Aus der Amazon.de-Redaktion
Normal ist auf Island fast gar nichts. Nicht das permanent wechselnde Wetter, nicht die absurden Preise und auch nicht die beeindruckenden Landschaftskulissen. Warum also sollten Sigur Rós, neben Björk und Mezzoforte der größte musikalische Exportschlager der Atlantikinsel, normal ticken? Tun die Totalverweigerer in Sachen Popmusikregeln auf ihrem vierten Werk Takk ("Danke") natürlich wieder nicht. Elf Stücke haben die vier leicht trolligen Männer seit dem 2002er-Album ( ) zusammengetragen und dabei eine dezente Kurskorrektur vorgenommen, ohne den hohen Wiedererkennungswert zu verringern. Die fragil-epischen Soundgebilde und schwebenden Klangteppiche mit ihren wechselnden Dynamiken und Stimmungen sind zwar geblieben, aber die diesmal betitelten Tracks wirken kompakter und songorientierter, ohne sich in klassische Songs zu verwandeln. Gesungen wird diesmal nicht in der Kunstsprache Hopeländisch sondern auf isländisch. Was auch nicht viel mehr Menschen verstehen können und so, wie Textzeilen und Worte von Jónsi Birgisson in seinem einzigartigen Falsett bewusst durch die Produktion verwischt werden, eh nicht. 65 Minuten lang oszilliert Takk charakterstark zwischen Godspeed You! Black Emperor, Polyphonic Spree, Radiohead oder Talk Talk, zwischen wuchtigen Gitarrenwällen, entrückten Momenten, Glockenspiel, Chorgesang, Pianopassagen (die auf dem über 10-minütigen "Milanó" klingen wie Bilitis) und Streichern. Hier drängeln sich mal ein paar Breakbeats dazwischen, dort fallen Brass-Elemente auf oder beginnt eine Polka. Es gibt viel zu hören und entdecken in dieser guten Stunde, die ein paar erträgliche Längen hat. Obwohl Sigur Rós mit Takk trotz ergreifender Momente nicht ihr Meisterwerk abliefern, verdeutlichen die Isländer, dass ihr scheinbar versiegelter Klangkosmos über etliche offene Türen verfügt.--Sven NiechziolKundenrezensionen zu 'Takk...'
macht süchtig (2. Oktober 2008)
Das ist mein erstes Album dieser Band und ich bin völlig hin und weg, so was habe ich noch nie gehört. Ich kann das kaum in Worte fassen, da mich der Gesang und diese Klanggebilde ziemlich auf der emotionalen Ebene berühren.Absolut hörenswert.
Musik wie explodierende Walgesänge (19. Januar 2008)
Es geht eine magische Anziehung von dieser CD aus. Bisher hatte ich nie von Sigur Ros gehört. Dann bekam ich ihre CD "Takk" empfohlen. Beim ersten Hören war ich, sagen wir "irritiert". Nach wenigen Malen war ich aber dem Sound von Takk verfallen. Wieso? Das ist mir selber nur schwer erklärlich.Ja, die Band kommt aus Island. Da denkt man doch gleich an Björk. Und ähnlich außergewöhnlich ist die Musik von Sigur Ros, wenn auch ziemlich anders. Die Lieder sind geprägt vom Falsettgesang des Frontmanns Jorni, der z.T. in isländisch, z.T. in "vonländisch", einer lautbildenden selbsterfundenen Sprache singt. Alles in recht hohen Sphären schwebend, melodisch und (wie gesagt, erst nach einer gewissen Phase des Reinhörens) eingängig und einfach faszinierend. So ist die CD schon seit Wochen mein absoluter Dauerbrenner, von dem ich kaum noch loskomme.
Ihr dynamischtes Album bisher (19. April 2007)
Wieder ein großes, bewegendes, monumentales, episches, musikalisch einzigartiges Album von Sigur Ros. Wer Sigur Ros nicht kennt, weiß nicht, was Musik kann! Was mir diesmal besonders gut gefällt, ist, dass man auf Takk... bisher am besten die Dynamik, die Sigur Ros auf ihren Konzerten rüberbringen, auch auf dem Album rüberkommt (der Wahnsinnssong "Glosoli" ist da für mich das beste Beispiel). Es gibt natürlich weiterhin die ruhigere Passagen, aber eben auch mehr "Vulkanausbrüche" als auf den (trotzdem großartigen) Vorgängeralben, deshalb ist Takk für mich bisher ihr abwechslungreichstes, reifstes (positiv gemeint), allerbestes Album. KAUFEN! Sehr schön diese Edition in hübscher Minibuchform (macht sich gut im Musikregal).gereift, na und? (15. Februar 2007)
Ich will es kurz machen: "takk" ist das werk einer der talentiertesten bands dieses planeten und voller wunderbarer emotionen... dass "einem das herz aufgeht"! knapp an der grenze zum kitsch schaffen es die vier(?) isländer immer wieder, melancholie und hoffnung zu einer bewegenden ton-melange zu verschmelzen, die sich jeder genauen genre-eingrenzung entzieht. ob geisterpop oder post-rock, spielt keine rolle. augen zu und ...rein!Sigur Ros - Takk (20. Oktober 2006)
Sie sind eine ganz normale Band, sagen Kjartan Sveinsson, Jón Pór Birgisson, Georg Holm, Orri Pall Dyrason, die vier Masterminds hinter Sigur Rós von sich selbst. Doch jeder der sich einmal mit den Ergüssen des Vierers auseinandergesetzt hat, will und kann ihnen nicht so recht glauben. Zu verschroben tönt es aus den Boxen, wenn (), ihr 2. reguläres Album läuft. Nicht weniger speziell war der gute Anfang: Agaetis Byrjun! Nun lancieren die isländischen Kauzköpfe ihr nunmehr drittes Longplayer-Album, das den vielsagenden Titel „Takk“, zu deutsch „Danke“, trägt.Das Album gibt es in 2 verschiedenen Versionen auf dem Markt, wobei sich die Special Edition nur durch ein 24-seitiges Booklet von der normalen Version, die in einem wertigen, gebundenen, geprägten Hartpapp-Digipack daherkommt, unterscheidet. Es gibt keinerlei Änderungen auf der Tracklist und kein anderwärtiges Bonusmaterial, was den Aufpreis von schlappen 10€ rechtfertigen würde. Es ist aber jedem selbst überlassen ob er die Mehrinvestition tätigt um das gelungene Artwork zu bestaunen. Das aufwendig designte Booklet enthält aber wiederum keine zusätzlichen Informationen zur Band und deren Songs, sondern nur wunderschöne, teilweise in Pappe gestanzte Motive und Artworks die das Gesamtpaket abrunden.
Die Songs auf „Takk“ sind „anders“ als das bisher bekannte Sigur Rós-Material. So dominiert nicht mehr der melancholische Grundtenor der letzten Platte, sondern die Jungs haben die Welt jenseits des Moll für sich entdeckt. Es wirkt grundlegend positiver, lebensfroher und auch zugänglicher für den Hörer. Die Melodien sind naiver und verspielter geworden, wobei die berühmten und typischen Gefühlsausbrüche stets anzutreffen sind. Besonders die erste Europa-Single-Auskopplung „Glósóli“, was übersetzt soviel wie glühende Sonne bedeutet, zeigt wohin sich Sigur Rós anno 2005 hinbewegt haben. Ein Múm’sches Intro mit holperndem Perkussivsample mündet in einem Inferno das sogar noch „Untitled 8 - Popplagid“ in seiner Intensität toppen könnte. Ähnlich klingt auch in der US-Single „Saeglópur“, ein von Glockenspiel getragenes Klavierspiel webt sich in atemberaubendste Verzerrungsäther und rumpelt zu einem gänsehauthervorrufenden Klimax. Diese zwei Songs gehören neben dem 11-Minuten-Epos „Milanó“ zu den stärksten Songs der Platte. Sigur Rós haben aber auch ihre Fühler in Richtung Pop ausgestreckt. Und wie das ausgehen kann, hört man in dem meiner Meinung nach schwächsten Stück der CD: „Hoppípolla“! Radiotauglich ist der Song jedoch nur bedingt, da Jón Pór Birgisson wieder in isländisch singt und seiner erfundenen Sprache „hopelandic“ den Rücken gekehrt hat. Dennoch wird wohl kaum jemand verstehen über was tatsächlich gesungen wird, aber das war und ist auch nicht das Ziel das Sigur Rós verfolgt. Hier praegen Atmosphäre und Stimmungen die Geschichten. Vom Gesang her hat sich trotzdem recht wenig getan, wieder flechten sich ellenlange Hallfahnen ins Instrumental und bilden wabernde Klangteppiche.
Der meiner Meinung nach größte Negativpunkt ist aber, dass sich Sigur Rós entschieden haben ihre Platte in den Vereinigten Staaten mastern zu lassen. Ted Jensen hat mir die Platte zu sehr „à la americaine“ verschlimmbessert: die US-typische Komprimierungs-Philosophie lässt die Platte insgesamt lauter und härter erscheinen, doch durch diese Dynamikglattbügelei bergen die Songs insgesamt wenig Potenzial um gegen Ende noch mal an Sounddruck draufzulegen. So kommt es vor, dass „Glósóli“ gegen Ende haarscharf am Limit der Übersteuerung vorbeirauscht, obwohl sich der Sound an sich noch intensivieren müsste um den Gipfel zu erreichen. Dies hat mich beim Hören der Platte schon desöfteren sehr gestört.
Dieser Fakt stellt aber keinesfalls die spielerische und kompositorische Qualität der Songs in Frage. „Takk“ ist ein gelungenes Album, das zwar überrascht, aber nicht enttäuscht.






