Verkaufsrang: 22701 (DVD)
Actor: Delphine Seyrig
Actor: Giorgio Albertazzi
Actor: Sacha Pitoeff
Actor: Francoise Bertin
AspectRatio: 2.35:1
Binding: DVD
Director: Alain Resnais
EAN: 5060034571636
Format: Schwarz-Weiß
Format: PAL
Format: Widescreen
Format: Import
Label: Optimum Home Entertainment
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Optimum Home Entertainment
NumberOfItems: 1
Verlag: Optimum Home Entertainment
RegionCode: 2
Erscheinungsdatum: 23. Mai 2005
Spielzeit: 94
Studio: Optimum Home Entertainment
TheatricalReleaseDate: 1960
von: Delphine Seyrig (Hauptdarsteller), Giorgio Albertazzi (Hauptdarsteller)
Preis: EUR 21,50
Kundenrezensionen zu 'Last Year In Marienbad [UK IMPORT]'
Willkommen in den Labyrinthen von Marienbad... Alain Resnais' Meisterwerk (27. August 2008)
Ein luxuriöses Hotel in einer vergangenen Zeit, vornehm gekleidete Menschen, die starre Gesellschaftsspiele spielen, ein Mann namens X (Giorgio Albertazzi), der eine schöne Frau namens A (Delphine Seyrig) anspricht. Sie haben sich bereits im letzten Jahr getroffen, hier oder auch in Karlsbad, sie wollte angeblich mit ihm durchbrennen. A aber will oder kann sich nicht erinnern, X lässt nicht locker. Gab es im letzten Jahr ein Eifersuchtsdrama, einen Mord, ist die Frau vor ihm vielleicht nur eine Geistererscheinung? Oder wiederholt sich die Begegnung jedes Jahr wieder?Fragen über Fragen in einem der großen Meisterwerke der Filmkunst, Alain Resnais' LETZTES JAHR IN MARIENBAD (1961). Die Beantwortung dieser Fragen ist unwichtig, die Überlegungen darüber machen den Film aus, den man nicht rational erfassen sollte. Er ist eine Symphonie in Schwarzweiß, mit hypnotischen, surrealen Bildern und dem vielleicht perfektesten Rhythmus der Filmgeschichte. Seine fließende Langsamkeit wird nie, nicht einmal für eine Sekunde unterbrochen. Wer konventionelle Unterhaltung oder eine Handlung sucht, ist hier falsch und wird entweder zu Tode gelangweilt oder wütend. Wer akzeptieren kan, dass Film noch mehr darf und kann, der wird MARIENBAD genießen können. Resnais und sein Drehbuchautor Alain Robbe-Grillet (wichtiger Autor des "Nouveau Roman") brechen sämtliche Regeln der Filmerzählung. Dialoge verstummen unvermittelt, während die Charaktere weitersprechen, die Chronologie der Ereignisse wird zerschmettert, Kostüme und Dekors wechseln innerhalb der Szenen, innere Monologe ersetzen den objektiven Blick, es gibt weder ein wo, wann oder ein warum. MARIENBAD ist ein Labyrinth, aus dem es keinen Ausgang gibt, der Aufenthalt selbst ist das Erlebnis. Es geht um Zeit, um Erinnerungen (die wahr oder falsch sein können und manchmal beides), um Liebe, Sehnsucht, Verlangen, Abweisung und die klassische Dreieckstragödie. Die Darsteller zeigen kaum Emotionen und bewegen sich minimal, stattdessen bewegt sich die Kamera und schwelgt in den opulenten Dekors einer toten Welt, begleitet von Orgelmusik. In einer Sequenz unterhalten sich die Charaktere über eine Statue und deren Bedeutung. Jeder sieht etwas anderes in ihr. So sollte man sich auch LETZTES JAHR IN MARIENBAD nähern. Es ist schon erstaunlich, wie sehr man von anderen Künsten (Theater, Malerei) verschiedene Darstellungsformen akzeptiert, während Surrealismus und Abstraktion im Film schnell als inhaltsleer und prätentiös abgelehnt werden. MARIENBAD ist ein abstrakter Film, wunderschön, schwebend, zeitlos, ein Fest fürs Auge und eine Herausforderung. Er ist der Beweis, dass Film viel mehr sein kann, und er hat die Zeit glänzend überdauert. Auf den Filmfestspielen in Venedig wurde LETZTES JAHR IN MARIENBAD 1962 mit dem goldenen Löwen ausgezeichnet und war weltweit ein großer kommerzieller Erfolg. Kann man sich das heute noch vorstellen?. Ich liebe diesen Film!
Diese britische DVD zeigt den Klassiker in berauschender Bildqualität im Original Cinemascope-Format, der Ton ist Französisch mit englischen Untertiteln. Als Extras bietet sie eine ca. 20-minütige Einführung von Professor Ginette Vincendeau, den halbstündigen Film "Im Labyrinth von Marienbad" von Kritiker Luc Lagier, den Trailer und einen Dokumentarfilm von Resnais über die Pariser Nationalbibliothek.
Rätselhaftes Meisterwerk mit Sogwirkung (5. Juli 2007)
Einige Filmschaffende befinden sich in diesem epochemachenden Meisterwerk auf dem Zenit. Alain Robbe-Grillet, Drehbuch, hat weder vorher noch nachher dichtere Texte zustande gebracht. Gleiches würde ich in Bezug auf sein cineastisches Schaffen auch für Alain Resnais behaupten. Delphine Seyrig, die unerreichbar, rätselhafte Schöne verkörpert eine der faszinierensten Frauenrollen der Filmgeschichte. Sie ist so attraktiv und wunderschön, dass man sich wundert, warum sie so wenig bekannt wurde. Ein Film mit Sogwirkung, den man wie gewisse Werke der klassischen Musik den ganzen Tag laufen lassen könnte. In gewisser Weise gelingt es, die Grenzen der Genre zwischen Literatur und Film zu sprengen und etwas zu schaffen, was eine neue, höhere Kunstform darstellt. Schade, dass dieser Ansatz nie wieder verfolgt, geschweige denn erreicht wurde.Interessantes Experiment - mehr aber auch nicht (26. Oktober 2005)
Es mag eigentümlich klingen, aber der Kurzfilm von Resnais über die französische Staatsbibliothek - Beigabe auf der DVD - ist kurzweiliger, interessanter und ästhetisch nahezu gleichwertig gegenüber seinem zweiten Spielfilm, der unter einer bestimmten Teilgruppe von Cineasten Kultstatus genießt. "Kult" bedeutet aber auch, dass man ihn sich immer wieder ansieht und aufgesogen wird von dieser irritierenden Statik, den (bewusst leblos und im Grunde schlecht agierenden) Schauspielern, der manchmal recht nervtötenden Orgelei auf der Tonspur usw. Ein solches Rezeptionsverhalten kann ich mir nicht erklären, das eine Mal hat mir gereicht. Gewiss ist die Kameraarbeit exzellent (allein die langsamen, langen Fahrten über Deckenmuster), das Schwarz-Weiß wunderbar konturenscharf, der Schnitt teilweise gewagt und heute noch originell. Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass man praktisch Marionetten zuschaut. Menschen, Figuren, Charaktere sind das nicht. Das gehört zum Prinzip und fügt sich recht gut ein (ist fast amüsant) - aber nach einer Stunde monotoner (im wahrsten Sinne) Dialoge/gemurmelter Monologe, die zu nichts führen (wollen), musste ich mit der Müdigkeit kämpfen. Vielleicht sollte man dieses Enigma von Film eher als Skulptur betrachten, voller Geheimnisse, die man nicht decodieren muss. Man kann es aber mit der Anleitung der Filmwissenschafterin im Extra-Material oder mit Hilfe des "Sekundärfilms" - übrigens ganz hervorragend und wirklich erhellend. Doch selbst mit den mitunter schlüssigen Interpretationsansätzen gewinnt der Film nicht. Eine der Auffassungen zur Erklärung des Ganzen ist recht simpel: Es handele sich um einen intellektuellen Witz, ein Versuch, Sperrigkeit zu zelebrieren und dabei willkürliche Subtexte quasi als Abfallprodukt zu generieren. Also eine Bedeutungsmaschine, die ziellos vage Bedeutungsmuster webt, ohne einen Masterplan zu haben. So habe ich es zumindest in Erinnerung - die DVD habe ich gleich weiter verkauft. So sehr ich Resnais schätze (z. B. Smoking/No Smoking), ich befürchte ein wenig, an dieser Idee ist etwas Wahres dran. Wäre "Letzes Jahr in Marienbad" ein halbstündiges filmisches Experiment, dann würde ich mich anders dazu äußern. Mich interessiert im nachhinein überhaupt nicht, wer im Jahr zuvor in Marienbad war oder auch nicht. Ein schwaches Geheimnis, mit Achselzucken aus der Distanz in Augenschein genommen - und nahezu vergessen. Das ist der Film heute für mich. Ein Kuriosum der ernsten Art. Ein anspruchsvolles Schlafmittel.es kannn nur einen geben... (22. Februar 2005)
eins vorneweg: für mich ist dies der größte Film aller Zeiten.Doch wie bei sovielen Genialitäten scheiden sich auch an diesem Meisterwerk die Geister.
Was Alain Resnais filmisch in seinem 2. Werk umsetzte, war und ist nicht nur für damalige Verhältnisse einmalig. Zwar hatte Kurosawa mit Rashomon bereits das Feld der vielen subjektiven Wahrheiten, statt einer allumfassenden Wahrheit betreten, doch geht Resnais mit diesem Film noch mindestens 2 Schritte weiter.
Realität und Traum, Erinnerung und Gegenwart vermischen sich und bringen den Zuschauer genauso in Erklärungsnotstand wie ein Erzähler, der plötzlich auch im Film auftaucht, ein Spieler der nie verliert oder aber Protagonisten mit Namen X und A. Niemals läßt der Regisseur uns zur Ruhe kommen.
Resnais zwingt den Zuschauer zum ständigen revidieren seiner Meinung und glaubt man, man habe verstanden worum es ginge und man könne der Handlung "bequem" folgen, findet sogleich etwas statt, um auch daran wieder zu zweifeln.
Fazit: Geniale Bildkomposition, das beste Drehbuch aller Zeiten und das unterlaufen jeglicher Zeitstruktur machen diesen Film zu eine Meilenstein des Kinos!
Oder: wer den Film nicht liebt, ist wohl einfach noch nicht bereit dafür...*sorry*
![Last Year In Marienbad [UK IMPORT]](http://ecx.images-amazon.com/images/I/5184DE128DL.jpg)



