Verkaufsrang: 637 (DVD)
Actor: Daniel Brühl
Actor: Julia Jentsch
Actor: Stipe Erceg
AspectRatio: 16:9
AudienceRating: Freigegeben ab 12 Jahren
Binding: DVD
Brand: Universum
Director: Hans Weingartner
EAN: 0828766849097
Technische Details: FSK 12
Format: Dolby
Format: PAL
Format: Surround Sound
Label: Ufa/DVD
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Ufa/DVD
Verlag: Ufa/DVD
RegionCode: 2
Erscheinungsdatum: 8. August 2005
Spielzeit: 127
Studio: Ufa/DVD
TheatricalReleaseDate: 2004
UPC: 828766849097
von: Daniel Brühl (Hauptdarsteller), Julia Jentsch (Hauptdarsteller), Andreas Wodraschke (Komponist)
Preis: EUR 7,90
Amazon.de
Mit Die fetten Jahre sind vorbei brachte Regisseur Hans Weingartner die Politik zurück in den deutschen Film. Im Zentrum seiner Geschichte stehen die drei Klein-Revolutionäre Jan, Peter und Jule (Daniel Brühl, Stipe Erceg und Julia Jentsch), die mit lustigen Einbrecher-Streichen in Bonzen-Villen die Hausbesitzer verunsichern wollen. Als der verfrüht heimkehrende Geschäftsmann Hardenberg (Burkhart Klaußner) sie bei einer „Aktion“ überrascht, wird er kurzerhand gekidnappt und in eine abgelegene Alpenhütte abtransportiert.Hier beginnt das eigentliche Herzstück des Films, denn genau genommen ist Die fetten Jahre sind vorbei ein Diskurs-Film: Hier trifft Idealist auf Realist, Jung-Revoluzzer auf Alt-68er, Systemkritik auf Angepasstheit – und über jeder Debatte hängt die Frage: Wer hat jetzt eigentlich „recht“? Eine Frage, die kaum zu beantworten ist, und Weingartner ist (trotz einer nicht zu leugnenden Sympathie für seine jungen Systemfeinde) klug genug, das auch nicht zu versuchen. Intelligent und fair betrachtet er stets beide Seiten der Medaille, lässt jedem guten Argument ein nicht weniger überzeugendes „Ja, aber …“ folgen, und leistet so weit mehr, als „nur“ einen politischen Film zu machen. Die fetten Jahre sind vorbei ist gleichermaßen gesellschaftliche Bestandsaufnahme, Verarbeitung der 68er-Vergangenheit, Hinterfragung der Sinnhaftigkeit politischen Widerstands in einer entpolitisierten Zeit – und letztlich doch eine Kampfansage ans Dasitzen und Nichtstun. Mit einem provokativen Ende sorgt Weingartner dafür, dass sein Film für den Zuschauer auch nach dem Abspann weitergeht – in der persönlichen Auseinandersetzung darüber, wie man das Gesehene (und Gehörte) jetzt eigentlich versteht und bewertet. Die fetten Jahre sind vorbei zwingt seine Zuschauer dazu, nicht nur eine Meinung zu beziehen, sondern über diese auch genau nachzudenken. Und das hat im deutschen Film wirklich lange keiner mehr geschafft. -- Frank-Michael Helmke
Kundenrezensionen zu 'Die fetten Jahre sind vorbei'
Fette Idee, mager umgesetzt... (6. September 2008)
Wer hätte schon diesen selbsternannten Großstadtrevolutionären 127 Minuten lang bei ihren Einbrüchen über die Schulter schauen wollen, nur um immer wieder aufs Neue zu sehen, wie Familienfotos der Bonzen im Kühlschrank verschwinden und man Teilen deren exklusiven Mobiliars nächtlichen "Schwimmunterricht" in heimischen Swimmingpools erteilt?Logische Konsequenz war somit, von der ersten Minute an, das revoltierende Trio musste unbedingt in ausufernde Schwierigkeiten geraten, um überhaupt so etwas wie einen Spannungsbogen zu entwickeln - blieb lediglich die Frage offen, bei welcher Gelegenheit dies geschehen sollte?
Die Antwort der Filmemacher fand ich unterm Strich enttäuschend - waren die ersten 40 Minuten des Filmes nämlich noch sehr vielversprechend geraten, ernste Botschaft(en) (Stichwort Globalisierungskritik) und durchaus erfrischender Humor schienen die zahlreich guten Kritiken im Netz zu bestätigen, versank der Streifen ab der Mitte im kalkulierbaren Mittelmaß... - die unvermeindliche Konfrontation mit einem "leibhaftigen Bonzen" und dessen spontane Entführung durch Brühl, Jentsch und Erceg war überhaupt nicht nach meinem Geschmack - der weitere Verlauf zu vorhersehbar - aus genannten Gründen 3 Sterne Abzug.
Generation Unzufrieden (15. Juli 2008)
Drei junge Leute kommen auf die Idee, dass etwas getan werden muss gegen das Ungleichgewicht zwischen Arm und Reich. Und da sie durch eine naive Dummheit in eine prekäre Situation geraten, ergibt sich auch eine spontane Idee, wie man das anpacken kann: sie entführen kurzerhand einen Bonzen, der dafür herhalten und ihnen erklären soll, wie es sich anfühlt, reicher zu sein als alle anderen und zuzuschauen, wie woanders Menschen ums Überleben kämpfen.Doch bei ihrer idealistischen "Operation ungeplant" machen die drei sich bisweilen selbst lächerlich. So haben sie in dem entführten Opfer nicht nur einen Spiegel ihrer selbst gefunden - denn der Entführte erzählt ihnen, nachdem sie sich alle etwas angenähert haben, dass er selbst früher genauso dachte und ähnliche Vorstellungen hatte, - sondern sie sind in ihrem eigenen moralischen Denken ebenso verwundbar wie die, denen sie Spießertum vorwerfen. So kommt es zu einer unschönen Dreierbeziehung, die beinahe alles kaputtmacht.
Das Ende ist sehr überraschend, wie ich finde. Die Dialoge hapern zwar teilweise und klingen nicht authentisch, sondern nachgeplappert. Doch die Schauspieler überzeugen über weite Strecken. Insbesondere Julia Jentsch spielt ihre Rolle sehr gut!
Daniel Brühl wirkt streckenweise wie eine Persiflage auf den jungen Moritz Bleibtreu - im Gesamtbild aber kommen alle Figuren recht glaubhaft rüber.
Ein wirklich guter Film (14. Juli 2008)
Dieser Film ist einfach super! Ich hab ihn vor 20min im Tv gesehen und werde mir jetzt die Dvd kaufen.Fazit: Die Schauspieler sind richtig gut, die Story kommt realistisch rüber, der Film zwingt keinem eine Meinung auf!, man möchte ihn umgehend nochmal sehen.
In einer Rezension beschwert sich jemand, dass die zwei Hauptcharaktere in Häuser einbrechen und ungeschoren davon kommen... Sorry, aber dieses Kontra Argument ist Lachhaft und hat nichts mit der Qualität oder Quantität des Films zutun.
Viel Spaß mit dem Film :)
Peinliches Volkstheater (14. Juli 2008)
Die erste Hälfte des Films ist eine imaginäre (perfekt ins Heute versetzte) Kopie der Gründung der RAF. Nicht Ideologie war das Entscheidende, sondern die Baader-Ensslin-Scheiße: Abenteuer und den dicken Max machen vor pseudorevolutionärem Hintergrund. Hier wäre etwas innovatives möglich gewesen - vertane Chance.Die zweite Hälfte des Films wird auf verschiedenen Ebenen von Minute zu Minute peinlicher. Dadurch ist der Film unerträglich. Ich kann den 1-Sterne-Rezensenten nur zustimmen.
Herrje, prinzipiell dieselbe naive Jahrmarksauffühung wie bei "Good Bye Lenin" - neues deutsches Kino? Nein, neues deutsches Volkstheater.
Georg B. Mrozek
feiner jugendfilm mit viel feingefühl und realismus (17. Januar 2008)
ideenreichtum, witz, ernsthaftigkeit, feingefühl vermischt mit ein wenig wehmut, schwarzer weltanschauung, revolutionäre jugendgedanken. das ganze dann 127 min. und fertig ist ein feiner streifen mit einem (wieder mal sehr guten) daniel brühl. ich mag die meisten filme mit ihm. sehr nachdenklich und vielleicht proiziere ich meine vergangenheit aber auch teilweise meine gegenwart mit jenen protagonisten.es ist schön, wenn man sich in manchen szenen wiedererkennen kann und ganz erstaunt darüber ist. deshalb gefällt mir diese geschichte auch so gut, weil ich ebenso über viele dinge nachdenke und oftmals nur meine gedanken als richtig ersehe .... das sollte man manchmal lassen. nicht alle leute sind arschlöcher und spießer - sie waren schließlich auch mal jung und sind irgendwie in die sesselpfurzerrolle reingeplumpst ... und ehe es man sich versieht hat man sich daran gewöhnt und weiß garnicht mehr wie dies zustande gekommen ist ...
film & geschichte 1 A


