Wilde Erdbeeren (Special Edition, 2 DVDs)

Verkaufsrang: 12300 (DVD)
Actor: Victor Sjöström
Actor: Bibi Andersson
Actor: Ingrid Thulin
AspectRatio: 4:3
AudienceRating: Freigegeben ab 16 Jahren
Binding: DVD
Brand: ARTHAUS
Director: Ingmar Bergman
EAN: 4006680031309
Technische Details: FSK 16
Format: Dolby
Format: HiFi Sound
Format: PAL
Format: Special Edition
Label: Kinowelt Home Entertainment/DVD
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Kinowelt Home Entertainment/DVD
NumberOfItems: 2
Verlag: Kinowelt Home Entertainment/DVD
RegionCode: 2
Erscheinungsdatum: 22. September 2006
Spielzeit: 87
Studio: Kinowelt Home Entertainment/DVD
TheatricalReleaseDate: 26. März 2005
von: Victor Sjöström (Hauptdarsteller), Bibi Andersson (Hauptdarsteller), Erik Nordgren (Komponist)
Preis: EUR 14,44

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Product Description

Arthaus Wilde Erdbeeren S. E. (2er Digipack), USK/FSK: 16+ VÃ-Datum: 22.09.06

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Kundenrezensionen zu 'Wilde Erdbeeren (Special Edition, 2 DVDs)'

Bergmans zeitloser Klassiker (20. August 2007)

"Wilde Erdbeeren" wurde praktisch mit Preisen überschüttet und hat jeden einzelnen davon verdient. Die Geschichte eines alternden Professors auf der inneren und äußeren Reise zurück zu seinen frühen Jahren kann heute noch genau so überzeugen wie seinerzeit. Der Film ist zudem glänzend für Bergman-Einsteiger geeignet, weil die schwer erträgliche Schwere und Düsternis anderer Bergman-Meisterwerke wie "Das Schweigen" oder "Persona" hier nicht vorhanden sind. Wie wichtig und einflussreich "Wilde Erbeeren" ist, zeigt sich daran, wie oft er immer noch Teil des modernen Kinos ist, am auffälligsten natürlich bei Bergmans glühendstem Verehrer Woody Allen, der "Wilde Erdbeeren" gleich mehrfach verarbeitet hat ("Eine andere Frau", "Harry außer sich"). Ein Klasiker, der in jede Sammlung gehört.

Zur DVD: Diese Edition von Arthaus ist der SZ-Veröffentlichung überlegen, bietet neben dem Film in deutsch und schwedisch mehrere Extras, ein Filmessay von Winfried Günther über Bergman, ein Interview mit Bibi Andersson, Aufnahmen von den Dreharbeiten (plus Kommentar) sowie Trailer und ein 16-seitiges Booklet.

fast ein bißchen kubistisch (1. August 2007)


Der Kubismus hat viele Gesichter. Auch im Film. Und auch bei Bergman. Der analytische Blick auf einen Menschen und in einen Menschen und seine Welt, in seine Gefühle, seine Beziehungen und in die Notwendigkeit seines Tuns ist bei Bergman immer zentral. Bergman nähert sich seinen Figuren oft mit kubistischem Blick und zeigt sie Schicht für Schicht.

Der Arzt Isak Borg begegnet auf seiner Reise zurück zu verschiedenen Stationen seines Werdens nicht alleine sich selbst in seinen Träumen und in den Begegnungen mit anderen Menschen. Sondern er kommt auch ganz nah heran an das, was er selbst bewirkt hat, und zwar im Guten wie im Bösen. Denn durch die unterschiedlichen Menschen, welche ihn ein Stück auf dieser Auto-Reise zurück nach Lund, wo der alte Arzt und Forscher zu seinem 50jährigen Doktorjubiläum geehrt werden soll, begleiten, werden viele Gesichter und viele Schatten Borgs ausgeleuchtet. Die Antworten auf das, was aus Isak Borg werden mußte, erkennt der alte Arzt am Ende seines Weges durch das, was er in sich selbst durch seine Erinnerungen wiederfindet - aber auch Fragen und Zweifel. Bergman umkreist seine Figur Isak Borg mit ganz sensiblen, aber auch schonungslosen Bildern. Der Film ist still und behutsam.

Ingmar Bergman ist vor zwei Tagen gestorben, durch Meisterwerke wie u.a. "Wilde Erdbeeren" aber hat er sich unsterblich gemacht.

Ein filmisches Juwel (26. März 2007)

Ingmar Bergmans "Wilde Erdbeeren" - im schwedischen Originaltitel "Smultronstället", 1957 - zählt für mich zu den unbestrittenen Meisterwerken der Kinematografie. Darüber hinaus stellt dieser Film einen wertvollen Beitrag zum filmkünstlerisch zum Ausdruck gebrachten Existenzialismus dar.

Zum Inhalt: Der Arzt und Forscher Isak Borg (grandios: Victor Sjöström), seines Zeichens verwitwet und 78 Jahre alt, lebt zurückgezogen mitsamt seiner mürrisch-liebevollen Haushälterin Agda in Stockholm. Anlässlich seines 50jährigen Doktorjubiläums wurde Borg zuvor nach Lund eingeladen, um von seiner Alma Mater geehrt zu werden. Am Vorabend dieses denkwürdigen Ehrentages hat Borg einen erschreckenden Traum - er begegnet darin dem Tod, im Folgenden das Leitmotiv des Films.

In Begleitung seiner Schwiegertochter Marianne (Ingrid Thulin), zu welcher der Professor ein bestenfalls platonisches Verhältnis pflegt, bricht er am kommenden Morgen mit dem Auto nach Lund auf. Auf halber Strecke machen sie an einem verlassenen Sommerhaus, in dem Borg seine unbeschwerte Kindheit verbrachte, Rast. Er findet dort den Platz der wilden Erdbeeren wieder und entrückte Bilder der Vergangenheit holen ihn ein. Er sieht seinen schwerhörigen Onkel Aaron vor sich, dessen Geburtstag gerade gefeiert wird, umgeben von Borgs Geschwistern, er selbst aber steht als gealterter Unbeteiligter voller Wehmut außerhalb des Geschehens.
Bei der Weiterfahrt nach Lund nehmen Borg und Marianne dann drei Studenten mit: Sara (Bibi Andersson), Victor und Anders, die bis nach Italien trampen wollen. Kurze Zeit später entgehen sie nur knapp einem Zusammenstoß mit einem anderen Wagen, der im Straßengraben landet. Den beiden unverletzt gebliebenen Insassen, dem Ingenieur Alman und seiner Frau, bietet Borg die Mitfahrt an. Unterwegs geraten die beiden jedoch so heftig in Streit miteinander, dass Marianne sie des Fahrzeugs verweisen muss.
Zur Mittagszeit rastet man erneut: Victor und Anders, ganz in ihrem leidenschaftlichen Element, diskutieren enthusiastisch über Religion und Wissenschaft; Borg und Marianne wiederum besuchen die in der Nähe lebende Mutter des Professors, die Begegnung fällt, vor allem für Marianne, distanziert und befremdlich aus.
Auf der Weiterfahrt - Marianne fährt - schläft Borg ein und wird abermals von bedrückenden Traumvisionen heimgesucht. Zunächst begegnet er seiner Cousine Sara, die er in seiner Jugend liebte, aber letztlich an seinen Bruder Sigfrid verloren geben musste. In einer veränderten Traumsituation muss er sein praktisches Hochschulexamen wiederholen, bei dem er überraschenderweise kläglich versagt. Der Prüfer ist Alman: er tritt als Ankläger im Namen der verstorbenen Frau des Professors auf und begleitet diesen zu einer Szenerie, in der sich Borgs Frau einem fremden Mann hingibt. Borg erwacht und erzählt Marianne von seinen Traumbildern. Diese wiederum erkennt darin überrascht, wie sehr der junge Isak Borg in seiner Gefühlskälte ihrem Mann Ewald, ebenfalls Mediziner, ähnelt.
In Lund angekommen, empfängt Ewald Borg den Vater und Marianne in seinem Haus. Ermüdet vom Ritual des vorangegangenen Festaktes, den der Professor wie abwesend über sich hat ergehen lassen, sinkt er am Abend ins Bett. Sara, Anders und Victor verabschieden sich liebevoll mit einem Lied von ihm; Marianne und Ewald scheinen ihre vormals angedeuteten Differenzen überwunden zu haben und kommen einander wieder näher. Noch einmal ruft Borg Erinnerungen aus seiner Kindheit wach, er träumt sich zurück zum sommerlichen Erdbeerplatz und sieht seine Eltern, die ihm vom gegenüberliegenden Seeufer aus zuwinken.

"Wilde Erdbeeren" berichtet über die Ereignisse eines bedeutungsvollen Tages im Leben eines alten "Einsiedlerkrebses". Jahrzehntelang hat der geachtete Professor das Bewusstsein, im Leben versagt zu haben, verdrängt und gleichzeitig unter diesem Selbstbetrug gelitten. Darüber ist er im Alter einsam geworden - ein Mensch, der vom Leben nichts begehrt als Ruhe und die Möglichkeit, sich den Dingen zu widmen, die sein Interesse erweckt haben. Seine Abschirmung von der Außenwelt ist somit selbst gewählt. Der zu Beginn erwähnte Todestraum bewegt ihn dazu, das Auto - und nicht wie ursprünglich geplant den Zug - zu benutzen: er will die Stätten der Vergangenheit wiederentdecken, sich auf die Suche begeben nach der versäumten Zeit, der verlorenen Liebe, dem vernachlässigten Leben. Die Fahrt nach Lund entwickelt sich für ihn zu einer Wiederbegegnungsreise mit der Welt, mit den Menschen - und letzten Endes mit sich selbst. Die äußeren und inneren Ereignisse der Reise wühlen den Bodensatz der Erinnerungen noch einmal auf: Realität und Geträumtes vermischen sich miteinander, Vergangenes wird erstmals selbstkritisch reflektiert.

Eine Schlüsselszene des Films ist das "Examen" durch Alman. Dieser bescheinigt dem Professor ärztliche Inkompetenz und klagt ihn der Gefühlskälte und Selbstsucht an, die für den Ehebruch von Borgs Frau die bestimmenden Hintergründe waren. Borg erkennt daraufhin nicht nur seine eigene Schuld, sondern begreift auch, dass er dafür mit Einsamkeit gestraft wurde. "Gibt es denn keine Gnade?" entfährt es ihm angesichts seines zwischenmenschlichen Versagens. Konfrontiert mit enttäuschenden Erlebnissen, mit unbeabsichtigten, aber gerade deswegen umso schwerwiegenderen Fehlern, versteht Borg nun, welches Maß an Schuld er selbst zu verantworten hat. Aus dieser innerlichen Katharsis durch Selbsterkenntnis geht er als neuer, geläuterter Mensch hervor.
Die Personen, denen Borg während seiner Fahrt begegnet, stehen vielfach im Widerstreit mit ihren eigenen Nöten. Während die Probleme der drei Studenten noch vergleichsweise "theoretischer" Natur sind, geht es bei Marianne und Ewald sowie beim Ehepaar Alman um die grundsätzliche Frage nach Sinn und Zweck menschlichen Zusammenlebens. In der Darstellung dieser konfliktbehafteten Beziehungen wird Bergmans Beeinflussung durch die Existenzphilosophie am deutlichsten erkennbar.

Der Film wendet sich in erster Linie an ein empfängliches, verständnisbereites Publikum. Es handelt sich nicht unbedingt um "leichte Kost", die der reinen Unterhaltung dienen soll. Vielmehr wird versucht, psychologisch vertiefend und unter Einbeziehung der religiösen Dimension, die komplexe Problematik menschlichen Miteinanders und die Schwierigkeit der Lebensbewältigung darzustellen - ohne dass sich Bergman dabei zum Richter aufschwingen würde. Ihm geht es primär darum, ein persönliches Bekenntnis zur Notwendigkeit gegenseitigen Verstehens und des Mit- anstatt des Nebeneinanderlebens abzulegen. Unaufdringlich, aber überzeugend für diejenigen, die sich seinen Intentionen öffnen.
Der ungemeine Gedankenreichtum, der sich in den vielseitig angelegten Charakteren widerspiegelt, und die Präzision und Schönheit der optischen Gestaltung machen diesen Film zu einem zeitlosen Meisterwerk ganz besonderer Machart. Ich habe diesen eindrucksvollen Film jetzt schon mehrere Male gesehen und bin nach wie vor von seiner Strahlkraft angetan - auch wenn es sich hierbei nach gängiger Vorstellung um einen "spannungslosen Film" handeln sollte.
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Die sehr schön gestaltete "Ingmar Bergman Edition" von Arthaus enthält auf DVD 2 (Bonusmaterial) die folgenden Features:

- Aufnahmen von den Dreharbeiten,
- ein Interview mit Bibi Andersson (Sara),
- eine Bergman-Biografie,
- ein Filmessay zu "Wilde Erdbeeren".

Einzig die Stimme des Kommentators - sehr "norddeutsch" und schroff - hätte besser gewählt werden können.

Darüber hinaus enthält die Special Edition ein informatives, kleines Booklet mit Produktionsnotizen sowie eine Biografie über Victor Sjöström (Hauptdarsteller Borg und selbst ein berühmter Filmregisseur) und Bibi Andersson.

"Wilde Erdbeeren": Ein feinfühlig inszeniertes JUWEL der Filmgeschichte, das in jede Klassikersammlung gehört. Absolute Kaufempfehlung meinerseits.

Ein Meilenstein der Filmgeschichte (7. Februar 2007)

Die Gschichte lässt sich auf den ersten Blick wenig spektakulär an: Ein alter Mann, der auf einer Fahrt zu einer Preisverleihung eine Reise in seine Vergangenheit unternimmt. Mit der Selbstreflektion eines alten Mannes kann man im 21. Jhdt. zwar kaum noch jemanden hinter dem Ofen hervor locken (vor allem, wenn der Film s/w) ist, aber diejenigen, die es wagen, werden reich belohnt. Es macht Spass, an dieser Reise teilzunehmen, was auch (und wohl vor allem) an der tollen Besetzung liegt, denen Bergman genug Raum für ihr Spiel gibt. Der Film lebt von den Darstellern, kommt daher in der Tat sehr ruhig daher, der Schlüssel sind die Dialoge.
Aber auch filmisch gibt es einiges zu entdecken, vor allem vor dem Hintergrund des stattlichen Alters des Films. Bergman gilt zu Recht als Meister des Spiels mit dem Licht, als Beispiel sei hier nur die erste Traumsequenz mit dem Einsatz Über-und Unter-Belichtungen genannt, der meisterhaft zur Atmosphäre beiträgt. Meisterhaft auch der Einsatz von Symbolen, für deren Entschlüsselung ein allgemeines Interesse an Mythologie und Philosophie sicher nicht von Nachteil ist. Eine Stärke ist aber hier, dass im Gegensatz zu anderen Freunden bestimmter Symbolik (genannt sei hier Godard) Bergman immer Filme macht, die auch ohne den entsprechenden Background funktionieren.
Auch wenn der in manchem Filmseminare angestellte Vergleich zu Citizen Kane (alter Mann schaut am Ende seines Lebens auf selbiges zurück) wohl eher aus der Luft gegriffen ist (zumal überliefert ist, dass Bergman Welles' Film nicht einmal mag), kann die filmgeschichtliche Bedeutung in meinen Augen durchaus gleichgesetzt werden.
Lobend erwähnt werden sollte auch die angemessene Arthaus-Ausgabe mit gutem Bonusmaterial (was bei so alten Filmen nicht immer ganz einfach ist), das vor allem in Form des Film-Essays interessante Einblicke gewährt. Gelungen!

starker Film mit sehr guten Extras (31. Januar 2007)

Der Film zählt sicherlich zu den fünf besten Werken von Ingmar Bergman. Zum Inhalt ist schon in den übrigen Rezensionen genug geschrieben worden. Es ist ein sehr komplexer Film, der vom Zuschauer Konzentration verlangt. Die ruhige Erzählweise des Films ist für heutige Verhältnisse ebenfalls sehr ungewöhnlich. Es stecken so viel Symbole und Querverweise in diesem Film, dass auch bei erneuten Sehen sich neue Details erschließen werden.
Ich möchte Arthaus hier einmal für die Ausstattung loben. Es wurden nämlich Extras eigens für die deutsche Veröffentlichung produziert (es gibt den Film auch aus der SZ-Reihe, die jedoch wie gewohnt ohne Extras daherkommt). Und neben einen gut gemachten Booklet, Trailer, Biographien und Produktionsnotizen sind drei sehr sehenswerte Extras auf der zweiten DVD. Aufnahmen von den Dreharbeiten (8 min) sind mit einem deutschen Kommentar unterlegt, der etwas von der Entstehung des Films erzählt. Dann gibt es eine 45 minütige Filmanalyse, die wie ein kompakter Audiokommentar sehr viel Interessantes zum Film und seiner Interpretation liefert. Der Sprecher kommt zwar etwas trocken rüber, hat aber gute Informationen auf Lager. Ein tolles Extra, das ich bislang so noch nie für einen ganzen Film gesehen habe. Abschließend ein eigens für diese DVD produziertes Interview mit Bibi Anderson (18 min), in der sie über den Film und ihre Arbeit mit Bergman berichtet. Ein interessantes Gespräch, welches ich mir nur länger gewünscht hätte.
Fazit: Einer der besten Bergman-Filme mit tollen Extras. Es wäre wünschenswert, wenn sich mehr deutsche DVD-Veröffentlichungen dazu entschließen könnten, eigene Extras zu produzieren. Es gibt ja viele Fälle, wo die Übernahme von Bonusmaterial anderer Veröffentlichungen (etwa bei der Criterion Collection) rechtlich nicht möglich ist.

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