oder für diejenigen gedacht, die immer mal über Jura wissen wollen! Von wegen und ganz weit gefehlt! Es ist spannend und interessant zu sehen, wie die Geschworenen nach und nach sich schließlich für "nicht schuldig" zu plädieren, allerdings nicht weil der Angeklagte doch unschuldig ist, sondern weil die Geschworenen bloß nur berechtigte Zweifel an der Schuld des Angeklagten haben, mehr nicht! Mit anderen Worten, der Zuschauer weiß am Ende nicht, ob der Sohn seinen Vater wirklich umgebracht hat! Dieser Begriff "berechtigte Zweifel" hat hier im Film eine enorme Bedeutung! Warum, wird im Film verständlich für den einfachen Zuschauer und auch sehr plausibel erklärt!
Es ist außerdem toll zu beobachten, wie die vom Charakter und von der eigenen Bildung her sehr unterschiedlichen Geschworenen sich lange Zeit miteinander ringen, um endlich zu einem einstimmigen Schuldspruch zu gelangen! Allen voran die Geschworenen Nr.8 (der schon vom Anfang an Zweifel an der Schuld des Angeklagten hat) und Nr.3 (der genau das Gegenteil tut, allerdings aus ganz persönlichen Gründen, wie sich später herausgestellt hat)! Ein anderer Geschworener, ein Baseball-Fan, kann wegen eines bevorstehenden Spiels kaum das Ende der Beratung abwarten und tut daher alles dafür und macht sich auch ziemlich einfach mit seinem vorschnell gefällten Schuldspruch! Die Sommerhitze, dass den Beratungsraum noch zusätzlich aufheizt, macht es auch nicht einfacher!
Alles in allem ein hervorragender Film über Justiz für den einfachen Zuschauer, besonders für die, die schon Vorurteile für mutmaßliche Täter haben! Hier kann man auch darüber nachdenken, dass es eigentlich nicht leicht ist, einem Verbrecher die Todesstrafe zu geben (bei uns gilt das zwar nicht, aber einem Unschuldigen lebenslänglich zu geben, ist auch nicht minder schlimm!).

Ein Meisterwerk, welches ganz ohne Hollywood-Kitch auskommt (21. Dezember 2007)

Erstaunlich: der Film spielt sich fast komplett in einem Raum ab; es kommt keine einzige Action-Sequenz vor, von den Special-Effects ganz zu schweigen. Und doch bleibt man von der ersten bis zur letzten Minute gebannt vor dem Bildschirm. Daran sieht man, was eine meisterhafte Story, ein gutes Drehbuch und gute Schauspieler alles bringen können. Spannender als fast jede Materialschlacht der letzten zwanzig Jahren. Für mich einer der besten Filme aller Zeiten.

"Ich habe berechtigte Zweifel!" (20. April 2007)

Ein vor Gericht stehender Teenager, der gerade seine Volljährigkeit erreicht hat, soll seinen Vater ermordet haben. Alle Indizien und Zeugenaussagen sprechen gegen ihn. Der Fall scheint sonnenklar. Als die Geschworenen sich zur Beratung zurückziehen, um ein Urteil zu fällen, erwarten die meisten nur den obligatorischen Schuldspruch. Und tatsächlich: Elf der Geschworenen entscheiden in einer ersten internen Abstimmung auf Schuldig. Nur der Geschworene Nummer 8 (Henry Fonda) hat Zweifel an der Schuld des Angeklagten und bringt seine Argumente vor. Es gelingt ihm die anderen zu überzeugen den Fall noch einmal zu rekonstruieren und jedes der Indizien einer genauen Prüfung zu unterziehen.

Am Anfang kennen wir als Zuschauer, im Gegensatz zu den zwölf Protagonisten, die einzelnen Indizien und Zeugenaussagen nicht, da wir das Gerichtsverfahren nicht mitverfolgen konnten. Dadurch ist unser Focus ganz auf den Prozeß der Wahrheitsfindung und die Geschworenen gerichtet, welche im Laufe der Beratung immer mehr ihre eigenen Empfindungen und Persönlichkeiten preisgeben.

Die ganze Geschichte spielt, mit Ausnahme weniger Szenen, im dem Beratungszimmer und eignete sich, wie viele Produzenten damals einwendeten, ausschließlich als Theaterstück. Aber durch den ständigen Wechsel von Nahen und Totalen der Kamera, werden wir quasi immer wieder punktuell auf die entscheidenden dramatischen Höhepunkte hingewiesen, die sich in dieser Enge ereignen, so dass die filmische Realisierung die Spannung bis zur letzten Minute stärker in die Höhe treiben kann, als das statische Bild des Theaters es vermag.

Die dem Film zugrunde liegende Intention, weist auf den schwierigen Weg hin, die sogenannte Wahrheit zu ermitteln. Am Ende kennt niemand die reine Wahrheit, man kann nur durch das Hinterfragen der Indizien eine mögliche Interpretation des Geschehens entwickeln, die aber von wiederum von Mensch zu Mensch variieren kann, da die eigene Persönlichkeit dieses Abbild von der Realität mitgestaltet.

Die beteiligten Schauspieler waren damals das "Who is Who" in Hollywoods Riege der Charakter-Darsteller. Herausragend spielen vor allem Henry Fonda und Lee J. Cobb als Geschworener Nummer 3. Drehbuchautor Reginald Rose musste selbst einmal als Geschworener an einem Prozeß teilnehmen und wurde dadurch zu dem Drehbuch inspiriert.

Fazit: Regisseur Sidney Lumet hat hier, mit seinem ersten Kinofilm, meiner Meinung nach sein bestes Werk hingelegt. Durch das genial strukturierte und durch bestechende Dialoge überzeugende Drehbuch, ist hier ein Diamant der Filmgeschichte entstanden, der zweifellos zu recht in die Liste der besten 20 Filme aller Zeiten gewählt wurde.

Erstklassiger Einstand !! (13. April 2007)

Ein Mordprozeß geht dem Ende entgegen, die Geschworenen sind aufgefordert, ein einstimmiges Urteil zu fällen. Geschworener Nummer 8 hat als einziger einen berechtigten Zweifel und votiert 'nicht schuldig'. Im Verlauf der anschließenden Analyse des bereits verhandelten Falles gelingt es ihm, alle weiteren Geschworenen davon zu überzeugen, dass einer oder mehrere berechtigte Zweifel an der Schuld des Angeklagten bestehen. Ein Freispruch bleibt daher nicht aus.

Sidney Lumets Schwarz-Weiß Debüt ist vordergründig ein Gerichtsfilm, aber in der Tiefe ein elementarer Beitrag gegen Vorurteile und Ressentiments - und gegen die Todesstrafe. '12 angry men' - so der Originaltitel - spielt fast ausschließlich in einem Beratungszimmer, was die Dichte der Inszenierung, die kammerspielartige Qualitäten aufweist, zunehmend steigert. Alle Protagonisten spielen fantastisch, allen voran Lee J. Cobb als verbitterter Mann, der einzig aus persönlichen Motiven heraus den Angeklagten schuldig sprechen will und Henry Fonda, der hier neben seiner 'Rolle' als Mitproduzent des Films den Zweifler mit Hirn und Herz spielt. Vielleicht Fondas beste Darstellung.

Zusammengenommen trägt dieser zeitlose Film die unmißverständliche Aufforderung in sich, die Oberfläche eines eigentlich schon klaren Sachverhalts zu durchdringen, um letzlich die Wahrheit - und sei sie auch unbequem - zu ergründen. Diesbezüglich ist der Film trotz seines Alters meiner Meinung nach übertragbar auf alles, womit Menschen jemals zu tun hatten und zu tun haben werden - völlig egal ob auf politischer, sozialer oder persönlicher Ebene.

Das gleichnamige, knapp 40 Jahre später gedrehte Remake von William Friedkin (The French Connection) mit Jack Lemmon, George C. Scott und Armin Mueller-Stahl in den Hauptrollen kann, obwohl er überdurchschnittlich gut ist und neue und/als auch interessante Facetten eingebaut wurden, dem Original nicht das Wasser reichen.

Genial einfach und einfach genial. (4. April 2007)

Keine Gewaltszenen, kein Blut, kein Sex, keine aufregenden Verfolgungsjagden, keine phantastischen Drehorte, keine Computertricks, keine rührseligen Taschentuchsequenzen, keine donnernde Filmmusik. Alles spielt nur in einem Raum mit einem Tisch und 12 Stühlen und der Zuschauer erfährt nicht einmal die Namen der handelnden Personen. Was zum Teufel soll das für ein Film sein? Antwort: einer der besten Filme aller Zeiten! Sidney Lumet erzählt in seinem Erstlingswerk ein Stück von Reginald Rose, das im Juryroom eines New Yorker Gerichtes spielt. In einer dichten und packenden Erzählweise mit langen ungeschnittenen Einstellungen und sparsamster musikalischer Untermalung fängt Lumet die drückende Atmosphäre ein, in der 12 Männer um ein Urteil ringen. 12 Männer mit höchst unterschiedlichen Persönlichkeiten, die in einer schwierigen Situation ganz verschieden reagieren und deren gegensätzlichen Haltungen zum Teil aggressiv aufeinanderprallen.

Ein anderer Rezensent fragt, warum nur Weiße und nur Männer auftreten. Eben deswegen. Der Film spielt in den späten 50er Jahren. Damals wurden eben kaum Frauen und erst Recht nicht Farbige in eine Jury gewählt, auch nicht im liberalen New York. Erst in der zeithistorischen Dimension entsteht die dramaturgische Dichte.

Das Remake von 1997, mit Jack Lemmon und Armin Mueller-Stahl versucht diesen "Makel" zu beheben und die Jury "politisch korrekt" auch mit Farbigen zu besetzen. Der von Vorurteilen geleitete Juror Nr. 10 wird sogar als Anhänger des "Nation of Islam" dargestellt nur um zu zeigen, dass auch Farbige Vorurteile haben können. Auch wenn dieser Film gewiss nicht schlecht ist, erreicht er die Qualität des Originals vor allem wegen dieser krampfhaft versuchten "Ausgewogenheit" nicht.

Man braucht über die Handlung dieses Klassikers nicht mehr zu sagen. Herausragend sind Lee J. Cobb und Henry Fonda. Die Darstellung aller anderen Schauspieler ist ebenfalls ausgezeichnet. Jeder Charakter wird glaubhaft entwickelt.

Nur wenige Filme haben je mit so wenigen Effekten, nur mit schauspielerischen Mitteln eine so dichte Atmosphäre und konzentrierte Spannung erzeugt. Hitchcocks "Rope" oder "Liveboat" können noch zum Vergleich herangezogen werden.

Vermutlich reicht das Budget von damals nicht einmal für die Trinkgelder einer durchschnittlichen Hollywood Produktion von heute.

Ein Beispiel für alle Filmemacher der Neuzeit.

Leider ist die DVD spärlich ausgestattet.

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