Rote Sonne

Verkaufsrang: 17663 (DVD)
Actor: Uschi Obermeier
Actor: Marquard Bohm
Actor: Sylvia Kékulé
AspectRatio: 4:3
AudienceRating: Freigegeben ab 12 Jahren
Binding: DVD
Director: Rudolf Thome
EAN: 4260090982099
Format: Dolby
Format: HiFi Sound
Format: PAL
Label: Galileo Medien AG
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Galileo Medien AG
Verlag: Galileo Medien AG
RegionCode: 2
Erscheinungsdatum: 1. September 2005
Spielzeit: 87
Studio: Galileo Medien AG
TheatricalReleaseDate: 16. Juni 2003
von: Uschi Obermeier (Hauptdarsteller), Marquard Bohm (Hauptdarsteller), Tommaso Albinoni (Komponist)
Preis: EUR 19,79

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Kundenrezensionen zu 'Rote Sonne'

Terroristinnen. (23. Oktober 2007)

Es sind die wilden sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts in Deutschland. Wohngemeinschaften sind in und vier junge Frauen haben sich in einer Wohnung zusammengetan. Bald wird daraus ein konspirativer Bund, der mit Männern keine dauerhafte Beziehung eingehen möchte, weil diese von vorne herein zum Scheitern verurteilt sind. Wie Beispiele aus dem Tierreich, müssen die Männer nach einer gewissen Zeit des Amüsement das zeitliche segnen. Um ihrer Idee die nötige Öffentlichkeit und den entsprechenden Nachdruck zu verleihen, plant die Gruppe auch terroristischen Bombenattentate.

Das Bündnis scheint aufzubrechen, als sich eine der vier verliebt und eine weitere die bereits begangenen Straftaten nicht weiter tolerieren will. Die Verliebte muss eine Entscheidung treffen und dazu fährt sie mit ihrem inzwischen eingeweihten Freund an den Starnberger See. Hier kommt es zum Showdown.

Der Film und die Geschichte wirkt heute ein wenig holprig. Doch er kann sich gut mit den damaligen Filmgrenzgängern messen. Kultstatus erhält der Film zudem durch die Ikone Uschi Obermeier. Ein Stück deutscher Zeitgeschichte mit vielen markanten Aussagen aus jener Zeit.

Interessant ... und eben ein Film (18. September 2007)

Der Film schafft es, als authentische Stimmung, wie eine Erinnerung an so manche Verrücktheit der damaligen Zeit, daherzukommen. Und insofern ist er eben - Scheiß auf die Machart! - sehenswert.

"Kann ich ein Glas Milch haben?" (4. März 2007)

Zuerst das Wesentliche: Uschi Obermeier sieht in wirklich jeder Szene hinreißend aus. Ein Zitat aus dem Film: "Oben nichts, unten nichts, dazwischen ein bisschen Stoff." Aber es ist mehr als die Kleidung, die ihr gut steht. Von dieser Frau geht ein besonderer Zauber aus, der nicht auf Charme und schon gar nicht auf intellektueller Brillanz beruht, aber für einen männlichen Zuschauer doch fesselnd ist. Nein, die Schauspielerei nimmt man ihr nicht ab. Als sie erzählt, die Anleitung zum Bau einer Bombe in einem Buch an der Uni gelesen zu haben, wirkt es keinesfalls echt. Aber dennoch: Eine ungewöhnliche Präsenz auf der Leinwand.

Das ist die Stärke eines ansonsten handwerklich eher schlecht gemachten Films. Vielleicht sollte es als besondere Kunst wirken, dass die Konventionen der Filmkunst hier nicht eingehalten wurden. Noch ein Zitat: "Konventionen muss man brechen." Aber im Film schmeckt das Brötchen mit Schinken und Marmelade dann doch nicht. Und so möchte ich die vielen, gescheiterten Übergange zwischen einzelnen Szenen hier doch einfach als Schnittfehler bezeichnen und nicht als Kunst. Und als es am Ende zum finalen Schusswechsel kommt, gelingt es keinem der Darsteller, die Waffe beim Abfeuern geradeaus zu halten, vom Zielen ganz zu schweigen.

Das Drehbuch hat ebenfalls Stärken und Schwächen. Es beginnt gewollt, eher langweilig. Über die Dialoge kann man eher lachen, sie wirken zeitweise wie sinnlos aneinander gereihte Sätze, jeder für sich wichtig, aber ohne Zusammenhang. Nach einer guten halben Stunde kommt aber tatsächlich so etwas wie Spannung aus. Eine Wohngemeinschaft aus vier Frauen bringt also systematisch Männer um. Offenbar als Konsequenz aus mehreren tausend Jahren des Scheiterns der Beziehungen zwischen Männern und Frauen. Ja, warum denn nicht? Bret Easton Ellis hat in seinem Buch "Glamorama" Modells aus weniger durchschaubaren Gründen zu Terroristen werden lassen. Und natürlich ist es spannend, ob der eine Mann in der Mitte, nett und intelligent und mit einem anarchistischen Stil gesegnet, überlebt. Und es ist auch spannend, ob sich die schöne Uschi nun wirklich so richtig in ihn verliebt.

Ja, dass alles hatte auch seine Längen. Und wo ist überhaupt die Botschaft? Aber vielleicht will der Film ja auch nur mit ein paar schönen Bildern unterhalten, und zeitweise gelingt das auch.

Der Film wird ergänzt durch einige etwas kuriose Extras. Heimvideos mit Uschi vom FKK-Strand am Starnberger See (oder ist es doch die Havel?). Ein lange Aufnahme, auf der sich der Regisseur Rodulf Thome und Rainer Langhans, der damalige Freund von Uschi gemeinsam den Film ansehen und kommentieren, wobei sie minutenlang nichts zu sagen haben. Intelligent kommen die beiden alten Herren dabei nicht rüber. Und dann gibt es noch ein Feature über das Filmemachen in der damaligen Zeit.

Nein, man muss es nicht gesehen haben. Und ich fand es dennoch lustig.

Peinlich (1. März 2007)

Natürlich kann man es sympathisch finden, wenn jemand zu seinen Jugendsünden steht. Wenn er aber, mehr als 30 Jahre später, immer noch nichts kapiert hat, dann wird es peinlich. So auch mit diesem Film, der tatsächlich so dämlich ist, wie es die Kurzbeschreibung der Handlung schon suggeriert. Doch statt das Mäntelchen des Schweigens darüber auszubreiten, schwillt dem Macher immer noch der Kamm, wenn er sein Machwerk begutachtet: Wie Rudolf Thome sich hier aufplustert und seinen eigenen Film onkelhaft in den cineastischen Himmel hieven will, das muss man fast schon gesehen haben, um es zu glauben. Zusammen mit Rainer Langhans, der hier vollends an der Debilitätsgrenze zu agieren scheint, spricht er einen "Kommentar" zu seinem eigenen Film - was auch andere Regisseure machen, nur sieht man sie dabei in der Regel nicht im Bild. So aber haben wir das zweifelhafte Vergnügen, links unten klein noch mal den Film zu sehen, und oben rechts Rainer Langhans und Rudolf Thome dabei zu beobachten, wie der glorreiche Regisseur Langhans dauernd an der Schulter anfasst und Langhans auf Fragen erst einmal gar nicht antwortet, ehe er es sich dann offenbar doch anders überlegt und sich immer mehr an Thome ranwanzt. All das vor laufender Kamera, wohlgemerkt; die tatsächlich immer noch prächtige Lockenpracht frisch onduliert. So weit so schlecht. Nur: Wenn das wirklich DER Film der 68er sein soll, dann kann es mit den 68ern nicht so viel auf sich gehabt haben. Und das ist fast ein bisschen schade: Gerne hätten wir (1960er-Jahrgänge zum Beispiel) uns ja noch eine Weile der schönen Illusion hingegeben, damals sei wirklich etwas angestoßen worden, von wegen Muff aus tausend Jahren und so, sexuelle Befreiung und was das Verhältnis der Geschlecher zueinander angeht. Aber wenn man sich diesen Film anschaut, fragt man sich, was das für eine Revolution gewesen sein soll, die Herr Langhans angeblich für "diese Frau" (Uschi O.) verraten haben will. Weder war das eine Revolution, noch konnte Herr Langhans sie verraten. Und Mick Jagger wird schon gewusst haben, warum er es bei Uschi mit ein paar Nümmerchen beließ, ehe er zu Bianca weiterzog. Immerhin hat der Kommentar, anders als der Film, EINE wirklich komische Szene: als Thome Langhans offenbart, er wäre noch viel höher gegangen als bis zu den 20 000 Märkern, die Uschi O. fürs Durchsbildspazieren erhielt: bis zu 50 000 sogar. Worauf Langhans dann schon wieder entwaffend ehrlich/naiv meint: "Da waren wir wohl nicht so gut" (im Verhandeln) ... Dass die K1 wie selbstverständlich annahm, Uschi O. müsse ihr Honorar mit den anderen (die am Film gar nicht beteiligt waren) teilen, steht dann schon wieder auf einem Blatt ...

auf den ersten blick merkwürdig, aber dennoch spannend. (10. November 2005)

ein film aus skuriler zusammenfügung von teilweise überzeichneten stereotypen, bei zeitgleicher selbstreflektion innerhalb der darstellung. daher weiß man anfangs nicht, ob man lachen soll: man versteht die zusammenhänge anfangs nur bedingt, bzw. wundert man sich über die verhaltensweisen der darsteller. in der reflektion aber entsteht eine posterhafigkeit, fast comic-artigkeit der bilder und sprache: der perspektivische raum wird aufgelöst und besteht somit quasi aus farbflächen, die selbst keine handlung vorschreiben. davor agieren menschen, die nicht in diesen raum reinzupassen scheinen, ebenso wie deren handlungsweise. männer werden gemordet, ohne dass wirklich jemand versucht, diesem morden richtig ein ende zu setzen, zumindest nicht von der "außenwelt" her gesehen, wie polizei, etc. rein sprachlich wirken die nachsynkronisierten texte wie drübergelegt (auch in der deutschen fassung), was zusätzlich den effekt der distanzierung und separiertheit der bildebenen verstärkt (sozusagen kommend aus dem zwischenraum zwischen dem off- und dem on-ton); fast als kommentar über sich selbst - ohne emotion gesprochen, monoton, verknappt auf das wesentliche, oberflächliche (?) wirkend.
auf jedenfall sehenswert - ein kunstfilm eben.

dkb.de

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