Kundenrezensionen zu 'Hidden Land, the'
Dada in Amerika (6. August 2008)
Bela Fleck & The Flecktones spielen nun auch schon seit 20 Jahren in einer eigenen Liga. 1988 von "Mr. Banjo" himself, Bela Fleck eben, gegründet, hat das Ensemble allesamt herausragender Meisterinstrumentalisten zu einer Form kollektiver Improvisation gefunden, die von der Qualität her durchkomponierter "E-Musik" in nichts nachsteht, diese aber an Spielfreude und -witz wohl in vielen Fällen deutlich übertrifft. Wobei das Erstaunliche an dieser Formation ist, dass sich hier Musiker zu einer unverwechselbaren Einheit zusammengefunden haben, die nicht nur in einem technischen Sinn "gut" bzw. "sehr gut" sind, sondern die allesamt auch noch einen individuellen Stil entwickelt haben, der weit über das "bloß Instrumentale" hinausgeht. Was man sich am besten selber anhört, weshalb an dieser Stelle nur noch darauf hingewiesen werden soll, dass zu dieser CD auch eine DVD mit einem Kurzfilm gehört, der es in sich hat: Bela Fleck & The Flecktones treffen sich erstmals nach einjähriger Pause wieder im Probenraum, und was da geschieht, das hat soviel - vordergründig "dokumentarischen" - Charme und hintergründigen Humor, dass man erst eine Weile braucht, um zu kapieren, was die Band da eigentlich mit dem Zuschauer treibt: ein dadaistisch anmutendes Verwirrspiel, bei dem Benjamin Franklin ein gewichtiges Wörtchen mitzureden hat, Cops ziemlich gut Banjo spielen können und die Rolling Stones wohl auf die Flecktones als Support Act verzichten müssen, wegen unaufschiebbarer familiärer Verpflichtungen der Bandmitglieder. Immerhin bietet sich Bela Fleck als Solo-Act an. Und, hey - auch das wäre mit Sicherheit ein unvergessliches Erlebnis, ganz gleich in welchem Stadion dieser Welt auch immer.Ach ja - und die Größe muss man auch erst mal haben, auf die Frage, woher man die Inspiration für seine Stücke nehme, zu antworten, man habe im Tourbus sehr viel Weather-Report-Musik gehört ...





