Verkaufsrang: 13004 (DVD)
AspectRatio: 16:9
AudienceRating: Freigegeben ab 12 Jahren
Binding: DVD
EAN: 4260017060596
Format: Dolby
Format: HiFi Sound
Format: PAL
Label: Alive - Vertrieb und Marketing/DVD
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Alive - Vertrieb und Marketing/DVD
NumberOfItems: 2
Verlag: Alive - Vertrieb und Marketing/DVD
RegionCode: 2
Erscheinungsdatum: 18. August 2006
Spielzeit: 104
Studio: Alive - Vertrieb und Marketing/DVD
TheatricalReleaseDate: 2003
von: Pen-ek Ratanaruang (Künstler)
Preis: EUR 20,29
Kundenrezensionen zu 'Last Life in the Universe - Leben nach dem Tod in Bangkok (2 DVDs)'
Einer der schönsten Filme der letzten Jahre (14. Mai 2008)
Ich habe lange darauf warten müssen die prognostiziert-benötigte Muße zu haben, um mir diesen Film anzugucken. Kürzlich war es endlich soweit, war ich endlich soweit.Das erste Drittel um die unmotivierten Selbstmordversuche des introvertierten Bücherwurms Kenji ist skurill und durchaus interessant. Es erinnert in seiner Erzählweise aber stark an japanisches Kino, was an westlichen Sehgewohnheit gemessen meist sehr sperrig daherkommt. Und so ist das auch hier durchaus der Fall, was bei Einigen gepflegte Langeweile hervorrufen wird.
Immer wieder hat Kenji Dinge in der Hand oder in Brückenform auch mal unter den Füßen, die seinem Leben ein Ende setzen sollen - samt mystisch-schön stilisierter Todesvision.
Doch es kommt nie dazu, um ihn herum passiert im entscheidenden Moment stets etwas, dass ihn davon abhält. Unter anderem ein tragischer Unfall, in dessen Folge er in etwas hilfloser Manier ein Mädchen tröstet. Doch führt dies zum zentralen Strang des Filmes, wo sich die Geschichte mit kleinen, leichtfüßige Schritten in eine sehr gefühlvolle Liebesgeschichte in komplett kitschfreier Art verwandelt. Asano erhält mit Boonyasak, die in der Rolle von Noi ein beachtliches Leinwanddebut abliefert, einen lauten und chaotischen Gegenpol.
Im Kern bleibt die Geschichte völlig authentisch, äußerlich jedoch in die Ästhetik des gehobenen Asia-Kinos gebettet. Regisseur Ratanaruang hat dem in seiner Arbeit einmal mehr brillierenden Kameramann Christopher Doyle vorher klargemacht, dass er im Visuellen am Ende nicht mit kein Wong Kar Wai verwechselt werden möchte. Die Gefahr besteht nicht. Last Life In The Universe ist vom bildhaften Schwermut der Kar Wais weit entfernt und besitzt einen völlig eigenständigen, wärmeren Charme. Auch wenn kühlere oder melancholische Töne mitschwingen, empfand ich den Film eigentlich sehr positiv und teilweise sogar abseits der anfänglich situationsbedingt absurden Komik lustig, womit ich nun als letztes gerechnet hätte.
Die angeschlagenen Töne sind angenehm leise, auch der spärliche und minimalistische Instrumentalsoundtrack hält sich in seiner Lautstärke stark zurück, harmoniert so wunderbar mit den Bildern, gleichsam dem schüchternen Schauspiel von Asano. Allein das Haupttheme läuft gelegentlicht im Vordergrund und hült die dann dialogfrein Bilder Thailands auf violetten Samt. Das Grundthema um Einsamkeit und zwei grundverschiedene Menschen auf der einenden Suche nach etwas, um leise Verzweiflung und den Tod als einen möglicher Ausweg aber auch die Schönheit des Lebens finden sich im Ende des Films wieder harmonisch und kunstvoll ein. Durchdacht, ohne Pathos, toll gespielt und mit beeindruckenden Bildern eingefangen.
Sicher kein Film für Jeden und kein Film für jede Stimmung. Aber einer der besten Filme für die richtige Stimmung und für den richtigen Zuschauer. CineBild vergibt: Irgendwas zwischen 1/10 und 12/10.
Auch gut: Das einstündige Interview mit Doyle auf der 2. DVD ist, im Ggs. zu dem etwas merkwürdigem "Making Of", definitiv sehenswert.
Keine Worte, Bilder... woraus das große Kino gemacht ist (5. Februar 2008)
der Film ist eine Wucht, die aus Ruhe der beinahe imaginären Exotikbilder an die Emotionen des Zuschauers kommt. Nicht auf eine distanziert-unterhaltende Art des neuen Kommerzfilms, sondern... als ob Du in eine Episode eines selbständigen Universums involviert wirst, hinein gesaugt und leicht sogar aus Furcht vor dir auf eine Art in Ruhe gelassen, doch alles dreht sich doch um deinen Blick.Der Film überrumpelt nicht in der aufdringlichen Art der progressiv christlichen Kultur, sondern weiß, dass Du da bist und dennoch, schämt sich nicht, sein Universum zu lüften... Endlich mal einer der weniger asiatischen Filme, die nicht damit angeben, dass sie westliche Filmkultur kennen, wie viele moderne japanische Filme z.B.
So asiatisch rein wie es nur geht. Eine einmalige Welt, für die aber manche Zeit brauchen werden, es sei denn sie tun es leichtsinnig "verstehe-nichts" ab.
Gute Reise
Ein zweites mal... (27. August 2007)
... werde ich den Film noch sehen muessen. Liebevolle Details, eine schraege aber nicht unverstaendliche Handlung und eine tolle Bildsprache. Doch ebend diese ist Geschmacksache. Die ist ein typischer Film, den man mag oder nicht nicht. Etwas dazwischen ist kaum moeglich. Insgesammt ist das Tempo des Films eher ruhig, doch er hat ein spannenden und geladenen Hoehpunkt und ein wie ich finde gelungenes Ende. Wem "Willbour want's to kill himself" oder aehnlich 'melancholische' Filme gefallen sollte ruhig einen Blick riskieren. Keine 5 Sterne weil der Film durchaus noch steigerungsfaehig gewesen ist.Ruang rak noi nid mahasan - Eine Liebesgeschichte mehr oder weniger.... (13. Juli 2007)
...so lautet der Originaltitel von "Last Life in the Universe" - und besser hätten sie es nicht treffen können!Kurz zur Story:
Kenji (gespielt von Tadanobu Asano) ist ein sehr unglücklicher und einsamer Mensch. Er wohnt seit geraumer Zeit in Bangkok, Thailand, und arbeitet als Bibliothekar in einer dort angesiedelten japanischen Bibliothek. Er spricht kaum ein Wort Thai, und auch sonst ist er eher ein stilles Wasser wenn es um Kommunikation geht. Sein ganzes Leben besteht aus einer zwanghaften Ordnung, und sobald irgendwo in seiner Umgebung ein Fussel auftaucht, der dort nicht hingehört, wird er penibelst genau weggemacht. In seinem Schrank hat er massenweise die selben Hemden, Hosen, Socken und Schuhe, seine ganze Wohnung erinnert eher an eine sterile Ausstellung auf einer Museumsbesichtigung, als an einen Ort, wo jemand lebt. Trotzdem alles in seinem Leben auf den ersten Blick in Ordnung scheint, ist Kenji so unglücklich, dass er beschliesst, sich das Leben zu nehmen. Durch eine chaotische Verkettung diverser Umstände jedoch, gelingt ihm dieses Vorhaben nie, und eines Tages lernt er durch einen weiteren tragischen Zwischenfall SIE (gespielt von Sinitta Boonyasak) kennen. SIE ist sein thailändisches, chaotisches, kettenrauchendes Gegenstück, und sie beweist mit allen Mitteln, dass sie keinen Wert auf persönliche Ordnung legt. Schimmliges Geschirr stapelt sich bis fast unter die Decke, man muss Bergsteigen können, um sich den Weg von Wohnzimmertür bis zum Sofa zu bahnen und da es kein sauberes Geschirr mehr gibt, ernährt sie sich seit geraumer Zeit nur noch von Instantzeug. Kenji und Noi, so ihr Name, verbringen nur wenige Tage zusammen, und auf ihre eigene, gegensätzliche Art und Weise lernen sie, sich zu mögen. Es wird erzählt über eine Bekanntschaft, in der die Vergangenheit des Einzelnen keine Rolle spielt, in der das Schweigen mehr dominiert, als das gesprochene Wort, und in der die Kommunikationsbarrieren das Zusammensein immer faszinierender machen, denn Kenji spricht kaum Thai und Noi kaum Japanisch. Beide versuchen sich in noch schlechterem Englisch und nicht zuletzt wird die Sprache in dem Film gänzlich zweitrangig.
Dieser Film erinnert stellenweise sehr an Takeshi Kitanos "Dolls", was seine unbeschreibliche Ruhe betrifft, jedoch ist er ein eigenes, kleines, unbekanntes Meisterwerk, das den Zuschauer voll und ganz in einen Strudel von Emotionen reisst, der noch sehr lange nachklingt.
An der Kamera hat Christopher Doyle, ein wahrer Künstler, wirklich grosses geleistet und er bietet dem Zuschauer Bilder, die einem noch lange im Kopf bleiben werden. Von der wunderschönen Landschaft Thailands bis zu kurzen Momentaufnahmen eines völligen Stillebens. Untermalt werden diese Bilder mit dem fantastischen Soundtrack, komponiert von Hualampong Riddim, der von Regisseur Pen-Ek Ratanaruang den Auftrag bekommen hatte, einen musikalischen Score für diesen Film zu machen, von dem der Zuschauer nicht merkt, wann er anfängt, oder wann er aufhört.
Hualampongs Musik unterstreicht dieses kalte Gefühl von Leere und Einsamkeit, welche Kenji empfindet, und man selbst wird gerade durch diesen Soundtrack selbst in eine alles verschlingende Isolation katapultiert. Die Welt färbt sich in eine geräuschlose, steril-blaue Kulisse, die an dir vorbeirauscht und keine Notiz von dir nimmt. Die Musik ist erdrückend, belastend, liegt schwer auf deiner Seele und macht dich zum einsamsten Menschen auf der Welt, in dem kein Gefühl mehr Platz hat, ausser diese steril-blaue Leere, die in unendlich langsamer Zeitraffer dein Innerstes mit ebenso steril-blauer Kälte erfüllt.
Noch was in eigener Sache:
Die Sache mit der "Liebesgeschichte" wird leider sehr schnell falsch verstanden und in die Akte "Kitsch" abgelegt. So ist das defintitiv NICHT! Ihr werdet in dem Film keine gebräuchlichen Szenen vorfinden, die auch nur irgendwie andeuten würden, dass es sich um eine Liebesgeschichte handelt. Es ist dem Zuschauer überlassen, ob er das nun denkt, oder nicht. Deshalb ist der thailändische Originaltitel für den Film so passend "Eine Liebesgeschichte MEHR ODER WENIGER)...
Ich kann euch diesen Film nur wärmstens ans Herz legen, denn er hat es geschafft, alle meine bisherigen Lieblingsfilme sofort in den Schatten zu stellen und noch über den ersten Platz hinaus zu schiessen. Einen so wunderschönen und doch menschlich-realistischen Film gibt es nicht nochmal. Macht nur nicht den Fehler und schaut ihn euch in deutscher Synchronisation an! "Last Life in the Universe" lebt von seinen Sprachbarrieren! Ich liebe diesen Film, ich liebe ihn so sehr, dass er mich jedesmal zum weinen bringt, und ich nichtmal weiss, warum.





