Kundenrezensionen zu 'Three Imaginary Boys (Remastered)'
Würdiges Debüt einer großen Band! (19. November 2008)
Natürlich gehört "Three Imaginary Boys" in jede Cure-Sammlung. Ich habe ab 1992 alle Alben gekauft und zwar in sehr eigenartiger Reihenfolge: Wish, Disintegration und dann "Three imaginary Boys" und "Boys don't cry" (wobei letzteres ja die kommerziellere, gefälligere Variante des Debütalbums für den US-Markt war, mit den Singleklassikern "Killing an Arab", "Boys don't cry" und "Jumping someone else's train" sowie deren B-Seiten)."Three Imaginary Boys" nach den dichten Soundteppichen von "Disintegration" und "Wish" zu hören war damals wirklich erfrischend und hat mir gleich gezeigt, dass The Cure viele Facetten haben und sich des öfteren neu erfunden haben. Das war und ist faszinierend. Das Album klingt wie Punk ohne Verzerrer und oft ohne zweite Gitarre, also eben Post-Punk. Damals revolutionär minimalistisch, und besonders nach heute üblichen überproduzierten Platten wünscht man sich manchmal solchen Wagemut zurück! Dennoch hat natürlich das Debütalbum im Vergleich zu späteren Meisterwerken der Band so seine Mängel. Das liegt nicht daran, dass mir die Songs zu einfach wären: so was simples wie "Grinding Halt" (einer von Lols Songs, munkelt man) macht einfach Spaß, 2,5 Minuten und Schluss, wirklich erfrischend unkompliziert. Es gibt etliche tolle Songs und Klassiker ("10.15 Saturday Night" ist live immer noch ein Reißer). Das Problem liegt wohl eher daran, dass The Cure und vor allem Smith nicht genügend Kontrolle über die Produktion und das Endprodukt hatten (das ist heute oft üblich, hat sich aber bei The Cure in der Folge zum Glück geändert. Von daher war es wohl ein lehrreicher Prozess für Smith). So brachte die Plattenfirma gegen den Willen der Band das "Foxy Lady"-Cover (von Michael Dempsey gesungen!) heraus, das eigentlich nur als Soundcheck eingespielt worden war. Natürlich ist so was heute interessant zu hören und eine spaßige Kuriosität, aber eine glänzende Aufnahme ist es natürlich nicht. Probleme sind also Songauswahl ("Meathook" und "So what" sind auch nicht gerade Glanzlichter). Der "Subway Song" ist heutzutage ein lustiger Gag, obwohl man immer noch bei dem Schockschrei zusammenzuckt. Die stärksten Songs sind natürlich der Titeltrack, "10:15..." und "Another Day". Insgesamt also ein würdiges Debüt einer talentierten Band, allerdings mit viel Raum nach oben zur Verbesserung, was der Gruppe gutgetan hat.
Persönlich finde ich die Songauswahl der "Boys don't cry"-compilation gelungener, die Singles mussten einfach drauf und man hat ein paar Füller des Debüts weggelassen. Aber "3 Imaginary Boys" bleibt natürlich ein Muss, schon allein wegen seiner Kuriositäten!
Sowas habe ich nie wieder gehört (28. Februar 2008)
Als Einleitung muss ich sagen, daß ich The Cure sehr verehre. Diese CD entspricht nicht dem, was man sich unter The Cure vorstellt. Sie war das erste, was ich von dieser Band gehört habe - es muss Ende der 70er gewesen sein und hat mich fasziniert. Die CD reicht von "Ich möchte Punk sein", bis zur zarten Vorgeschichte von "A Forest". Diese CD ist anders und doch so gut. "Subway Song" bitte das erste Mal im Dunkeln hören. Früher war diese das letzte Lied der ersten Seite einer Schallplatte. Das hatte einen ganz anderen Charme. "10:15" einfach mal alleine Abends an einem Samstag hören, wenn man eigentlich mit Freunden unterwegs sein sollte. Auch das ist grossartig. Einfach ausprobieren. In wessen Welt diese CD passt, der sei herzlich von mir gegrüsst und beglückwünscht. Viel Spass.Aller Anfang... (27. April 2005)
Das Debut-Album von The Cure beeindruckt vor allem durch die Stimmung, für die man an manchen Stellen sogar das Wort „lebensfroh" verwenden kann, was in späteren Cure-Alben als ausgeschlossen ist, die ja alle, mit Ausnahme von „Japanese whispers", viel dunkel und depressionsfördernd sind. Einzig „Subway song" und der Titelsong „Three imaginary boys" lassen düstere Ansätze erkennen. Der Rest klingt eher wie spontan improvisiert, so als ob drei Jungen ein Schlagzeug, ein Bass und eine Gitarre gefunden haben und jetzt etwas Musik machen wollen. Keine ausschweifenden Instrumentalpassagen, und einfach strukturierte Lieder, die fast alle Ohrwurm-Charakter haben. Smith, Tolhurst und Dempsey kommen noch ganz ohne Keyboards und elektronische Elemente aus, was aber auch für diese Art von Songs nicht notwendig erscheint. Die Songs sind auch ohne diese Dinge gut und definitiv mit deutlich erkennbarer Begabung. Alles in Allem ein gelungenes Debut, auch wenn die Soundqualität natürlich noch den 70er-Jahre-Charme hat.Subjektiv, aber dennoch... (11. Dezember 2003)
Diese Scheibe der The Cure habe ich als LP noch im Keller stehen. Den Plattenspieler aber längst eingemottet.Es gibt überhaupt nichts zu interpretieren: das ist und bleibt die beste Scheibe dieser Band überhaupt! Frisch und düster gleichzeitig, punkig, provokativ. Und dann diese bis dahin nie gehörte Stimme von Smith. Damals war die Platte für mein Empfinden revolutionär. Das ist sie nicht, soviel weiß ich jetzt(nach 25 Jahren ;) Aber sie ist und bleibt schweinegeil und außergewöhnlich gut. Ich erinnere mich noch dran, wie meine Freunde reagierten, als ich ihnen in meiner Euphorie "Object woman" zum ersten Mal vorspielte und alle es schrecklich und politisch inkorrekt fanden.
Die nachfolgenden Alben, z.B. Faith, In A Forest,..., treiben einen direkt (gehen Sie nicht über "Los") in den Suizid und sind nicht erträglich. Ab "Love Cats" und "Friday I'm in Love" sind The Cure zu durchsichtig und angepasst.
Für die Rezension: Cure-Fans, die auf die Neueren Sachen stehen, sollten sich die Scheibe nicht holen. Für alle Anderen gibt es keinen Weg vorbei.






