Das Leben der Anderen

Verkaufsrang: 106 (DVD)
Actor: Martina Gedeck
Actor: Ulrich Mühe
Actor: Sebastian Koch
AspectRatio: 16:9
AudienceRating: Freigegeben ab 12 Jahren
Binding: DVD
Director: Florian Henckel von Donnersmarck
EAN: 8717418095925
Format: Dolby
Format: PAL
Format: Surround Sound
Label: Touchstone
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Touchstone
Verlag: Touchstone
RegionCode: 2
Erscheinungsdatum: 16. November 2006
Spielzeit: 133
Studio: Touchstone
TheatricalReleaseDate: 2005
von: Martina Gedeck (Hauptdarsteller), Ulrich Mühe (Hauptdarsteller), Gabriel Yared (Komponist)
Preis: EUR 11,99

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Gleich siebenmal wurde Das Leben der Anderen beim Deutschen Filmpreis 2006 ausgezeichnet – unter anderem für den besten Film, den besten Regisseur, das beste Drehbuch sowie den besten Haupt- und Nebendarsteller. Eine mehr als beachtliche Leistung für einen Debütfilm, der sich über all seine wohlverdienten Preise hinaus auch einen bedeutsamen Platz in der Geschichte des deutschen Kinos sicherte. Denn mit seinem Erstlingswerk setzte Regisseur und Autor Florian Henckel von Donnersmarck der bis dato von verklärend-verharmlosender Ostalgie á la Goodbye, Lenin geprägten filmischen Aufarbeitung der DDR-Geschichte ein nachhaltiges Ende.

Gänzlich ohne ironischen Spreewaldgurken-Charme fängt Das Leben der Anderen den erdrückenden Überwachungsalltag im real existierenden Sozialismus ein und zeichnet ein ebenso realistisches wie erschütterndes Bild über die Methoden der Macht und die Ohnmacht der Betroffenen. Meisterhaft erzählt der Film die Geschichte von Stasi-Offizier Gerd Wiesler (Ulrich Mühe), der mit der Observierung eines Künstlerpaares beauftragt wird und durch die unbemerkte Teilhabe an ihrem Leben still und langsam von seinem Ideologie-Glauben abfällt – und sich damit selbst in Gefahr bringt. Kongenial macht von Donnersmarck über das Schicksal der Einzelnen die Funktionsweise des gesamten Systems deutlich, verpackt in ein hochklassiges, packendes und von brillanten Darstellern getragenes Drama, das nicht nur national, sondern auch international zu den besten Filmen seines Jahrgangs zählte. -- Frank-Michael Helmke

dkb.de

Kundenrezensionen zu 'Das Leben der Anderen'

Ein gigantisch guter Film! (8. Oktober 2008)

Das Leben der Anderen ist einer der besten deutschen Filme, die deutlich aufzeigen, wie es in der DDR damals zugegangen ist. Was mich am meisten geschockt hat: dass Menschen aus Angst ihre Prinzipien aufgegeben haben und auch das, woran sie glaubten. Aus Angst, von der Stasi in den Boden getrappt zu werden, haben sie sich lieber bereit erklärt, mit denen mitzuarbeiten. Auch wenn sie Menschen, die sie vorgaben zu lieben, ausspioniert haben... Die Menschen wurden durch das Regime buchstäblich dazu getrieben, andere zu bespitzeln, andere an den "Galgen zu bringen". Eigentlich hat dort niemand mehr irgendwem getraut. Man war ständig auf der Hut! Manche wohl eher auf der Pirsch! Ich musste während des Films immer wieder an "1984" denken... Big brother is watching you... Die härteste Szene war für mich, als der Schriftsteller B. mit seinen Freunden testen wollte, ob seine Wohnung clean war, d. h. nicht von der Stasi abgehört wurde. Was B. nicht wusste und auch niemals für möglich gehalten hätte (er hatte ja gute Freunde in den obersten Reihen): Er stand schon unter Beobachtung. Der Stasi-Offizier W. hat seine Wohnung bereits abgehört. Und W. war fest davon überzeugt, dass das System über Gott stand. Doch dann kam alles anders. Es wäre wirklich schade, hier mehr zu verraten, weil man die Spannung dadurch völlig ausbremsen würde. Ich kann nur sagen, das Leben der Anderen ist absolut sehenswert!

Für Hörgeschädigte nicht geeignet - kein Untertitel!!! (6. Oktober 2008)

Ich habe viel über diesen Film bisher gelesen und der Oscar hat natürlich meine Interesse nur noch mehr gesteigert - also entschloss ich ihn zu kaufen. Ich war allerdings schwer enttäuscht, dass die DVD keinen Untertitel für Hörgeschädigte enthält. Dies ist normalerweise ein Standard, denn man bei allen "08/15"-DVDs hat....hier leider nicht. Schade!!!
Ich konnte schon ein bisschen von der Atmosphäre durch die Musik mitbekommen, aber die Dialoge leider kaum verstehen.
Ich finde es irgendwie traurig, dass mittlerweile an solchen Dingen wohl ganz offensichtlich gespart wird....

Ich möchte noch hinzufügen, dass sich meine Bewertung daher nicht auf den Film bzw. seinen Inhalt bezieht, sondern auf die DVD-Ausstattung!!!!

No country for bold man (5. Oktober 2008)

Harald Schmidt hatte es sehr treffend formuliert als Florian Henckel von Donnersmarck den Auslands-Oscar für Das Leben der anderen gewann, nun sind wir in den USA endlich aus der NS-Zeit raus und in der Stasi-Zeit gelandet. Deutschland, Land der Dichter, Denker und Dikatoren?
Trotzdem ist dieser stille, bewegende Film, der so aussieht, als hätte er nicht übermässig viel Geld gekostet, überaus sehenswert!
Überzeugende schauspielerische Leistungen, eine spannende Geschichte mit einigen überraschenden Wendungen, stimmige Kulissen und Kostüme und passende Musik Ein Film der Fragen aufwirft und Interesse für eine tiefere Beschäftigung mit der DDR-Vergangenheit weckt.
Einige wenige Längen und die deprimierende Tristeste von Personen und Schauplätzen (Ulrich Mühe sieht in seinem grauen Anzug aus wie ein menschgewordener Plattenbau aus) wirken etwas abschreckend. Steven Spielbergs München hat vorgeführt wie eine Geschichtsstunde etwas spannender umgesetzt werden kann.
Im Wesentlichen wurde bei diesem Film aber alles richtig gemacht. Und auch an Humor wurde nicht gespart, allerdings ist es ein sehr feiner, meist bitterer Witz, zumeist in den Szenen mit Stasi-Offizier Gerd Wiesler (Ulrich Mühe) und seinem unpünktlichen Assistenten. Das Leben der anderen beschäftigt sich mit dem dunkelsten Kapitel der DDR-Geschichte, mit dem Ministerium für Staatssicherheit. Genau wie die Ministerien in George Orwells 1984 ist dieser Name freilich ein Hohn. Ebenso wie die Mauer, die in der DDR-Propaganda als antiimperialistischer Schutzwall bezeichnet wurde und angeblich vor schädlichen Einflüssen aus dem Westen schützen sollte, sorgte die Stasi nicht für Sicherheit, sondern für Verunsicherung. Wie soll ein Dichter wie Georg Dreymann (Sebastian Koch) denken und kreativ sein können in einem Staat, in dem jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird? Ein System, das so unattraktiv ist, das viele Bürger liebend gerne, auch ohne ihr Hab und Gut, flüchten würden, wenn sie die Chance hätten.
Das dieser Film sich auf die allerschlechteste Seite der DDR konzentriert liegt nahe, dennoch ist von Donnersmarcks Sicht der Dinge nicht einseitig. Besonders bitter ist, das die Angst vor der Stasi zur Paranoia wurde und selbst vor linientreuen Idealisten wie dem braven Dreyman und dem klugen Wiesler nicht halt machte.
Lohnt es sich für so ein System den vollen Einsatz zu geben oder ist es nicht das beste möglichst unauffällig mit dem Strom zu schwimmen. Ideale über Bord werfen, niemandem vertrauen und nur noch funktionieren, statt wirklich zu leben? Wer ist glücklicher, der Künstler (Koch), der das Leben in all seiner Fülle lebt und dabei risikiert enttäuscht zu werden und Fehler zu machen, oder der freudlose Roboter (Mühe), der sich die Illusion von Leidenschaft von einer Hure erkaufen muss? Einen Mittelweg probiert Dreymanns Freundin (Martina Gedeck) aus, hin- und hergerissen zwischen wahrer Liebe und Opportunismus.
Wie paranoid die Stasi die Menschen gemacht hat zeigt der Witz über Erich Honecker sehr beeindruckend, den ein junger Stasi-Mitarbeiter in der Kantine des Ministeriums erzählt und dafür von Wieslers eiskaltem Vorgesetzen (Ulrich Tukur) zur Rede gestellt wird. Und hier zeigt sich noch etwas weiteres, nämlich das Stasi und Gestapo zwar Ähnlichkeiten aufweisen, aber das eine Differenzierung zwischen NS- und DDR-Diktatur wichtig ist! Im Dritten Reich wurden zahlreiche Menschen für Witze über das Staatsoberhaupt oder aus anderen Gründen getötet, in der DDR nicht!

Das Leben der Anderen ist eine spannende, kluge und objektive Geschichtsstunde über die Stasi. Intelligentes deutsches Kino!


4,5 Sterne.




Bleibt im Gedächtnis (4. Oktober 2008)

Wer den Staat DDR kennen gelernt hat, mit all seinen Vor- und Nachteilen, der wird zugeben, dass dieser Film sehr, wirklich sehr realistisch ist. Zwar spielt er in der intellektuellen Szene, die sicher nicht Jeder kannte, doch wird die Arbeit bzw. das Wirken der Stasi präzise und beeindruckend dargestellt.

Dieser Film ist ein leises, eindringliches und nachhaltig wirkendes Werk, in welchem die Schauspieler ihr Können unter Beweis stellen. Allen voran Ullrich Mühe. Durch den sparsamen Umgang mit Gestik und Mimik wirkt sein Spiel umso intensiver und bedrückender. Ein großartiger Schauspieler, der leider viel zu früh verstorben ist.
Mir persönlich ging die letzte Szene inklusive der letzte Satz sehr nahe - sie runden den Inhalt eindrucksvoll ab.

Was mich allerdings an diesem Film stört, dass bei den Hauptdarstellern, bis auf Mühe, alle durch die Bank westdt. Darsteller sind - hier fehlen eindeutig die ostdt. Darsteller, die dem Film wesentlich mehr Authentizität verliehen hätten.

Fazit: Prädikat besonders wertvoll - absolut empfehlenswert!

Raubtiere im Staatsdienst (22. September 2008)

Man kennt das Szenario aus dem Naturfilm:
Wir bekommen zunächst die Stärke und Grausamkeit der Raubtiere vorgeführt. Sie sind dabei, die Überreste ihres letzten Opfers zu zerreißen und gehen untereinander nicht gerade sanft miteinander um. Dann Schnitt zu den noch unbekümmert weidenden oder badenden Beutetieren. Sie sind schön anzusehen, tollen herum und liebkosen sich. Vor allen Dingen aber sind sie ahnungslos, während wir Zuschauer die Bedrohung in ihrer Übermacht und unaufhaltsamen Konsequenz bereits vor Augen haben.
Die Spannung steigert sich durch ein dramatisches Wechselspiel. Aufnahmen aus der Jägerperspektive (versteckt hinter hohem Gras oder aus der Luft), Schleichen, Lauern. Dann wieder die weidenden Tiere, die je nach Windlage die Jäger erschnuppern oder aber sich in ihrer Ahnungslosigkeit geradewegs auf die Gefahr hin zu bewegen. Irgendwann gehen die Raubtiere zum offenen Angriff über. Eine Gegenwehr scheint für die Beute fast aussichtslos und die Flucht mindestens ebenso gefährlich.

Diese archetypische Situation vom unschuldig Gejagten findet sich ebenso in unzähligen Spielfilmen besonders im Genre der Politthriller wieder. Zu diesen kann man den deutschen Film Das Leben der Anderen zählen, auch wenn dessen Handlung stärker als genreüblich einer historischen Wirklichkeit verpflichtet ist. Im Unterschied zu beispielsweise den Verfilmungen von John Grishams Romanen Die Firma oder Das Kartell oder auch anders als bei den Klassiker des Genres Drei Tage des Condors oder Hitchcocks North by Northwest geht es in Das Leben der Anderen nicht um den erwähnten Angriff und die folgende Jagd. Gezeigt und untersucht wird dagegen das vorhergehende Lauern, in diesem Fall die Überwachung durch die Staatssicherheit der DDR. Dabei sind wir nicht allwissender Zuschauer sondern gezwungen, selber sehr genau hinsehen. Das Gesicht des Raubtiers, Ulrich Mühe als Stasi-Hauptmann Wiesler, verrät nichts außer einer fortwährenden Anspannung. Nur nach und nach erhaschen wir winzige Gefühlsregungen. Wir werden so Zeuge einer, im Tierreich undenkbaren (und vermutlich auch bei den Menschen seltenen) Entwicklung: Angesichts des Zynismus seiner Vorgesetzten versteht der idealistische Stasi-Mönch, dass seine Jagd nicht den Idealen des Sozialismus dient sondern persönlichem Lust- und Machtgewinn.

Unter dem zunehmenden Druck der Stasi verändert sich parallel zu Wieslers allmählicher Wandlung auch das Verhalten der Beutetiere. Der Berliner Kreis von Künstlern und Intellektuellen um den Dramatiker Georg Dreymann (Sebastian Koch) scheint sich zwischen harmlosen Provokationen und Auftragskunst mit den Machthabern eingerichtet zu haben. Jedoch schon bald wird die aufgesetzte Ausgelassenheit gestört. Dreymanns Frau, die, von Psychopharmaka abhängige, schöne Schauspielerin Christa-Maria (Martina Gedeck) droht der verführerischen Macht des Alpharaubtiers, Minister Hempf (Thomas Thieme) zu erliegen. Der Theaterregisseur Jerska (Volkmar Kleinert) leidet unter Arbeitsverbot und Zensur und begeht Selbstmord. Theaterschriftsteller Dreymann selber scheint Wieslers unermüdlicher Bespitzelung zunächst überhaupt nicht würdig. Er wirkt angepasst und eitel. Erst unter dem Eindruck von Jerskas Freitod und der Zwangslage seiner Frau erwacht seine Zivilcourage, die wiederum Wiesler dazu zwingt zu entscheiden, zu wessen Gunsten er von seinem Beobachtungsposten aus zuschlagen soll.

Die Gegensätzlichkeit des Künstlers Dreymann und des bürokratischen Spitzels Wiesler gibt den Schlüssel zu einer weiterführenden Interpretation des Films. Es geht vor dem Hintergrund der historischen DDR-Wirklichkeit um die gesellschaftliche Aufgabe der Kunst und die persönlichen Anforderungen an den Künstler. Die fleißigen Beobachtungen von Wiesler, das verständnisvolle Mitleid von Dreymann und der Mut der beiden sind die drei Säulen einer freiheitlichen Kunst zu der man Das Leben der Anderen mit gutem Grund zählen kann. Neben einer genauen Rekonstruktion des perfiden Machtmissbrauchs in der ehemaligen DDR ermöglicht Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck uns das Privileg, mitzufühlen mit ihren Bewohnern. Die andauernde Anspannung, besagtes permanentes Belauern, bringt der Film in seiner stimmungsreichen Inszenierung gekonnt zum Ausdruck.
Die Geschichte der DDR links liegen zu lassen (Doppeldeutigkeit gewollt), wird für Wessis und Ossis, dem Film sei dank, immer schwieriger.

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