Verkaufsrang: 1463 (DVD)
Actor: Al Pacino
Actor: Jeremy Irons
Actor: Joseph Fiennes
AspectRatio: 16:9
AudienceRating: Freigegeben ab 12 Jahren
Autor: William Shakespeare
Binding: DVD
Brand: Sony
Director: Michael Radford
EAN: 4030521396524
Technische Details: FSK 12
Format: Dolby
Format: PAL
Format: Surround Sound
Label: Sony Pictures Home Entertainment
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Sony Pictures Home Entertainment
Verlag: Sony Pictures Home Entertainment
RegionCode: 2
Erscheinungsdatum: 27. September 2005
Spielzeit: 126
Studio: Sony Pictures Home Entertainment
TheatricalReleaseDate: 2004
von: Al Pacino (Hauptdarsteller), Jeremy Irons (Hauptdarsteller), Jocelyn Pook (Komponist)
Preis: EUR 4,98
Aus der Amazon.de-Redaktion
Nur selten hat man den Kaufmann von Venedig, eines von Shakespeares komplexesten Werken, derart üppig ausgestattet gesehen wie in dieser Adaption unter der Regie von Michael Radford (Il Postino). Ein junger Adliger namens Bassanio (Joseph Fiennes, Shakespeare in Love) möchte in einer dekadenten Version von Venedig zur Zeit der Renaissance der lieblichen Portia (der Schauspiel-Neuling Lynn Collins) den Hof machen, aber ihm fehlt das Geld, um zu ihrem Landsitz zu reisen. Er bittet seinen Freund, den Kaufmann Antonio (Jeremy Irons, Die Affäre der Sunny von B.) um Hilfe. Antonios Vermögen ist in Schiffshandelsgeschäften angelegt, daher bietet der Kaufmann an, das Geld von dem jüdischen Geldverleiher Shylock (Al Pacino, Hundstage) zu besorgen. Aber Shylock ist über Antonio verärgert, da dieser den Juden für gewöhnlich voller Verachtung behandelt hatte, und daher fordert er, dass - sollte die Schuld nicht in drei Monaten beglichen sein - der Preis dafür ein Pfund von Antonios Fleisch sein soll.Der Kaufmann von Venedig ist als "problematisches" Stück bekannt - die Thematik um Geldverleiher und Antisemitismus verträgt sich nur schwer mit den märchenhaften Elementen der Romanze zwischen Portia und Bassanio, und einige Wendungen der Handlung wirken ein wenig willkürlich oder sogar grausam. Die Stärke von Radfords intelligenter und leidenschaftlicher Umsetzung liegt darin, dass er und die exzellente Besetzung die gegensätzlichen Facetten des Theaterstücks mit voller emotionaler Tiefe versehen, wodurch jede Frage, die das Stück aufwirft, aktuell und unausweichlich wirkt. Irons spielt besonders überzeugend: in seiner Brust wohnen sowohl Freundlichkeit als auch blinde Vorurteile - dadurch erscheinen die Auseinandersetzungen seines Charakters ebenso lebendig wie jene innerhalb des gesamten Stücks. --Bret Fetzer
Kundenrezensionen zu 'Der Kaufmann von Venedig'
Eine durchwegs gelungene Shakespeare-Neuinszenierung mit durchschnittlicher Filmtauglichkeit! (14. Juli 2008)
"Der Kaufmann von Venedig" lebt - aus filmischer Sicht - vor allem von einigen hervorragenden Dialogen, die aus der Feder eines William Shakespeare stammen (die deutsche Übersetzung scheint durchaus geglückt) und von der Leistung der Hauptdarsteller, wobei ich hierbei vor allem Al Pacino herausheben möchte!Grundsätzlich ist es lobenswert, dass man gleich im Vorspann darauf hinweist, dass die Judenproblematik ein historisch gewachsenen Problem ist, dass sich nicht gänzlich auf den Holocaust beshränken lässt.
Auch die Darbietung an sich, mitsamt allem was dazugehört (also Kostüme, Kulissen) ist äußerst gefällig.
Trotzdem denke ich, dass diese Inszenierung als Bühnenstück um ein Vielfaches tauglicher wäre! Für einen Spielfilm ist das Ganze schlichtweg zu langatmig und zu wuchernd aufgebaut.
Höhepunkt des Films ist jene Szene als Al Pacino (als jüdischer Kaufmann) in Shakespears Worten sein Recht einfordert, den Schuldschein einzulösen. Wenn man genau hinhört, weiß man sofort, dass diese Worte in ähnlicher Form dutzende Male kopiert wurden oder zumindest der Versuch gemacht wurde diese Worte zu kopieren.
Das Einzige, das diesem Streifen noch fehlt wären Musical-ähnliche Gesangs- und Tanzeinlagen, auf die man aber (Gott sei Dank) verzichtet hat!
Fazit: Stellen Sie lieber keine allzu hohen Ansprüche - am Ende könnten Sie nämlich bitter enttäuscht sein! Hervorragend besetzte Hauptrollen. Schöne, teilweise tiefgehende Dialoge und Monologe, die manchmal aber auch etwas kitschig und unglücklich eingabaut wirken...
Ein tolles Bühnendrama, in dieser Form jedoch nur mäßig Spielfilm-tauglich!
Zahm und eitel (9. April 2008)
Nicht nur die Ausstattung, auch Inszenierung und Interpretation sind zu zahm. Lediglich Kostümfilm-Mainstream mit Shakespeare-Versen. Pacino chargiert. Immerhin schon besser als »Looking for Richard«. Doch im Vergleich mit Olivier & Nachfolgern bleibt er nur eine Rampensau aus der Provinz. Für mich war es der letzte Shakespeare-Film mit Pacino.schwierig (5. April 2008)
Eins vorweg, ich habe das Stück nicht gelesen, denke aber, dass sich er der Film sehr daran hält.Anfangs fand ich den Film ganz gut. Atmosphärische Kulisse und Kostümierung, ein Schuss Homoerotik, ein paar gute Schauspieler. Auch die textliche Nähe sagte mir zu, da die Sprache Shakespeares sehr lebendig ist.
Aber:
Die Frauenrollen waren recht platt und belanglos dargestellt.
Die Bedeutung der Beziehungen zwischen den Charakteren wurde manchmal nicht klar (wie steht die Tochter Shylocks zu ihrem Vater?)
Die Liebesbeziehungen wirkten nicht gerade leidenschaftlich.
Letztendlich konnte der komödiantische Part des Films nicht mit der emotionalen Intensität des tragischen Parts gleichhalten.
Großes Aber:
Die antisemitische Zwangstaufe Shylocks.
Der Film an sich bemüht sich, die Figur Shylocks dramatisch und hintergrundreich darzustellen. Sein Handeln wirkt nachvollziehbar. Das meiste davon wird durch die großartige Leistung Al Pacinos erreicht.
Aber die Darstellung, dass eine Abkehr vom Judentum und die Taufe mit dem Erlangen von Gnade und Buße gleichgesetzt werden und dies von den Filmcharakteren als moralischer Triumph gefeiert wird ist äußerst fragwürdig.
Das Judentum hat nicht direkt mit der individuellen Verfehlung des Charakters von Shylock zu tun. Warum dann diese Darstellung?
Ja, es ist die Umsetzung eines historischen Stückes, welches man im Kontext der damaligen Zeit sehen muss.
Shakespeare war Kind seiner Zeit und nicht frei von Stereotypen.
Der Film ist jedoch im 21. Jahrhundert entstanden und keine wertungsfreie historische Darstellung, sondern eine Interpretation.
Daher sehe ich keinen Grund warum solch ein antisemitischer Anachronismus in ein modernes Massenmedium übernommen werden sollte.
Die belanglos dargestellten Liebesfloskeln nach dem Höhepunkt des Films, die ihm den Anstrich eines Happy End geben sind dem auch nicht gerade zuträglich.
Brillant gespielt, ebenso umgesetzt! (24. Dezember 2007)
Im Jahr 1600 erschien die erste Ausgabe des "Merchant of Venice" von William Shakespeare. Ein märchenhafter Stoff diente dabei, wie bereits bei anderen Stücken, als Grundlage. Unter den Komödien Shakespeares gilt der "Kaufmann von Venedig" als so genanntes Problemstück: Die Handlung enthält antisemitische Züge, zudem ist Antonio, der Kaufmann von Venedig, von einer rätselhaften Melancholie beseelt. Kurzum, die üblichen Rüpel mit losem Mundwerk, oder die allfälligen Spielereien, Tarnungen, Verwechslungsgeschichten und dergleichen, worauf Shakespeare gerne zurückgriff, finden sich hier nicht. Die Geschichte wirkt vielmehr hochkomplex mit Zügen einer Dramenhandlung.Die Handlung: Bassanio (Joseph Fiennes), ein venezianischer Edelmann, möchte die schöne Portia (Lynn Collins) freien, doch fehlt es ihm dazu an den nötigen finanziellen Mitteln. Er bittet seinen Freund, den Kaufmann Antonio (Jeremy Irons) um Hilfe. Doch Antonio hat sein gesamtes Kapital in Handelsschiffen und borgt sich daher das Geld beim gering geschätzten, weitgehend verachteten Juden Shylock (Al Pacino). Shylocks Bedingung für den Handel ist, dass, sollte am Fälligkeitstag das Geld nicht zurückerstattet sein, er sich ein Pfund Fleisch aus Antonios Körper schneiden dürfe. Bassanio kann schließlich die Reise zu Portia antreten, doch gilt es hier ein letztes Hindernis zu überwinden: Er weiß sich zwar von ihr geliebt, doch Portia ist nicht frei. Denn sie muss, so hatte ihr Vater vor seinem Tod verfügt, den zum Mann wählen, der aus drei Kästchen das richtige wählt. Bassanio wählt richtig, die Liebe scheint nichts mehr im Wege zu stehen - doch unterdessen erhält er Nachricht, dass alle Handelsschiffe gesunken sind; und Shylock besteht auf seinem Recht.
Was Regisseur Michael Radford aus dem Stück gemacht hat, verdient größte Anerkennung. Sein Ensemble von vier exzellenten Schauspielern trägt den Film, der zudem mit schönen ästhetischen und stimmungsvollen Bildern zu begeistern vermag. Jeremy Irons gibt einen hervorragenden Antonio, melancholisch und würdevoll. Sein Gegenpart, Al Pacino, spielt sich einmal mehr die Seele aus dem Leib und verleiht so seiner vielschichtigen literarischen Vorlage eine ebensolche Präsenz. Herausheben muss man auch Lynn Collins - deren Leidenschaft eher dem Theater als dem Film gilt. Das spürt und sieht man - keine typische Hollywood-Schönheit, sondern eine Charakterdarstellerin, die ausgesprochen frisch und gewitzt wirkt. Auch hier ist die Leistung glänzend. Das gilt nun auch für den vierten im Bunde, Joseph Fiennes. Seine nuancenreiche Mimik, die vor Charme und Jungendlichkeit sprüht, passt schlicht perfekt zur Figur des Bassanio.
Shakespeare-Adaptionen kommen kaum ohne Kürzungen aus (Ein Ausnahmefall ist z.B. Kenneth Branaghs 240-Minuten-Orgie "Hamlet") - das trifft auch hier zu. Aber so lange das Wesentliche, insbesondere die Sprache, erhalten bleibt, Komplexität nicht verloren geht und Darsteller in dieser geschlossenen Weise überzeugen können, was bitte schön sollte daran verwerflich sein. Zudem zählt der "Kaufmann von Venedig" nicht zu den lesefreundlichsten Stücken und daher ist dieser Film bestens dazu geeignet, den eher schwierigen Stücken des größten Dichters aller Zeiten auch in der heutigen Zeit eine Plattform zu geben - und Lesern einen Zugang zu ermöglichen.



