Das große Fressen

Verkaufsrang: 3456 (DVD)
Actor: Marcello Mastroianni
Actor: Michel Piccoli
Actor: Philippe Noiret
AspectRatio: 1.66:1
AudienceRating: Freigegeben ab 16 Jahren
Binding: DVD
Brand: ARTHAUS
Director: Marco Ferreri
EAN: 4006680032528
Technische Details: FSK 18
Format: Dolby
Format: HiFi Sound
Format: PAL
Label: Kinowelt Home Entertainment/DVD
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Kinowelt Home Entertainment/DVD
Verlag: Kinowelt Home Entertainment/DVD
RegionCode: 2
Erscheinungsdatum: 20. September 2005
Spielzeit: 124
Studio: Kinowelt Home Entertainment/DVD
TheatricalReleaseDate: 1974
von: Marcello Mastroianni (Hauptdarsteller), Michel Piccoli (Hauptdarsteller), Philippe Sarde (Komponist)
Preis: EUR 6,95

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Product Description

arthaus Das grosse Fressen (Kult!), USK/FSK: 18+ VÃ-Datum: 20.09.05

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In Das grosse Fressen treffen sich vier honorige Bürger um ihrer Lust am Völlen nachzugehen, bis zur letzten Konsequenz. Skandalfilm mit Starbesetzung aus den 70er Jahren.

Vier verdiente Bürger der Gesellschaft treffen sich auf dem Anwesen eines der Herren um sich totzufressen. Alle vier sind Genussmenschen, beruflich erfolgreich und fianziell bestens ausgestattet. Der Jurist Philippe (Philippe Noiret), der als Gastgeber fungiert, ergeht sich in seiner anhaltenden Melancholie in der Begierde nach barocken, matronenhaften Weibern während Flugkapitän und Frauenheld Marcello (Marcello Mastroiani) die jungen Dinger regelrecht hinterherfliegen. Fernsehproduzent Michel (Michel Piccolli) hat ein Faible für Balletteinlagen und ist dem anderen Ufer nicht abgeneigt und Koch Ugo (Ugo Tognazzi) ist durch seinen Beruf per definitionem Schlemmerfetischist per se. Man zieht sich mit Wagenladungen voller Köstlichkeiten und einer handvoll williger Huren zurück und lässt es sich so richtig gut gehen. Aber dass ein Leben, in dem der sofortigen Bedürfnisbefriedigung die allerhöchste Priorität eingeräumt wird, öde und langweilig sein muss kommt den vier werten Herren nicht in den Sinn.

Man braucht nicht lange zu suchen um in dieser Geschichte die Metapher zu finden, auf die es Ferreri offensichtlich anlegte. Die Kapitalismuskritik ist unübersehbar und auch wenn die Zeit nicht spurlos an dem Werk vorüberging ist Das grosse Fressen ein bemerkenswerter Film geblieben. Zunächst einmal ist der gesellschaftkritische Ansatz heute aktueller denn ja. Mag ursprünglich die sexuelle Revolution und deren Einfluss auf das Bürgertum der Ausgangspunkt für Ferreris gnadenlose Satire gewesen sein, kann man heute die Folgen der Überflussgesellschaft und den damit einhergehenden Hedonismus als Ziel der zeitweise geschmacklosen Attacken empfinden. Das Ungewöhnliche war und ist nun die Überführung dieses Ansatzes in eine Metapher, die man direkter kaum ausformulieren kann und der man natürlich eine entsprechende Form verpassen musste. Ferreri gelang es vier absolute Superstars ihrer Zeit zu diesem doch recht waghalsigen Unternehmen zu überreden. So sehr der Film nämlich die Ignoranz des Bürgertums angreift, so selbstironisch geht er auch mit sich selbst ins Gericht. Überdeutlich auch hier der Hinweis über die Namensgebung der Protagonisten, deren Vornamen von den entsprechenden Schauspielern übernommen wurden. Das grosse Fressen wird heute sicher nicht mehr ähnlich polarisieren können wie das in den 70er Jahren der Fall war. Dennoch wird man sich je nach politischer Ausrichtung eher abgestoßen fühlen oder den Mut und die Radikalität des Ansatzes zu schätzen wissen.--Thomas Reuthebuch

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Kundenrezensionen zu 'Das große Fressen'

In den See mit einem Gewicht an den Füßen! (6. Oktober 2007)

Diese Freßorgie ist eine schon besonders degenerierte Geschichte. Vier unterschiedliche Charaktere könnte es kaum geben. Da ist Marcello, der immer geile Macho. Auf der anderen Seite der Richter Philippe. Zu Hause unterdrückt und doch bemuttert. Des Weiteren Michel von der Kunst beseelt und schließlich und endlich der Koch und Gourmet Ugo.
Die vier Protagonisten ziehen sich auf ein Anwesen zurück um sich mit Hilfe von Lebensmitteln den Garaus zu machen. Schon die Anlieferung des Essens ist köstlich.
Sehr schnell wird klar, dass insbesondere Marcello seinen Reproduktionstrieb nicht unterdrücken kann. So lassen sie sich ein paar Konkubinen kommen. Und dann stößt eher zufällig die Lehrerin und Rubensfrau Andrea dazu. Ein Wechselspiel zwischen Essen reinpressen und Fleischeslust beginnt. Die käuflichen Damen verlassen das sinkende Schiff. Nur Andrea bleibt und genießt.
Der geborene Ästhet wird sich bei der einen oder anderen Szene angewidert abwenden. Damit gewinnt der Provokateur die Oberhand. Gut so.

kein Ende in Sicht (15. September 2007)

Der Film ist schnell erzählt:
Vier Männer, die sich mit "Köstlichkeiten" den Magen vollschlagen bis sie ableben (jeder stirbt anders und sehr speziell, die Kür ergibt sich bei dem dritten Tod: Befriedigung am männlichen Glied durch weiblichen Handbetrieb und gleichzeitige Befriedigung am Mund durch männliche Hilfestellung in Form von Fütterns). Durch den Vorschlag des "notgeilen" Flugkaptitäns holen sie sich noch drei Nutten ins Haus. Der Richter will die ebenfalls hinzukommende Lehrerin sofort heiraten (bevor es zum Sex kommt).
Jeder schläft mit jedem, jeder füttert jeden und jeder Zuschauer wird sich fragen, was soll uns dieser Film sagen, denn letztlich handelt der Film von nichts und wieder nichts. 2 Stunden lang nur Essen und sexuelle Handlungen und merkwürdige Gespräche. Der Film ist langweilig, so wie das dargestellte Leben der männlichen Protagonisten. Er stellt keinen Unterhaltungswert dar. Nach einer Stunden fragt man sich, wann endet der Film endlich. Im restlichen Verlauf des Filmes ändert sich die Einstellung zum Film nicht.
Das der Film damals Skandal ausgelöst hat, ist nicht verwunderlich. Doch sehe ich keine Kritik am Kapitalismus. Denn Überfluß und Langeweile sowie Sex stellt sich auch in anderen politischen Systemen.

Der Koch, der TV-Produzent, der Flugkapitän, der Richter & ihre Liebhaberin (4. August 2007)

Na dann guten Appetit! In "Das große Fressen" haben sich vier des Lebens überdrüssige Herren eine genauso originelle wie blödsinnige Idee ausgedacht, aus dem Leben zu scheiden: Durch Fressen. Ob das geht? Das soll hier nicht verraten werden, jedenfalls ist das Ergebnis dieses Experiments allemal hochinteressant, unterhaltsam, nachdenklich, eklig, und gelegentlich auch saukomisch. Dabei ist der "Skandalfilm" des Jahres 1973 bei weitem mehr als nur en Schmuddel-Pseudo-Porno, auch wenn sich zu dem perversen Gefresse diverse sexuelle Perversitäten gesellen. Zunächst einmal haben wir es mit einem A-Film zu tun, der vier illustre Stars des französisch-italienischen Kinos zusammenführt: Philippe Noiret, Ugo Tognazzi, Marcello, Mastroianni und Michel Piccoli, hinzu kommt Andréa Ferrol. Interessant ist bereits die durchdachte Spielweise dieses 4+1-Teams: Ein bisschen nähern sich die Rollen den Darsteller-Images an, so ist z.B. Noiret der eher zurückhaltende Gemütliche und Mastroianni der Sexbesessenste. Dazu passt ganz gut, dass alle fünf den Rollenvornamen haben (Nachnamen werden im Dunkeln gelassen), den sie auch im wirklichen Leben tragen. Auch soll sich, wie das hochinteressante Bonus-Interview mit Andréa Ferrol verrät, bei den Dreharbeiten (im Wesentlichen in einem abgeschiedenen Haus bei sehr gutem und vor allem reichlichem Essen) eine Annäherung von Spielern und Gespielten ergeben haben - so fügt sich alles zu einem harmonischen Ganzen zusammen.
Ästhetisch und inhaltlich schlummert in dem Streifen so manche Perle, die zu entdecken sich lohnt. Die Optik kann man am ehesten mit dem Wort dionysisch beschreiben, die Farben sind ein bisschen blass gehalten, Andréa Ferrol kann man mit Fug und Recht als vollschlank bezeichnen, so dass die ganzen Gelage mit einiger nackter Haut etwas von alten Gemälden haben (haha, gibt es nicht den Ausdruck der "Rubensfigur"???). Dies wird durch eine oft (aber nicht immer) statische Kamera und interessante Personenarrangements auf mehreren Ebenen unterstützt. Dazu kommt ein recht interessanter und mannigfaltiger Einsatz von Spiegeln - hält da der Regisseur der Konsumgesellschaft den Spiegel vor? Kann sein, kann aber auch nicht sein. Dafür spricht jedenfalls, dass in einer bemerkenswert ekligen Szene die Verdauungsprodukte (und es gibt hier wirklich viel zu verdauen) mittels eines zusammenbrechenden Aborts auf die Fresser (und die Zuschauer) mit Wucht zurückgeworfen werden. Nicht nur das Leben, auch das große Fressen ist ein einziger Kreislauf, ohne Ausweg.
Und warum, ja warum bloß, tun sich die vier Männer das an? Haben die tatsächlich keine Freude mehr am Leben? Doch, aber auf eine extrem pervertierte Art, und irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass das alles mit dem anderen, angeblich ach so schwachen Geschlecht zu tun hat. Frauen sind auf eine etwas schräge Art omnipräsent und gehen den Männern gehörig auf die Nerven, schon in den Anfangsszenen, in denen jeder der vier eine kurze Exposition geschenkt bekommt. Die Frau von Ugo spricht (eigentlich eine filmische Sünde) penetrant in die Kamera, die Stewardess von Marcello sieht sehr blond aus, wie man sich das halt so vorstellt (und das scheint ihn nicht im geringsten anzumachen, obwohl er sich später als höchst perverser Sexmaniac erweist), und die alte Amme von dem gar nicht mehr so jungen Philippe, der ein honoriger Richter ist, holt ihm, pardon, erst mal einen runter. Auch als die vier in dem Fresshaus angekommen sind, wird es nicht besser. Man holt sich zu dem Gelage noch ein paar Nutten, Marcello kann (auch optisch interessant dargestellt) die Schönheit von Oldtimern von der Schönheit von Frauen kaum unterscheiden und besorgt es einer erstmal mit einem, nun ja, Auspuff-Rohr. Frauenfeindlich??? Ich denke nicht, und meine, dass diese vier Herren zutiefst Angst vor Frauen haben, Angst davor, sie ernst zu nehmen und sich vielleicht ein bisschen sogar nach der Normalität sehnen, die sie doch so sehr zu verachten scheinen, nur wissen sie echt nicht, wie man die bekommt. Nicht mal Philippe, der noch einen Hauch von Romantik in sich hat, bekommt eine Chance, denn zum einen ist uns halt klar, dass sein Verhältnis zu Frauen schon einen Knacks wegbekommen hat (s.o. - die Amme hat das offensichtlich nicht zum ersten Mal gemacht) und zum anderen ist die von Andréa Ferrol gespielte Lehrerin, in die er sich zumindest ansatzweise verliebt, genauso frustriert und zu Exzessen bereit wie die vier Herren. (Die Nutten sind hier noch die Normalsten, und konsequenterweise halten sie es in dem Haus nicht lange aus und verschwinden bald aus diesem und aus dem Film.) Dass Philippe Andréa durchgehen lässt, wenn sie munter mit allen vieren was hat, ist nicht einer Größe, sondern der jahrelang eingeübten Unterdrückung geschuldet.

Das klingt recht trostlos, ist es im Ergebnis auch, macht aber mitunter einen Heidenspaß. Kleine Sahnehäubchen auf der opulenten Tafel sind gewisse Anspielungen für Cinéasten, wenn z.B. Marcello, der einen Damenslip als Augenklappe benutzt, als Raoul Walsh (einäugiger Filmregisseur mit Augenklappe als Markenzeichen) tituliert wird (nur in der Origialfassung) oder wenn Ugo Marlon Brando als den Paten nachäfft. Ja, diese Herren wären alle gern jemand anders, nur nicht sie selbst, aber indem sie das hemmungslos ausleben wollen, sind es doch wieder nur ihre eigenen Obsessionen, die an den Tag gelangen und wie, pardon, die Scheiße des zusammenbrechenden Klos auf sie zurückfliegen.

Wie das Ganze ausgeht, möge hier nicht verraten werden. Was bleibt unterm Strich? Aus sehr persönlichen Gründen gebe ich nur vier statt fünf Sterne, der Film ist allemal intellektuell erfahrbar, aber letzten Endes, wie das große Fressen selbst, Geschmackssache, und ich konnte ihn recht gut goutieren, war aber emotional nicht so begeistert, dass ich ihn zu meinen All-Time-Favoriten zählen würde. Last but not least: Wer abwechslungsreiche Filmmusik mag, kommt hier leider nicht auf seine Kosten; die Musik besteht aus einem einzigen Thema, das aber recht variantenreich durch den Fleischwolf gedreht wird, bis man es am Schluss singen kann. Es sei Ihnen überlassen, was davon zu halten ist.

Ein unnötiger und fast ekelhafter Film - Der Mensch und seine Taten !! (14. Juli 2007)

Ich bin ein intelligenter Mensch und sehe mit Kopfschütteln die Bewertungen des Filmes, die anscheinlich die Bewunderung dieses unnötigen Werkes wiedergeben. Klar ist die Aussage des Filmes für den Menschen deutlich. Allerdings finde ich den Film weder lustig noch später irgendwie dramatisch. Er zeigt auf widerliche Art und Weise, wie krank im Kopf Menschen sein können. Mit Meisterwerk hat dies nichts zu tun. Dass es Menschen gibt, die über die Grenzen hinausgehen, ist jedem klar. Für mich zählt dieser Streifen in Originalfassung weder zu einem guten Film noch zu einem Streifen gekonnter schauspielerischer Kunst. Es ist ein Film, der unnötig ist, der langweilt und für normal denkende Menschen an Perversion grenzt.

Maßlos und übertrieben (4. Juni 2007)

In allen Details maßlos und übertrieben. Dennoch eine interessante Art sich das Leben zu nehmen. Der Film ist sicher nicht für jeden Geschmack, mir hat er aber gefallen.

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