Marokko - SZ-Cinemathek

Verkaufsrang: 10964 (DVD)
Actor: Gary Cooper
Actor: Marlene Dietrich
Actor: Adolphe Menjou
AspectRatio: 16:9
AudienceRating: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Autor: Benno Vigny
Binding: DVD
Director: Josef von Sternberg
EAN: 4018492239385
Format: Dolby
Format: HiFi Sound
Format: PAL
Label: Süddeutsche Zeitung GmbH
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Süddeutsche Zeitung GmbH
Verlag: Süddeutsche Zeitung GmbH
RegionCode: 2
Erscheinungsdatum: 9. Juli 2005
Spielzeit: 88
Studio: Süddeutsche Zeitung GmbH
TheatricalReleaseDate: 6. Dezember 1930
von: Gary Cooper (Hauptdarsteller), Marlene Dietrich (Hauptdarsteller), Karl Hajos (Komponist)
Preis: EUR 4,93

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Marokko. DVD-Video

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Kundenrezensionen zu 'Marokko - SZ-Cinemathek'

Liebe und Leidenschaft bis zur Selbstaufgabe - Marlene in Marokko (29. August 2008)

MAROKKO ist mehr als ein Film, er ist ein Erlebnis. Mit ihrer ersten amerikanischen Zusammenarbeit nach dem "Blauen Engel" haben Regisseur Josef von Sternberg und sein Star Marlene Dietrich 1930 einen Riesenhit und ewigen Klassiker geschaffen, dessen schwüle, aufgeladene Atmosphäre heute noch staunen lässt, erzählt in betörenden Schwarzweißbildern.
Die Story: Fremdenlegionär Gary Cooper verliebt sich in die Nachtclubsängerin Dietrich, die für ihn einen großzügigen Verehrer (Adolphe Menjou) ablehnt. Da Cooper aber noch ein Verhältnis mit der Frau eines Vorgesetzten pflegt, muss er bald für seine Sünden bezahlen, und Marlene ebenso...
In ihrer ersten großen Szene singt Marlene im Nachtclub "What Am I Bid For My Apple?". Sie trägt Männer-Frack, verteilt Rosen und Äpfel und küsst spontan eine Zuhörerin. Als EVa im Paradies reicht sie Cooper einen Apfel, in den er lüstern hineinbeißt. Später zeigt sie ihre berühmten Beine, während Gary Cooper einen Fächer gegen die Hitze schwingt. Ihr Kuss setzt die Leinwand (bzw. den Bildschirm) in Flammen. Josef von Sternbergs Regie ist mehr als suggestiv, sie ist geradezu himmlisch unverfroren. Marlene spielt in MAROKKO weniger die mysteriöse Femme Fatale als die leidende Liebende, die alles aufgibt, um dem Mann ganz zu gehören. Und keiner kann ihr das verübeln. Coopers attraktiver Charme in Verbindung mit Dietrichs lasziver Körpersprache und cooler Lässigkeit ergibt die perfekte Kino-Erotik, die auch noch so viel nackte Haut nicht überbieten kann. Beide Figuren bewahren ihre Geheimnisse und sind unabhängig. Ihre Liebe resultiert aus nur einer einzigen, wunderbaren Nacht miteinander, bei der wir nicht Zeuge sein dürfen. Beide kennen das Leben und haben ihre Vergangenheit hinter sich gelassen. Er wirft ihr nie vor, sich von Menjou umgarnen zu lassen, sie akzeptiert mit einem Lächeln, dass er neben ihr noch andere Liebschaften pflegt, weil sie weiß, dass sie bedeutungslos sind. Das sind Filmfiguren, die sich tatsächlich wie erwachsene Menschen verhalten. "Es gibt auch eine Fremdenlegion für Frauen", sagt Marlene, "nur bekommen wir keine Medaillen und Abzeichen für unsere Verwundungen". Großartige Dialoge, die es heute nicht mehr gibt. "Lieben Sie ihn?", fragt Menjou die Dietrich. "Ich weiß nicht", erwidert sie, "ich hoffe nicht." Keiner der drei Charaktere verliert sein Gesicht, obwohl alle aus Liebe handeln.
Josef von Sternberg huldigt die Selbstaufgabe als den ultimativen Liebesakt. Das Ende des Films ist so unglaublich, dass man es gesehen haben muss, um es zu glauben. Es hat ganze Generationen inspiriert. MAROKKO ist eine Liebeserklärung an das Kino, an die unzerstörbare und zerstörerische Kraft von Liebe und Sex, und an Marlene Dietrich. Wundervoll!

Mit Abstand eine der erotischsten Frauen Hollywoods! (13. Februar 2008)

Der Regisseur des vorliegenden Schwarz-Weiß-Films ist Josef von Sternberg, der im Hollywood der frühen 30er Jahre maßgeblich stilbildend wirkte.
"Marokko" wurde zu Beginn der Ton- Film -Ära 1930 gedreht. Die Dialoge geben insofern noch nicht so viel her. Sie stecken gewissermaßen noch in den Kinderschuhen. Die Beleuchtung, die Hell- und Dunkelphänomene und die nonverbale Sprache stehen im Vordergrund.
Marlene Dietrich vermag diese Sprache , wie kaum eine zweite durch ihr Mimikspiel und ihre Blicke, nicht selten zweideutig- ironisch , umzusetzen. Das macht den eigentlichen Reiz des Films aus.
Die Handlung spielt in einer marokkanischen Garnisonsstadt in den Zwanziger Jahren.
Die Barsängerin Amy Jolly ( Marlene Dietrich) begeistert mit ihren Chansons das Publikum, zu dem arrivierte Geschäftmänner, wie Le Bessier ( Adolphe Menjou) und Fremdenlegionäre wie Tom Brown ( Gary Cooper) zählen. Amy tritt in der Bar u. a. im Herrenanzug mit Krawatte und Zylinder auf und zeigt dort auch in einer Art Badeanzug ihre langen Beine. Sie flirtet mit einem weiblichen Gast und küsst ihn. All dies galt in jener Zeit - insbesondere im prüden Amerika - als frivol und sorgte für Aufsehen.
Der chevalereske Le Bessier und der etwas dümmlich in die Welt blickende junge Gary Cooper werben beide um die Barsängerin . Obschon Le Bessier eindeutig wesentlich besser an die Seite Amys passen würde, entscheidet sie sich für den tölpelhaften Tom. Ihn liebt sie offensichtlich, ihm folgt sie in den Krieg...
Der Film lebt von der erotischen Ausstrahlung Marlene Dietrichs. Die Rolle Tom Browns hielt ich zunächst mit Cooper wegen seiner ein wenig tumben Aura für fehlbesetzt. Er wirkt als Rivale von Adolphe Menjou ( in der Rolle Bessiers) geradezu lächerlich.
Irgendwann allerdings wurde mir klar , dass die Rollenbesetzung wohlüberlegt war.
Amy liebt Tom um seiner selbst willen, ihr Herz fiebert nur ihm entgegen, auch wenn dies Dritten unverständlich erscheint. Was die beiden magisch anzieht ist für Dritte, vielleicht sogar für sie selbst unverständlich, aber es ist so heftig , dass Widerstand zwecklos ist.
Dieses Phänomen wird allgemein als Liebe bezeichnet, wie jeder weiß. Ihr huldigt von Sternberg , indem er sie als Meister des Lichts immer wieder neu ausleuchtet. Wunderbar!

Empfehlenswert!

Rhytmischer Schnitt, atmosphärische Dichte (28. Juni 2005)

Am Ende der stummen Ära hatte der Hollywood-Film ein hohes Maß an visueller Qualität, an Tempo, Schnitt und entfesselter Kameraführung. Mit dem Tonfilm und dessen sperrigen, immobilen Apparturen gelang den Studios dieser Standard zunächst nicht mehr. MGMs erster Tonfilm mit Greta Garbo ,,Anna Christie'' wirkte in seiner Starrheit wie ein abgefilmtes Bühnenstück. Morocco ist aus der Paramount-Gesamtproduktion des Jahres 1930 ein Ausnahmefilm geblieben. Allein Josef von Sternberg gelang es, das Niveau der Stummfilmzeit zu halten und mit dem Ton stilistisch zu steigern. Sternberg suchte sich Stoffe, in denen der Dialog lediglich Unterstützung gab und verließ sich weiterhin auf die Kraft der Bildsprache und der Ausdrucksmöglichkeiten der geschickten Montage. Morocco ist ein visueller Fluss aus Licht und Schatten, dessen rythmischer Schnitt und atmosphärische Dichte auch unseren heutigen Sehgewohnheiten voll entspricht. Außergewöhnlich Sternbergs Talent, der zweidimensionalen Leinwand durch die atemberaubende Ausleuchtung seiner Sets Tiefe und Räumlichkeit zu verleihen. Seine Bilder - hier viele Außenaufnahmen - haben häufig drei Ebenen. Die Szene, in der die Dietrich durch das Helldunkel des Bazars läuft und ihr Gesicht sich aus der Tiefe stroboskopartig aufleuchtend der Kamera nähert, ist im Kino an visueller Brillianz nicht wieder erreicht worden. Ein wegweisender Klassiker der Schwarzweißfotografie.

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