We Feed the World - Essen global

Verkaufsrang: 754 (DVD)
AspectRatio: 16:9
AudienceRating: Freigegeben ab 6 Jahren
Binding: DVD
Director: Erwin Wagenhofer
EAN: 0828768901595
Format: Dolby
Format: HiFi Sound
Format: PAL
Label: Ufa/DVD
Languages:
Manufacturer: Ufa/DVD
Verlag: Ufa/DVD
RegionCode: 2
Erscheinungsdatum: 13. November 2006
Spielzeit: 96
Studio: Ufa/DVD
TheatricalReleaseDate: 2005
UPC: 828768901595
von: Helmut Neugebauer (Komponist), Erwin Wagenhofer (Regisseur)
Preis: EUR 15,95

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Kundenrezensionen zu 'We Feed the World - Essen global'

Brisantes Thema - Packende Umsetzung (20. März 2008)

Zunächsteinmal habe ich festgestellt, dass es hier häufig Leute gibt, die einfach mal spontan drauf los bewerten, weil ihnen etwas nicht gefallen hat und die schlechteste Bewertung abgeben, ohne darüber nachzudenken - moment - ist dieser Film wirklich grottenschlecht? Kommt absolut keine Botschaft rüber? Wird er überhaupt nicht dem gerecht, was der Regiesseur vor hatte auszudrücken?
Haaaaalooooo!
Der Film hat, nach meinem Empfinden, mich und so ziemlich alle die mit mir den Kinosaal nach der Vorstellung verlassen haben mitgenommen.
Allein die Feststellung, dass der Film eine Botschaft hat, die man korrekt verstehen kann, ist 2 Sterne wert.
Außerdem muss man schon ziemlich blauäugig sein, wenn man nicht versteht, dass die Erzählung des Films ohne Sprecher zu funktionieren hat.
Der Film soll doch erreichen, dass ein Kinobesucher, der aus seinem Konsumalltag in das Kino geht, weil er aus einer Vorschau oder einem Plakat entnommen hat, dass da wohl einige Dinge abgehen, die man so noch nicht unbedingt gesehen hat.
Der Film ist so gemacht, dass er einen Druchschnittsmenschen sehr mitnimmt. Er ist nicht überfüllt mit Information und bedient sich nur an den Worten der Menschen, die im Film vorkommen. Somit kann sich das Gesamtgefühl des Films sehr gut festsetzen.
Wenn es wirklich Menschen gibt die nach dem Film sagen "Hmmm. Kapier ich nicht. Seh ich keinen Zusammenhang..." dann bringt ihm auch das Thema an sich garnichts.
Aber die meisten, sind schockiert und entsetzt und möchten mehr wissen. Und deshalb gibt es das Buch zum Film, viele Links auf der Homepage und eigentlich massig Informationen, die im Film, oder in Folge des Films zur Verfügung stehen.

"Wer soll es ändern, wenn nicht wir? ", ... (21. Februar 2008)

... fragt Regisseur Erwin Wagenhofer in den im Bonusmaterial zu diesem Film enthaltenen Interviews. Der Film "We feed the world" (eine ironische Anspielung auf den Slogan des internationalen Saatgut-Multis "Pioneer", dessen österreichischer Produktionsleiter Karl Otrok denn auch so treffend beim verheerenden Vergleich des traditionellen Anbaus in Rumänien mit dem Hybridanbau mit dem Saatgut aus dem Hause seines Konzerns bemerkt: "Ein Konzern hat kein Herz."

Wagenhofer, den nach eigener Aussage zunächst nur interessierte, woher eigentlich die Tomaten auf dem Wiener Naschmarkt kamen, was ihn ins 3.000 km entfernte südspanische Almeria führte, wo Hektarweise künstlich bewässerte Gewächshauskolonien entstanden sind, in denen die durchschnittlich von jedem EU-Einwohner pro Jahr verzehrten 10 kg Gemüse aus Südspanien angebaut werden. Hier nahm er Witterung auf, sprach weiterhin mit Nestlé Chef Brabeck, der sich als rhetorisch gut geschulter Vertreter einer Konzernmoral erweist, die Wasser für ein Wirtschaftsgut hält, dem man einen Wert gäbe, indem man seinen Preis festlegt.

Integeres Gegengewicht dazu sicher Jean Ziegler, der als UN-Beauftragter für das Menschenrecht auf Nahrung natürlich fordert, dass jedem Menschen der Zugang zu sauberem Wasser offen zu stehen hat. Da nach seinen Informationen die Landwirtschaft der Welt derzeit genug Nahrung für 12 Milliarden Menschen produziert, ist nach seiner Aussage eines klar: "Jedes Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet!"

Auch der befragte französische Fischer macht Eindruck, als er auf die Vorzüge seiner Fangmethoden hinweist, sowie darauf, dass sein Kutter demnächst auf EU-Anweisung zerstört werde, nachdem die EU ihn vorab über Jahre genötigt hatte, seine besten Fanggebiete und -zeiten akribisch zu notieren, um sie im Anschluss den großen, die Meere leerfischenden Konzernen zur Verfügung zu stellen, die dann hoffen, mit zehnmal so großen Schiffen auch zehnmal so viel Ertrag zu fangen. Im Film wird anhand sehr bildhafter Darstellung eines Fischhändlers deutlich, wozu das führt: Zu weniger Qualität, die er selbst so bezeichnet: "Das ist nicht zum essen, das ist zum verkaufen!"

Außerdem zeigt Wagenhofer, dass allein in Wien jeden Tag so viel Brot weggeworfen wird, wie ausreichend wäre, um alle Menschen in Graz mit Brot zu versorgen, dass Split für die Straßen teurer verkauft wird als Weizen, dass in Brasilien der Regenwald gerodet wird, um Soja (das dort eigentlich gar nicht hingehört und daher nur unter großen Anstrengungen angebaut werden kann) zu produzieren, das dann hier in Europa in der Tiermast eingesetzt wird, während 25% der brasilianischen Bevölkerung hungern.

Fazit: Sehr wichtiger Augenöffner, der sogar als PDF-Datei im Bonusteil eine 35-seitige Sammlung von verschiedenen Modulen zum Thema bewusste Ernährung enthält, die hoffentlich reichlich von Lehrkräften genutzt wird. Meiner Meinung nach ist es ja so, dass wir im Verhältnis zu den großen Konzernen in der Position des Froschs in einem Topf mit ehemals kaltem Wasser sind, unter dem ganz langsam und nahezu unmerklich die Flamme immer höher gedreht wird, so dass der Frosch früher oder später stirbt, ohne gemerkt zu haben, wie ihm geschah. Dieser Film kann dazu beitragen, aufzuwachen und unsere Ess- und Kaufgewohnheiten zu ändern und damit bewusst selbst Einfluss auf die Weltmärkte und ihre Entwicklung zu nehmen.

Mit wenigen Worten - Ansehen, Begreifen (5. Februar 2008)

Habe den Film gerade bei Focus Gesundheit gesehen der sollte eigentlich mehr auf dem Discovery laufen...

Wer das Special zu dem Film kennt, was von Erwin Wagenhofer selbst Dokumentiert wird versteht sehr schnell das es hier auch nicht um einen Film gegen Globalisierung geht, sondern er stellt viel mehr die Art und Weise in Frage wie es angegangen wird.

Es gibt da ein Passendes Sprichwort zu: Suche nicht den Fehler, finde die Lösung...

Trotzdem einseitig, Zusammenhänge werden nicht klar (16. Dezember 2007)

Erstmal schon interessante Bilder, von Geflügelfabriken und Gemüse-Gewächshausmeeren. Aber so ähnlich hat man das bei der Sendung mit der Maus auch schon mal gesehen. Letzlich kommt der Film doch eher tendentiös herüber. Ja, die Geflügelfabriken sind schlimm, aber die industrialisierte Nahrungsmittelproduktion schafft auch Wohlstand für viele Menschen, die sich den Liter Milch eben vielleicht für 25 cent leisten können, für 2,50EUR aber nicht mehr. Der Hinweise auf Biofood kommt da etwas absurd.
Bis auf den Nestle-Manager am Schluss kommen fast nur die kleinen Hersteller, Bauern und Fischer zu Wort. Dass denen manches nicht passt, ist klar, aber kann man von diesen wirklich ein objektives Verständnis der volkswirtschaftlichen Zusammenhänge erwarten? Was, wenn es wirklich effizienter ist, das Gemüse im sonnigen Spanien anzubauen und per Lastwagen nach Deutschland zu schaffen, als es in Deutschland selber anzubauen? Würde es sich nicht lohnen, würde man es nicht machen. Konkret könnte das heissen, dass für die Beheizung der Gewächshäuser in Deutschland mehr Heizöl verbraucht würde, als für die Fahrerei der Lastwagen - als Beispiel, was auch immer der Grund, es ist offenbar effizienter, das Gemüse in Spanien anzubauen. Ist das so tragisch?

Bleibt die Frage, wer ist Schuld an den Missständen des Systems, wenn etwa Fabrikschiffe evtl. die Fischpoulationen zerstören, oder Farmer in Brasilien hungern müssen. Sind es wirklich die Konzerne wie Nestle, oder steckt doch Politik und Korruption dahinter? Zu den hungernden Familien in Brasilien wurde wenig erklärt - hungern die wirklich, weil Europa ihnen das Sojamehl weggekauft hat? Das ist doch völlig unsinnig - selbst wenn Europa die Lebensmittel aus Brasilien alle wegkaufen würde, würde Brasilien im Gegenzug dafür Geld erhalten, welches wiederum zum Kauf von Lebensmitteln verwendet werden könnte. Die Ursachen für den Hunger dürften eindeutig am politischen System in Brasilien liegen, und nicht in den Eigentümlichkeiten der Nahrungsmittelproduktion.

Was bei den hungernden Bauern aufgefallen ist, ist dass im Film nie die Umgebung gezeigt wurde, da schien es durchaus noch grün zu geben. Stattdessen Grossaufnahme auf den ausgehungerten Hund, so dass man nur noch ein bisschen trockenen Sand drumherum sieht. Warum die Leute dort hungern wurde absolut nicht klar, was also war dann eigentlich der Sinn der Szenen, ausser Emotionen anzustacheln?

Warum schaffen die Bauern dort es nicht, Vorräte für Trockenperioden anzulegen, wie es schon in der Bibel empfohlen wird? Wenn die Landwirtschaft für die Bauern sich nicht lohnt, ist die Antwort wirklich, die Nahrungsmittelproduktion zu verschlechtern, damit auch die Kleinbauern wieder Konkurrenzfähig sind? Im Endeffekt wäre das Subventionierung, was ja wieder neue Probleme aufwirft. Oder wäre es vielleicht nicht doch sinnvoller, dass die Kleinbauern sich andere Jobs suchen? Salopp gesagt, ich weiss, aber da sind eben die Regierungen dieser Länder gefragt.

Ich finde, dass der Nestle-Manager am Ende sich auch vernünftig angehört hat, z.B. ist ein "Menschenrecht auf Wasser" ja eine nette Idee, aber Wasser kostet eben nunmal wirklich was, das ist keine Erfindung der Manager - es ist eine begrenzte Resource. Wenn es in der Wüste kein Wasser gibt, wäre es wirklich sinnvoll, aufgrund der Menschenrechtskonvention teuer Wasser dorthinzuschaffen? Oder wäre es evtl. sinnvoller einzusehen, dass Wasser dort zu teuer ist und die Menschen eben woanders hin ziehen müssen? Wenn Wasser nichts kostet, wird es eben verschwendet, auch von den armen Kleinbauern.

Anstatt sich solche Filme anzuschauen und eine diffuse Wut im Bauch zu verspüren, empfehle ich mal die Lektüre von Büchern zur Volkswirtschaft. Z.B. Gregor Mankiw, Grundzüge der Volkswirtschaft ist sehr interessant und angenehm zu lesen.

Geiz darf nicht geil bleiben ! (4. Dezember 2007)

"WE FEED THE WORLD" - um es vorwegzunehmen, die Lust auf Fisch und Fleisch wird mir auch nach diesem Film erhalten bleiben - mein Speisezettel wird sich wohl kaum verändern - ABER - die Herkunft, Zusammensetzung, Produktions-/Transportbedingungen und somit letztlich auch die Klimabilanz der von mir konsumierten Lebensmittel interessiert mich nun tatsächlich.

Dieser Dokumentarfilm schürt keine Ängste - er öffnet den Blick für die Wirklichkeit - was unsere Gesellschaft braucht, der im Film sprechende Jean Ziegler (UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung), hat es auf den Punkt gebracht, ist Bewusstseinsbildung - letztlich sind WIR Verbraucher und WIR legitimieren durch unsere Kaufentscheidungen täglich diese globalisierte Nahrungsmittelindustrie - also müssen wir uns dieser Macht bewusst werden und entsprechend handeln!

Geiz ist nicht geil, denn diese Sparsamkeit hat Konsequenzen, welche auch über den nächsten Lebensmittelskandal hinausreichen werden....

Besonders ernüchternd fand ich übrigens das Interview mit dem Manager Peter Brabeck-Letmathe - solchen Typen möchte ich mit meinem Einkaufswagen zukünftig nicht mehr in die Hände spielen!

dkb.de

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