Lost in Space

Verkaufsrang: 8064 (Musik)
Artist: Aimee Mann
Audio CD
EAN: 5033197208800
ListPrice:
Anzahl Medien: 1
Verlag: V2 Records (Universal)
Preis: EUR 6,65

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Kundenrezensionen zu 'Lost in Space'

Leidenslieder und der Exodus ins Nichts (1. November 2008)

"Lost in space", so recht wollte das ja gar nicht passen zu Aimee Mann. Ein Exodus in die Schwerelosigkeit mit der Frau, die noch auf ihrem Vorgänger-Album "Bachelor No.2" mit irdisch-bodenständigen Kurzgeschichten brillierte? Nein. Ist freilich nur metaphorisch zu verstehen: Verzweiflung, Entfremdung, Einsamkeit: bei der amerikanischen Songwriterin gerät "Lost in space" nicht etwa zum letzten innbrünstigen Hilferuf einer Verlorenen, sondern nur noch zur resignierten Bestandsaufnahme. "I'm not even there / Gone, but I dont where", resümiert sie nüchtern im Titelsong. Ein Glück, dass Aimee Mann wenigstens musikalisch ihrer kleinen Fangemeinde verfügbar bleibt - denn nicht nur die brauchte das vierte Soloalbum der grandiosen Sängerin ganz einfach. Jeder halbwegs empfindsame Mensch kann von der einzigartig bitteren Scharade mit all ihren schmerztrunkenen und paradoxerweise überaus süßen Melodien nicht unberührt bleiben. "Lost in space" avanciert mühelos zum farbigsten und gleichzeitig homogensten Pop-Kompendium des Jahres.

Die Lyrics erreichen eine vormals nur geahnte Intimität, dekadente Synthi-Sounds und lose mäandernde Gitarren konterkarieren den Honiggesang der Ausnahmekünstlerin und selbst die noch auf "Bachelor No.2" tröstenden "Red vines" sind aufgebraucht - hier gibts die puren "Real bad news". So rahmt auch der strahlendste Song der LP, "Invisible ink", poetisch eines der Hauptthemen Manns: die Unmöglichkeit menschlicher Verständigung, Kommunikation als unzulänglichen Versuch. Und die Worte schweben hinweg auf geradezu himmelsstürmenden Melodiebögen. "But nobody wants to hear this tale / The plot is clichéd, the jokes are stale", das deprimierende Fazit. Oh, wenn Leiden nur so wundersam schön, so kathartisch wäre, wie die Songs, in die Aimee Mann es zu fassen vermag - ich würde mein Leben nicht glücklich werden wollen.

Das Ende der Unbeschwertheit (7. Januar 2007)

Vorbei scheint die Zeit zu sein, wo uns Aimee Mann mit ihrem sonnigen Gemüt den Tag versüßt hat. Schwere Zeiten dürften angebrochen sein. Die Texte und Melodien geben es wieder (drogenabhängige Freunde, krach mit Managern etc.). Aimee Mann ist inzwischen unabhängig und fährt neben V2 Records nun mit ihrem eigenen Label namens Super Ego Records (klingt ein wenig dämlich, ist aber immer noch besser als "I Used To F*** People Like You In Prison Records").

Finanziell dürfte es um Aimee inzwischen bestens bestellt sein. Ihr Bekanntheitsgrad ist seit dem Magnolia-Soundtrack immens gestiegen. Glücklicherweise ist diese Frau intelligent genug, um der Verlockung der Kommerzialisierung aus dem Weg zu gehen - sie hat eben Ahnung davon, wie man seine Fans behandelt.

Lost In Space ist ein überaus gelungenes Album, voller Melancholie und eindringlicher Melodien. Trotzdem bleibt Manns kommerziellstes Machwerk "Bachelor No. 2", dicht gefolgt von "I'm With Stupid" und "The Forgotten Arm", die Nummer 1 meiner Aimee Manns Lieblings-Soloalben.

Irgendwie schafft sie es immer wieder.... (23. November 2006)

....mich zu überraschen.
Zwar hat Aimee Mann ihren Stil, ihre musikalische Eigenart gefunden, doch mit "Lost in space" habe ich sie wieder so gehört, wie nie zuvor.
Wie macht die das? Und warum können andere das nicht?
Aimee ist wieder grenzenlos melancholisch, und doch ist alles irgendwie neu. Ich weiß nicht genau, wie ich das beschreiben soll, verzeiht es mir und seid nachsichtig, aber ich kann nicht genau sagen, warum ich seit Tagen "Today's the day" im Ohr hab. Und warum ich beim ersten Hören gebannt vor den Bose 301ern gesessen hab und Aimee gelauscht hab.
In diesem Moment schüttel ich gerade selber den Kopf, weil ich diese Rezension schreibe und vor einer Sekunde iTunes geöffnet hab um das Album wieder mal anzuspielen.
Weiß der Teufel, wie Aimee das macht, aber sie macht es gut!

Gewohnt hohes Niveau einer Ausnahmekünstlerin (26. September 2006)

Wenn jemand wie Aimee Mann abseits der großen Vermarktung ihren Weg geht, verdient das größten Respekt. Das sie, durch den "Magnolia"-Soundtrack, gesteigerte Aufmerksamkeit bekommen hat, ist ihr um so mehr zu gönnen.

Auf "Lost In Space" geht sie ihren Weg konsequent weiter - ein wenig zu konsequent vielleicht. Ihre Stärken sind ehrliche tiefgründige Songs, gradlinig instrumentiert, trocken und ohne Mätzchen produziert, und mit ihrem kühlen, fast distanzierten Timbre vorgetragen.
Obwohl die Songs wie aus einem Guss klingen gelingt es ihr, die Stimmung der Songs zu variieren. "Humpty Dumpty" startet mit Ohrwurmqualitäten, "This Is How It Goes" ist mit psychedelischen Gitarren unterlegt, "Pavlov's Bell" rockt mit bratzigen Gitarren, und "Invisible Ink" umgibt sich mit einem wehmütigen Streicherteppich.
Trotzdem wüscht man sich nach ein Paar Stücken mehr Abwechslung in Stimmung, Tempo und Instrumentierung. Die Akkordfolgen sind ähnlich, der Spannungsbogen sanfte Strophe-hymnischer Refrain ermüdet nach einigen Songs. Dazu fehlen richtige Volltreffer wie "One" oder "Wise Up" vom Magnolia-Soundtrack.

So fehlt dem grundsoliden Album nur eine Prise Wagemut, die erprobten Pfade zu verlassen und eine größere musikalische Bandbreite zu erforschen. Leider hat Aimee Mann ihr Schema auf dem Nachfolger "The Forgotten Arm" nochmals aufgewärmt - und da wird's dann auch langweilig. Wer Mann von ihrer besten Seite erleben will, sollte lieber zu "Bachelor No. 2" oder dem "Magnolia"-Soundtrack greifen. Wer sowieso schon Fan ist, kann hier bedenkenlos zugreifen.

Lost in Space... (15. Juli 2005)

...ein traumhaftes Album der Ausnahmekünstlerin Aimee Mann. Eine super Stimme, tolle Texte, ausdrucksstarke Musik, mal mit Gitarre, mal mit Klavier. Das Album ist ein Gesamt-Kunstwerk mit keinen Aussetzern. Man kann es von vorne bis hinten durchhören, ohne dass es Stilbrüche oder Schockmomente gibt. Einfach durchgehend gut, in sich stimmig und harmonisch. Besonderes Higlight ist "Invisible Ink", welches auch mein persönlicher Favorit dieses Albums ist, obwohl natürlich alle Songs wunderschön sind.
Für Liebhaber handgemachter Musik mit Tiefgang ist diese CD ein Muss in der CD-Sammlung! 100% Gefühl und Musik, 0% Langeweile, Kitsch oder Belanglosigkeit.
Kaufen und Genießen - nicht nur für Aimee-Mann-Fans.

dkb.de

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