Verkaufsrang: 35004 (DVD)
Actor: Charlton Heston
Actor: Ava Gardner
Actor: David Niven
AspectRatio: 16:9
AudienceRating: Freigegeben ab 12 Jahren
Binding: DVD
Director: Nicholas Ray
EAN: 7321921894091
Format: Dolby
Format: HiFi Sound
Format: PAL
Label: Warner Home Video - DVD
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Warner Home Video - DVD
Verlag: Warner Home Video - DVD
RegionCode: 2
Erscheinungsdatum: 1. August 2005
Spielzeit: 155
Studio: Warner Home Video - DVD
TheatricalReleaseDate: 1962
von: Charlton Heston (Hauptdarsteller), Ava Gardner (Hauptdarsteller), Dimitri Tiomkin (Komponist)
Kundenrezensionen zu '55 Tage in Peking'
Boxerstopp - kein Renner, aber ordentlich (12. März 2007)
Stanley Kubrick hat einmal gesagt, ich gebe es nur sinngemäß wieder, kein Antikfilm sei richtig gut, sein eigener (Spartacus) eingeschlossen. "55 Tage in Peking" ist kein Antikfilm, aber im weitesten Sinne ein Monumentalschinken, und so richtig gut ist er auch nicht, aber eben auch nicht schlecht. Irgendwie symptomatisch: Ab Mitte der Fünfziger gab es einerseits Breitwand, andererseits die harte TV-Konkurrenz, da musste Hollywood mal so richtig auf die Sahne hauen und zeigen, was Kino so alles konnte. Viele große Regisseure haben sich da mal am Monumentalen versucht, Regisseure oftmals, die ansonsten eher Besseres gemacht haben. Hawks drehte "Land der Pharaonen", Robert Wise "Helena von Troja", William Wyler "Ben-Hur", Joseph E. Mankiewicz "Cleopatra", von Kubrick war bereits die Rede - und nun also Nicholas Ray mit "55 Tage in Peking". Nicholas Ray??? Jawollja, der Mann, der in den 50ern durchaus heiße Eisen angepackt hatte, z.B. in der erbarmungslosen Haß-Studie Johnny Guitar" und in einem der berühmtesten Jugendrebellionsfilme aller Zeiten, "...denn sie wissen nicht, was sie tun". Am Boxeraufstand, der Grundlage für die "55 Tage in Peking" ist, geht er zwar nicht KO, bleibt aber bei aller optischen Opulenz doch hinter seinen Möglichkeiten.Der Film, wiewohl mit 155 Min. für einen Monumentalfilm beinahe schon von moderater Länge, gibt sich ganz groß, es wurden (schöne) Titelbilder gemalt, es gibt eine Ouvertüre, eine Pausen- und eine Schlussmusik. Wäre das alles nötig gewesen? Eigentlich nicht, der Film wirkt dadurch schon zu Beginn wie ein Ausstellungsstück, seine Pracht eher wie eine Last vor sich hertragend, und das tut ihm nicht gut. Als es dann losgeht, können wir zwar über logistische Höchstleistungen staunen, aber kaum über ästhetische und dramaturgische. Die Pracht ist sich zumeist selbst genug. Freilich ist die Erzählung nicht komplett missraten, aber gepackt hat sie mich kaum. Charlton Heston ist wie immer, David Niven ist (elegant) wie immer, beide gegensätzlichen Charaktere gehen zwar aufeinander zu im Laufe der Handlung, aber das ist schon von Anfang an absehbar, dass sie sich im Grunde ähnlich sind, das ist nicht so spannend mitzuverfolgen. Ava Gardner gewinnt noch am ehesten; während ihre Rolle zu Beginn nicht so interessant ist und das große Geheimnis aus ihrer Vergangenheit in der heutigen Zeit so skandalös nicht mehr wirkt, ist ihre Wandlung von der am Materiellen hängenden zur aufopferungsvollen Frau glaubwürdig dargestellt, zumal sie gar nicht die ganz große Schönheit ist, zu der sie manchmal gemacht wird, aber ihr Gesicht ist voller Leben (das mag an den prominenten Wangenknochen liegen oder einfach an einem unbeschreiblichen gewissen Etwas, andererseits ist ihre Filmographie vorsichtig gesagt durchwachsen, sie ist immer noch ein Rätsel für mich). Die politischen Zusammenhänge scheinen die Macher nicht besonders interessiert zu haben. Es wird zwar weidlich betont, dass das Beispiel der elf zusammenstehenden Nationen Vorbildfunktion haben soll, aber auch dies ist viel zu schnell klar, und warum es jetzt ratsam war, hier einzugreifen, wissen wir am Ende genauso wenig, wie wir eine Antwort auf die Frage kennen, ob und inwieweit die Boxer Rückhalt beim chinesischen Volk und dessen Regierung hatten. Das muss ein Film vielleicht auch nicht leisten, er darf auch gerne subjektiv sein, aber er muss dann wenigstens erklären, warum, und wenn er es - wie hier - schon unternimmt, in so manchem Dialog die politischen Überlegungen zu thematisieren, dann möchte ich auch daraus im Endeffekt einen Erkenntnisgewinn ziehen.
Nein, Leid tut es mir nicht, den Film gesehen zu haben, es war eine schöne Unterhaltung, mit gewissen, durch die Rolle Ava Gardners bedingten Ausreißern nach oben, aber nichts, was ich noch mal sehen muss und in die Liste der Filme aufgenommen wird, die mich wahrhaft begeistern.
Ein paar Worte zur DVD: Leider sucht man Specials und Untertitel vergeblich. Die Bildqualität ist dagegen gut, die Farben sind frisch. Die Synchro dürfte kaum jünger als der Film sein, da mit teutonischer Brechstange vorgenommen. Den Titel ziert ein auf Deutsch gesungenes Soldatenlied, welches in der Originalfassung so überhaupt nicht auftaucht. Für Verwunderung sorgt auch, dass immer von der Marine" die Rede ist, obwohl die Amis hier nun wahrlich nicht zur See kämpfen, es sind wohl eher die Marines" gemeint. Da würde man sich bessere Übersetzungen und mehr Respekt vor dem Original wünschen.



