Kundenrezensionen zu 'Planetary Confinement'
Perfekte Melancholie (5. November 2008)
Eine der schönsten und dunkelsten Platten die ich jemals gehört habe. Gerade jetzt im Herbst findet sie wieder vermehrt ihren Weg in meinen CD-Player. Und jedes mal erschüttert mich die schlichte Größe der Musik und der Texte. Das ist Kopfkino pur. Groß, ganz groß!Grossartig! (16. Juni 2007)
Allzuviel brauch ich zu diesem Album wohl nicht mehr zu sagen, da in den anderen Rezensionen bereits alles gesagt wurde. ;-)Das traurigste Album des Jahres, wie in der Werbung damals behauptet wurde, ist dieses Album wohl nicht, aber definitiv ein verdammt melancholischer Akustiktraum! Sparsam instrumentiert, dennoch atmosphärisch dicht, und für jeden Liebhaber schöner, trauriger Musik uneingeschränkt zu empfehlen!
Selbst das nach ersten Durchläufen eher langweilige und überflüssige (nur hypnotische Keyboards mit spärlichen Dialogsamples) abschliessende Stück "Eternity Part 23" wächst nach mehrmaligem Hören zu einem gänsehaut verursachenden Glanzstück heran!
...unendliche Tiefe... (24. Februar 2006)
…namenlose Gesichter am Straßenrand, Regentropfen an der Scheibe, verlassene Häuser, endlose Landschaften…mein Wagen strebt auf der Straße dem Horizont entgegen und „planetary confinement“ gibt die ideale Begleitung.Wieder einmal oder besser diesmal noch viel mehr ist es dieser Ausnahmeband rund um den ehemaligen Anathema-Bassist Duncan Patterson und Mick Moss gelungen, eine faszinierend melancholische und unglaublich atmosphärische Platte zu produzieren. Der engelhafte Gesang von Amélie Festa („line of fire“) und Sue Marshall („legions“), das ruhig aber akzentuierte Schlagzeug, Percussion, zarte Streichertöne und natürlich immer wieder diese intimen Gitarrenmelodien kreieren einen ganz eigenen Kosmos in dem man sich verlaufen kann, in dem man ohne Angst mit geschlossenen Augen eintauchen kann, eine Welt die einen bis zum letzten Ton gefangen nimmt. Mick Ross´ Texte und sein bassiger Gesang sind der imaginäre Pfad der einen immer weiterführt durch diesen zeitlosen Traum.
Inspiriert durch die“ intensive Atmosphäre“ ihrer Akustiktour entstand dieses fast gänzlich akustische neue Antimatter-Album. Es besticht durch seinen Minimalismus, der trotz alledem keine Fragen offen lässt. Ein sehr kompaktes emotionales Werk, welches einfach ein weiterer Meilenstein in der Geschichte dieser kreativen Köpfe ist und definitiv eins der besten Alben 2005!
Ein unbedingtes Muss für alle Fans dieser Band und Freunde intensiver Musik.
Gegen jeden Grund (20. Januar 2006)
Die Gruppe Antimatter ist seit jeher für ihren exzessiv ausgefeilten Gebrauch von elektronischen Klängen bekannt. Nun jedoch schlugen Duncan Patterson und Mike Moss andere Wege ein und schufen mit ihrem ausschweifenden Musikverständniss einen Klang-Ozean voller Trostlosigkeit und einer seltsam anmutenden Wärme.Das Wort "Antimatter" bedeutet hier jedoch nicht, wie man voreilig annehmen könnte, "Antimaterie", sondern schlicht der "Antigrund" oder "Gegengrund". In Anbetracht der zwei Vollzeit-Pessimisten Patterson und Moss, eine einleuchtende Wortwahl.
Nicht nur bei den Misanthropen von Anathema scheint Patterson in der Lage, seinen absolut tiefschwarzen, seelischen Abgrund zu öffnen und den Hörer hineinfallen zu lassen. Diese Fähigkeit hat er in Form seines neuen Projekts sogar perfektioniert.
So haben Antimatter im Jahre 2005 Nichts von ihrer Magie verloren. Immer noch knackt dieser Strudel aus simplen, musikalischen Elementen und vollkommener Melancholie die Seele des Hörers und sorgt so für unvergleichliche Stimmungen.
Mit dem so vielsagenden Titelstück "Planetary Confinement" beginnt diese Träne von Musik.
Ruhig gediegen pendelt das Intro in Begleitung eines Pianos über einem Abgrund, spielt eine unglaublich traurige Melodie und verstirbt schon nach kürzester Zeit.
Nun beginnt von Akustik-Gitarre eingeleitet "The Weight Of The World".
Die einerseits beruhigende, andererseits sehr banale Stimme von Patterson kann gefallen oder nicht. Mir sagt sie größtenteils sehr zu, nur in manchen Passagen klingt sie mir irgendwie zu austauschbar.
Was den Song an sich jedoch angeht, ist dies bis ins kleinste Detail vollendete Traurigkeit. Die Akustik-Gitarre dominiert spürbar, wird jedoch dezent von Schlagzeug und Streichern begleitet, was dann letztendlich ein klassisches Klangebilde für melancholische Stücke darstellt. Zwar klingt das beschrieben alles andere als neu, oder gar bewegend, doch die Melodien von Antimatter haben eine ganz eigene Art dem Hörer näher zu treten.
Was die Gesänge angeht, so stranden wir nun mit "Line Of Fire" auf einer zwar paradisischen, aber vollkommen verlassenen Insel.
Man spürt und hört diesen wundervollen und absolut atemberaubenden Gesang von Amélie Festa, der so unschuldig und so weit entfernt klingt, als wären dies die Worte eines sterbenden Mädchens, das in den letzten Momenten ihres Daseins Verse absoluter Gleichgültigkeit intoniert. Selten, oder gar noch nie konnte mich Gesang so einschnüren, mir so den Atem nehmen und mir fast Tränen in die Augen treiben. Unglaublich.
Wenn dann gen Ende die Drums dominieren, die Töne, die zu Beginn noch unter Wasser schwelgten, nun Luft holen, die Augen öffnen, und man den Text beginnt zu verstehen, ist die Elegie perfekt.
"Face the panic of today
Breaking barriers from yesterday
I fell into the line of fire
I broke down in the line of fire
Shattered past, and future fears
Take a moment far away from here
Out the strings and fly away
Out the strings and fly away"
Schon fast erweckend klingt "Epitaph" nun aus den Lautsprechern. Die wunderschöne Geige von Rachel Brewster gepaart mit Pattersons Gesang steht anfangs noch in stetigem Wechselspiel zueinander, und geht letztendlich eine Symbiose ein, die Schlagzeug und Akustik-Gitarre mit einbezieht und dramatischer nicht sein könnte.
Jetzt folgt "Mr. White" und wieder erklingt diese atemberaubende Stimme. So sanft und einfühlsam, wie hier die Musik den Hörer umkreist, ist man nicht mehr im Stande zu denken. Nichts ist gelöst, aber Nichts ist von Bedeutung.
"A Portrait Of The Young Man As An Artist" mutet nun etwas langweilig an, und ich sage das ganz behutsam. Aber hier zeigt sich der Gesang sogar etwas monoton, woran auch die wirklich überzeugende Melodie nicht viel ändern kann. Das Lied ist keinesfalls schlecht, dennoch, für Antimatter-Standards eher unterdurchschnittlich.
Ein kleiner Wermutstropfen, bevor es dann mit "Relapse" weiter geht.
Hier strömen hin und wieder in den genialen Fluss aus Gitarre, Orgel und dem mal wieder anbetungswürdigen, weiblichen Gesang fast kaum bemerkbare, elektronische Klänge, die eine traumhafte Melodie preisgeben. Ein Sog aus wohltuender Melancholie entzieht einem jegliche Lebenskraft und lässt den entseelten Körper leblos zurück. Langsam bemerkt man, wie sich Sänger und Sängerin von Song zu Song abwechseln, und so zeigt sich Patterson im folgenden "Legions" endlich wieder von seiner besten Seite.
Der Gesang konsequent im Einklang mit der Melodie, und die Thematik schon fast apokalyptisch vorgetragen.
"Long is the howl at the end
A cry from the tail echoing
And fools reverberate
And fools reverberate and carry on...
What have they done to themselves?
Look what have they done to themselves"
Die Botschaft scheint eindeutig, und die Stimmung ist in Pessimismus getränkt. Wer zu den ewig fröhlichen Verrückten zählt, sollte hier besser weghören. So viel Ehrlichkeit könnte berühren ...
Schliesslich endet das Album mit "Eternity Part 23".
Zu Beginn noch spärlich von der Akustik-Gitarre eingeleitet, entfaltet der Song danach in scheinbar endlosen Keyboard-Passagen (man beachte den Titel des Stücks) seine ganze Schönheit. Kinderstimmen erklingen, der Melodiebogen verändert sich stetig und in weiten Klanglandschaften versinkt man mehr und mehr zusammen mit dem Album.
Dies ist ein Werk, welches so viel offenbaren oder verschleiern kann, dass jeder seine eigenen Erfahrungen damit machen sollte. Man muss diese Tiefe kosten, in sie eintauchen und das Schöne an der eigenen Melancholie entdecken .. um es anders auszudrücken:
"Taste the hell you put us through
Grace the heavens i could promise you
Take a hand in the line of fire
Make a stand behind the wire"
Das Album des Jahres! (13. September 2005)
"Planetary Confinement" besticht durch seine Schlichtheit. Alle Songs sind Songs fast durchgängig akustisch gehalten, nur selten werden härtere Saiten aufgezogen und das Schlagzeug kommt ebenfalls sehr spärlich zum Einsatz. Trotzdem besitzt jeder Song eine gewaltige Stärke, niemals wird es pathetisch oder zu sentimental. Traurig ist klingt das Album, aber doch voller Stolz und Zuversicht.Was dieses Album aber erst zu einem Überalbum und zu meinem Lieblingsalbum des Jahres macht, ist die viel zu oft nur beiläufig erwähnte oder sogar verschmähte Co-Sängerin Amélie Festa, die insbesondere mit "Line of Fire" mein Herz erobert hat. Ruhig, nur durch ein paar Akkorde unterstützt, säuselt sie den Song in einem herzerwärmenden französischen Akzent. Der Song des Jahres.
Es ist schade, dass von Amélie sonst nichts zu finden ist. Es wäre ihr zu gönnen, durch die Songs auf "Planetary Confinement" einem größeren Publikum bekannt zu werden.
Alles in allem: Das perfekte Album für einen entspannten Abend. Am besten mit einem Glas Rotwein genießen.





